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Dax und Co instabil – US-Banken und Truss-Wende positive Faktoren

Dax und Co gehen instabil ins Wochenende. Drei wichtige US-Banken haben gute Zahlen gemeldet. Und da ist noch die Wende von Liz Truss zu erwähnen.

Börsenkurse auf Handy und Laptop

Dax, Dow und Co gehen ziemlich instabil ins Wochenende. Man schaue dazu nur auf den folgenden Chart. Man sieht in der blauen Linie seit gestern früh den Dax, im Vergleich dazu die Rendite für zehnjährige US-Anleihen, die zuletzt wieder ansteigt. Nach dem Absturz aufgrund der höher als erwarteten US-Inflation sahen wir im Dax, in US-Indizes, bei Kryptowährungen und anderen riskanten Assetklassen einen Pullback nach oben – im Dax um satte 600 Punkte. Aber heute Nachmittag konnte die Spitze der Gewinne nicht gehalten werden. Vom Top heute um 15:30 Uhr hat der Dax wieder mehr als 200 Punkte verloren.

Dax und Co instabil – Bankdaten aus den USA stützend für den Markt

Das passende Wort für die Risiko-Assets zum Wochenschluss lautet wohl „Instabil“. Die heute aus den USA veröffentlichten Einzelhandelsumsätze zeigen eine Stagnation bei exakt +-0. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan wurde leicht besser veröffentlicht als erwartet. Die US-Banken JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup meldeten heute Mittag Quartalszahlen, die in Ordnung waren – eine Katastrophe bliebt aus, wohl auch weil Gewinnerwartungen vorher ordentlich gesenkt wurden. Alle drei Aktien sind derzeit anständig im Plus mehr als zwei Stunden nach Börsenstart in New York. Das ist heute zum Wochenausklang ein stützender Faktor für den Aktienmarkt.

Wacklige Lage in Großbritannien

Über allem schwebt dennoch anscheinend das Damoklesschwert der Fed, die ihre Zinsen weiterhin kräftig anheben wird. Und dann denke man bitte noch an die wirklich instabile Lage in Großbritannien. Tagelang haben die Märkte die Bank of England in die Enge getrieben. Die Regierung wollte massive Steuersenkungen auf Pump. Die Märkte schickten Pfund und Anleihen in den Keller, und die Notenbank konnte – mit mäßigem Erfolg – die Lage beruhigen.

Heute Nachmittag hat Premier Liz Truss ihren Finanzminister entlassen – er ist wohl das Bauernopfer. Außerdem erhöht sie die Körperschaftssteuer in UK, obwohl das eigentlich nicht vorgesehen war. Die Märkte sollen wohl weiter beruhigt werden durch Signale für eine solidere Haushaltspolitik. Man vergesse aber bitte nicht: Heute war der letzte Tag, an dem die Bank of England Anleihekurse durch Käufe gestützt hat. Was am Monat mit den Kursen passiert – man kann es nicht vorhersehen – Chaos oder einfach nur ein normaler langweiliger Tag am Anleihemarkt, beides ist denkbar. Womöglich auch diese Unsicherheit lässt Dax und Co ohne wirklich stabilen Aufwärtstrend ins Wochenende gehen.

Verlauf von Dax im Vergleich zur US-Anleiherendite seit gestern früh Chart: TradingView



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