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Aktien: Die Geldflut ebbt nicht ab – und das weltweit!

Woher kommt das Geld für die Käufe von Aktien? Trotz einer veritablen Wirtschaftskrise und Verlusten aus dem März-Crash – insbesondere bei den zahlreichen gehebelten Depots – haben die Börsen in kurzer Zeit große Höhen erreicht. Erstaunlicherweise gibt es immer noch viel Kapital an der Seitenlinie, wie eine Studie der US-Bank JP Morgan darlegt.

Aktien und die Quelle der Liquidität

Die aktuelle Krise öffnet die Geldschleusen in bisher nicht gesehenem Ausmaß. Eine Studie der US-Großbank in der Sparte „Flows and Liquidity“ zeigt, dass die Großanleger trotz der Rally der Aktien seit Mitte März mit über 40 Prozent Kursanstieg auf höheren Barreserven sitzen. Wie das? Banken vergeben vermehrt Kredite mit Unterstützung der Notenbanken, die man dann als Bankguthaben ausweisen kann. Zudem werden den Banken von FED und EZB Anleihen abgekauft, was wiederum deren Barbestände erhöht. Durch diese Politik werden Aktien und Anleihen stark gestützt. Die Barreserven der großen Institute liegen der Studie zufolge damit sogar noch über dem Niveau vor dem Ausbruch der Coronakrise.

Dies geschieht weltweit, auch in den Emerging Markets, so dass auf diese Weise bis Ende Mai weltweit nicht weniger als 8 Billionen Dollar an Liquidität geschaffen wurden, davon 2 Billionen allein in China, so die US-Bank.

Geldbestände von Privaten und Firmen und deren Bankeinlagen bis zu einer Laufzeit von zwei Jahren, erfasst unter dem Begriff M2.

Das ist eine Geldflut wie bei der Finanzkrise 2008/2009, nur in wesentlich kürzerer Zeit. Sollte es nicht zu einer Umkehr der Notenbankpolitik kommen, kann man in Jahresfrist von etwa 15 Billionen Dollar an Finanzmitteln ausgehen. Das ist keine Annahme der Investmentbank, sondern auf Zahlen des Internationalen Währungsfonds basierend.

Zur Einordnung: Das Weltsozialprodukt betrug im Jahr 2019 86,6 Billionen Dollar, die Aktienmärkte hatten vor Corona eine Marktkapitalisierung von etwa 90 Billionen Dollar erreicht. Laut IWF haben Staaten und Regierungen derzeit Hilfsprogramme von 9 Billionen Dollar zur Verfügung gestellt, was die weltweiten Staatsschulden von 88 auf 105 Prozent schrauben wird. Aber nur, wenn das weltweite BIP nicht mehr als fünf Prozent im Jahre 2020 schrumpfen sollte. Hinzu addieren muss man noch fünf Billionen Dollar an privaten Bankkrediten und Unternehmensanleihen.

Was für eine Schuldenlandschaft. Wundert sich da noch jemand, warum es noch keine Korrekturen bei Aktien gab?

Fazit

Wieder einmal: „Die Flut hebt alle Boote“, was eigentlich schon andauernd festgestellt wird, bekommt durch diese Bankstudie weitere Nahrung. Kapital sucht nach Anlage und da hat der Anleihemarkt erst einmal schlechtere Karten. Damit relativiert sich aus meiner Sicht (vorerst) das Problem Überbewertung der Aktien. Wir haben derzeit in manchen Kennziffern neue Höhen erreicht, aber noch höher ist die Flut des heranrauschenden Geldes, der Kreditboom erzeugt immer mehr Liqiudität. Seit Monaten werden immer wieder Grafiken herumgereicht mit Scheren, dem Auseinanderklaffen von Real- und Finanzwirtschaft. Das bringt aber nichts – wenn gedruckt wird, was das Zeug hält. Damit sieht man aber auch, was die Märkte, was Aktien zum Abbremsen bringen könnte: Ein Abebben der Geldflut und nicht einmal die berühmte „Balance Sheet Reduction“ der Notenbanken, denn diese dürfte derzeit ziemlich illusorisch sein..

Die Geldflut hebt alle Boote - also auch Aktien



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6 Kommentare

  1. Diesmal ist dann doch alles anders. Steigende Märkte für eine sehr, sehr lange Zeit. Mit Sicherungsnetz nach unten. Für alle Crashpropheten der ultimative Untergang…:-D die alten Allzeithoch werden im Rückspiegel winzig klein wirken.

  2. Wir werden nicht mehr lange darauf warten müssen, bis das viele Geld auch und gerade in die Edelmetalle wandert. Der Goldpreis, aber vor allem der Silberpreis wird explodieren. Dagegen wird der Anstieg im Nasdaq geradezu blass aussehen und der Begriff Fahnenstange wird eine neue Dimension erhalten.

    1. Hört doch endlich mit diesen Glaskugelprophezeiungen auf. Ist ja schlimmer, als bei den Astrologen.

  3. Von mir aus kann durch reines Gelddrucken Vermögen geschaffen werden, Vermögen kann aber auch vernichtet werden, wie man bei allen großen Rezessionen beobachten konnte. Wie groß die Verluste durch Corona werden, kann keiner voraussagen. Aber sie könnten so groß werden, dass selbst die Zentralbanken ins Schlucken kommen würden, da durch utopische Summen die Absurdität zu offensichtlich werden würde.

    1. Achtung, Achtung, eine Info an alle Netflix-Aktionäre: Die Finanz-Diva der BILD-Zeitung empfiehlt heute in großen Lettern den Kauf der Netflix-Aktie. Ihr wisst was das bedeutet…

  4. @ Roland, immer die gleiche, grosse Schnauze, wenn du Eier hast veröffentlichst du einmal dein Anlagevermögen u. beim nächsten Taucher gibst du deinen Verlust bekannt . Alle die in den letzten Jahren gekauft haben waren gute Anleger. Die Allerbesten auf kurze Zeit waren die Robin- Hooders. Manchmal ist Vermögen erhalten schwieriger als Vermögen erschaffen.
    Kannst in dieser Beziehung bei den Besten der Besten nachfragen. ( Buffett u.s.w.) Der vielgeschmähte Dirk Müller hat sich trotz aller Kritik gut geschlagen.Die Flut hebt alle Boote.Es gab eine Zeit wo SNB auch glaubte mit unendlichem Gelddrucken den Eurokurs zu halten.Als es nicht mehr ging, gab es für einige Gläubiger der Allmacht der Notenbanken ein Desaster mit Millionenverlusten.
    Nichtsdestotrotz Leute wie du sind ein wichtiger Faktor in der Umverteilungsmaschinerie,denn die ganz grossen Vermögen wurden gemacht, indem man bei grossen Einbrüchen kaufte u.zu hohen Kursen am Ende einer Hausse an dankbare Opfer verkaufte . Die naive Robin-Hood Geschichte wird schlussendlich den Altreichen helfen.

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