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CFD-Verbot bei Konten mit Nachschusspflicht: So reagieren die Broker

Wir berichteten gestern darüber. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verbietet effektiv ab 10. August, dass Brokerkonten von CFD-Tradern in Deutschland ins Minus rutschen können…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir berichteten gestern darüber. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verbietet effektiv ab 10. August, dass Brokerkonten von CFD-Tradern in Deutschland ins Minus rutschen können. Daher gibt es hierzulande also keine Nachschusspflicht mehr im CFD-Handel. Ein großes Plus für die Kunden – damit wäre der einzige Nachteil, den CFDs gegenüber den in jeder Hinsicht nicht empfehlenswerten Knockout-Zertifikaten haben, eliminiert.

Wie reagieren die Broker darauf? Hier die Reaktion von drei großen Brokern, die in Deutschland aktiv sind.

IG Markets

IG sagt dazu, dass man unter anderem bereits Konten in Deutschland ohne die Möglichkeit von Negativsalden anbiete. Man biete jetzt schon zusätzlich für deutsche Kunden Schutzmechanismen pro eingegangener Position. Man sehe die BaFin-Entscheidung positiv. Zitat:

IG Group (“IG”, “the Company”), a global leader in online trading, welcomes the final proposals by BaFin, the German regulator, regarding the marketing, distribution and sale of CFDs to retail clients. The final proposals are in line with the original proposals and mandate the provision of a no negative guarantee. Per the Company’s announcement of 8 December 2016, IG already actively markets its Limited Risk Account in Germany which is not only compliant with these new rules, but provides additional ‘by position’ protection to German consumers. IG firmly believes in robust and proportionate regulatory oversight of the CFD sector and believes this move should both provide additional protection for consumers and enhance its competitive position in the country.

CMC Markets

CMC zeigt sich sehr erfreut. Man biete auch Konten ohne Negativsalden bereits an. Besonders erfreut sei man, dass die BaFin auf die Stellungnahmen der Broker eingegangen sei, und dass die Rechtsunsicherheit durch mögliche Änderungen schnell beseitigt wurde. Zitat:

CMC Markets Plc (“CMC”), a leading global provider of retail CFD trading, welcomes the outcome of the BaFin regulatory consultation into the retail CFD industry in Germany which requires the implementation of negative balance protection, where clients cannot lose more than their account balance, by 10 August 2017. As previously announced on 9 December 2016, CMC already offers negative balance protection through its market-leading, proprietary Next Generation platform, and therefore will comply with the BaFin proposals in full by the required deadline. There are no further changes for clients that have been proposed by BaFin, including no regulator-imposed limitations on margins. CMC is pleased that the BaFin has maintained the scope of the consultation and the speed at which any regulatory uncertainty in Germany has come to a close. CMC is already the market leader in Germany according to the independent Investment Trends survey and believes that the BaFin proposals will further enhance this position given the ease of technology implementation, focus on clients and customer service.

Plus500

Der Broker Plus500 zeigt sich erleichtert. Man biete eh bereits nur Konten, bei denen negative Kontosalden ausgeschlossen seien. Besonders erleichtert scheint man zu sein, dass die BaFin keine Beschränkungen bei der Hebelung von Tradingprodukten beschlossen hat, so wie es beispielsweise in UK der Fall ist. Das sorgte nämlich für kräftige Kursabstürze bei mehreren Brokern, weil dadurch die Trading-Volumina mutmaßlich schrumpfen. Zitat Plus500:

Plus500, a leading online service provider for retail customers to trade CFDs internationally, today provides an update regarding BaFin, the German Federal Financial Supervisory Authority. BaFin has now concluded its recent consultation (which commenced on 8 December 2016) and issued a final set of CFD trading restrictions to be implemented by 10 August 2017. The principal change is the implementation of negative balance protection where clients cannot lose more than their account balance. Plus500 welcomes this protection mechanism for the industry and reiterates that the Company has always provided balance protection to its customers across all its product offerings in all its markets, as a core principle of its business model. Plus500 also notes that BaFin has not implemented any leverage limits. Therefore these changes will have no effect on its business. Plus500 will continue to implement necessary adjustments to its business model when required by regulatory changes. The Company reaffirms that it does not have any regulatory restrictions in any of the Group’s regulated markets.


Fazit FMW: Mit der Beschränkung der BaFin auf die Abschaffung von Negativsalden für CFD-Trader kommt die Branche hierzulande extrem glimpflich davon, im Vergleich zu UK, Belgien oder Zypern. Vielleicht ein Kompromiss der BaFin? Schutz der Verbraucher, und dennoch möglichst viel Vertragsfreiheit für die Industrie, ganz im Sinne des obersten BaFin-Chefs Wolfgang Schäuble? Broker könnten sich zukünftig verstärkt auf Deutschland als Markt konzentrieren, weil man hier noch weitestgehend frei Geschäft machen kann, so unsere Meinung!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    randy hofbeck

    10. Mai 2017 12:00 at 12:00

    hallo fmw-redaktion, ihr schreibt, dass ko-zertifikate nicht empfehlenswert sind. worauf begründet ihr diese ansicht ?
    vielen dank für eure antwort.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. Mai 2017 12:04 at 12:04

      @Randy, sie sind als strukturierte Produkte sehr teuer (vor allem der spread, Zeitwertverlust etc.), und zwar umso teurer, je näher es an das knockout-Niveau geht. Dazu nicht besonders transparent – die Banken wissen schon genau, warum sie so viele Schein auflegen. Ich kenne keinen Profi, der Knock-outs handelt, wohl aber CFDs, Futures oder auch ETFs..

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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