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3D-Druck: Deshalb übernimmt jetzt die alte Unternehmens-Garde!

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3D-Druck Beispielfoto

Alphaform, Stratasys, SLM, Voxeljet, 3D Systems… das waren die Namen, die beim 3D-Druck-Boom ab vor einem halben Jahrzehnt in aller Munde geführt wurden. Schnell wurden IPOs durchgedrückt, die Aktienkurse schossen im Nu in die Höhe. Von diesem Börsenboom ist nicht mehr viel übrig geblieben. Inzwischen übernehmen alte Industriegrößen wie HP oder GE das Geschäft. Ganz ohne aufsehenerregenden Börsenboom.

Was wurde aus den gehypten 3D-Druck-Aktien? Verluste!

Alphaform stellte schon 2015 Insolvenzantrag. Voxeljet schoss nach dem IPO 2013 binnen weniger Monate um mehr als 300% in die Höhe. Vom Hoch aus hat sich er Kurs ge-35-telt, von der Erstnotiz ausgehend immerhin gezehntelt. Stratasys ist nach kurzem Höheflug wieder da angelangt, wo die Börsenkarriere startete. 3D Systems hat seit dem Börsendebüt immerhin mehr als 100% Gewinn eingebracht. Wer allerdings 2013 am Hoch einstieg, sitzt auf fast 90% Verlust. Bei SLM ist es nur etwa eine Drittelung seit dem Hoch. Wer nicht an den Tiefs im Jahr 2019 und 2015 einstieg, sitzt aber auf jeden Fall auf Verlusten.

Die Misere der 3D-Drucker-Aktien wirft ein Schlaglicht auf die Anlegerpsyche in Zeiten von Negativzinsen. Solange die Story stimmt, wird alles gekauft. Bilanzen, Stichhaltigkeit der Story, Gewinne gar, all das spielt heutzutage offensichtlich keine Rolle mehr. Jedenfalls solange, wie die Kurse steigen. Irgendwann kommt dann auch dem optimistischsten Aktionär ein Zweifel – und damit endet dann der Börsenhype um eine ganze Branche. Inzwischen ist von den damaligen Nachrichten-Champions kaum noch ein Wort zu lesen.

Für die Gewinner des Rennens sind 3D-Drucker nur ein Nebengeschäft

Damit nimmt das Geschäft mit dem 3D-Druck jetzt erst so richtig Fahrt auf. Und zwar weniger im Bereich der billigen Drucker für jedermann, als vielmehr im industriellen Bereich, in dem ein 3D-Drucker schnell siebenstellige Beträge kostet. Inzwischen geht es auch nicht mehr um den schnellen Druck von Prototypen oder in Kleinstauflage hergestellten Einzelstücken. Nein, inzwischen druckt VW Metallteile für das neue massentaugliche Elektroauto ID.3 mit 3D-Druckern von Hewlett Packard.

HP setzt dabei auf die vom Unternehmen seit Jahrzehnten beherrschte Tintenstrahl-Technik, mit der Werkstücke Stück für Stück aus 150 Millionen Materialtröpfchen aufgebaut werden. Derzeit verdoppelten sich die technischen Kapazitäten alle 18 Monaten, womit HP Moores Law aus der Halbleiterbranche in die 3D-Druck-Technik hinübertransferierte. Moores Law besagt, dass sich die Anzahl der Transistoren von Computerchips alle 18 Monate verdoppelt. Trotzdem mache der 3D-Druck nicht einmal 0,1% der industriellen Fertigungskapazität aus.

Zwar sind die Produkte inzwischen so ausgereift, dass sie wie von VW auch in der Großserienfertigung eingesetzt werden können. Doch angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung halten sich die Unternehmen derzeit mit Investitionen in neue Fertigungstechnik zurück. Für Anleger ist die Zeit des 3D-Drucks ohnehin abgelaufen. Denn für die inzwischen Ton angebenden Unternehmen stellt der 3D-Druck nur einen winzigen Teil des Produktportfolios dar. Mit Großkonzernen wie GE, Siemens, Linde, Oerlikon oder HP lässt sich als Aktionär kaum auf einen Durchbruch der 3D-Drucktechnik spekulieren. Denn selbst wenn dieser Durchbruch käme und HP auf einmal tausende der teuren Industriedrucker pro Jahr absetzen könnte, würde das am Konzernergebnis kaum etwas ändern.

Laufen Sie nicht jedem Hype hinterher, wenn Sie Anleger sind!

Lehren können Sie als Anleger trotzdem aus der Entwicklung der Branche ziehen. Es sind nicht immer die First Mover, die Newcomer, die Spezialisten, Startups und Unternehmen mit der coolsten Marketing-Story, die am Ende das Rennen machen. Es ist auch nicht sinnvoll, immer dem neusten Aktientrend hinterher zu laufen. Jedenfalls nicht als Anleger mit mehrjährigem Anlagehorizont.

Sind Sie hingegen Trader, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf den neusten Börsenhype. Ganz gleich, ob wir von 3D-Druck, Cannabis, künstlichem Fleisch oder irgendwelchen App-Unternehmen sprechen: Die Kursverläufe sind in den meisten Fällen extrem volatil bei gleichzeitig starken Trends. Wer also täglich auf die Kurse schauen und tagesaktuell auf die neusten Entwicklungen reagieren kann, findet in den gehypten Aktien hervorragende Werte, um schnelle Gewinne zu machen. Und zwar sowohl in der Aufwärts- als auch der Abwärtsphase.

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street

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Markus Koch berichtet im folgenden Video LIVE zum Handelsstart an der Wall Street. Neben dem Coronavirus als Grund für die fallenden Kurse nennt er auch Bernie Sanders und die viel zu große Euphorie, die in den Kursen vorhanden war.

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Korrektur voraus: Nehmen Sie kurzfristig den Fuß vom Gas! – Werbung

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Lieber Börsianer,

es liegt eine Korrektur in der Luft. Die konjunkturelle Entwicklung lässt allgemein nach. Zwar sind die wichtigen Aktienmärkte historisch betrachtet immer noch nicht übermäßig teuer. Gleichwohl sehe ich allerdings in vielen Marktnischen teils erhebliche Überbewertungen. Vor allem anerkannte Qualitätsaktien aus den Standard-Indizes wie etwa McDonald´s, Apple oder etwa Nestlé werden mittlerweile quasi pauschal und zu jeder Bewertung gekauft. Hier wirken automatische Kaufprogramme (Sparpläne) und die zunehmende Verbreitung der ETFs ungünstig. Viele Investoren differenzieren nicht mehr, sondern kaufen fast wahllos. Im Segment der Wachstums- und Techaktien erleben wir daneben gegenwärtig einen kleinen Kaufexzess. Titel wie Tesla oder Ballard Power verdoppelten sich zuletzt binnen weniger Monate. Hier überschätzen viele Anleger die kurzfristige Nachfrage nach den neuen Antrieben der Mobilität.

Im Hintergrund wühlt auch immer noch das Coronavirus. So wurden zuletzt erstmals auch Todesfälle aus Europa (Italien) gemeldet. Inzwischen wurden in Norditalien 130 Menschen positiv auf den Virus getestet. Vor diesem Hintergrund wurden nun auch die alljährlichen Karnevalsfeierlichkeiten in Venedig deutlich eingeschränkt bzw. verkürzt. Für sich allein genommen wäre die Pandemie wahrscheinlich ziemlich unbedenklich. Das Virus kann allerdings genau die Zutat sein, die uns am Ende den Börsen-Cocktail erst einmal richtig sauer macht. Mit diesem Beitrag möchte ich sowohl die Leser des RENDITE TELEGRAMM wie auch der Premium-Chancen auf ein etwas vorsichtigeres Vorgehen am Aktienmarkt einstimmen. In den nächsten Wochen werden wir nur noch…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

 

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Coronavirus könnte die Chip-Industrie hart treffen!

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Coronavirus Symbolbild

Was das Coronavirus mit der Chip-Industrie zu tun hat? Die Hersteller von Computer-Chips übertrumpften sich in der jüngeren Vergangenheit gegenseitig mit Investitionszusagen in neue Fertigungsanlagen. 104 Milliarden Euro hier, 20 Milliarden US-Dollar dort… Die Aktienkurse von Herstellern der Fertigungsanlagen wie Applied Materials schossen natürlich nach oben. Doch das Corona-Virus könnte den Investitionsplänen der Chiphersteller ein jähes Ende bereiten. Vorsicht ist daher vor allem bei Aktien der Zulieferindustrie geboten, wie eben bei Applied Materials.

So schnell die Innovationszyklen der IT-Industrie auch sind, so langfristig angelegt sind die Investitionsplanungen der Hersteller. Zwar kommen ständig, in der Regel im Jahresrhythmus, neue und schnellere Produktgenerationen auf den Markt. Doch Planung, Bau und Betrieb einer neuen Fertigungsanlage werden eher in Jahrzehnten bemessen. So investierte Intel im Jahr 2007 1,5 Milliarden US-Dollar in die Fab 11X in New Mexico, um sie auf die damals neue 45nm-Technologie umzurüsten. Diese Technik läuft dort bis heute und stellt Chips her, die nicht die neuste Fertigungstechnologie benötigen.

Bei einer so langen Betriebszeit liegt es auf der Hand, dass Investitionsplanungen nicht aufgrund einer kurzfristigen Nachfrageschwäche komplett umgekrempelt werden. Und doch gibt es ein Problem, das die Investitionsplanungen jetzt über den Haufen werfen könnte: das Coronavirus!

50% der Investitionen plante die Chip-Industrie in China – Coronavirus wird zum Problem

In den vergangenen Jahren übertrafen sich die Hersteller mit Investitionszusagen. Tsinghua: 70 Milliarden US-Dollar in drei Fabriken, davon eine in Wuhan, TSMC: 20 Milliarden US-Dollar in eine neue Fabrik, Samsung: 104 Milliarden Euro verteilt über zwölf Jahre, Intel: 20% des Umsatzes, also 20 bis 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr und noch viele andere mehr. Die für 2020 geplanten Investitionen betragen 50 Milliarden US-Dollar.

Das Problem dabei: 50% der für dieses Jahr geplanten Investitionen entfallen auf China. Die Tatsache, dass dort derzeit nur wenig gearbeitet wird, macht die Investitionsplanungen bereits zur Makulatur. Schlimmer aber noch sind die potenziellen weltwirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Kommt es zu einem globalen Wirtschaftsabschwung, werden zahllose Unternehmen und Privatpersonen ihre Investitions- und Konsumentscheidungen überdenken. Muss es wirklich ein neuer Computer sein, ein neues Handy, ein neuer Fernseher, wenn es der alte eigentlich auch noch tut?

Dazu kommt, dass die Chiphersteller in den Vorjahren Unsummen in die Erweiterung ihrer Fabriken steckten. Die Fabriken für die Herstellung von z.B. Flashspeicher-Chips konnten nicht groß genug sein. Die Erwartung einer weitgehenden Verdrängung der klassischen Festplatte durch SSD-Laufwerke auf Basis von Flashspeicher versprach üppige Umsätze. Die stehen jedoch auf der Kippe, wenn weniger Computer gekauft werden. Die Folge wäre ein Rückfall in den Schweinezyklus der Speicherindustrie: Hohe Preise führen zu umfangreichen Investitionen in neue Fabriken (bereits gebaut), die Überkapazitäten schaffen (die drohen), die die Preise in den Keller und Unternehmen aus den Markt drücken, auf dass die Preise wieder steigen. Gehofft hatten die Hersteller in diesem Jahr auf steigende Preise durch wachsende Nachfrage.

Kommt der nächste Schweinezyklus der Chip-Industrie?

Nun steigen die Preise für Speicher zwar. Doch vor allem deshalb, weil aus Asien weniger Nachschub kommt. Doch an hohen Preisen bei kleinem Volumen verdienen die Hersteller nichts, während die Kosten der stillstehenden Fabriken weiter laufen werden. Es gibt also guten Grund anzunehmen, dass die Investitionspläne der Chiphersteller nicht in vollem Umfange ausgeführt werden. Der Aktienkurs von Applied Materials reflektiert diese Möglichkeit noch nicht. Analysten erwarten einen Gewinn von 4,17 US-Dollar pro Aktie in diesem Geschäftsjahr, deutlich mehr als im vorherigen Jahr.

Auf Basis dieses erwarteten Gewinns ist die Unternehmensbewertung sogar für US-Verhältnisse konservativ mit einem KGV von nur 15,4. Sollte der Gewinn jedoch nur auf Vorjahresniveau liegen, wären wir schon bei einem KGV von mehr als 21. Beim Beginn eines neuen Schweinezyklus‘ in der Industrie dürfte sich die aktuelle Bewertung von Applied Materials als zu hoch erweisen. Übrigens: Der Börsengang des deutschen Ausstatters von Chipfabriken, Exyte, wurde schon 2018 abgesagt, weil das Marktumfeld nicht positiv genug war für eine Platzierung an der Börse.

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