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Peking macht Druck auf Iran China fordert Huthi auf, Angriffe im Roten Meer zu stoppen

US-Angrife bisher erfolglos

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China forderte die Huthi-Kämpfer erneut auf, ihre Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer einzustellen, nachdem Peking Berichten zufolge Teheran um Hilfe bei der Eindämmung der Rebellengruppe gebeten hatte. Darüber berichtet Bloomberg.

China macht Druck auf Iran und Huthi

„Wir sind besorgt über die zunehmenden Spannungen im Roten Meer“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, am Freitag bei einer regelmäßigen Pressekonferenz in Peking. „Wir fordern die Beendigung der Angriffe und Schikanen gegen zivile Schiffe und bitten alle Parteien, die Spannungen nicht weiter anzuheizen“.

Die Äußerungen kamen, nachdem Reuters berichtet hatte, dass chinesische Beamte ihre iranischen Amtskollegen aufgefordert hatten, bei den Huthi zu intervenieren oder die Geschäftsbeziehungen mit Peking zu gefährden. Die Gespräche fanden bei mehreren Treffen in Peking und Teheran statt, so der Bericht, der sich auf einen Diplomaten und mit der Angelegenheit vertraute Personen im Iran beruft, die Reuters nicht namentlich nennt.

Das Thema könnte zur Sprache kommen, wenn der chinesische Außenminister Wang Yi in den kommenden Tagen in Bangkok den nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan trifft. Die beiden würden über Taiwan und „Fragen von gegenseitigem Interesse“ sprechen, sagte Wang Wenbin. Laut Berichten versucht Sullivan, über China Druck auf den Iran und die Huthi ausüben, um die Angriffe im Roten Meer zu stoppen.

China hat sich bisher rausgehalten, aber hat Eigeninteresse an Stop der Huthi-Angriffe

China hat sich weitgehend aus dem Problem im Roten Meer herausgehalten, als die USA und das Vereinigte Königreich Luftangriffe gegen die Houthis flogen. Und das, obwohl China etwa die Hälfte seines Rohöls aus dem Nahen Osten importiert und mehr in die Europäische Union als in die USA exportiert. Vor allem die Container-Preise für Transporte von China nach Europa haben sich massiv erhöht und drohen zur Bremse für die Weltwirtschaft zu werden.

China higegen hat das Vorgehen der USA und Großbritanniens kritisiert. Pekings oberster Gesandter in Brüssel erklärte, die Angriffe der Huthi seien ein „Überschwappen“ der Gaza-Krise – den USA fehle es an „gesundem Menschenverstand“ im Roten Meer.

Die seit mehr als zwei Monaten andauernden Raketen-, Drohnen- und Entführungsangriffe der Huthi auf zivile Schiffe haben zu der größten Umleitung des internationalen Handels seit Jahrzehnten geführt und die Kosten für Spediteure in Asien und Nordamerika in die Höhe getrieben.

Es gibt Anzeichen dafür, dass China angesichts dieser Störung ungeduldig wird. Am 10. Januar drängte der chinesische Gesandte bei der UNO, Zhang Jun, auf ein Ende der Angriffe. Am Donnerstag forderte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wu Qian, auf einer Pressekonferenz einen ähnlichen Aufruf. Ab dem 10.Februar werden chinesische Firmen ca. vier Wochen schließen angesichts der Neujahrsfeierlichkeiten – daher hat Peking ein starkes Interesse daran, dass zuvor die chinesischen Firmen ihre Waren noch vor allem nach Europa exportieren können.

Der Iran wiederum zählt die Huthi zusammen mit der Hamas im Gazastreifen und der Hisbollah im Libanon zu seiner „Achse des Widerstands“. Die Huthi begannen mit ihren Angriffen, nachdem Israel damit begonnen hatte, die Hamas im Gazastreifen wegen des Angriffs der Gruppe am 7. Oktober anzugreifen.

FMW/Bloomberg



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2 Kommentare

  1. Der Internationaler Strafgerichtshof möchte die Klage Südafrikas gegen Israel in Sachen Völkermord nicht abweisen/Quelle: n-tv-Teletext. Alles diesbezüglich weitere überlasse ich der zuständigen Justiz.

  2. Wenn die China gelingt, dass dürfte deren Einfloss auf die Weltpolitik erheblich steigen

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