Folgen Sie uns

Aktien

Dax: Mal halblang machen – und der wohl wichtigste Grund, warum es zuvor bergab gegangen war an der Wall Street

Über einen übersehenen Grund für die vorherige Schwäche an der Wall Street – und die jetzigen Perpspektiven für den Dax..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der Dax hat gestern einen Aufwärtsschub gezeigt und sich dabei vor allem am S&P500 orientiert, während bei den US-Inidzes vor allem der Nasdaq und der Russell2000 die Rally anführten. Nach der Korrektur in der Vorwoche an den US-Märkten, die den stark überkauften Zustand etwas abgebaut hat, ist nun wieder Optimismus eingekehrt: in Sachen Konjunktur nach der starken US-Industrieproduktion, in Sachen US-Berichtssaison nach starken Zahlen von Wal Mart und Cisco, und vor allem in Sachen US-Steuerreform nach der Absegnung des Steuerplans im US-Abgeordnetenhaus. Die große, die wirklich wichtige Hürde ist jetzt der US-Senat, der frühenstens übernächste Woche über seinen eigenen Steuerplan abstimmen wird, der dann noch in Einklang gebracht werden muß mit der Version des US-Abgeordnetenhauses.

Also noch sehr viel Arbeit voraus – aber für die Aktienmärkte ist das gar nicht so schlecht: man kann die Hoffnung zelebrieren, dass es wirklich gelingen wird, den großen Wurf zu schaffen. Im Umfeld von Thanksgiving (am nächsten Freitag) tendieren die US-Aktienmärkte ohnehin fastv immer nach oben – saisonal also eine sehr günstige Zeit.

Noch an eine Anmerkung zur vorherigen Korrektur an den US-Aktienmärkten: es findet praktisch keine Beachtung, dass die zwischenzeitliche Schwäche an der Wall Street einen wichtigen Grund haben dürfte: die große Party begann ja mit der Wahl Donald Trumps am 08.November 2016 – und was wir wohl gesehen haben waren Realisierungen von Aktienpositionen nach einjähriger Haltedauer: wer seine Aktien in den USA mindestens ein Jahr hält, zahlt eine Steuer von 15% (Gutverdiener 20%), während ein Verkauf nach weniger als einem Jahr Haltedauer mit dem in der Regel deutlich höheren Einkommenssteuer-Satz besteuert wird!. Da haben also viele Kasse gemacht, weil die Steuern nach einem Jahr Haltedauer niedriger sind als wenn man die Positionen schon vor Jahresfrist realisiert hätte! It´s taxes, stupid!

Zurück zum Dax: der Index hat nach wie vor eine Lücke zu den US-Indizes, auch weil die Berichtssaison hierzulande schlicht schwächer war als in den USA (zumindest bei den großen US-Unternehmen, die im S&P500 gelistet sind):


(Charts durch Anklicken vergrößern!)

Dennoch hat der deutsche Leitindex einen schönen Boden gebildet, den man in der Zone 12850-12910 verorten kann:

Solange diese Zone hält, kann der Dax nächste Woche die Jagd in Richtung Allzeithoch fortsetzen! Davor noch die Unterstützung im Bereich 12955 Punkten auf der Unterseite, während das gestrige Verlaufshoch auf X-Dax-Basis bei 13100 Punkten eine hart zu knackende Nuß darstellt. Sollte diese Nuß jedoch geknackt werden, sind die nächsten Anlaufbereiche bei 13140 Punkten (Top vom 14.November), dann die untere Gap-Kante bei 13230 sowie die obere Gap-Kante bei 13350 Punkten.

Wir erwarten heute in der Summe eine Seitwärtsbewegung – die Entscheidung über den weiteren Verlauf dürfte erst nächste Woche folgen!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Savestrax

    17. November 2017 09:33 at 09:33

    Die steuerlichen Gründe stehen dann ja nun täglich als Verkaufsargument im Raum, da die Märkte seit einem Jahr steigen und demnach auch immer jemand gekauft hat und dessen Haltedauer dann ein Jahr überschritten hat.

  2. Avatar

    Beobachter

    17. November 2017 10:41 at 10:41

    Der DAX soll eine Lücke haben zur U-S Börse ????
    Wieso soll der DAX das von niemandem verstandene Trump -Rally mitmachen.Auch innerhalb der USA haben verschiedene Branchen u.Indices ganz unterschiedliche Entwicklungen.Es kommt dann auch noch auf den Betrachtungszeitraum an
    Z.B. Über. 3 Jahre NASDAQ + 49 %
    S+P +. 28%
    DAX + 37%. d.h. der Dax liegt genau zwischen den 2 Amis. Bitte googeln ,( der unsinnige Vergleich von Korrelationen DJ / DAX von M.Borgmann )
    Böse gesagt könnte man dem DAX auch einen Malus unterschieben, denn die Merkel macht etwa ziemlich genau das Gegenteil von Trump. ( Öffnen der Grenzen u.s.w mit irrsinnigen Spätfolgen )

  3. Avatar

    Marko

    17. November 2017 13:26 at 13:26

    Um ehrlich zu sein, ich lese hier nur US- US- US.

    Die haben doch sowieso keine Chance ? Der Schuppen da drüben, hat längst sein Pulver verbrannt, während die EZB NULL macht ? Es ist an der Zeit, dass die EZB (endlich) reagiert ?

  4. Avatar

    Marko

    17. November 2017 14:10 at 14:10

    „Noch an eine Anmerkung zur vorherigen Korrektur an den US-Aktienmärkten: es findet praktisch keine Beachtung, dass die zwischenzeitliche Schwäche an der Wall Street einen wichtigen Grund haben dürfte: die große Party begann ja mit der Wahl Donald Trumps am 08.November 2016 – und was wir wohl gesehen haben waren Realisierungen von Aktienpositionen nach einjähriger Haltedauer: wer seine Aktien in den USA mindestens ein Jahr hält, zahlt eine Steuer von 15% (Gutverdiener 20%), während ein Verkauf nach weniger als einem Jahr Haltedauer mit dem in der Regel deutlich höheren Einkommenssteuer-Satz besteuert wird!. Da haben also viele Kasse gemacht, weil die Steuern nach einem Jahr Haltedauer niedriger sind als wenn man die Positionen schon vor Jahresfrist realisiert hätte! It´s taxes, stupid!“

    Mag sein, aber Donald Trump hin oder her, normalerweise sollte der Markt fallen, mit dieser „Koryphäe“ als Präsident. Der Markt musste wohl weiter steigen, durch die Notenbankpolitik ? Da hat die „Null-Sinns-Politik“ eines Donald nix damit zu tun..
    Wenn ich mich vorstellen könnte, so einer wäre bei uns Kanzler/in, aber : in Amerika is ja alles möglich… :D

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage