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Typisches Sell-the-News-Ereignis Bitcoin-Sturz nach ETF-Zulassung: Die Letzten bestraft der Markt

Bitcoin-Sturz nach ETF-Zulassung: Die letzten bestraft der Markt
Bitcoin ETF-Zulassung. Foto: Angel Garcia/Bloomberg

Der Bitcoin ist am Montagmorgen zeitweise unter die Marke von 42.000 US-Dollar gefallen. Damit setzt sich die Korrektur seit der Genehmigung des Spot Bitcoin ETFs durch die SEC am Donnerstag fort. Es war ein mit Spannung erwartetes Debüt, nachdem die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC den Fonds nach einem mehr als zehnjährigen Kampf der Digital-Asset-Industrie grünes Licht gegeben hatte. Ungeachtet des Kurseinbruchs der Kryptowährung war die Einführung der ETFs am Markt erfolgreich und hatte sogar die Erwartungen an der Wall Street übertroffen.

Seit seinem Zweijahreshoch am Donnerstag bei 49.000 USD hat der Bitcoin in der Spitze schon rund 15 Prozent verloren. Die Kryptowährung verzeichnete somit den schlechtesten Kursverlauf seit etwa einem Monat, da die Händler nach der Begeisterung über neue börsengehandelte US-Fonds Gewinne mitnahmen. Die ETF-Zulassung war ein typisches Sell-the-News-Ereignis – ganz im Sinne der Börsenweisheit „buy the rumor, sell the fact“. Angetrieben durch die ETF-Hoffnung ging es monatelang mit dem Bitcoin-Kurs steil bergauf. Doch tritt das erwartete Ereignis schließlich ein, wird Kasse gemacht. Die Letzten, die noch auf der Welle reiten wollten, dürften nun unter Wasser stehen.

Bitcoin: Korrektur nach ETF-Zulassung

Wie Bloomberg berichtet, fiel die Kryptowährung erneut um bis zu 1,9 %, bevor sie sich etwas erholte und am frühen Montagmorgen bei 42.500 USD notierte. Bitcoin ist damit bereits vier Tage in Folge gefallen, der schlimmste Rückgang seit Mitte Dezember. Kleinere Kryptowährungen gerieten ebenfalls unter Druck, wobei Ether, BNB und Solana eine gemischte Performance zeigten.

Das Bündel von fast einem Dutzend ETFs, unter anderem von den Investment-Titanen BlackRock und Fidelity Investments, begann den Handel am 11. Januar. Bitcoin erreichte kurz nach dem Start der ETFs einen Höchststand von über 49.000 USD, begann dann aber seine Korrektur.

Kryptowährung: Bitcoin-Korrektur nach der Einführung des Spot ETF
Korrektur: Der jüngste Einbruch von Bitcoin nach der Einführung von US-ETFs ist der schlimmste seit Mitte Dezember

Der Anstieg und die schnelle Abwärtsbewegung haben die typischen Merkmale einer „Buy the Rumor, Sell the Fact-Reaktion“, die einige Marktbeobachter erwartet hatten, schrieb Tony Sycamore, ein Marktanalyst bei IG Australia Pty, in einer Notiz. Er sieht ein mögliches Abrutschen auf $38.000 bis $40.000, basierend auf den Signalen der Chartmuster für Bitcoin. Anschließend könnte es dann zu einer Gegenbewegung kommen.

Befürworter der umstrittenen Rolle von Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel behaupten, dass die ersten US-Spot-ETFs für den Token einen besseren Zugang der Anleger zur Kryptowährung ankündigen. Skeptiker verweisen auf den tiefen Absturz der Kryptowährung im Jahr 2022 und die darauf folgenden Insolvenzen als Gründe für eine vorsichtige Haltung gegenüber einer breiteren Akzeptanz, obwohl sich der Markt im vergangenen Jahr deutlich erholt hat.

Gewinnmitnahmen

In einem Beitrag auf der Social-Media-Website X erklärte Eric Balchunas, leitender ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence, dass die neuen US-Spot-Fonds in den ersten beiden Handelstagen einen Nettozufluss von 819 Mio. USD verzeichneten. Darin enthalten sind 500 Millionen Dollar für den iShares Bitcoin Trust von BlackRock und 422 Millionen Dollar für den Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund.

Der 26 Milliarden Dollar schwere Grayscale Bitcoin Trust – der größte Fonds dieser Art – verzeichnete nach der Umwandlung in einen börsengehandelten ETF in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 579 Millionen Dollar, so Balchunas. Der Fonds hatte zuvor eine geschlossene Struktur und wurde im vergangenen Jahr mit einem Abschlag zu seinen zugrunde liegenden Basiswert (Underlying) gehandelt, was einige dazu veranlasste, auf eine Verringerung der Lücke zu wetten.

Spekulanten, die jetzt, da der Abschlag fast verschwunden ist, Gewinne aus diesem Handel mitnehmen, könnten Teil des Grundes für die jüngste Schwäche von Bitcoin sein, schrieb Noelle Acheson, Autorin des Newsletters Crypto Is Macro Now.

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle Abflüsse aus dem Grayscale Bitcoin Trust zurück in Bitcoin geflossen sind“, sagte sie. „Die neuen Fonds werden in der nächsten Woche wahrscheinlich weiterhin starke Zuflüsse verzeichnen, da Geld, das an der Seitenlinie stand, hineingeschleust wird und die Marketing-Maschinen in Gang kommen. Dies könnte jedoch kurzfristig durch weitere Abflüsse ausgeglichen werden, da spekulative Positionen aufgelöst werden.

FMW/Bloomberg



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