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Konjunkturdaten

Amerikaner leben wieder verstärkt auf Pump

Markus Fugmann

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am

Starker Anstieg der privaten Verschuldung – wie zuletzt kurz vor der Finanzkrise

Hurra! Die Amerikaner lassen es sich wieder gut gehen und erhöhen ihre Verschuldung deutlich – offensichtlich im Glauben, dass es mit der US-Wirtschaft jetzt wieder steil aufwärts gehen wird.

Laut Daten der New York-Fed stieg die private Verschuldung (Hypothekenkredite, Kreditkarten, Autofinanzierungen und Studentenkredite) im vierten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorquartal um 2,1 Prozent. Das ist ein Anstieg um 241 Milliarden US-Dollar auf nun 11,52 Billionen US-Dollar.

Das ist der stärkste Anstieg der privaten Verschuldung seit dem dritten Quartal 2007 – und was dann kam, haben die Älteren unter uns noch in lebhafter Erinnerung. Damit scheint der seit der Finanzkrise laufende Prozess des „deleveraging“ (Enthebelung) vorläufig gestoppt.

Dabei stiegen die Studentenkredite mit 114 Milliarden Dollar am stärksten, gefolgt von Autokrediten (80 Milliarden Dollar), Hypothekenkredite (16 Milliarden Dollar) und Kreditkartenschulden (4 Milliarden Dollar).

Die Gesamtverschuldung der privaten Haushalte liegt nun nur noch 9,1% unter dem Hoch aus dem dritten Quartal 2008 – damals lasteten 12,68 Billionen Dollar Schulden auf den US-Konsumenten.

Der neue Optimismus der Amerikaner speist sich vermutlich aus zwei Quellen: erstens den deutlich gestiegenen Immobilienpreisen, die vorwiegend von professionellen Investoren befeuert wurden, die mit billigem Geld der Fed vor allem Mehrfamilienhäuser erworben hatten. Die gestiegenen Immobilienpreise machen private Eigenheimbesitzer auf dem Papier reicher und erhöhen ihre Bonität für Banken – was sich wiederum in der starken Neuaufnahme von Krediten widerspiegelt.

Der zweite Faktor sind die gestiegenen Aktienmärkte – derzeit stehen die Aktienkäufe auf Kredit auf einem Allzeithoch. Sollten nun jedoch die Aktienmärkte und Immobilienpreise fallen, kommen viele Kreditnehmer wieder in massive Schwierigkeiten – wie schon in der Finanzkrise ab 2007. Zumindest am Immobilienmarkt deutet sich bereits eine Abkühlung an, wie die letzten Daten zeigen: so fiel gestern der NAHB-Hausmarktindex so stark wie seit Beginn der Datenreihe im Jahre 1985 nicht mehr.

Der aktuell starke Anstieg der Verschuldung – Ausdruck des Zukunftsoptimismus der Amerikaner – ist daher vermutlich ein Kontraindikator: die nächste Krise könnte schon bald bevorstehen! Geschichte wiederholt sich nicht immer – aber die Muster bleiben ähnlich..

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Konjunkturdaten

Aktuell: Verbrauchervertrauen Uni Michigan – Sieg von Biden erwartet

Markus Fugmann

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Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (1.Veröffentlichung für Oktober) ist mit 81,2 etwas besser ausgefallen als erwartet (Prognose 80,5; Vormonat war 80,4).

Die Einschätzung der aktuellen Lage dagegen schwächer als erwartet, sie liegt bei 84,9  (Vormonat war 87,9)

Die Konsumentenerwartung liegt bei 78,8  (Vormonat war 73,3)

 

Dazu schreibt Richard Curtin, der die Umfrage verantwortet:

„Slowing employment growth, the resurgence in covid-19 infections, and the absence of additional federal relief payments prompted consumers to become more concerned about the current economic conditions. Those concerns were largely offset by continued small gains in economic prospects for the year ahead. The Current Conditions Index recorded its second small reversal, the first being in June, but even at its best, it has never come close to its December peak, being still down by 26.5%. The Expectations Index, despite the recent gain, is still down by 14.4% from its February peak. How much has the presidential electioneering influenced this twist in consumer sentiment? Consumers were not asked whom they will or had voted for or their preference, but who they expected to win the election to determine the election’s potential influence on economic expectations. Among all consumers, Biden’s advantage in early October grew to 7 from 1 percentage point in the July to September surveys (see the chart). While self-identified Democrats and Republicans heavily favored the candidate from their own party, that proportion grew by 8 points among Democrats and shrunk by 5 percentage points among Republicans. Most elections are decided by those who are non-aligned with either party; the views of Independents remained unchanged and nearly equal, giving Trump a slight advantage of 2 or 3 points. When the difference in the Expectations Index was calculated by party identification, Trump still held an advantage over Biden with some interesting twists: Trump’s advantage on the Expectations Index greatly narrowed among Republicans (from 31.1 in July to September to 13.9 in October) and only a slight narrowing among Democrats (from 4.0 to 1.6), but it widened among Independents (from 20.9 to 24.4).“

 

 

 

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Einzelhandelsumsätze stark

Redaktion

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Die US-Einzelhandelsumsätze (September) sind mit +1,9% besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +0,7%; Vormonat war +0,6%). Ohne Autos liegen die Umsätze bei +1,5% (Prognose war +0,4%).

Die control group (also der Teil der US-Einzelhandelsumsätze, der direkt in die Berechnung des US-BIP einfließt) liegt bei +1,4% (Prognose war +0,2%; Vormonat war -0,1%, nun auf -0,3% nach unten revidiert).

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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