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Der Euro und die Länder, die am besten aus der Krise kamen..

FMW-Redaktion

Hat Europa, so wie es kürzlich der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría, gesagt hat, die Krise nun hinter sich? Die OECD prognostiziert für den Kontinent ein durchschnittliches Wachstum von 1,6%, so wie es auch letzte Woche die Europäische Kommission getan hat – und dabei davon ausgeht, dass die Arbeitslosigkeit unter die 10%-Marke fällt (zu den Berechnungsmethoden, die faktisch nur einne Teil der Wahrheit ausweisen in Sachen Arbeitslosigkeit, haben wir uns schon häufig geäußert).

Auf der Basis eines inflationsbereinigten Bruttoinlandsprodukts haben sich 17 von 28 Länder der EU wieder auf das Niveau der Vorkrisenzeit erholt. So weit, so gut. Davon sechs Länder, die seit Ende 2007 ihr BIP um 10% oder mehr gesteigert haben: allen voran Polen, Rumänien, Schweden, Luxemburg, Slovakei, Malta und – man höre und staune Portugal.

Dagegen ganz hinten mit einem Minus von 26% Griechenland, vor Italien mit einem Minus von 8% – neben sieben anderen Ländern in der Eurozone, die ein geringeres BIP haben als Ende 2007. Dieses Minus bei diesen sieben Staaten ist jedoch eher gering, das Plus bei den allermeisten Eurozonen-Ländern jedoch auch – mit Ausnahme von Malta, das stark zulegen konnte und damit gewissermaßen der Euro-Champion ist. Insgesamt hat nur knapp über die Hälfte der Länder, die im Euro sind, ein höheres BIP als 2007 – insgesamt beträgt das Plus durchschnittlich 3,5%.

Das bedeutet: nur drei von 19 Länder, die innerhalb der Eurozone sind, haben sich stark erholt, während die großen Verlierer Griechenland und Italien aus dem Euro-Raum kommen. Das deutet darauf hin, dass die Schwierigkeiten der „Krisenländer“ durchaus etwas mit dem Euro zu tun haben, da sie nicht wie Nicht-Eurozonen-Länder ihre Währung abwerten konnten.

Gleichzeitig aber, das ist die Kehrseite der Medaille, ist die Inflation besonders im Euro-Raum kaum gestiegen, trotz der Maßnahmen der EZB. Dagegen ist der Preisauftrieb in Ländern, die den Euro nicht haben, stärker: so sind etwa die Preise in der Schweiz besonders stark gestiegen, gefolgt von Norwegen, Dänemark und Großbritannien. Es ist also offenkundig so, dass der Euro latent als Inflationsbremse wirkt. Davon profitiert besonders Deutschland, dessen Inflation sogar unter dem Durchschnitt der Länder der Eurozone liegt – für deutsche Verbraucher, so könnte man also sagen, ist der Euro gar nicht so schlecht..



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1 Kommentar

  1. Hallo,

    „Dagegen ist der Preisauftrieb in Ländern, die den Euro nicht haben, stärker: so sind etwa die Preise in der Schweiz besonders stark gestiegen, gefolgt von Norwegen, Dänemark und Großbritannien. Es ist also offenkundig so, dass der Euro latent als Inflationsbremse wirkt. Davon profitiert besonders Deutschland, dessen Inflation sogar unter dem Durchschnitt der Länder der Eurozone liegt – für deutsche Verbraucher, so könnte man also sagen, ist der Euro gar nicht so schlecht..“

    Ach wirklich, die Preise sind in der Schweiz gestiegen ?
    Na, dann warten wir mal ab, was beim Brexit passiert, mit den genannten Ländern, Schweden gehört auch noch dazu, nebst Island… dürfte interessant werden…

    Darum gibts doch den EUR ?

    das hier ist cool : „für deutsche Verbraucher, so könnte man also sagen, ist der Euro gar nicht so schlecht.“

    und für die Schweizer erst Recht…

    Viele Grüße

    Marko

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