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Dax: Die Entscheidung naht – warum der Dax schwächelt

Man hat fast den Verdacht, dass da Kräfte am Werk sind, die den Dax nach unten prügeln. Diese Kräfte ziehen entweder Geld ab aus dem Dax oder gehen wie etwa der weltgrößte Hedgefond Bridgewater gleich short in den Dax-Schwergewichten. Über mögliche Motive ausländischer Investoren..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern hatte der Dax sehr starke Vorgaben durch den Nikkei – und nutzte sie nicht. Heute hat er relativ schwache Vorgaben vom Nikkei – was wird er heute daraus machen?

Im Grunde ist der Dax derzeit ein Ritter der traurigen Gestalt: wenn er einmal zur Hochform aufläuf und wirklich nach oben will, dann wird er ausgebremst durch die US-Indizes, die ausgerechnet dann Schwäche entwickeln, wenn der Dax Stärke zeigen will (so zuletzt am Freitag). Und wenn die Wall Street Schwäche zeigt, ist der Dax sowieso schwach – und das besonderes seit Beginn der letzten Woche:


(Dax schwarz, Dow Jones orange; Charts durch anklicken vergrößern)

Die kräftige Erholung der Wall Street machte der Dax gewissermaßen nur mit angezogener Handbremse mit, während bei Schwäche der US-Indizes gerne und vollständig mitgelaufen wird, meist sogar dann der Dax noch schwächer als die US-Pendants.

Man hat fast den Verdacht, dass da Kräfte am Werk sind, die den Dax nach unten prügeln. Diese Kräfte, wie etwa der weltgrößte Hedgefond Bridgewater, ziehen entweder Geld ab aus dem Dax oder gehen wie Bridgewater gleich short in den Dax-Schwergewichten. Der Dax aber wird von Ausländern „gemacht“, sie stellen mehr als die Hälfte des beim Dax gehandelten Volumens.

Nun gibt es zwei mögliche Erklärungen: erstens ist es denkbar, dass diese Ausländer Kapital abziehen oder sogar auf Schwäche beim Dax spekulieren, weil sie von einem schwierigen Ausgang der Wahlen in Italien (04.März) ausgehen. Oder zweitens: vor allem US-Investoren gehen davon aus, dass die Zeiten für Dax-Konzerne, für Europa insgesamt härter werden durch die protektionistische Politik der Trump-Administration, durch die vor allem ein Export-Land wie Deutschland ja besonders viel zu verlieren hat. Dazu kommt dann noch die US-Steuerreform, die ein die USA begünstigender Standortfaktor (Steuern + Ansiedlung um Nachteile durch US-Politik zu vermeiden) werden könnte, so wohl die Überlegung.

Wie auch immer – der X-Dax hält sich zunächst einmal wacker:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Aber dennoch: über die Doppel-Tops bei 12535 und 12650 muß er zeitnah springen, sonst droht weiteres Ungemach. Nämlich dann, wenn die 12270er-Zone nach unten gebrochen werden sollte – die Ziele dann 12140, die 12.000er-Zone und dann das bisherige Verlaufs-Tief knapp über der 11.900er-Marke..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    leser

    20. Februar 2018 09:13 at 09:13

    Der DAX braucht keinen Trump um zu schwächeln. Merkel schafft das ganz alleine. Ich rechne damit, dass der Dax ganz gemächlich im Zickzackkurs nochmal die 12000 ansteuert, bevor es aufwärts geht.

    Zu Bridgewater gab es einen interessanten Artikel in der FAZ, http://bit.ly/2of1zgk

  2. Avatar

    Bademeister

    20. Februar 2018 09:31 at 09:31

    Italienwahl und das sich abzeichnende SPD-Abstimmungsdesaster sind keine überzeugenden Vorraussetzungen für einen steigenden DAX. Ev. noch ein kleiner Short-Squeeze wenn die Märkte in USA mitspielen…danach das grosse Jammern im März….da können Mutti und AKK noch so schön und aufgesetzt lächeln….denn sie wissen nicht mehr, was sie da wirklich tun….

    • Avatar

      Columbo

      20. Februar 2018 10:21 at 10:21

      @Bademeister, Fehleinschätzung denke ich, das große Jammern kommt erst viel, viel später. Die Italienwahl wird ein mit USA/Trump vergleichbares Ergebnis bringen. Eine Art Rechtsruck mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, Steuersenkungen und leider auch mehr Schulden. Daß dies auf lange Sicht nicht gut geht, wissen wir alle, aber kurz/mittelfristig wird sich der Dax freuen und gleich nach der Italienwahl in die Höhe schießen.

      • Avatar

        Bademeister

        20. Februar 2018 11:10 at 11:10

        @Colombo Ist natürlich auch möglich, denke aber dass, wenn überhaupt, die Märkte noch im Februar leicht hochgeprügelt werden könnten, um dann im März noch einen kleinen „Puffer“ zu haben. Rechtsruck in Italien wäre für den DAX keinesfalls positiv, da dadurch die pol. Unsicherheitwächst. Macron steht auch vor seiner finalen Entzauberung, da die Gewerkschaften in F bereits für März mit einer noch nie dagewesenen Streikwelle drohen….es knirscht an allen Ecken und Enden, eigentlich nur schlechte Aussichten für Euroland….und wir stehen knapp vor Krieg im Nahen Osten (Türkei mischt jetzt nicht zufällig mit)….die Amis unter Trump werden es diesmal nicht richten und sich raushalten…das weiss Erdogan.
        Mit der neuen alten „Wohlfühl-Kanzlerin“ wird Deutschland da keinen Meter mehr machen können, und sollte es so kommen gibts tatsächlich Neuwahlen (nach weiterem Herumgeplänkel) und keine Mutti mehr. Der März wird heiss, danach wirds noch heisser…

    • Avatar

      Gerd

      20. Februar 2018 10:56 at 10:56

      Die 5-Sterne-Bewegung in Italien hat in Ihrem 20-Punkte-Programm eine Abstimmung über den Euro nicht mehr drin.

      Gestern veröffentlichtes Umfrageergebnis von Insa: AfD16%, SPD 15,5%.
      Es wird vermutet, dass selbst der ärgste Neinsager zum Koalitionsvertrag nun schweren Herzens doch mit Ja stimmen wird, da ansonsten bei einer evtl Neuwahl die SPD weg wäre vom Fenster.

      Demnach: am 5.März kann in Deutschland die Regierung gebildet werden und in Italien werden schwierige Verhandlungen anstehen, die aber nichts an einem Euro-Verbleib Italiens ändern.

      • Avatar

        Bademeister

        20. Februar 2018 11:32 at 11:32

        @Gerd Die Italiener wären schön dumm, wenn sie freiwillig den Euro abgeben würden. Und die SPD-Mitgliederabstimmung hat ab jetzt mit dem täglich immer negativer kommunizierten Newsflow hohes Potential zum Aufstand der Trojaner zu werden. Die SPD ist so oder so (auch und gerade in einer neuen Merkel-Regierung) jetzt mal zum Scheitern verdammt. Erst ohne den Martin und seine Freunde kann es da einen echten Neubeginn geben.
        Fazit: Die Köpfe müssen rollen, solange die Ärsche an den Sesseln kleben!

  3. Avatar

    Beobachter9

    20. Februar 2018 09:54 at 09:54

    G.Soros hat doch auch schon seit längerer Zeit mit Miilliarden gegen die US-Aktien gewettet u.ist bisher ohne Erfolg geblieben. ( gemäss Finanzpresse)
    Wenn die Wette nicht aufgehen sollte ,würden wir dann wieder einmal ein Riesenrally sehen. ( Short Eindeckungen).Erstaunlich ist einfach ,dass die ganze Finanzwelt den US- Markt gegen die EU- Börsen als überbewertet betrachtet u.Bridgewater genau die anscheinend unterbewertete Börse im Visier hat.
    Könnte auch eine Kurzfristige Spekulation aus im FMW- Kommentar genannten Gründen sein.Vor allem für den DAX mit der besten Wirtschaft der Welt u.der Südschienen Währung sehe ich nicht so schwarz.Irgendwann werden ja Leistungsbilanz u.Überschuss u.die Verschuldung bei der Börsenbewertung auch wieder ein Thema sein.

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Dax schwächer als Wall Street – Rotation vorbei? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Der Dax ist wieder erkennbar schwächer als die großen Indizes der Wall Street: während der deutsche Leitindex noch nicht einmal den Stand kurz vor dem Corona-Crash erreicht hat, steigen S&P 500 und Nasdaq auf neue Allzeithochs. Bereits gestern liefen die Tech-Werte besser als die „Corona-Verlierer“, die ab 09.November (Meldung von Pfizer) so stark steigen konnten – heute setzt sich dieses Muster weiter fort. Ist die Rotation damit schon wieder vorbei, weil der Glaube an eine schnelle Wiederauferstehung von Value-Aktien schwindet? Der Dax jedenfalls tut sich schwer im Bereich der 13400er-Marke – langsam muß der Ausbruch auf der Oberseite erfolgen, denn was nicht steigt, tendiert dann zu fallen. Ist es der starke Euro, der bremst?

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Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

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Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

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Fallender Goldpreis als Vorbote für einen Crash der Aktienmärkte?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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