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Crash: Chinesische Aktien und Aktienmärkte im Sturzflug, was tun?

China Crash: Chinesische Aktien und Aktienmärkte im Sturzflug, was tun?

China im Ausnahmezustand, an den chinesischen Aktienmärkten ist die Panik ausgebrochen, die hiesigen Aktien befinden sich mitten in einem Crash. Allen voran fällt der Hang-Seng Index wie ein Stein, aber auch der SSE Composite und der CSI300 sind auf Talfahrt. Es sind aber nicht nur die Sorgen wegen des Ukraine-Kriegs die belasten, es drücken gleich mehrere Belastungsfaktoren auf die Stimmung.

Begonnen hat alles mit der geplatzten Immobilienblase, die bis heute nicht gelöst ist. Anschließend führte Peking eine Welle an staatlichen Regulierungen gegen die heimischen Internetkonzerne ein. Unternehmen wie Alibaba, JD.com und Tencent mussten Strafen in Milliardenhöhe zahlen und unterliegen nun strengen Regeln. Zudem belastet die Angst vor einem Delisting in den USA die Aktien chinesischer Unternehmen. Zuletzt gab es auch noch das Gerücht, dass Russland in Peking um militärische Hilfe beim Angriffskrieg und Schutz vor westlichen Sanktionen gebeten haben soll.

Laut eines Berichts der Financial Times habe China sogar seine Bereitschaft zur Hilfe signalisiert. Dies würde natürlich erhebliche Konsequenzen mit sich bringen, was die chinesischen Aktienmärkte weiter unter Druck gebracht hat. China bestreitet jedoch die angebliche Bitte des Kremls. Darüber hinaus hat Corona in China erneut zugeschlagen. Aufgrund der steigenden Neuinfektionen und der Null-Covid-Politik wurden ganze Städte wie zum Beispiel Shenzhen unter Quarantäne gestellt. Das alles hat schließlich zu dem Crash an den chinesischen Aktienmärkten geführt.

China Crash: Noch mehr Regulierung gegen Tech-Unternehmen

Zum 01. März traten neue Regeln in Kraft, die die Möglichkeiten der Tech-Giganten, ihr eigenes Geschäft zu befeuern, weiter einschränken. Diesmal nimmt sich Peking die Algorithmen der Tech-Konzerne vor. Demnach sollen die Unternehmen zukünftig noch transparenter werden, was die Nutzung von Empfehlungsalgorithmen angeht. Anstatt Nutzer dazu animieren „exzessiv Geld auszugeben“, sollen nur noch „politisch erwünschte Informationen“ verbreitet werden. Damit möchte man die Kontrolle und Zensur nochmal verstärken. Unter dem Strich könnte man behaupten, dass die Regierung einen Teil des wirtschaftlichen Erfolges riskiert, indem sie ihre profitabelsten Unternehmen beschränkt, nur um ihre Machterhaltung zu sichern.

USA plant Delisting mehrerer China-Aktien

Der US-Senat hat im Jahr 2020 das „Gesetz zur Rechenschaftspflicht ausländischer Unternehmen“ verabschiedet. Ziel ist es chinesische Unternehmen, die in Form von American Depositary Receipts (ADRs) in den USA gelistet sind, stärker zu überprüfen. Wenn sie nicht in drei aufeinander folgenden Jahren der Überprüfung durch das PCAOB standhalten, verlieren sie ihr Listing. Dabei gibt es aber ein Problem, denn das neue Gesetz verlangt, dass das PCAOB Zugang zu den Prüfungsunterlagen der Wirtschaftsprüfer in China erhalten soll. Das widerspricht aber chinesischen Recht. Demnach müssen sich Anleger darauf einstellen, dass ein großer Teil der an der Nasdaq gelisteten Unternehmen verschwinden könnte.

Aber wäre das wirklich so schlimm? Es hätte auf jeden Fall den Nachteil, dass amerikanisches Kapital nicht so einfach in China-Aktien fließen kann. Hierzulande müssen sich Anleger aber nicht allzu große Sorgen machen, denn es besteht die Möglichkeit, die Aktien umzutauschen. Heute streben immer mehr chinesische Unternehmen mit ADRs eine weitere Notierung in Hongkong an. Beispielsweise ist die Alibaba-Notierung in Hongkong vollständig fungibel mit den ADRs der USA. Das heißt: Gegen eine kleine Gebühr können die ADRs in Stammaktien umgewandelt werden.

China Aktien Crash - Alibaba, Tencent, Baidu, JD.com

Wie geht es weiter?

Zuletzt hatte sich der Crash an den chinesischen Aktienmärkten nochmal deutlich verschärft. Allein in den letzten sieben Handelstagen ging es für den Hang Seng Index um knapp 27 Prozent abwärts. Von seinem letzten markanten Hochpunkt Mitte Februar 2021 hat der Index bereits um 41 Prozent nachgegeben. Bei den anderen Indizes wie dem CSI300 und dem SSE Composite Index sieht es zwar nicht ganz so dramatisch aus, aber auch die beiden Indizes haben zuletzt deutliche Kurseinbrüche verzeichnet. Ein Blick auf die Aktien von Alibaba, Tencent, Baidu und JD.com reicht aus, um das Ausmaß der Verluste zu erkennen. Von ihren Höchstständen haben diese großartigen Unternehmen bereits 60 bis 70 Prozent eingebüßt. Vor allem der Ausverkauf in den vergangenen Tagen zeugt von Panik.

Angesichts der starken Rückgänge fragt sich manch ein Anleger, ob nun der Zeitpunkt gekommen ist einzusteigen. Laut einer Börsenweisheit soll man ja „kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Aktuell wäre dies jedoch ein extrem risikoreiches Unterfangen. Da immer noch kein Ende der Talfahrt in Sicht ist und ein Boden in weiter Ferne scheint, sollten Anleger nicht in das fallende Messer greifen. Ratsam wäre es zuerst eine Stabilisierung abzuwarten. Die chinesischen Aktienmärkte sind aufgrund des jüngsten Crashs stark überverkauft. Es ist daher mit einer Gegenreaktion zu rechnen. Anleger sollten abwarten, ob sich aus dem Pullback schließlich eine Bodenbildung entwickelt. Erst dann besteht die Hoffnung auf eine Trendwende.

Aktienmärkte China - Hang Seng, SSE Composite, CSI300

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