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Dax-Stimmung: die Profis haben schlechte Laune

FMW-Redaktion

Es herrscht richtig miese Laune unter den Profi-Investoren in Deutschland. Wie wir bereits mehrfach berichtet hatten, waren die Profis mit extrem viel Optimismus ins neue Jahr gestartet (also in hohem Maße investiert auf der Long-Seite!). Während die Privatanelger dann nach dem ersten Abverkauf deutlich pessimistischer geworden waren, hatte sich die Stimmung unter der institutionellen Investoren noch auf sehr hohem Nivau gehalten mit Werten von über 50%, die im Bullenlager waren. Es herrschte also das Prinzip Hoffnung, nach dem Motto: „Das sitzen wir aus – der Markt steigt seit Jahren, also wird er auch diesmal wieder steigen“.

Tat er aber nicht so recht – und das obwohl Super-Mario und Super-Kuroda entweder neue Stimulus-Geschenke verteilen wollen (Draghi) oder schon verteilt haben (Kuroda von der Bank of Japan). Aber trotz dieser Segnungen zierte sich der Markt weiter, und das hat den Profis offenkundig heftig aufs Gemüt geschlagen. Denn im Vergleich zur Vorwoche fiel der Anteil der Optimisten unter den Institutionellen um dramatische 12% von 51% auf nun 39% in dieser Woche. Da dürften also viele kürzlich die Reißleine gezogen haben bei bestehenden Positionen, nachdem sich die schönen Hoffnungen nicht erfüllt hatten. Fast die Gesamtheit dieser 12% wechselte nämlich ins Lager der Bären – und dürfte daher ins Schwitzen kommen, sollten die Kurse nun wieder steigen, weil die US-Märkte die „Fed-hebt-die-Zinsen-nicht-an-Karte“ spielen.

Anders die deutschen Privatanleger, die nach dem heftigen Kursrutsch beim Dax zu Jahresbeginn schon vorzeitig die Segel gestrichen hatten: hier sind 53% im Lager der Bullen, lassen sich also von den Turbulenzen nicht wirklich beirren.

Ganz anders dagegen die Stimmung der Privatanleger in den USA, wie die neueste Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) zeigt: hier sank der Anteil der Bullen um weitere 2,2% auf nun 27,5%. Das größte Lager stellen die Neutralen mit 37,7% – ein Anstieg von immerhin 7,5% zur Vorwoche. Dementsprechend sind 34,8% der amerikanischen Privatinvestoren im Bärenlager. Und das ist insofern verwunderlich, als erstens die Amerikaner ja eigentlich „Kultur-genetisch bedingt“ optimistischer sein müßten als die stets zweifelnden, nörgelnden, das Glas immer halbvoll sehenden Deutschen.

Verschiebt die Fed die Zinswende – was nach den gestrigen Aussagen Dudleys immer wahrscheinlicher wird – wird der Dollar schwächer, was wiederum gut für die US-Unternehmen ist. Daher sahen in den letzten Tagen die Charts der US-Indizes schon deutlich besser aus als der Dax – als hätten die Märkte das baldige Zurückrudern der Fed schon antizipiert..



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