Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Warum fallen die Märkte nach der US-Wahl nicht?

Wieso haben die Aktienmärkte nicht korrigiert, angesichts eines zunächst ungewissen Ausgangs der US-Wahl, einer möglichen Hängepartie oder gar einer politischen Patt-Situation?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wieso haben die Aktienmärkte nicht korrigiert, angesichts eines zunächst ungewissen Ausgangs der US-Wahl, einer möglichen Hängepartie oder gar einer politischen Patt-Situation, die zur Blockade bestimmter Gesetzesvorhaben führen kann? Wieder einmal haben die Demoskopen gewaltig daneben gelegen – war nicht die ganze Zeit von einem deutlichen Vorsprung Joe Bidens die Rede? Am Ende des Wahltages war überhaupt nichts entschieden.

Die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte

Sicher haben Tatkraft und Visionen eines Staatschefs einen Einfluss auf die Wirtschaft in seiner Amtsperiode. Aber wenn man sich die letzten Jahrzehnte US-Präsidentschaft und die Performance der Aktienmärkte anhand des S&P 500 betrachtet, dann stellt man fest: Da waren ja viele unterschiedliche Charaktere aus den beiden Parteien dabei, aber die Börsen hat es nie so richtig gestört.

 

Ob blau oder rot, ein großer Anstieg

 

Die Entwicklung der Aktienmärkte unter US-demokraten und US-Reüublikanern

Grafik: Nordea und Macrobond

 

Wesentlich größeren Einfluss als die Partei dürften Zinsen, Inflation, Verschuldung – insbesondere wegen Kriegseinsätzen – in den jeweiligen Präsidentschaftzyklen gehabt haben. Damit könnte man schlussfolgern:

Egal welche große Revolution durch den Präsidentschaftskandidaten vor der Wahl angekündigt wurde, Wirtschaft und Aktienmärkte blieben davon recht unbeeindruckt, man fand immer einen Weg die eigenen Interessen zur Geltung zu bringen.

Oder anders ausgedrückt: Der eigentliche Präsident für die Aktienmärkte der Wall Street ist die Federal Reserve, in der heutigen Zeit mehr denn je. Hannes Zipfel hat in einem Beitrag „US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt“ auch schon darauf hingewiesen.

Die entscheidenden Punkte für die Märkte zum Jahresende

Mit einem Wort: Liquidität! Kommt es angesichts der jetzigen Lage im politischem Amerika zu Veränderungen der monetären Rahmenbedingungen? Steigen die Kapitalmarktzinsen, so dass es endlich eine Alternative zu den Aktienmärkten gibt? Anscheinend nicht. Wird die Federal Reserve aufhören weiter Geld in die Märkte zu pumpen, durch Anleihekäufe von 120 Milliarden Dollar pro Monat (seit der letzten Sitzung im September Staatsanleihen im Wert von 80 Milliarden Dollar sowie hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) im Wert von 40 Milliarden Dollar)? Nein – und heute ist Notenbankentscheidung, die Wahlen sind vorbei und die Fed kann ihre Zurückhaltung aus der Wahlen beenden und weitere Maßnahmen zumindest in den Raum stellen. Schließlich ist es ihr gesetzlicher Auftrag die Arbeitsmärkte zu unterstützen, bis zu „Maximum Employment“. Und davon sind wir meilenweit entfernt.

Und das ewige Thema für die Aktienmärkte, der Stimulus? Unabhängig eines größeren Konjunkturpakets wird in nächster Zukunft eine Unterstützung für die gut 10 Millionen Arbeitslosen und die klammen Firmen in den USA kommen müssen. Der große Arbeitsmarktbericht am Freitag wird Kongress und Regierung an die Wichtigkeit der Unterstützung inmitten einer nicht nicht bewältigten Pandemie erinnern.

Das US-Wahlsystem und die Wall Street

Bei all den Diskussionen um einen politischen Ruck in Richtung Sozialismus, in welchem Land hat der Kapitalismus eine stärkere Ausprägung als im Land der überdimensionierten Börsen? Nicht nur, dass der Stand der Aktienmärkte noch jede Regierung und jeden US-Kongress beeinflusst hat. Nicht nur, dass das US-Rentensystem sehr stark von der Entwicklung der Aktienmärkte abhängt, auch das ganze Polit- und Wahlkampfsystem ist stark von der Wall Street bestimmt. Wo waren die meisten US-Finanzminister vorher beschäftigt, wieviel Lobbyisten geben sich in Washington die Türklinke in die Hand, wer bezahlt die Wahlkampfspenden für Senatoren und Gouverneure, bei den Midterm Elections? Wie setzen Großunternehmen die Politik unter Druck, wenn es um den Verlust von Arbeitsplätzen geht? Nein, es ist wie bei jedem Wahlkampf. Betrachten wir, mit welchen Programmen vorher geworben wurde und was dann im täglichen Politikalltag umgesetzt werden konnte. Mancher Präsident wurde schon nach kurzer Zeit zu einer „Lame Duck“.

Und wenn es jetzt Joe Biden (es wird immer wahrscheinlicher) oder Donald Trump mit niedrigen Mehrheiten in den Kammern zum Wahlsieg bringt:Was mag Corporate America und Big Money mehr als von der Politik in Ruhe gelassen zu werden?

Fazit

Egal wie die Wahl in den nächsten Tagen entschieden wird und bei aller kurzfristig auftretenden Volatilität der Aktienmärkte: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass der Anlagedruck für die vielen Kapitalsammelstellen angesichts von Billionen Dollar an real negativ verzinsten Anleihen so stark ist, dass selbst ein politisches Vakuum in Washington nicht ausreicht, um weiter an der Seitenlinie zu stehen? Vom Konkurrenzdruck aktive – passive Fondsbranche gar nicht zu reden. Das Problem der Branche ist immer noch präsent, ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen ist zu schwach und auch die US-Wirtschaft hat starke Zeichen der Erholung gesendet. Eine gute Berichtssaison und der Ausblick der Unternehmen auf 2021. Außerdem hat der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe mit seinen überaus starken 59,3 Punkten ein starkes Signal geliefert, trotz Corona.

Wenn jetzt in Washington nicht die komplette Blockadepolitik ausbricht, könnte es für die Geldbranche in den nächsten 35 Börsentagen lauten: Rettet die Bilanz 2020

Trotz vieler Unsicherheiten: Die Aktienmärkte steigen nach der US-Wahl

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    5. November 2020 14:33 at 14:33

    Wenn der Einkaufsmanagerindex so stark ist, warum sollte dann trotzdem neuer Stimulus kommen ? Diese blöden Monatszahlen sollte man einfach immer hinterfragen und mindestens Dreimonats- Durchschnitte beachten.Da ist Herr Fugmann ein Vorbild, der sieht im grossen Wald nicht nur einzelne Bäume und getraut sich so komische Ausreisser dementsprechend zu kommentieren und riskiert damit sogar seinen Ruf als Permabulle? Könnte es sein , dass der Index durch grosse Waffen und Munitionsimporte gepusht ist?
    P.S Unter den vielen Rubriken die FMW bietet vermisse ich stark die frühere „ARCHIV“ Rubrik.
    Beispiel, wenn ich in einigen Monaten den VIDEOAUSBLICK ODER DAS MARKTGEFLÜSTER des Wahltages vom 3.Nov. nochmals hören möchte kann ich das jetzt nicht mehr, oder liege ich falsch?
    Ich bitte um Aufklärung . ( Kritik auf sehr hohem Niveau )Um ehrlich zu sein, ausser Kommentatoren Beiträge und Leserkommentare bringen die Verschidenen Rubriken Nichts oder sind gar nicht installiert.( Meine Meinung)
    Ich bin sonst sehr zufrieden mit FMW und schreibe nicht um zu kritisieren, sondern als Anfrage um Meinungen anderer Poster für weitere Verbesserungen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      5. November 2020 16:38 at 16:38

      @Altbär. Hallo. Ja man kann den Dreimonatsdurchschnitt des ISM Verarbeitendes Gewerbe heranziehen: Juni 52,6 – Juli 54,2 – August 56,0 – September 55,4 – Oktober 59,3. Kommt man nur zur selben Schlussfolgerung. Und was den Stimulus angeht, betrifft das zunächst die 10 Millionen Arbeitslosen und ihre Familien, die seit Wochen schon ohne Unterstützung auskommen müssen. Viele stammen aus dem Servicesektor (Hotels, Restaurants, Luftfahrt), die besonders unter Corona leiden.
      Viele Grüße

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      5. November 2020 16:45 at 16:45

      @Altbär, ich checke das mal mit dem Archiv – Sie haben Recht, das ist ja eigentlich sinnvoll!

  2. Avatar

    Altbär

    5. November 2020 18:07 at 18:07

    Vielen Dank für die Antwort an die FMW Koryphäen.Noch etwas zum Einkaufsmanagerindex.Wie kann dieser Index so stark sein als Vorlaufindikator wenn die halbe Welt tief in der zweiten Coronawelle steckt? Könnte auch sein, dass es mit Verzögerung wieder abwärts geht.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      5. November 2020 20:42 at 20:42

      @Altbär. Es erscheint tatsächlich seltsam, dass der ISM Manufacturing PMI in den USA so stark gestiegen ist. Aber er deutet tatsächlich auf das stärkste Wachstum der Aktivitäten im Industriebereich seit September 2018 hin, durch den riesigen Anstieg der Auftragseingänge (67,9 gegenüber 60,2), den neuen Exportaufträgen (55,7 gegenüber 54,3) und der Produktion (63 gegenüber 61), selbst durch eine Erholung der Beschäftigung (53,2 gegenüber 49,6), sowie der Lagerhaltung (51,9 gegenüber 47,1).
      Aber haben nicht gerade über 80 Prozent der Unternehmen in der Berichtssaison Q3 die Erwartungen übertroffen und…..die Aussichten für 2021 nicht zurückgenommen. Die Industrie läuft, hat nicht selbst General Motors mit den heutigen Zahlen total überrascht?
      Ich weiß, es klingt unglaublich, dass während der Pandemie solche Zahlen geliefert werden, aber die USA sind nicht China. Aber jetzt steigen die Coronazahlen (> 100.000) und damit wird die Zukunft nicht leichter und wenn die Konsumenten nicht bei Laune gehalten werden, wird es wieder abwärts gehen.
      Was aber fast jeder Kommentator übersieht, ist die gewaltige (auf Schulden aufgebaute) Unterstützung der US-Wirtschaft durch FED und Regierung. In diesem Jahr 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von gut 20 Billionen Dollar (laut IWF). Und um wie viel soll die US-Wirtschaft 2020 schrumpfen? 5 Prozent, höchstens. Natürlich wird das zu einem Problem, aber eben nicht gerade.
      Jetzt haben Sie mich fast zu einem Artikel animiert.
      Viele Grüße

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

DAX daily: Die Wall Street hat ihren Auftritt während der Dax nur zuschaut

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im Theater der großen Wall Street bleibt dem Dax derzeit nur ein Zuschauerplatz. Während die US-Börsen von Allzeithoch zu Allzeithoch jagen, steht der deutsche Leitindex auf der Stelle und schaut zu. Am gestrigen Handelstag hat sowohl der S&P500, als auch der Nasdaq ein erneutes Rekordhoch erklommen. Währenddessen leidet der Dax unter dem weiter anziehenden Eurokurs, dieser nähert sich allmählich wieder der 1,22 US-Dollar Marke an. Zudem drücken Konjunktursorgen auf die Stimmung der Anleger. Die Wirtschaft muss aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in vielen Länder ihren Tribut zahlen. Anders kann man die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes nicht deuten. Diese liegen europaweit deutlich unter einem Wert von 50, was eine schwache Geschäftsentwicklung signalisiert.

Was passiert erst im Dax, wenn die US-Börsen in eine Konsolidierung übergehen? Der Leitindex schafft es ja nicht einmal mehr über die 13.300 anzusteigen, obwohl die Wall Street im Rally-Modus ist. Im gestrigen Handel verlor der Dax 60 Punkte (-0,45%) und schloss schließlich bei 13.252 Zählern. Damit ist das Hoch vom Montag bei 13.445 wieder etwas in die Ferne gerückt. Der Leitindex zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen, zudem ist die nächste Handelswoche aus Sicht der Saisonalität auch keine gute Woche. Es riecht zwar schon nach Korrektur, aber noch ist nichts verloren. Zumindest so lange, wie die Wall Street ihr überschwängliches Schauspiel noch fortsetzt.

News und fundamentale Daten

Am gestrigen Abend hat die Nachricht über die Halbierung des Auslieferungsziels für den Impfstoff von Biontech/Pfizer die Märkte belastet. Probleme in der Lieferkette ermöglichen es nur die Hälfte der angedachten 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Die Aktienkurse von Pfizer (-1,8%) und Biontech (-2,5%) geben daraufhin nach.

Das heutige Highlight sind auf jeden Fall die US-Arbeitsmarktdaten. Um 14:30 Uhr werden die Anleger gespannt auf die Daten der Non Farm Payrolls schauen. Man geht zwar bereits von weniger neu geschaffenen Jobs aus, aber auch die Prognose von 469 Tsd. Stellen könnte unterboten werden. Zeitgleich erscheinen zudem noch die US-Handelsbilanz, die Daten der Exporte und Importe sowie die Auftragseingänge. Den Termin kann man sich somit als Trading-Event in seinem Kalender notieren. Die Volatilität dürfte ansteigen und folglich die US-Börsen und den Dax in Bewegung bringen.

Zuvor sehen wir heute aber auch noch Daten aus Deutschland. Vor wenigen Minuten wurden bereits die Auftragseingänge der Industrie veröffentlicht. Diese sind mit 2,9% deutlich besser wie erwartet ausgefallen (Prognose 1,5%; Vormonat 1,1%). Um 9:30 Uhr erscheint dann noch der IHS Markit Einkaufsmanagerindex für das Bauwesen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im Vergleich zu den starken US-Indizes ist es ein Trauerspiel, was der Dax diese Woche an Performance abgeliefert hat. Seit Montag geht es in kleinen Schritten abwärts. Von dem Hoch bei 13.445 sind wir heute Nacht im Tief bei 13.180 angekommen. Im frühen Handel notiert der Kurs wieder über der 13.200er Marke. Vielleicht gelingt es den US-Futures den Dax wieder mit hochzuziehen. Um nochmal die Oberseite anzugreifen, muss der Dax zunächst den Widerstand bei 13.270 überwinden. Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.325 und 13.370 ergeben.

Kann der Dax allerdings das gestrige Tagestief bei 13.232 nicht nachhaltig überwinden, dann sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Zunächst dürfte er das Nachttief bei 13.180 anlaufen, bevor an der 13.140 ein Unterstützungsbereich wartet. Dort könnte der Dax vorerst wieder drehen. Ansonsten kann es noch eine Etage tiefer gehen, bei 13.050 und 13.020 befinden sich dann die nächsten Unterstützungen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 04.12. - H1-Chart - Wall Street stark, Dax schwach

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.292 – Pivot Punkt R1

13.236 – Pivot Punkt

13.146 – Pivot Punk.t S1

13.090 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.232 – Tagestief 03.12.

13.180 – Nachttief

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.270 – ehemals US

13.325 – mehrfacher WS

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Wall Street mit Allzeithochs, Dax dümpelt – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der Wall Street (S&P 500 und Nasdaq 100) erreichen heute neue Allzeithochs, aber der Dax dümpelt weiter vor sich hin mit heute leichten Verlusten. Warum? Ist es der starke Euro (bzw. der schwache Dollar)? Dabei sind heute die eher „Value“-lastigen US-Indizes Dow Jones und Russell 2000 stark, also jene Indizes, die wie der Dax sehr wenig Tech-lastig sind und viele einstige „Corona-Verlierer“ enthalten, die doch besonders von der Impfstoff-Hoffnung profitieren. Unterdessen überhitzen die Aktienmärkte in den USA ungebremst weiter, es werden historische Extreme überboten. Aber die Anleihemärkte senden eine andere Botschaft: die Renditen der US-Staatsanleihen fallen – ungewöhnlich, wenn wirklich die von den Aktienmärkten erhoffte riesengroße Erholung der Wirtschaft wirklich kommen sollte..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage