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Aktuelle FXCM-Kennzahlen ohne US-Geschäft, Snapchat bewertet sich selbst tiefer, Zypern-Broker abgestraft

Es gibt interessante Neuigkeiten zum kurz bevorstehenden gigantischen Börsengang von Snap Inc (Snapchat). Dazu gibt es auch imagemäßig äußerst schlecht aussehende Detailinfos über mehrere Privatkundenbroker mit Sitz auf Zypern. FXCM liefert…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es gibt interessante Neuigkeiten zum kurz bevorstehenden gigantischen Börsengang von Snap Inc (Snapchat). Dazu gibt es auch imagemäßig äußerst schlecht aussehende Detailinfos über mehrere Privatkundenbroker mit Sitz auf Zypern. FXCM liefert wie immer zur Monatsmitte Umsatzdaten, diesmal aber explizit ohne das US-Geschäft, das man ja gerade notgedrungen verkaufen muss.


Beispielbild für aktiven Börsenhandel. Foto: Andyhill8/Wikipedia /Gemeinfrei

Snap Inc

Snap Inc (Betreiber von Snapchat) hatte ursprünglich geplant beim kurz bevorstehenden Börsengang eine Bewertung für sich selbst von bis zu 25 Milliarden US-Dollar aufzurufen. Aber zuletzt wurde die Kritik immer lauter. Nicht nur, dass die neuen Aktionäre dank der ausschließlichen Ausgabe von Vorzugsaktien de facto kein Mitspracherecht im Unternehmen haben – auch wird vielen Investoren immer mehr bewusst, dass Facebook auch über seine Tochter Instagram die Funktionalitäten von Snapchat schamlos kopiert und an der sprunghaften jungen Zielgruppe von Snapchat „Raubbau“ betreibt, so möchten wir es mal übertrieben formulieren.

Daher scheint Snap wohl etwas auf die Bremse zu treten. Statt bisher maximal 25 Milliarden Dollar Börsenkapitalisierung möchte man laut WSJ jetzt einen Aktienpreis von maximal 16 Dollar bei der Emission festlegen, was einer maximalen Bewertung von 22,2 Milliarden Dollar entsprechen würde (mindestens 14 Dollar pro Aktie oder 19,5 Milliarden Dollar Gesamtwert). Also ein kräftiger Abschlag zur bisherigen Selbsteinschätzung. Haben da wohlmöglich große institutionelle Investoren nachgeholfen bei der letztlichen Bewertungsfindung?

Vorbörsliche Notierungen beispielsweise bei IG Markets lagen schon bei einer Bewertung von 27 Milliarden Dollar letzte Woche. Aktuell liegt die Bewertung hier bei 26-26,5 Milliarden Dollar, was aber keine definitiv gesicherte Aussage ist, dass genug Kaufdruck für einen steigenden Snap-Kurs nach dem IPO vorhanden wäre. Der IPO-Termin ist voraussichtlich der 1. März.

Zypern

Die zypriotische Finanzaufsicht CySec, die nach dem Brexit wohl die wichtigste Finanzaufsicht in der EU für Privatkundenanbieter im Sement „CFDs, Forex und Binäre Optionen“ sein wird, verschärft schon seit einigen Monaten ihre Tätigkeit gefühlt immer weiter. Aktuell trifft die härtere Kontrolle und Umsetzung der Regularien den Broker „Novox“. Das Unternehmen operiert mit mehreren Brokermarken, unter anderem wären da „ZoomTraderGlobal“, „NGN Broker“ und „RoyalPip2“. Insgesamt wird Novox eine Strafe über 175.000 Euro aufgebrummt. Das an sich klingt nich nach viel, aber die Detailgründe sind doch sehr interessant. 70.000 Euro der Gesamtsumme muss man zahlen, weil man Anlageberatung durchgeführt hatte, ohne dafür eine Extra-Erlaubnis zu haben. Weitere 30.000 zahlt man dafür, dass man wie es offiziell heißt „nicht im besten Interesse der Kunden agiert hat“.

Nochmal 20.000 Euro zahlt man als Strafe, weil man entgegen der Vorgaben der CySec wichtige Kernbereiche des Unternehmens wie den Kundenservice ausgelagert habe (Outsourcing). 10.000 Euro zahlt man, weil man unternehmensintern keine angemessene Kontrollen habe um angedachte Werbematerialien zu überprüfen. 30.000 Euro kostete es die Firma jetzt an Strafe, weil man durch Drittparteien Werbung ausstrahlen ließ, die irreführend war. 15.000 Euro zahlt man, weil man unpassende Informationen an Kunden weiterleitete – was immer das letztlich im Detail heißen soll. Die Frage, ob diese öffentlich gemachten Strafen das Vertrauen in diese Brokermarken fördert, kann sich jeder geneigte Beobachter selbst beantworten.

FXCM

Bekanntlich hat FXCM die Zulassung für seinen Heimatmarkt USA verloren und war daher gezwungen sein Geschäft dort an den großen Konkurrenten GAIN Capital zu verkaufen. Aktuell veröffentlicht FXCM seine monatlichen Umsatzzahlen, ausdrücklich ohne das US-Geschäft für Januar, wohl um erneut deutlich zu machen, dass dieses verlorene Geschäft nur einen kleinen Teil des Konzernumsatzes ausmachte. Motto „Leute, alles in Ordnung, das Hauptgeschäft läuft weiter“?

Kurz-Fazit: Die Trading-Kennzahlen sind besser als im Dezember 2016, aber allesamt schwächer als im Januar 2016. Im Januar gab es ein Forex-Tradingvolumen bei FXCM in Höhe von 253 Milliarden Dollar. Hinzurechnen kann man noch 62 Milliarden Dollar vom US-Geschäft. Die Relation zeigt aber in der Tat, dass es nur einen kleinen Teil des Gesamtvolumens ausmachte. Aktive US-Kunden (mindestens ein Trade pro Jahr) hatte man noch 46.764. Die wechseln wie gesagt jetzt zu GAIN Capital. Außerhalb der USA hatte man Ende Januar noch 132.008 Kunden. Hier weitere Detailangaben zum FXCM-Geschäft ohne US-Kunden im Originaltext:


January 2017 Customer Trading Metrics from Continuing Operations (excluding United States business because of imminent accounts sale and business withdrawal)
Customer Trading Metrics
• Customer trading volume(1) of $253 billion in January 2017, 18% higher than December 2016 and 17% lower than January 2016.
• Average customer trading volume(1) per day of $12.0 billion in January 2017, 18% higher than December 2016 and 21% lower than January 2016.
• An average of 488,917 client trades per day in January 2017, 15% higher than December 2016 and 18% lower than January 2016.
• Retail Active accounts(2) of 132,008 as of January 31, 2017, a decrease of 448, or 0.3%, from December 31, 2016, and an increase of 1,281, or 1%, from January 31, 2016.
• Retail Tradeable accounts(3) of 106,206 as of January 31, 2017, an increase of 624, or 0.6% from December 31, 2016, and a decrease of 2,887, or 3%, from January 31, 2016.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    mike111

    16. Februar 2017 14:21 at 14:21

    Leider noch viel zu wenig Strafe für die Zypern Broker. Wurde bei verschiedenen Brokern um mindestens 20000 € Gewinn betrogen.

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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