Konjunkturdaten

Amerikaner leben wieder verstärkt auf Pump

Starker Anstieg der privaten Verschuldung – wie zuletzt kurz vor der Finanzkrise

Hurra! Die Amerikaner lassen es sich wieder gut gehen und erhöhen ihre Verschuldung deutlich – offensichtlich im Glauben, dass es mit der US-Wirtschaft jetzt wieder steil aufwärts gehen wird.

Laut Daten der New York-Fed stieg die private Verschuldung (Hypothekenkredite, Kreditkarten, Autofinanzierungen und Studentenkredite) im vierten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorquartal um 2,1 Prozent. Das ist ein Anstieg um 241 Milliarden US-Dollar auf nun 11,52 Billionen US-Dollar.

Das ist der stärkste Anstieg der privaten Verschuldung seit dem dritten Quartal 2007 – und was dann kam, haben die Älteren unter uns noch in lebhafter Erinnerung. Damit scheint der seit der Finanzkrise laufende Prozess des „deleveraging“ (Enthebelung) vorläufig gestoppt.

Dabei stiegen die Studentenkredite mit 114 Milliarden Dollar am stärksten, gefolgt von Autokrediten (80 Milliarden Dollar), Hypothekenkredite (16 Milliarden Dollar) und Kreditkartenschulden (4 Milliarden Dollar).

Die Gesamtverschuldung der privaten Haushalte liegt nun nur noch 9,1% unter dem Hoch aus dem dritten Quartal 2008 – damals lasteten 12,68 Billionen Dollar Schulden auf den US-Konsumenten.

Der neue Optimismus der Amerikaner speist sich vermutlich aus zwei Quellen: erstens den deutlich gestiegenen Immobilienpreisen, die vorwiegend von professionellen Investoren befeuert wurden, die mit billigem Geld der Fed vor allem Mehrfamilienhäuser erworben hatten. Die gestiegenen Immobilienpreise machen private Eigenheimbesitzer auf dem Papier reicher und erhöhen ihre Bonität für Banken – was sich wiederum in der starken Neuaufnahme von Krediten widerspiegelt.

Der zweite Faktor sind die gestiegenen Aktienmärkte – derzeit stehen die Aktienkäufe auf Kredit auf einem Allzeithoch. Sollten nun jedoch die Aktienmärkte und Immobilienpreise fallen, kommen viele Kreditnehmer wieder in massive Schwierigkeiten – wie schon in der Finanzkrise ab 2007. Zumindest am Immobilienmarkt deutet sich bereits eine Abkühlung an, wie die letzten Daten zeigen: so fiel gestern der NAHB-Hausmarktindex so stark wie seit Beginn der Datenreihe im Jahre 1985 nicht mehr.

Der aktuell starke Anstieg der Verschuldung – Ausdruck des Zukunftsoptimismus der Amerikaner – ist daher vermutlich ein Kontraindikator: die nächste Krise könnte schon bald bevorstehen! Geschichte wiederholt sich nicht immer – aber die Muster bleiben ähnlich..



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