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Devisen

Aktuell: UK-Zinsen unverändert, QE unverändert, Pfund fällt bereits vorher. Hat´s jemand früher gewusst?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die „Bank of England“ verkündete Punkt 13 Uhr deutscher Zeit auf allen Kanälen: Der Leitzins bleibt unverändert bei 0,5% – eine einstimmige Entscheidung des Notenbank-Rats mit 9:0. Die Größe des Anleihekaufprogramms bleibt ebenfalls unverändert bei 375 Milliarden Pfund. Rundherum schlechte Aussichten für die Inflation in UK, so kann man die Aussagen der BoE zusammenfassen. Die Folge: Da der Markt wohl mit einer Tendenz Richtung Zinsanhebung gerechnet hatte, fällt das Pfund jetzt im für ihn wichtigsten Währungspaar gegenüber dem US-Dollar (GBPUSD).

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Das Problem dabei ist nur: Die kräftige Abwärtsbewegung im GBPUSD setzte bereits 30 Minuten vor der Entscheidung ein. Mehr als ungewöhnlich. Kannte da bereits jemand das Reslutat der BoE-Sitzung vorher und hat schon mal geshortet? Reine Spekulation, ist schon klar – aber die Kurse bewegen sich direkt vor einer Verkündung normalerweise gar nicht, weil ja ALLE Marktteilnehmer unwissend gehalten werden, und alle bis auf die Sekunde genau gleichzeitig die Meldung erhalten.

GBPUSD

Hier auszugsweise das Original-Statement der BoE von heute bzgl. der Inflationsentwicklung in UK, wo man genau wie in Euroland + USD die Zielmarke 2% hat:

In December, twelve-month CPI inflation stood at 0.2%, almost 2 percentage points below the inflation target. Oil prices were more than a third lower, in sterling terms, than a year earlier. Together with muted growth in world prices, the appreciation of sterling since early 2013 has pulled down on import prices more broadly. Overall, these factors can explain the vast majority of the deviation of inflation from the target in December, and to an even greater extent than at the time of the November Inflation Report. The remainder of the undershoot reflects subdued domestic cost growth, particularly unit labour costs.

Returning inflation to the 2% target requires balancing the protracted drags from sterling’s past appreciation and low growth in world export prices against increases in domestic cost growth. Fully offsetting the drag on inflation from external factors over the short run would, in the MPC’s judgement, involve too rapid an acceleration in domestic costs, one that would risk being unsustainable and would lead to undesirable volatility in output and employment. Given these considerations, the MPC intends to set monetary policy to ensure that growth is sufficient to absorb remaining spare capacity in a manner that returns inflation to the target in around two years and keeps it there in the absence of further shocks.

Global growth has fallen back further over the past three months, as emerging economies have generally continued to slow and as the US economy has grown by less than expected. There have also been considerable falls in the prices of risky assets and another significant fall in oil prices. The latter appears largely to reflect news about the supply of oil. Developments in financial markets seem in part to reflect greater weight being placed on the risks to the global outlook stemming from China and other emerging economies. Looking ahead, growth in the United Kingdom’s main trading partners should continue to be supported by the boost to real incomes from low commodity prices, and to some degree by monetary and fiscal policy. But emerging market economies are likely to grow more slowly than in recent years and the risks to the MPC’s central projections of only modest global growth lie to the downside.

Although activity growth in the United Kingdom has slowed to slightly below average rates, the domestic private sector remains resilient. Consumer confidence is robust, supported by a pickup in real income growth, and overall investment intentions continue to be firm, although a sharp retrenchment in capital spending in the oil and gas sector is under way. GDP is expected to grow at around average rates over the forecast period as a tighter labour market and rising productivity support real incomes and consumption.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    gerd

    4. Februar 2016 16:02 at 16:02

    Jetzt spiele ich mich mal als arroganter Besserwisser auf:

    Also bei den momentanen weltweiten Krisenmärkten und den geopolitischen Unsicherheiten, hätte ich Ihnen auch schon zwei Stunden vorher die Garantie gegeben, dass die Zinsen nicht erhöht werden.

    Vielleicht wollte da eine große Adresse um 13Uhr zum Lunch und hat deshalb schon vorher gehandelt. :)

  2. Avatar

    Sabine

    4. Februar 2016 22:25 at 22:25

    Aber wieso nur 30 Minuten vorher, wenn das „ja 2 Stunden vorher schon“ klar war?
    Außerdem, warum 2 Stunden? Haben denn die „momentanen weltweiten Krisenmärkten und den geopolitischen Unsicherheiten“ erst 2 Stunden vorher angefangen??? Die gibts doch schon seit 10 Jahren…

    Und: Wie kam denn Rothschild zu seinem Reich(tum)? Genau so.

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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