Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Warum fallen die Märkte nach der US-Wahl nicht?

Wieso haben die Aktienmärkte nicht korrigiert, angesichts eines zunächst ungewissen Ausgangs der US-Wahl, einer möglichen Hängepartie oder gar einer politischen Patt-Situation?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wieso haben die Aktienmärkte nicht korrigiert, angesichts eines zunächst ungewissen Ausgangs der US-Wahl, einer möglichen Hängepartie oder gar einer politischen Patt-Situation, die zur Blockade bestimmter Gesetzesvorhaben führen kann? Wieder einmal haben die Demoskopen gewaltig daneben gelegen – war nicht die ganze Zeit von einem deutlichen Vorsprung Joe Bidens die Rede? Am Ende des Wahltages war überhaupt nichts entschieden.

Die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte

Sicher haben Tatkraft und Visionen eines Staatschefs einen Einfluss auf die Wirtschaft in seiner Amtsperiode. Aber wenn man sich die letzten Jahrzehnte US-Präsidentschaft und die Performance der Aktienmärkte anhand des S&P 500 betrachtet, dann stellt man fest: Da waren ja viele unterschiedliche Charaktere aus den beiden Parteien dabei, aber die Börsen hat es nie so richtig gestört.

 

Ob blau oder rot, ein großer Anstieg

 

Die Entwicklung der Aktienmärkte unter US-demokraten und US-Reüublikanern

Grafik: Nordea und Macrobond

 

Wesentlich größeren Einfluss als die Partei dürften Zinsen, Inflation, Verschuldung – insbesondere wegen Kriegseinsätzen – in den jeweiligen Präsidentschaftzyklen gehabt haben. Damit könnte man schlussfolgern:

Egal welche große Revolution durch den Präsidentschaftskandidaten vor der Wahl angekündigt wurde, Wirtschaft und Aktienmärkte blieben davon recht unbeeindruckt, man fand immer einen Weg die eigenen Interessen zur Geltung zu bringen.

Oder anders ausgedrückt: Der eigentliche Präsident für die Aktienmärkte der Wall Street ist die Federal Reserve, in der heutigen Zeit mehr denn je. Hannes Zipfel hat in einem Beitrag „US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt“ auch schon darauf hingewiesen.

Die entscheidenden Punkte für die Märkte zum Jahresende

Mit einem Wort: Liquidität! Kommt es angesichts der jetzigen Lage im politischem Amerika zu Veränderungen der monetären Rahmenbedingungen? Steigen die Kapitalmarktzinsen, so dass es endlich eine Alternative zu den Aktienmärkten gibt? Anscheinend nicht. Wird die Federal Reserve aufhören weiter Geld in die Märkte zu pumpen, durch Anleihekäufe von 120 Milliarden Dollar pro Monat (seit der letzten Sitzung im September Staatsanleihen im Wert von 80 Milliarden Dollar sowie hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) im Wert von 40 Milliarden Dollar)? Nein – und heute ist Notenbankentscheidung, die Wahlen sind vorbei und die Fed kann ihre Zurückhaltung aus der Wahlen beenden und weitere Maßnahmen zumindest in den Raum stellen. Schließlich ist es ihr gesetzlicher Auftrag die Arbeitsmärkte zu unterstützen, bis zu „Maximum Employment“. Und davon sind wir meilenweit entfernt.

Und das ewige Thema für die Aktienmärkte, der Stimulus? Unabhängig eines größeren Konjunkturpakets wird in nächster Zukunft eine Unterstützung für die gut 10 Millionen Arbeitslosen und die klammen Firmen in den USA kommen müssen. Der große Arbeitsmarktbericht am Freitag wird Kongress und Regierung an die Wichtigkeit der Unterstützung inmitten einer nicht nicht bewältigten Pandemie erinnern.

Das US-Wahlsystem und die Wall Street

Bei all den Diskussionen um einen politischen Ruck in Richtung Sozialismus, in welchem Land hat der Kapitalismus eine stärkere Ausprägung als im Land der überdimensionierten Börsen? Nicht nur, dass der Stand der Aktienmärkte noch jede Regierung und jeden US-Kongress beeinflusst hat. Nicht nur, dass das US-Rentensystem sehr stark von der Entwicklung der Aktienmärkte abhängt, auch das ganze Polit- und Wahlkampfsystem ist stark von der Wall Street bestimmt. Wo waren die meisten US-Finanzminister vorher beschäftigt, wieviel Lobbyisten geben sich in Washington die Türklinke in die Hand, wer bezahlt die Wahlkampfspenden für Senatoren und Gouverneure, bei den Midterm Elections? Wie setzen Großunternehmen die Politik unter Druck, wenn es um den Verlust von Arbeitsplätzen geht? Nein, es ist wie bei jedem Wahlkampf. Betrachten wir, mit welchen Programmen vorher geworben wurde und was dann im täglichen Politikalltag umgesetzt werden konnte. Mancher Präsident wurde schon nach kurzer Zeit zu einer „Lame Duck“.

Und wenn es jetzt Joe Biden (es wird immer wahrscheinlicher) oder Donald Trump mit niedrigen Mehrheiten in den Kammern zum Wahlsieg bringt:Was mag Corporate America und Big Money mehr als von der Politik in Ruhe gelassen zu werden?

Fazit

Egal wie die Wahl in den nächsten Tagen entschieden wird und bei aller kurzfristig auftretenden Volatilität der Aktienmärkte: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass der Anlagedruck für die vielen Kapitalsammelstellen angesichts von Billionen Dollar an real negativ verzinsten Anleihen so stark ist, dass selbst ein politisches Vakuum in Washington nicht ausreicht, um weiter an der Seitenlinie zu stehen? Vom Konkurrenzdruck aktive – passive Fondsbranche gar nicht zu reden. Das Problem der Branche ist immer noch präsent, ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen ist zu schwach und auch die US-Wirtschaft hat starke Zeichen der Erholung gesendet. Eine gute Berichtssaison und der Ausblick der Unternehmen auf 2021. Außerdem hat der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe mit seinen überaus starken 59,3 Punkten ein starkes Signal geliefert, trotz Corona.

Wenn jetzt in Washington nicht die komplette Blockadepolitik ausbricht, könnte es für die Geldbranche in den nächsten 35 Börsentagen lauten: Rettet die Bilanz 2020

Trotz vieler Unsicherheiten: Die Aktienmärkte steigen nach der US-Wahl

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    5. November 2020 14:33 at 14:33

    Wenn der Einkaufsmanagerindex so stark ist, warum sollte dann trotzdem neuer Stimulus kommen ? Diese blöden Monatszahlen sollte man einfach immer hinterfragen und mindestens Dreimonats- Durchschnitte beachten.Da ist Herr Fugmann ein Vorbild, der sieht im grossen Wald nicht nur einzelne Bäume und getraut sich so komische Ausreisser dementsprechend zu kommentieren und riskiert damit sogar seinen Ruf als Permabulle? Könnte es sein , dass der Index durch grosse Waffen und Munitionsimporte gepusht ist?
    P.S Unter den vielen Rubriken die FMW bietet vermisse ich stark die frühere „ARCHIV“ Rubrik.
    Beispiel, wenn ich in einigen Monaten den VIDEOAUSBLICK ODER DAS MARKTGEFLÜSTER des Wahltages vom 3.Nov. nochmals hören möchte kann ich das jetzt nicht mehr, oder liege ich falsch?
    Ich bitte um Aufklärung . ( Kritik auf sehr hohem Niveau )Um ehrlich zu sein, ausser Kommentatoren Beiträge und Leserkommentare bringen die Verschidenen Rubriken Nichts oder sind gar nicht installiert.( Meine Meinung)
    Ich bin sonst sehr zufrieden mit FMW und schreibe nicht um zu kritisieren, sondern als Anfrage um Meinungen anderer Poster für weitere Verbesserungen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      5. November 2020 16:38 at 16:38

      @Altbär. Hallo. Ja man kann den Dreimonatsdurchschnitt des ISM Verarbeitendes Gewerbe heranziehen: Juni 52,6 – Juli 54,2 – August 56,0 – September 55,4 – Oktober 59,3. Kommt man nur zur selben Schlussfolgerung. Und was den Stimulus angeht, betrifft das zunächst die 10 Millionen Arbeitslosen und ihre Familien, die seit Wochen schon ohne Unterstützung auskommen müssen. Viele stammen aus dem Servicesektor (Hotels, Restaurants, Luftfahrt), die besonders unter Corona leiden.
      Viele Grüße

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      5. November 2020 16:45 at 16:45

      @Altbär, ich checke das mal mit dem Archiv – Sie haben Recht, das ist ja eigentlich sinnvoll!

  2. Avatar

    Altbär

    5. November 2020 18:07 at 18:07

    Vielen Dank für die Antwort an die FMW Koryphäen.Noch etwas zum Einkaufsmanagerindex.Wie kann dieser Index so stark sein als Vorlaufindikator wenn die halbe Welt tief in der zweiten Coronawelle steckt? Könnte auch sein, dass es mit Verzögerung wieder abwärts geht.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      5. November 2020 20:42 at 20:42

      @Altbär. Es erscheint tatsächlich seltsam, dass der ISM Manufacturing PMI in den USA so stark gestiegen ist. Aber er deutet tatsächlich auf das stärkste Wachstum der Aktivitäten im Industriebereich seit September 2018 hin, durch den riesigen Anstieg der Auftragseingänge (67,9 gegenüber 60,2), den neuen Exportaufträgen (55,7 gegenüber 54,3) und der Produktion (63 gegenüber 61), selbst durch eine Erholung der Beschäftigung (53,2 gegenüber 49,6), sowie der Lagerhaltung (51,9 gegenüber 47,1).
      Aber haben nicht gerade über 80 Prozent der Unternehmen in der Berichtssaison Q3 die Erwartungen übertroffen und…..die Aussichten für 2021 nicht zurückgenommen. Die Industrie läuft, hat nicht selbst General Motors mit den heutigen Zahlen total überrascht?
      Ich weiß, es klingt unglaublich, dass während der Pandemie solche Zahlen geliefert werden, aber die USA sind nicht China. Aber jetzt steigen die Coronazahlen (> 100.000) und damit wird die Zukunft nicht leichter und wenn die Konsumenten nicht bei Laune gehalten werden, wird es wieder abwärts gehen.
      Was aber fast jeder Kommentator übersieht, ist die gewaltige (auf Schulden aufgebaute) Unterstützung der US-Wirtschaft durch FED und Regierung. In diesem Jahr 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von gut 20 Billionen Dollar (laut IWF). Und um wie viel soll die US-Wirtschaft 2020 schrumpfen? 5 Prozent, höchstens. Natürlich wird das zu einem Problem, aber eben nicht gerade.
      Jetzt haben Sie mich fast zu einem Artikel animiert.
      Viele Grüße

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

DAX daily: Die Wall Street hat ihren Auftritt während der Dax nur zuschaut

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im Theater der großen Wall Street bleibt dem Dax derzeit nur ein Zuschauerplatz. Während die US-Börsen von Allzeithoch zu Allzeithoch jagen, steht der deutsche Leitindex auf der Stelle und schaut zu. Am gestrigen Handelstag hat sowohl der S&P500, als auch der Nasdaq ein erneutes Rekordhoch erklommen. Währenddessen leidet der Dax unter dem weiter anziehenden Eurokurs, dieser nähert sich allmählich wieder der 1,22 US-Dollar Marke an. Zudem drücken Konjunktursorgen auf die Stimmung der Anleger. Die Wirtschaft muss aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in vielen Länder ihren Tribut zahlen. Anders kann man die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes nicht deuten. Diese liegen europaweit deutlich unter einem Wert von 50, was eine schwache Geschäftsentwicklung signalisiert.

Was passiert erst im Dax, wenn die US-Börsen in eine Konsolidierung übergehen? Der Leitindex schafft es ja nicht einmal mehr über die 13.300 anzusteigen, obwohl die Wall Street im Rally-Modus ist. Im gestrigen Handel verlor der Dax 60 Punkte (-0,45%) und schloss schließlich bei 13.252 Zählern. Damit ist das Hoch vom Montag bei 13.445 wieder etwas in die Ferne gerückt. Der Leitindex zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen, zudem ist die nächste Handelswoche aus Sicht der Saisonalität auch keine gute Woche. Es riecht zwar schon nach Korrektur, aber noch ist nichts verloren. Zumindest so lange, wie die Wall Street ihr überschwängliches Schauspiel noch fortsetzt.

News und fundamentale Daten

Am gestrigen Abend hat die Nachricht über die Halbierung des Auslieferungsziels für den Impfstoff von Biontech/Pfizer die Märkte belastet. Probleme in der Lieferkette ermöglichen es nur die Hälfte der angedachten 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Die Aktienkurse von Pfizer (-1,8%) und Biontech (-2,5%) geben daraufhin nach.

Das heutige Highlight sind auf jeden Fall die US-Arbeitsmarktdaten. Um 14:30 Uhr werden die Anleger gespannt auf die Daten der Non Farm Payrolls schauen. Man geht zwar bereits von weniger neu geschaffenen Jobs aus, aber auch die Prognose von 469 Tsd. Stellen könnte unterboten werden. Zeitgleich erscheinen zudem noch die US-Handelsbilanz, die Daten der Exporte und Importe sowie die Auftragseingänge. Den Termin kann man sich somit als Trading-Event in seinem Kalender notieren. Die Volatilität dürfte ansteigen und folglich die US-Börsen und den Dax in Bewegung bringen.

Zuvor sehen wir heute aber auch noch Daten aus Deutschland. Vor wenigen Minuten wurden bereits die Auftragseingänge der Industrie veröffentlicht. Diese sind mit 2,9% deutlich besser wie erwartet ausgefallen (Prognose 1,5%; Vormonat 1,1%). Um 9:30 Uhr erscheint dann noch der IHS Markit Einkaufsmanagerindex für das Bauwesen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im Vergleich zu den starken US-Indizes ist es ein Trauerspiel, was der Dax diese Woche an Performance abgeliefert hat. Seit Montag geht es in kleinen Schritten abwärts. Von dem Hoch bei 13.445 sind wir heute Nacht im Tief bei 13.180 angekommen. Im frühen Handel notiert der Kurs wieder über der 13.200er Marke. Vielleicht gelingt es den US-Futures den Dax wieder mit hochzuziehen. Um nochmal die Oberseite anzugreifen, muss der Dax zunächst den Widerstand bei 13.270 überwinden. Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.325 und 13.370 ergeben.

Kann der Dax allerdings das gestrige Tagestief bei 13.232 nicht nachhaltig überwinden, dann sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Zunächst dürfte er das Nachttief bei 13.180 anlaufen, bevor an der 13.140 ein Unterstützungsbereich wartet. Dort könnte der Dax vorerst wieder drehen. Ansonsten kann es noch eine Etage tiefer gehen, bei 13.050 und 13.020 befinden sich dann die nächsten Unterstützungen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 04.12. - H1-Chart - Wall Street stark, Dax schwach

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.292 – Pivot Punkt R1

13.236 – Pivot Punkt

13.146 – Pivot Punk.t S1

13.090 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.232 – Tagestief 03.12.

13.180 – Nachttief

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.270 – ehemals US

13.325 – mehrfacher WS

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage