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5 Mrd Rettungsfonds: 1,39 Mrd für die Nr. 10 in Italien – reichen 3,61 für den Rest?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Banca Popolare di Vicenza, mit 41 Milliarden Euro Einlagen und 1,4 Millionen Kunden nach eigenen Angaben die nach Einlagen zehntgrößte Bank Italiens, befindet sich jetzt zu 92,3% im Eigentum des italienischen Bankenrettungsfonds „Atlante“, der insgesamt 5 Milliarden Euro eingesammelt hatte um Italiens Berg an faulen Krediten und kaputten Banken zu sanieren. Warum hat Atlante gerade 92,3% gekauft (für 1,39 Milliarde Euro)? Warum nicht 100% oder 50%? Die Bank hatte letzte Woche versucht Käufer für ihre Aktienemission zu finden. Nur für 7,7% der Aktien fand man Abnehmer. Daher hat Atlante den Rest gekauft.

Daran sieht man: Wenn bei einem Aktienangebot nur 7,7% des Volumens von Käufern abgenommen wird, ist das de facto die Höchststrafe für die Bank. Cash schwirrt nun wirklich genug herum am europäischen Kapitalmarkt – nur scheint niemand so lebensmüde zu sein in italienische Banken einsteigen zu wollen, nicht einmal die Italiener selbst. Auch bringt dieser Kauf eine interessante Folgefrage mit sich. Wenn der 5 Milliarden Euro schwere Rettungsfonds für diese zehntgrößte Bank Italiens 1,39 Milliarden Euro ausgibt, verbleiben noch 3,61 Milliarden Euro um alle anderen kaputten Banken in Italien zu retten, und noch um nebenbei faule Kreditpakete aus den Banken rauszukaufen. Wie wir schon bei der Einrichtung des Atlante-Fonds schrieben: Wer kann auch nur eine Sekunde glauben, dass lumpige 5 Milliarden Euro ausreichen? Ach ja, und statt 5 hat der Fonds bisher nur 4,25 Milliarden Euro eingesammelt….

Die Bank zu der Transaktion im Originaltext:


Banca Popolare di Vicenza S.p.A. announces that the Global Offering of
the Bank’s ordinary shares was completed at 01:00 p.m. on April 29, 2016. Upon the occurrence of the Board meeting held on 29 April 2016, the Offer Price has been set at Euro 0.10 per Share, i.e., the lower amount of the Indicative Valuation Range identified by the Board of Directors in agreement with the Joint Global Coordinators (as defined hereinafter), in the meeting held on April 19, 2016, as indicated in the Prospectus. As part of the Global Offering, 6,683 investors submitted subscription requests for a total amount of Euro 114,948,562, accounting for 7.66% of the Global Offering. In particular, as part of the Italian Public Offering, 6,673 investors submitted subscription requests
for a total amount of Euro 38,463,562, of which:

− Euro 33,075,298 under the Shareholders Offering, accounting for 2.21% of the Global
Offering, 8.82% of the minimum amount of the Public Offering and 11.03% of the
Shareholders Offering tranche;
− Euro 5,388,264 under the Italian Retail Offering, accounting for 0.36% of the Global Offering,
1.44% of the minimum amount of the Public Offering and 7.18% of the Italian Retail Offering
tranche.

As part of the Institutional Offering 10 Institutional Investors submitted subscription requests for a
total amount of Euro 76,485,000, accounting for 5.10% of the Global Offering and 6.80% of the
tranche reserved to Institutional Investors. The Underwriting Agreement with UniCredit has been executed as of today. Pursuant to the above Agreement and to the sub-underwriting agreement entered into on April 20, 2016 between UniCredit and Quaestio Capital Management SGR S.p.A. (”Quaestio”) – which is the
promoter of the closed-end alternative investment fund named “Atlante” (the “Atlante Fund”) – as
subsequently amended as indicated in the press release published by UniCredit on April 25, 2016,
the Atlante Fund will sub-underwrite all the unsubscribed Shares under the Global Offering, i.e.
13,850,514,380 Shares at the Offer Price of Euro 0.10 per share, for a total amount of Euro
1,385,051,438 (accounting for 92.34% of the Global Offering). The Global Offering is subject to the prior issuance by Borsa Italiana of the authorization for the commencement of trading of the Bank’s shares, upon verification that the free float of the Bank after the Global Offering is adequate.

Should the above authorization be issued by Borsa Italiana, trading is expected to commence on
May 4, 2016. In this event the Atlante Fund would hold a shareholding of 91.72% in the share capital
of the Bank. The final results of the Public Offering and the summary results of the Global Offering will be disclosed through a specific notice to be published within five working days from the end of the
offering on a national daily newspaper and on the Bank’s website. Whereas, should Borsa Italiana not issue the above authorization, the subscription requests submitted under the Global Offering will lapse and – also in the light of the extension of the subunderwriting agreement between UniCredit and Quaestio and the corresponding extension of UniCredit’s commitments towards the Bank, as announced by UniCredit on April 25, 2016 – the Atlante Fund will underwrite 15,000,000,000 Shares at the Offer Price of Euro 0.10 per share, amounting to Euro 1,500,000,000 (100% of the Global Offering). In this event the Atlante Fund would hold a shareholding of 99.33% in the share capital of the Bank.

Quelle: Banca Popolare di Vicenza S.p.A.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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