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Asien-Vorgaben ermöglichen leichte Dax-Erholung

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FMW-Redaktion

Nicht viel Bewegung in Asien: die Verluste halten sich in Grenzen, es hätte angesichts des Abverkaufs an der Wall Street schlimmer kommen können. Schwach nur der Nikkei, weil der Yen weiter an Stärke gewonnen hat:

Shanghai Composite -0,48%
CSI300 -0,35%
ChiNext +1,04%
Nikkei -1,31%

Der Dax ist und bleibt angeschlagen – wahrscheinliche Erholungen dürften begrenzt bleiben, schon im Bereich 10640/70 wird es schwierig für den deutschen Leitindex. Charttechnisch deutet vieles darauf hin, dass wir das Tief noch nicht gesehen haben. Wichtig auch heute wieder der Ölpreis, aber auch der Dollar: setzt sich dessen Schwäche fort, kommt immer mehr Störfeuer für die Aktienmärkte. Das gilt insbesondere für den Dax, der sehr sensitiv auf den Euro reagiert. Und der Euro dürfte noch Luft haben bis knapp über 1,11..

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Dax robust – Nasdaq V-förmig erholt, “MM” helfen dem Euro

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Gestern Abend sah man beim Dax Niveaus um die 11.100 Punkte. Heute früh rauschte der Leitindex dann runter auf 10.861 Punkte, denn die Aussagen aus China, dass die Zentralregierung die Zügel in Hongkong enger anziehen will, sorgen für Ängste vor allem im Handelskrieg mit den USA. Die Tatsache, dass der Dax sich aktuell wieder auf 11.082 Punkte erholt hat zeigt, dass er trotz dieser Unsicherheiten robust ins Wochenende geht. Im folgenden Video bespricht Chris Zwermann die Lage im Dax aus charttechnischer Sicht.

Auch spricht Zwermann die gut sichtbare V-förmige Erholung im Nasdaq an, die nach dem März-Crash in den Indizes vollzogen wurde. Andere Indizes könnten laut Zwermann diesem Beispiel folgen. Auch erwähnt er den jüngsten MM-Support für den Euro, nämlich die Idee von Merkel & Macron zu europäischen Anleihen. Auch wenn es (so meinen wir) noch mehr als fraglich ist, ob diese Idee überhaupt Realität wird, so schafft sie doch erst einmal Vertrauen in Euroland. Laut Chris Zwermann sorgt diese Nachricht für mehr Kapitalfluss in die Eurozone, was dem Euro hilft und den Schweizer Franken als Fluchtwährung schwächt. Deswegen habe der Euro gegen den Franken diese Woche aufwerten können.

Und der Dow 30? Während er gestern Abend noch um Niveaus bei 24.500 Punkten notierte, ging es heute früh wie beim Dax im Zuge der Hongkong-Ängste runter auf bis zu 24.160 Punkte im Tief. Aber aktuell kann sich der Markt bei 24.327 Punkten halten. Das Desaster ist also vorerst ausgeblieben. Auch der Ölpreis-Absturz, der aus ähnlichen Gründen stattfand wie die Aktienkurs-Schwäche heute früh, hält sich in Grenzen. Mit aktuell 32,63 Dollar konnte WTI-Öl die Hälfte des heutigen Verlustes wieder aufholen. Zumindest nach aktuellem Stand wirkt es so, als würden die Märkte halbwegs unbeeindruckt von möglichen China-Problemen ins Wochenende gehen.

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Norbert Häring im Interview über Bargeld und die Totalüberwachung

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Bargeld wird immer weiter zurückgedrängt - Norbert Häring im Interview

Norbert Häring ist Redakteur beim Handelsblatt, Buchautor und der Bargeld-Experte Nummer 1 in Deutschland (wenn wir es so formulieren dürfen). Im folgenden Interview mit Marc Friedrich spricht er über die aktuellen Tendenzen, die immer mehr in Richtung Abschaffung von Bargeld laufen. Allgemein werde suggeriert, dass es ein normaler freier Prozess sei, dass die Bürger selbst immer weniger Bargeld und immer mehr Kartenzahlung und Smartphonezahlung nutzen würden. Dahinter stecke aber eine Kampagne, so Norbert Häring. Er erwähnt hierzu auch die Better than Cash Alliance, hinter der die US-Regierung, Kreditkartenfirmen und auch Bill Gates stehen. Und bitte, liebe Leserinnen und Leser…. hier geht es nicht um eine Verschwörungstheorie rund um Bill Gates, sondern dies sind wirklich nachvollziehbare Fakten zu dem guten Mann! (siehe hier)

Norbert Häring über den globalen Kontrollwahn der USA

Laut Norbert Häring (hier sein Blog) gehe es im großen Bild darum, dass weltweit die Menschen immer mehr online oder mit Karte zahlen sollen, damit ihre eigenen Regierungen sie kontrollieren können. Aber vor allem die USA seien daran interessiert, dass immer weniger mit Bargeld gezahlt werde. Denn alle Zahlungsdienstleister und Infrastrukturanbieter stammen aus den USA, und die US-Regierung sei daher in der Lage global Zahlungsdaten auszuwerten für ihre eigenen Zwecke. Auch das Thema Libra, die neue Online-Währung von Facebook, sei von den USA in Wirklichkeit akzeptiert – denn auch dahinter stehe mit Facebook ein US-Unternehmen, und man könne dann auch auf die über Libra laufenden Transaktionen zugreifen. Wichtig sei, dass die USA auf die Zahlungsströme Zugriff hätten.

Weniger Bargeld bedeutet mehr Kontrolle

Bei der schrittweisen Abschaffung von Bargeld gehe es letztlich um eine Totalüberwachung der Bürger. Natürlich habe man als Bürger nichts zu befürchten, wenn man nichts verbrochen habe. Aber in so einem System müsse man halt immer mehr das tun, was von einem erwartet würde. So seien zum Beispiel durch Paypal und die Kreditkartenfirmen bereits Zahlungen für Porno-Seiten abgeschaltet worden. Und Norbert Häring erwähnt auch weltweite Beispiele, wo beispielsweise bei Kreditkartenzahlungen Asylbewerber als Gruppe abgesondert werden in Form von Sondergebühren usw. Die Entwicklung laufe immer weiter, und immer mehr Personengruppen seien nach und nach betroffen.

Wichtig ist auch das Thema der totalen Auslieferung des Bürgers, wenn er nicht mehr die Fluchtmöglichkeit durch Bargeld hat. Hat der Bürger nur noch sein Bankkonto, können Staaten und/oder Notenbanken die Bürger zum Beispiel durch Negativzinsen enteignen. Denn das Geld vom Konto abheben kann der Bürger ohne Bargeld ja nicht mehr. Wer etwas gegen diesen Trend hin zu immer weniger Bargeld tun will, der könne laut Norbert Häring im Alltag selbst möglichst oft bar zahlen, auch bei größeren Beträgen. Damit mache man dem Einzelhandel klar, dass Bargeld vom Konsumenten erwünscht ist.

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Aktuell: Türkei senkt Leitzins immer weiter! Türkische Lira reagiert

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Türkei Flagge

In der Türkei sinkt der Leitzins immer weiter, weiter, und weiter. Vor wenigen Augenblicken hat die türkische Zentralbank verkündet, dass man den Leitzins von 8,75 Prozent auf 8,25 Prozent gesenkt hat – das liegt im Rahmen der Erwartungen. Die letzte Senkung um 100 Basispunkte von 9,75 Prozent auf 8,75 Prozent erfolgte erst vor vier Wochen. In der folgenden Grafik sieht man den Verlauf der letzten fünf Jahre. Zwischenzeitlich war der Zinssatz bis auf 24 Prozent erhöht worden um die grassierende Inflation in der Türkei einzudämmen. Aber sie kam zurück, und so war auch Spielraum den Zins zu senken. Aber aktuell liegt die Inflationsrate bei 10,94 Prozent (siehe zweite Grafik). Also sehen wir in der Türkei einen Leitzins, der immer weiter unterhalb der Inflationsrate absackt! Das ist nicht gut für ausländische Investoren.

Die türkische Lira reagiert in den ersten 15 Minuten nach dieser Zinsentscheidung mit einer ganz kleinen Aufwertung. US-Dollar vs Türkische Lira fällt von 6,80 auf 6,78. Die letzten Monate hatte die Lira direkt nach den Entscheidungen der Zentralbank öfters nicht gemäß des eigentlichen Marktmechanismus reagiert. Aber Tage und Wochen später folgte dann meistens eine weitere Lira-Abwertung.  Erst am 7. Mai hatte sie ihr Allzeittief erreicht, konnte sich zuletzt aber etwas erholen. Dieser erneute Zinsschritt heute wirkt insgesamt betrachtet aber wenig förderlich im Sinne einer Lira-Stabilisierung (nett ausgedrückt).


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

US-Dollar vs Türkische Lira im Verlauf der letzten zehn Jahre
US-Dollar vs Türkische Lira im Verlauf der letzten zehn Jahre.

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