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Der Anti-Mutti-Trade: Vor dem Wochenende Dax und Euro shorten?

Wir nennen es einen möglichen "Anti-Mutti-Trade". Eigentlich sollte vergangene Nacht die große Grundsatzeinigung in den Sondierungsgesprächen hergestellt werden zwischen der Union, der FDP und den Grünen. Aber es geschah nichts bis heute früh...

FMW-Redaktion

Wir nennen es einen möglichen „Anti-Mutti-Trade“. Eigentlich sollte vergangene Nacht die große Grundsatzeinigung in den Sondierungsgesprächen hergestellt werden zwischen der Union, der FDP und den Grünen. Aber es geschah nichts bis heute früh um 5 Uhr. Man vertagte sich auf heute Mittag. Daraus kann man nur schlussfolgern, dass es keine Einigung in den Kernthemen wie der Flüchtlingspolitik gab.

Die Grünen verließen heute früh als erste die Verhandlungen. Cem Özdemir ließ die wartenden Reporter wissen, dass es nun vor allem vom „Schiedsrichter“ (Mutti Merkel) abhänge, wie lange die nun anstehende Verlängerung dauern werde. Ab heute Mittag geht es also weiter. Auch am Wochenende? Alles noch offen. Nichts genaues weiß man nicht. Es ist nur offensichtlich, dass vor allem CSU und Grüne inhaltlich so weit auseinander liegen, dass eine Einigung eigentlich nicht möglich ist.

Es gibt wie gesagt nur eine Möglichkeit, dass diese Koalition Wirklichkeit wird. Mutti Merkel muss den kleinen Horst in die Handtasche stecken. Wenn er dann kuscht und JA sagt, kann es was werden. Das würde dann aber eine frostige, verkrampfte und verdammt unglückliche Koalition werden, egal wie Seehofer sich abwatschen lässt. Die einzelnen CSU-Abgeordneten stehen unter dem Druck ihrer Wähler in Bayern. Ob das dauerhaft gut gehen würde, wenn sie im Bundestag grüne Forderungen abnicken?

Nur Mutti gibt Hoffnung. Der wirkliche Grund, warum sich alle zusammenreißen könnten und irgendeine Einigung finden, kann nur folgender sein: Die Angst vor der AfD, und noch weiteren eigenen Verlusten bei Neuwahlen. Bloß keine Neuwahlen. Aber die sind eine noch größer gewordene Möglichkeit. Wenn die Leute hinter Seehofer ihn weiter torpedieren, stehen Neuwahlen vor der Tür, und Merkel wankt gewaltig. Wir hatten es erst gestern thematisiert. Europa und die Welt sehen Angela Merkel als den Anker der Stabilität an.

Bricht der weg, kommt so richtig Unsicherheit auf. Also, überlegen Sie (wenn Sie an der Börse aktiv sind), ob Sie noch vor dem Wochenende Dax und Euro shorten wollen, wenn sie an ein Scheitern der Sondierungsgespräche glauben. Nichts ist sicher, es ist Ihr eigenes Risiko. Aber: Wäre es ein noch viel größeres Risiko übers Wochenende einfach long im Markt zu bleiben? Wir wissen es genau so wenig wie Sie! Dieser Artikel soll lediglich ein Denkanstoß für die nächsten Stunden sein.

Also, die Hausaufgabe für Sie liebe Leser lautet: Die nächsten Stunden genau gucken, ob heute Nachmittag oder am frühen Abend doch noch eine Einigung zustande kommt. Wenn nicht, könnten Sie eventuell überlegen, ob sie kurz vor dem Wochenende vorsichtshalber (oder aus Spekulationsgründen) reagieren wollen. Ihre Entscheidung!


Mutti mir einigen ihrer Parteisoldaten. Foto: Sandro Halank / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)



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16 Kommentare

  1. Neuwahlen wird es nicht geben. Da sind sich alle einig. Die Grünen gehen raus und SPD kommt rein. Große Koalition.. völliger Schwachsinn aber was soll man machen

    1. @Robert, das hat Andrea Nahles vor wenigen Minuten kategorisch ausgeschlossen (SPD kommt rein), aber mal sehen..

      1. Vielleicht spekuliert der ein oder andere schon auf eine Koalition aus Union, FDP und AFD… „Dann gibts wirklich auf die Fresse!“

        …kleiner Spaß… ;)

        1. Gerne eine Koalition aus Union, AfD und FDP….aber ohne Merkel….wir brauchen konservative vernünfige Politik, die sich an Rechtsstaatlichkeit hält. Der ganze Wahnsinn unter Merkel kann doch so nicht weitergehen.

          1. Wenn Merkel zurücktritt, würde warscheinlich Union mit FDP reichen, da dann einige Prozent der AfD wieder zurück zur Union kommen.
            Allerdings würden dann die restlichen Parteien mit fieser Rhetorik den Bürgern versuchen ins Gewissen reden und zu einer „anti-konservativen“ Protestwählerei mobilisieren.
            Könnte knapp werden.

  2. Der Bericht kommt leider ein wenig zu spät.Der Umweg über die Paradiseinseln Jamaica,Cayman,Bermuda etc.,hat wohl etwas zu lange gedauert.Der Begriff „Anti-Mutti-Trade“ist aber Extraklasse!

  3. Wieso legt ihr so einen großen Wert auf das Wochenende?
    Das wird selbstverständlich am Wochenende nicht gelöst werden.
    Aber dann reden sie halt weiter, und weiter und weiter.

    Was erwarte ich schon von Menschen, die so zeitverschwenderisch sechs Wochen relativ kompromissfähige Punkte abarbeiten, um zum Schluss erst die allseits als total umstritten bekannten Punkte anzugehen? Nichts.
    Da muss ich erneut erwähnen, dass die umgekehrte Reihenfolge logisch gewesen wäre. Da hätte Mutti schon Anfang November sagen können, wir schaffen das nicht.
    Da ihr solche Sätze aber nicht über die Zunge gehen, reden sie weiter. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reden sie noch ewig.

    Also von wegen WochenENDE. Das ist noch lange nicht das Ende.
    Wie schon geschrieben, die sind alle scharf auf ihren Dienstwagen und Mutti möchte noch viele Reisen im Kanzler-Airbus machen.
    Ach ja – ich wiederhole mich abermals – sie ist ja auch noch nicht fertig mit der Zerstörung Deutschlands.

    1. Wenn ich mir den Gold- oder JPY-Kurs eben anschaue, legen die Märkte eher Wert aufs aktuelle Wochenende, als auf die Labersäcke in Berlin, Mutti hin, Mutti her. XAU, ein prall gefülltes frühes Weihnachtssäckchen wurde soeben unerwartet gefüllt und in trockene Tücher gebracht ;)

  4. Was heißt denn „Anti-Mutti-Trade?“ Bedeutet das etwa, dass vielleicht Euro und Dax abmerkeln? :-)

  5. am liebsten wäre es mir wenn diese Frau am Montag politisch Geschichte wäre…..wie man siich derart an Positionen krallen kann ist mir unbegreiflich…

  6. „Nur Mutti gibt Hoffnung. Der wirkliche Grund, warum sich alle zusammenreißen könnten und irgendeine Einigung finden, kann nur folgender sein: Die Angst vor der AfD, und noch weiteren eigenen Verlusten bei Neuwahlen.“

    Und, wenn man mal ehrlich wäre, die Jamaika-Koalition wäre gerade für die Grünen und die FDP, soo schlecht nicht. Ist doch klar, dass sich verschiedene Parteien diametral gegenüberstehen, aber zu einer Koalition bedarf es zu einer Vernunft. Zum Thema grüne Forderungen:
    Verbot der Verbrennungsmotoren im Jahr 2030 für Neuwagen ? Soviel ich weiß, ist meine Öl-Heizung ein Verbrennungsmotor, wieso nicht gleich ein Verbot für alle ? Heizungen erzeugen nachweislich einen ziemlich hohen NOX-Ausstoß ? Und womit werden die betrieben mit Heizöl/Diesel ?
    Und dann ? Wärmepumpen für alle ? Ökö-Pellet-Heizungen sind doch auch Verbrennungsmotoren ?
    Woher kommt der Strom aus Windkraftanlagen ? Wasserenergie ? Solar ?
    Das würde bedeuten Verbot aller Traktoren, Schiffe, was ist eigentlich mit den Flugzeugen , kein Verbrennungsmotor ??? Zurück in die Steinzeit ?

    1. @Marko, das alles kling irgendwie skurril, wenig differenziert und vollkommen ahnungslos.
      Eine Ölheizung ist technisch tatsächlich Steinzeit und müsste neben Kohleöfen sofort verboten oder empfindlich bestraft werden. Dann schon lieber erst einmal vorübergehend Erdgas, obwohl auch das ein Nebenprodukt kohlenstoffhaltiger Energieträger ist, die vor Millionen von Jahren entstanden und somit für unsere heutige Umweltbilanz bzw. atmosphärische Zusammensetzung nur nachteilig sein können. Aber chemisch betrachtet: Der Furz brennt wesentlich besser als die Kacke.
      Holz-Pellets dagegen sind relativ umweltneutral, weil sie sie aus Pflanzen gewonnen werden, die im Zeitraum einer oder zwei menschlicher Generationen die entsprechenden Schadstoffe zuvor absorbiert haben. Relativ deshalb, weil natürlich ein minimaler zusätzlicher Energieaufwand nötig ist, um Holzabfallprodukte wie Sägespäne aus Schreinereien und Sägewerken zu Pellets zu pressen. Holz-Pellets können allerdings kein Massenprodukt werden, weil dafür kein Frischholz verwendet werden darf (nur Sägespäne, Winter-Bruchholz usw.)
      Ja, und dann zuletzt: Woher kommt der Strom aus Windkraftanlagen? Von den Windrädern! Aus Wasserenergie? Von den Wasser- und Gezeitenkraftwerken! Solar? Von all den Fotovoltaikanlagen!

    2. @Marko, @Michael, das „Problem“ der sauberen Holzpelletheizungen wird derzeit ebenso sauber eliminiert, wie das „Problem“ Biodiesel vor einigen Jahren.
      Man (Öl-Lobby, Regierung und Verwaltung) hat inzwischen proklamiert, dass ein signifikant messbares umwelttechnisches Problem von sog. Einzelfeuerungsanlagen ausgeht. Damit hat man eigentlich grundsätzlich die Problematik uralter Kohle-, Öl- und auch der in Mode gekommenen Scheitholzöfen (Schwedenöfen) erkannt. Darin steckt somit eine gewisse nachvollziehbare Logik, weil die Technik dieser „Heizanlagen“ der Effizienz eines Lagerfeuers entspricht und längst sanktioniert hätte werden müssen.
      Man (Öl-Lobby, Regierung und Verwaltung) hat aber auch erkannt, dass Holz-Pellets-Heizungen auf saubere Art und Weise einen Prozentsatz von 5 bis 8% des Heiz-Energiebedarfs decken könnten, was einen nicht unerheblichen Fehlanteil am eigenen Gewinn bedeuten würde. Und zudem das öffentliche Bewusstsein an alternativen Energien fördern könnte, was vermutlich noch viel schwerwiegendere Konsequenzen hätte.
      Die realen Erscheinungsformen entsprechen allerdings leider wieder einmal der skurrilen Logik der Lobby nach einer heißen Bespechungsnacht mit der Politik. Sog. „handbefeuerte Einzelheizanlagen“ (also die wahren Dreckschleudern) dürfen weiterhin betrieben werden, wie bisher. Es darf also jeder seinen 60-Jahre alten Ölofen auf „Etagenbasis“ betreiben, Spanplatten, Pappe, Rinde und nasses Holz im Schwedenöfchen verheizen.
      Bei sog. „wassergeführten Öfen“, also modernen Pelletsheizungen, die wie eine Zentralheizung funktionieren, werden neuerdings nun repressive teure Prüfungen mit bewusster und vorsätzlicher Sachbeschädigung legalisiert. Man macht also was für die Umwelt!
      Ein Beispiel von meinem 15 Jahre alten Haus (etwa 30 kWh/(m²·a)): Der Kaminkehrer beschädigt nun plötzlich den Rauchgasabzug innerhalb des Ofens mittels Bohrloch, den Schaden muss ich als Eigentümer reparieren. Dann sitzt er 20 Minuten dumm herum, solange muss der Ofen nämlich laufen, auch wenn dessen Steuerung darauf gar nicht anspringen will. Danach steckt er seine Messsonde für weitere 20 Minuten in das Loch, erklärt die Abgaswerte für sensationell gut und verabschiedet sich dann mit einer Rechnung von etwa 250,- €. Das wiederholt sich, während die problematischen Einzelfeuerungsanlagen weiter pullern und puren, ungefilterten Dreck in die Luft pusten.
      Was folgt in der Zukunft: Ein paar Prüfperioden später entspricht mein Abgasrohr vom Ofen zum Kamin einem Sieb, ist irreparabel. Ein neuer Ofen muss her, weil ich vorsätzlich gegen die Bestimmungen des Herstellers verstoßen habe (beschädigen Sie nicht interne Teile, indem Sie zum Beispiel mit spitzen Gegenständen…). Frage des Verkäufers: Warum haben Sie Ihren Ofen so zerstört, Löcher im Rauchgasabzug sollten Sie nicht bohren.

  7. Bitte schreibt nicht von „Mutti“. Sie ist keine Mutter und hat keine Kinder.
    Eher eine Anti-Mutti, die so kein Kind geschenkt haben möchte.

  8. Ja, sollte man drauf achten. Nach ihr die Sintflut, wäre für sie persönlich halb so schlimm.

  9. Wollt ihr die totale Mutti?! Bitte jetzt ein frenetisches Ja! Übrigens eignen sich Merkel’s Mundwinkel als idealer Sentiment-Indikator für DAX und Euro :-)

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