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Ein historischer Tag Bitcoin-ETFs erobern die Wall Street mit starkem Debüt im Sturm

Bitcoin-ETFs erobern die Wall Street mit starkem Debüt im Sturm
Bitcoin-ETFs. Foto: Paul Yeung/Bloomberg

Nun ist sie da, die lang ersehnte Genehmigung der ersten börsengehandelten Bitcoin-ETFs durch die SEC (Securities and Exchange Commission). Die Wall Street mag zwar über die Investitionswürdigkeit von Kryptowährungen geteilter Meinung sein, aber für die Bitcoin-Gemeinde war der Donnerstag eine Bestätigung: Die ersten börsengehandelten US-Fonds, die direkt in die größte digitale Währung investieren, haben ein erfolgreiches Debüt hingelegt. Bei den Emittenten brach indessen der Kampf um die niedrigsten Gebühren vor dem Start der Bitcoin-ETFs aus.

Bitcoin-ETF: Gelungenes Debüt

Es war ein mit Spannung erwartetes Debüt, nachdem die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC den Spot Bitcoin ETFs nach einer mehr als zehnjährigen Kampf der Digital-Asset-Industrie grünes Licht gegeben hatte.

Die fast ein Dutzend Fonds – darunter auch Angebote der Investmentgesellschaften BlackRock und Fidelity Investments – legten einen starken Start hin: Laut Bloomberg wechselten rund 4,6 Milliarden Dollar an Anteilen an einem frenetischen ersten Tag den Besitzer. Die Befürworter in der Branche sehen in den börsengehandelten Fonds das ultimative Sprungbrett für eine breitere Akzeptanz bei normalen Anlegern und damit einen Katalysator für weitere Gewinne.

„Das ist mit Sicherheit der größte Sprung in der Geschichte der ETFs an einem ersten Tag“, sagte Eric Balchunas, Senior ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence. „Egal wo man hinschaut, es hat die Erwartungen übertroffen.“

Bitcoin stieg am Donnerstag zeitweise bis auf 49.000 US-Dollar, ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2021 gesehen wurde, bevor er um 21:30 Uhr in New York auf 46.075 USD zurückfiel. Andere wichtige Kryptowährungen präsentierten sich indessen uneinheitlich.

Hier sind einige der Highlights und ein Ausblick auf die Zukunft:

Handelsrekorde

Das Debüt vom Donnerstag verzeichnete einige rekordverdächtige Aktivitäten: Der Grayscale Bitcoin Trust verzeichnete mit 2,3 Mrd. USD den größten Umsatz, den ein ETF am ersten Tag jemals verzeichnen konnte. Allerdings existiert das Produkt von Grayscale seit 2013 in einer Treuhandstruktur und hatte einen Vorsprung von fast 27 Mrd. USD bei der Größe der Vermögenswerte.

Aber auch ETFs, die nicht aus einem bestehenden Fonds umgewandelt wurden, verzeichneten historische Handelsvolumina. Der iShares Bitcoin Trust – IBIT – von BlackRock wechselte mit 1 Milliarde Dollar die Besitzer und war damit die fünftgrößte ETF-Auflegung in der Geschichte.

Das Handelsvolumen gibt noch kein vollständiges Bild über die Art der Käufe und Verkäufe oder der Anlegerzuflüsse. Aufgrund der Art und Weise, wie die Fonds den Handel abwickeln, werden die Geldströme in oder aus den Produkten wahrscheinlich nicht vor Freitag bekannt sein.

Zugang

Letztendlich werden die börsengehandelten ETFs nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn die Anleger leichten Zugang zu ihnen haben, und das bleibt ein Problem.

Der Brokerage-Arm der Vanguard Group wird das Trading mit den ETFs nicht anbieten, während Bank of Americas Merrill Edge prüft, ob diese Dienstleistung angeboten werden soll. Andere Plattformen sind jedoch eifriger dabei, auf den Zug aufzuspringen. Robinhood CEO Vlad Tenev sagte in einem X-Post am Mittwoch, dass der Broker plane, die Fonds „so bald wie möglich“ aufzulisten. Charles Schwab hat die ETF-Zugang auf seiner Plattform verfügbar gemacht.

Es gibt aber immer noch offene Fragen. Wie bei allen ETFs ist es unklar, wann die großen Vertriebsplattformen sich entscheiden werden, die Bitcoin-Spotprodukte anzubieten. Doch für die Krypto-Bullen liegt der Sieg in vielerlei Hinsicht in der bloßen Existenz der Fonds.

„Was ein ETF für die Akzeptanz von Bitcoin bedeutet, geht über die unmittelbaren Zuflüsse in diese Produkte hinaus und könnte den Markt auf völlig neue Weise umgestalten“, so Coinbase in einem Bericht. „Dennoch glauben wir, dass es Zeit braucht, bis sich dies entfaltet.“

Gebührenkrieg

Während Gebührenkriege in der 8-Billionen-Dollar-ETF-Arena gang und gäbe sind, brach der Kampf um niedrigere Kosten bereits vor dem Start der Bitcoin-ETFs aus. BlackRock, Ark Investment Management und Invesco gehörten zu den Emittenten, die ihre Kosten in den Tagen vor der Genehmigung am Mittwoch gesenkt haben.

Die Tatsache, dass alle Produkte am selben Tag aufgelegt wurden – wodurch der potenzielle First-Mover-Vorteil wegfiel – und vom selben Basiswert ausgehen, hat den Wettlauf um die niedrigsten Gebühren zusätzlich angeheizt. Um sich von der Masse abzuheben, verzichteten mehrere Unternehmen auf Gebühren und bieten ihre ETFs in den ersten sechs oder zwölf Monaten kostenlos an.

„Es ist, als hätte man den Gebührenkrieg von zwei Jahren auf ein paar Tage komprimiert“, sagte Balchunas von Bloomberg Intelligence.

Fonds: Bitcoin-ETF-Emittenten senken Gebühren, um die Konkurrenz zu schlagen
Bieterkrieg: Bitcoin-ETF-Emittenten senken Gebühren, um die Konkurrenz zu schlagen

Der Bitwise Bitcoin-ETF (Ticker BITB) ist das günstigste Angebot, mit einer Gebühr von nur 20 Basispunkten, die in den ersten sechs Monaten oder bis zum Erreichen einer bestimmten Vermögensschwelle nicht erhoben wird. Die Gebühren für fast alle ETFs, die am Donnerstag den Handel aufgenommen haben, liegen zwischen 0,20 % und 0,49 %. Der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) ist der Ausreißer mit einer Gebühr von 1,5 %.

Steve Kurz von Galaxy Digital, dessen Unternehmen den Invesco Galaxy Bitcoin ETF in Partnerschaft mit Invesco aufgelegt hat, sagt, dass die Gebühren nicht das A und O für Anleger und Berater sind, die die Fonds bewerten. BTCO wird nach einem anfänglichen sechsmonatigen Gebührenverzicht 0,39 % erheben.

„Was bringt es, über ein paar Basispunkte an Gebühren zu reden, wenn es darum geht, wie man die Liquidität eines sehr volatilen Basiswerts verwaltet?“ sagte Steve Kurz, Global Head of Asset Management bei Galaxy Digital, im Bloomberg Television.

Bitcoin: Was kommt als Nächstes?

Eine der nächsten Etappen bei der Einführung an der Wall Street wird die Zulassung von Optionen sein, die an diese ETFs gebunden sind. Viele Anlageexperten bevorzugen diese derivativen Instrumente, um auf künftige Gewinne zu setzen oder sich gegen Verluste abzusichern. Zudem bieten die Optionen einen Hebel. Cboe Global Markets geht derzeit davon aus, dass die SEC den Optionshandel später im Jahr 2024 genehmigen wird.

Nur wenige Stunden nach Beginn des Handels mit den Fonds-Produkten hat die ETF-Maschine bereits einen neuen Antrag gestellt: Der Grayscale Bitcoin Trust Covered Call ETF, der auf Basis des GBTC (Grayscale Bitcoin Trust) aufgesetzt wird.

„Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit, um zu sehen, wer einen langen Atem hat“, sagte Todd Sohn, ein ETF-Stratege bei Strategas.

FMW/Bloomberg



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