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Aktien

David Einhorn über Ben Bernanke

Markus Fugmann

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Ben Bernanke war als Fed-Chef jahrelang der zentrale Lenker der Geldströme auf dieser Welt. Sein Bekenntnis zur Flutung der Märkte mit Liquidität, die den Aktienmärkten zu ihren Höhenflügen verhalfen, aber ökonomisch weitgehend unwirksam blieben, findet nun unter der neuen Fed-Chefin Janet Yellen ihre Fortsetzung.

David Einhorn, Präsident von Greenlight Capital und zuletzt hervorgetreten mit seiner Warnung vor einer zweiten Tech-Blase, berichtet von einem Abendessen mit Ben Bernanke und referiert Aussagen des ehemaligen Notenbankchefs, die von überragender Schlichtheit sind.

Angesprochen von David Einhorn, ob er die Gefahr einer Hyperinflation sehe, sagte Bernanke, dies könne er zu 100% ausschließen, da Hyperinflationen nach Kriegen entstünden – und derzeit habe man keinen Krieg. Das überzeugt uns natürlich total! Kein Krieg, keine Hyperinflation, vollkommen logisch..

Sein QE jedenfalls führe nicht zu einer Hyperinflation, das sehe man doch an Japan, wo die Notenbank auch in großem Maßstab Anleihen gekauft habe, so Bernanke.

Abschließend noch eine persönliche Bemerkung: ich habe mir die Mühe gemacht, die Texte von Bernanke zur Wirtschaftskrise 1929 zu lesen – offenkundig haben das nicht viele gemacht, sonst dürfte Bernanke kaum im Ruf stehen, der führende Kenner dieser Materie zu sein. Seine Texte strotzen vor logischen Widersprüchen (dazu an anderer Stelle mehr) – an einer seriösen Universität (oder einer seriöseren Fachrichtung) hätte Bernanke jedenfalls keinen Universitätsabschluss bekommen können..

Hier das Bloomberg-Interview von David Einhorn mit den Moderatoren Erik Schatzker und Stefanie Ruhle. Unter dem Video sind die Aussagen Einhorns noch einmal verschriftlicht..

RUHLE: … you recently had dinner with Ben Bernanke. What went down? We didn’t get to be there.

EINHORN: Well, it was — I watched him for years in front of Congress and speaking and watched him on TV and “60 Minutes” and —

RUHLE: And what was your opinion of him before you had dinner?

EINHORN: I was — I’ve been critical. I’ve been critical of him for a very long time. And the dinner for me, in one way it was cathartic because I got to ask him all these questions that had been on my mind for a very long period of time, right? And then on the other side, it was like sort of frightening because the answers weren’t any better than I thought that they might be.

SCHATZKER: What did you ask him?

EINHORN: I asked several things. He started out by explaining that he was 100 percent sure that there’s not going to be hyperinflation. And not that I think that there’s going to be hyperinflation, but it’s like how do you get to 100 percent certainty of anything? Like why can’t you be 99 percent certain and like how do you manage that risk in the last 1 percent? And he says, well, hyperinflations generally occur after wars and that’s not here. And there’s no sign of inflation now and Japan’s done a lot more quantitative easing than we’ve done, and they don’t have it. So if there is a big inflation, the Fed will know what to do. That was kind of the answer.

RUHLE: What did you say?

EINHORN: That was it. Then it went to the next question. So then a few minutes later it came back and I got to ask him about the jelly donuts. And my thesis is that it’s like too much of a good thing. Like lowering rates and quantitative easing and these stimulative things, they help but with a diminishing return. And eventually you go too far and it’s like eating the 35th jelly donut. It just doesn’t help you. It actually slows you down and makes you feel bad. And my feeling has been that by having rates at zero for a very, very long time the harm that we’re doing to savers outweighs the benefits that might be seen elsewhere in the economy. So I got to ask him about this.

SCHATZKER: Okay, and what did he say?

EINHORN: Well first of all he says, you’re wrong. That was good. And then he said the reason is if you raise interest rates for savers, somebody has to pay that interest. So you don’t create any value in the economy because for every saver there has to be a borrower.

And what I came back to him was I said, but wait a minute. You said for a long time we haven’t had enough fiscal stimulus, and who’s on the other side of the low interest trade? It’s the government. And so if the government — if we raise the rates, the government would have to pay more money to savers. You’d have the bigger deficits. You’d create the stimulus, the fiscal stimulus that you’ve been complaining that Congress wouldn’t give to you, right? And savers would benefit from the higher rates and because savings is spent at a very high rate in terms of interest — interest income on savings is spent at a high percentage, you’d get a real flow through into the economy.

SCHATZKER: One of the questions you’ve raised about quantitative easing in one of your letters to investors was about inequality. Did you get any satisfaction from Ben Bernanke on the question of whether quantitative easing exacerbates inequality?

EINHORN: Yeah, that did come up and I don’t remember exactly what he said. So I don’t want to —

SCHATZKER: It wasn’t memorable.

EINHORN: No.

SCHATZKER: How about this notion that Warren Buffett has propagated that the Fed has become with its $4 trillion balance sheet the greatest hedge fund in history?

EINHORN: Yeah. I’m not sure that’s meant as a compliment.

SCHATZKER: But did that issue come up?

EINHORN: Yeah. There were people who were asking, yes, and he says the Fed can manage their way out of it when the time comes.

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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am

New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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