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Apple-Aktie viel besser als die Indizes – Hedge gegen fallende Märkte?

Das iPhone von Apple

Entgegen der Entwicklung am Gesamtmarkt, der gestern von den Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell geschockt wurde, konnte die Apple-Aktie gestern 3,16 Prozent zulegen. Heute sehen wir ein weiteres Plus von 2,1 Prozent. Im TradingView Chart, der bis zum 15. November zurückreicht, sehen wir in der blauen Linie die Apple-Aktie, die sich in den letzten Tagen deutlich abgehoben hat von Nasdaq und S&P 500 (orange und türkise Linie). Wo die Märkte in den letzten Tagen extrem nervös waren wegen der Omikron-Variante des Coronavirus, da kann die Apple-Aktie sogar weiter zulegen. Fungiert sie als Hedge (Absicherung) gegen drohende größere Kursverluste? Auffällig ist: Laut dem Analysetool Swaggystocks ist die Apple-Aktie derzeit die mit Abstand am meisten besprochene Aktie im Reddit-Forum Wallstreetbets. Den Privatanlegern ist also aufgefallen, dass sich diese Aktie vom Rest der Tech-Werte abhebt. Aber warum? Eine Spurensuche.

Apple-Aktie als Hedge gegen einen schwächelnden Gesamtmarkt dank starkem Geschäftsmodell

Die Redakteure bei fool.com sind der Meinung, dass Apple ein Bollwerk im Sturm für Anleger zu sein scheint, die ihr Vermögen bei einem möglichen Börsencrash schützen wollen. Die Aktionäre würden zweifellos die enormen Gewinne und den Cashflow von Apple sowie die festungsartige Bilanz des Unternehmens schätzen. Man erwähnt den in den letzten 12 Monaten erwirtschafteten Nettogewinn von 95 Milliarden US-Dollar und einen freien Cashflow von 93 Milliarden US-Dollar. Außerdem verfüge Apple über 190 Milliarden Dollar an Barmitteln und Investitionen.

Dank dieser unübertroffenen finanziellen Stärke sei Apple in der Lage selbst den schlimmsten Marktabschwüngen zu widerstehen und gleichzeitig seine Aktionäre mit massiven Aktienrückkäufen und stetig steigenden Dividendeneinnahmen zu belohnen. Darüber hinaus verfüge Apple über einige vielversprechende langfristige Wachstumsinitiativen, die die Aktie zu noch größeren Höhen treiben könnten. Das mag sein. Aber ob die Aktie deswegen gleich resistent gegen einen potenziell crashenden Gesamtmarkt wäre? Klar ist: Fundamental ist bei Apple richtig was vorhanden – von daher würden die Börsianer schon einen Unterschied machen zwischen einer Apple und diversen wackligen Meme Stocks oder zuletzt an die Börse gekommenen Highflyern, die aber noch Verluste schreiben.

Gute Nachfrage nach Apple-Produkten

Die gute Laune in der Apple-Aktie führt Barrons eher auf eine gute Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens zurück. Neue Daten würden darauf hindeuten, dass Apple in China eine extrem starke Nachfrage nach den iPhone 13-Modellen verzeichnet. Man erwähnt Aussagen des Cowen-Analysten Krish Sankar von gestern, der in einer Research-Aussage hervorhob, dass die Smartphone-Verkäufe in China laut neuen Daten im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 57 Prozent gestiegen seien. Auch die Apple-Verkäufe seien auf einen Rekordwert gestiegen. Und die Nachfrage nach iPhones in den USA über das Thanksgiving-Wochenende seien laut einem Analysten aufgrund von Überprüfungen des Einzelhandels und der Lieferketten „robust“ gewesen. Anleger würden die Aktie als eine „Sicherheitsgarantie während dieser Marktturbulenzen“ ansehen. Man spricht von „Euphorie“ über die offensichtlich hohe Nachfrage nach Apple-Produkten am letzten Wochenende, wobei sich die Lieferzeiten für iPhone-Modelle in mehreren Märkten offenbar verkürzen.

Flucht in Qualität

Bei CNBC ging man auch darauf ein, dass andere große Tech-Konzerne gestern verloren, aber Apple positiv hervorstach. Man zitiert einen Analysten von Needham, der sagte, dass sich die Anleger am Dienstag der Apple-Aktie zuwandten, weil das Unternehmen über einen enormen Cashflow verfüge, der es ihm ermögliche etwaige Konjunkturabschwächungen zu überstehen und von fallenden Preisen zu profitieren. Es gebe eine Flucht in die Qualität von Unternehmen, von denen man wisse, dass sie den Sturm überstehen, nicht in Konkurs gehen und keine finanziellen Schwierigkeiten haben werden. Apple sei in der Lage neue Produkte einzuführen – und man nutze seinen Cashflow nicht nur um in neue Produkte zu investieren, sondern auch, um durch Dividenden und Rückkäufe Kapital an die Aktionäre zurückzugeben, wobei letzteres dazu beitragen könne den Aktienkurs stabil zu halten.

Neben dem Kritikpunkt der wenig neuen Produkte wird des weiteren positiv erwähnt, dass sich insbesondere die iPhone Pro-Modelle von Apple gut verkaufen, was zu einem guten Dezemberquartal für das Unternehmen führen könnte. Es gebe viele wirklich gute Zahlen aus dem Einzelhandel, wie sich die Produkte verkaufen – Tablets, aber vor allem die High-End-iPhones, bei denen hohe Margen und hohe Einnahmen für das vierte Quartal dieses Jahres möglich sind.

Chart vergleicht Verlauf von Apple-Aktie gegenüber Nasdaq und S&P 500



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