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Aktien

Langfristtrends bei Aktienindizes

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von MarketScanner

Nach USDJPY / Nikkei werfen wir nun einen Blick auf die langfristigen Trends bei den Aktienindizes Russell 2000, S&P 500, Nasdaq 100 und Dax 30 Kursindex, jeweils im Kontext mit den dazugehörigen Volatilitätsindizes seit Januar 2004 und gehen der Frage nach, ob niedrige implizite Volatilitäten wirklich als Vorboten fallender Kurse anzusehen sind.
Ausgehend von der Korrektur 2007 / Anfang 2009 haben sich die Märkte anhand der Fibonacci Retracements folgendermaßen entwickelt (Der Kurs-Dax notiert tatsächlich noch unter seinem alten Hoch, siehe http://www.dax-indices.com/DE/index.aspx?pageID=25&isin=DE0008467440):

Hochpunkt in der Woche / Vola-Tief

Tiefpunkt in der Woche / Vola-Hoch

Hochpunkt wieder erreicht in Woche / Vola-Close

max. erreichtes Retracement-Level / Vola-Close

Russell 2000 $RUT

13.07.2007 19,46 %

13.03.2009 58,50 %

08.04.2011 23,36 %

169,34 % 18,66 %

S&P 500 $SPX

19.10.2007 17,73 %

06.03.2009 53,25 %

12.04.2013 14,97 %

135,86 % 11,36 %

Nasdaq 100 $NDX

02.11.2007 23,01 %

21.11.2008 81,24 %

07.01.2011 18,41 %

192,85 % 15,23 %

DAX 30 $DAXK

20.07.2007 NA

13.03.2009 NA

noch nicht ! NA

95,97 % 14,31 %

 

Der Russell 2000 (und der Dax 30 Kursindex) hatte bei der letzten großen Korrektur sein Hoch gut 3 Monate vor dem S&P 500 und dem Nasdaq 100. Dieses Jahr fiel der Hochpunkt des Russell 2000 auf den 04.03. und der des Nasdaq 100 auf den 06.03., der S&P 500 schaffte es, sein Hoch vom 07.03. bei 1883.57, noch mehrmals knapp um maximal weniger als 1 Prozent auf 1902.17 am 13.05. zu steigern. Der Dax Performance-Index konnte sein intraday-Hoch vom 21.01. von 9794.05 am 15.05. nochmals um weniger als 0,2 % auf 9810.29 steigern, eingeschlossener Dividenden sei Dank.

Wo sind wir jetzt?
Der Russell 2000 hat das 161.8 % Retracement überwinden, aber nicht behaupten können, der Nasdaq 100 befindet sich auf halbem Weg zwischen dem 161.8 % und dem 261.8 %-Retracement. Etwas weniger performant zeigt sich der S&P 500, der 1 % unterhalb des 138.2 %-Retracements steht. Der Dax Kursindex hingegen hat das Vorkrisen-Niveau noch nicht wieder erreicht.

Weist eine niedrige Volatilität auf eine bevorstehende Korrektur hin?
Anhand der Overlays von Vola und zugrundeliegendem Index ist überprüfbar, dass aktuell niedrige Volatilitäten weder bei SPX noch bei NDX oder RUT als Prognosemodell für nachhaltige Trendwechsel anzusehen sind, wie in den beigefügten Grafiken ersichtlich. Erst ein Ausbruch der Volatilitäten über vorherige Hochs korreliert mit größeren Rückgängen.

Was ist denkbar?
Anhand der in der letzten Ausgabe thematisierten Entwicklung des Yen zu relativer Stärke gegenüber $ (und €) verwundert der Rückgang der Importe in Japan nicht, trotzdem liegen jetzt bereits 22 Monate in Folge mit einem japanischen Handelsbilanzdefizit hinter uns und das Handelsdefizit ist größer als erwartet (http://www.zerohedge.com/news/2014-05-11/japan-balance-payments-current-account-collapses-record-deficit). Also Japan importiert weniger, Deutschlands Exporte verzeichnen mit -1.8 % im März den größten Rückgang seit 10 Monaten (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/exporte-sinken-im-maerz-a-968433.html) und der World Trade Monitor (http://www.cpb.nl/sites/default/files/cijfer/CPB%20World%20Trade%20Monitor%20%28including%20March%202014%29/cpb-world-trade-monitor-march-2014.pdf) zeigt ebenfalls nach unten.

Bei einer Fortsetzung dieser Entwicklungen sollten daher die Bäume an den Aktienmärkten unter normalen Umständen nicht mehr allzu sehr in den Himmel wachsen können. Für den S&P 500 wird bei Eintreffen der skizziertem Entwicklung und einem deutlichen Vola-Anstieg ein Überschreiten des 138.2 %-Retracements von 1923.44 nur temporär für wahrscheinlich erachtet und ein Rückgang auf das Vorkrisen-Niveau von 1576 Punkten als realistisch angesehen. Analog sollte beim Russell 2000 ein Rückgang unter das 138.2 %-Retracement bis hin zum Vorkrisen-Niveau von 856.48 Punkten möglich sein. Beim Nasdaq 100 stünde dann ein Rückgang auf das 161.8 %-Retracement bei ca. 3000 Punkten bzw. das 138.2 %-Retracement bei ca. 2700 Punkten an.

Beim Dax 30 Kursindex wären dann Rückgänge von 450 bzw. 900 Punkten absehbar. Die aktuellen Kurs-Gewinn Verhältnisse bei den Biotechnologie-Aktien sind auch nach dem Rückgang noch überaus ambitioniert (BIIB Biogen IDEC P/E 37 // ALXN Alexion Pharmaceuticals P/E 97 // REGN Regeneron Pharmaceuticals P/E 75 // ILMN Illumina P/E 96 und MYL Mylan P/E 29) zu nennen.

Fazit: Sollte sich die Vorreiterrolle des RUT erneut bestätigen könnte im Juli/August eine Korrektur mit den genannten Zielen einsetzen, sofern die Notenbanken nicht noch massiver eingreifen als es bislang schon immer der Fall war (da haben wir eben eine Planwirtschaft, in der nicht sein kann, was nicht sein darf).

Nasdaq:

Dahmen1

S&P:

Dahmen2

Russel 2000:

Dahmen3

Dax:

Dahmen4

IBB:

Dahmen6

 

 

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Wollen Sie einmal Gewinne mitnehmen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

Sie kennen diese Situation. Da halten wir im Depot eine oder mehrere echte Kursraketen, die uns in den vergangenen Jahren prozentual dreistellige Buchgewinne gebracht haben. 200, 300 oder vielleicht sogar 400 %! Ein ganz schöner Anblick.

Da sind doch einmal Gewinnmitnahmen angeraten, oder? Schließlich wissen wir als Börsianer durchaus, ein Buchgewinn ist nicht in Stein gemeißelt. Trotzdem tun wir uns aus psychologischen Gründen mit dem Verkauf einer solchen Position schwer. Denn irgendwie haben wir diese Aktien, die wir seinerzeit so perfekt ausgewählt haben, liebgewonnen. Außerdem haben wir die Sorge, wenn wir jetzt verkaufen, macht der Titel nochmals 50 %, und wir sind dann nicht mehr dabei. Ein Dilemma!

Hier gibt es ein probates Mittel, um uns aus unserer „Not“ zu helfen, der sog. Teilverkauf. Ganz konkret: Hat sich eine Position einmal verdoppelt oder gar verdreifacht, veräußern Sie einfach einmal ein Drittel oder die Hälfte dieser Aktie.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie wandeln Buchgewinne in echte Gewinne um und nehmen einmal Kapital aus dem Feuer. In der derzeitigen Marktsituation ist das bestimmt kein Fehler. Andererseits profitieren Sie dennoch, wenn der Titel noch weiter zulegen sollte.

Außerdem agieren Sie mit einem solchen Vorgehen antizyklisch. Das heißt, Sie „teilverkaufen“ genau jene Positionen, die wahrscheinlich etwas heiß gelaufen sind. Studien haben gezeigt, dass solche gezielten Teilverkaufe die Stabilität im Depot erhöhen und sich oftmals auch noch gewinnsteigernd auswirken, sofern man die freien Mittel gezielt in…..

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