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Der Dax schiebt den Blues – Wir gehen solange spazieren

Markus Fugmann

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am

Von Kilian Kimmel

Gestern während der Mittagspause, spazierte ich am Brandenburger Tor herum. Dort ist immer was los. Diesmal traf ich Jesus, der die Umstehenden zum Tanz der Offenbarung zu animieren versuchte. Er trug einen Anzug mit Schlips und auf dem Kopf trug er eine Dornenkrone. Mystisch drehte er sich im Kreis und warf Dollar- Geldscheine in die Menge, die er aus dem Inneren seines Sakkos holte. Einige bückten sich und hofften, die Geldscheine seien echt und der dornengekrönte Derwisch sei ein durchgeknallter Milliardär aus Texas oder so. Plötzlich stoppte er. Stieg auf ein selbstgezimmertes Podest, breitete die Arme auf, schaute himmelwärts und sprach:

„Ich bin der Prophet Elias und das ist meine Botschaft: Oh, Ihr raffsüchtigen, meineidigen Halunken, Spielautomatenbarone, Geldwäscher, Diebesgesindel und Zuhälter. Ihr eitlen Greise mit den viel zu jungen Weibsbildern, die eure Glieder straffen und euer Essen vorkauen. Euer Mammon wird versinken in dem Sand auf dem Ihr Euer Selbst gebauet habt und übrigbleibet werden vertrocknete Träume vom Reichtum und Glück. Den Reichtum, den Ihr suchtet, wart nicht zu finden, der goldene Regen nicht zu trinken. Düster sind nun Eure Tage und Euer Herz ermattet und beschweret. Steigt nun herab von Euren hohen Thronen ihr Geldschieber und Heiligenfresser, Ihr, die des Glaubens überdrüssig wurdet. Wenn der Mond in der Tetrade blutet, treiben die apokalyptischen Reiter ihr Unwesen. Sie sind niemandsten Herrn und haben keinen Herrn. Sie verbreiten Siechtum und bittere Armut und Ihre Botschaft kündet vom nahestehenden jüngsten Gericht. Mit Euren Geldbündeln befeuern sie den Scheiterhaufen auf dem brennend die Selbsterhöhten in die Hölle einfahren werden, auf das sie an Körper und Geist gereinigt das Licht der Vergebung und göttliche Gnade erfahren. Aber ich kenne weder Tag noch Stunde, die kennt nur der Vater. Seid wachsam und erkennet die Zeichen der Zeit“.

Danach stieg er wieder herab, setzte sich und rauchte in allerseelenruhe eine Zigarette. Ein Umstehender fragte: „Auf welche Zeichen soll ich achten?“ Der Derwisch hob einen Finger und zeigte in Richtung Quadriga auf dem Brandenburger Tor: „Seht Ihr Ungläubigen, der Wagen der Siegesgöttin Viktoria wird von den 4 Pferden der 4 apokalyptischen Reiter gezogen. Wenn die Zügel reissen und der Wagen ausbricht, dann ist Eure Zeit gekommen.“

Ich musste sofort an den Roman „Moby Dick“ denken. Auch darin erscheint zu Beginn der Geschichte ein Prophet namens Elias, der die Hauptfigur des Romans, den Seemann Ismael, vor dem nahestehenden Ende warnt: „An dem Tag, wo ihr Land riecht, aber kein Land sehen werdet, wird Ahab sein Grab finden. Nach einer Stunde wird er wieder aufstehen und Euch zuwinken. Und alle ausser einem werden ihm in sein nasses Grab folgen.“
Seit dem denke ich darüber nach, ob Mario Draghi in Wirklichkeit Käptn Ahab ist. Sein „Moby Dick“ heißt Finanzmarkt.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Attonitus

    27. Juni 2014 16:39 at 16:39

    Wenn dem so ist und der Römer in Wahrheit der Seefahrende sei, der da trachtet nach des Wales Fleisch, so sei denn der Kilian, Sohn des Kimmel der leibhaftige Prophet, der mit wohlgefeiltem Worte kündet, von dem, was da kommen mag.
    In tiefer Verneigung und den besten Wünschen für ein wahrhaft segenreiches Wochenende.

  2. Avatar

    Kilian.Kimmel

    27. Juni 2014 23:20 at 23:20

    Sehr geehrter Attonitus…..danke für den Kommentar….sehr schön formuliert. ich bin kein Prophet, das können andere besser. Abgesehen davon, glaube ich das der Finanzmarkt so extrem verzerrt ist, das ein „Graderücken“ ohne Zerbrechen einem göttlichen Wunder gleichkommt.

    Ebenfalls ein schönes Wochenende und das allerbeste…Grüsse Kimmel

  3. Avatar

    blister

    28. Juni 2014 00:10 at 00:10

    joo!.. kilian, JOO !!!

    apocalipsis cum figuris

    6. das siebente siegel und die ersten vier posaunen

    by the way:
    die vier apokalyptischen reiter sind vom ballspiel der schwarzen maenner
    wenig begeistert.

    sachlich :
    der mond blutet seit 15. 4. 2014 … bis zum 28. 9. 2015
    dann weiter 6 mal in diesem jahrhundert, 4 mal im naechsten jahrhundert, 2201 bis 2400 ist ruhe angesagt,… keine reiter.

  4. Avatar

    blister

    4. Juli 2014 17:34 at 17:34

    joo
    KILIAN… WHAT ON??

    gibt wa neues??

    b

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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