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Der Schattenkanzler: Robert Habeck im Porträt

Macht kommt von Machen

Habeck Schattenkanzler

Als 1981 mit Ronald Reagan ein Schauspieler von B-Movies 33. Präsident der USA wurde, lachten die Deutschen sich noch schlapp –  heute haben sie mit Robert Habeck  einen Schattenkanzler, der Kinder- und Jugendbücher schreibt. In dem einen wie dem anderen Fall ist Häme fehl am Platz.

Denn vermutlich haben ein Schauspieler wie Reagan oder ein Kinderbuchautor wie Habeck mehr vom wirklichen Leben gesehen, als der stromlinienförmige Typus des Politkarrieristen, der nur Schule, Hochschule und Parteidisziplin kennt und in allen Parteien derzeit dominiert.

Habeck ist der Schattenkanzler, den die Deutschen nicht wollten

Olaf Scholz ist loyal, unauffällig und blass. Deswegen wurde er Kanzler. Mit loyal, unauffällig und blass kann man in Deutschland zwar Kanzler werden, aber nicht auf Dauer Kanzler sein. „Gemeinsam für NRW und Deutschland“ steht auf den Wahlplakaten, die den Spitzenkandidaten der SPD neben dem Kanzler zeigen. Die SPD verlor, die GRÜNEN verdreifachten in NRW ihr Ergebnis. Nicht Olaf Scholz, sondern Robert Habeck fuhr erfolgreich den (Schatten-)Kanzlerbonus ein. Scholz hingegen ist der Kanzler, den erst alle wählten und jetzt keiner mehr will. Habeck ist der Schattenkanzler, den viele als Kanzler wollen.

„Macht kommt von Machen“

Robert Habeck scheint ein Vollblutpolitiker zu sein. Und er manifestiert das auch öffentlich. Habeck: „Aus Machen entsteht dann irgendwann auch Macht. Macht kommt von Machen! Nicht von Wollen oder von Reden. Von-sich-einmischen! Deswegen sind wir hier!

Man reibt sich verwundert die Augen: Besser hätte das Otto von Bismarck auch nicht auf den Punkt gebracht. Otto von Bismarck ist bekanntlich der „Realpolitiker“ (er prägte diesen Begriff sogar). Und Robert Habeck ist der „Realo“.

Habecks Porträt aus den Schatten treten lassen

Zu Bismarcks Zeiten saßen die Mächtigen Malern Modell. Es ging dabei nicht um Schönheit. Richtschnur war dem Künstler, die Physiognomik des Porträtierten als Spiegel seiner Seele auf die Leinwand zu bannen. Wir begnügen uns beim folgenden Porträt bescheiden mit einer politischen Skizze. Indes: Wir wollen Robert Habeck weder auf den Sockel stellen, noch von unten ihm frech ein Gesicht schneiden. Wir wollen ihn weder in statuarischer Konstellation denkmalhaft mit visionärer Physiognomik heroisieren (wie dies politisch-geneigte Massenmedien derzeit praktizieren). Noch wollen wir sein Bildnis in konvexem Spiegel zum „Wirtshausgesicht“ entstellen.

Der Kinderbuchautor

Habeck ist Jahrgang 1969. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Die Familie lebt in Flensburg. Bis 1999 schrieb er Kinder- und Jugendbücher. Zusammen mit Andrea Paluch etwa „Unter dem Gully liegt das Meer“ (Patmos, 2007), „Zwei Wege in den Sommer“ (dtv, 2020) oder „Kleine Helden, große Abenteuer. Vorlesegeschichten für jeden Tag“ (Edel Kids Books, 2020). Habecks Bücher greifen mitunter schwierige Themen auf. In „Zwei Wege in den Sommer“ geht es unter anderem um Suizid, Lebenshunger, Liebe und Abenteuer. Der Protagonist Max ist im Grunde ein jungendlicher „Philosoph“. Und ein „Philosoph“ ist Robert Habeck, der Vollblut-Politiker, in gewisser Hinsicht auch.

Habeck der Vollblut-Politiker

Habecks Wahlkreis fällt mit seinem Familienwohnsitz zusammen: Flensburg 1. Auf seiner Internetseite findet sich folgende Liebeserklärung an seine Heimat: „Unser Wahlkreis 1 mag geographisch an der Peripherie liegen – aber das bedeutet auch, dass dort der Blick auf das Land einen weiten Horizont hat. Kulturell, politisch und sozial spiegelt er das große Land im Kleinen. Ist ihm im fluoreszierenden Selbstverständnis als deutsch-dänische Stadt eine halbe Kiellänge voraus. […] Es ist eine Ehre, ihn – seine Menschen –, im Deutschen Bundestag zu vertreten!“

Habeck hat Umgangsformen und Stil, was selten genug ist in der deutschen Politik. Er weiß darum und setzt beides zielgerichtet ein: „Auf diesen Seiten finden Sie, was mich umtreibt, antreibt, was ich mache. Willkommen! Schön, dass Sie da sind!“ Mit diesen Worten begrüßt Habeck den Besucher seiner Website. Dahinter ein sympathisches Konterfei. Unter Kontakt findet man die Adressen von Habecks Abgeordnetenbüro in Berlin sowie den Wahlkreisbüros in Flensburg und Schleswig. Die Einladung, ihm eine Mail zu schicken oder ihn anzurufen, wird unausgesprochen mitgeliefert. Habecks Pressefoto (von Nadine Stegemann) ist kostenlos. Habeck hat offenbar einen hervorragenden Stab an Mitarbeitern um sich versammelt, die dem Öffentlichkeitsbild ihres Chefs jenen Spin verleihen, der Habecks politisches Wirken erfolgreich publizistisch untermauert. Das alles ist hochprofessionell, gekonnt – und im übrigen notwendig und legitim. Vielleicht gelingt es ihm deshalb so gut, unangenehme Wahrheiten klar auszusprechen.

Habecks Blog

Habeck betreibt noch einen eigenen Blog auf erwähnter Internetseite. Der letzte Eintrag stammt vom 17. Oktober 2021: „Noch ist nichts gewonnen. Deutschland hat noch keine neue Regierung“. In einem Eintrag vom 25. Juli 2021 heißt es: „Ich habe fast so lang keinen echten Blog hier geschrieben, wie ich keine großen Publikumsveranstaltungen mehr hatte. Zwischendurch gab es Reden und Bewerbungen und allerlei politisches Zeugs, aber keine Berichte über Eindrücke, die ich gesammelt habe und die nicht in Interviews oder Gastbeiträge passen, weil sie vielleicht zu persönlich sind, zu sehr Mischform, zu tastend. Wie sehr der Ausfall des Blogs und die Corona-Zeit zusammenfallen, wurde mir erst in den letzten Wochen klar, als ich zu einer Art Vor-Wahlkampfreise aufbrach, die ich Küstentour nannte.“

Der Eintrag ist mit der etwas kitschigen Überschrift „Wie zerbrechlich wir sind“ überschreiben. Indes: Sein Verfasser ist es nicht.

Vielleicht wird aus dem Schattenkanzler doch noch ein Kanzler..



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22 Kommentare

  1. Gott steh uns bei, dass es soweit kommt. Mit Habecks Hilfe werden Hunderte Milliarden E an Volksvermögen verbrannt, damit Deutschland das Weltklima rettet. Wie verbohrt muss man für solche irren Vorstellungen sein. Das wirkliche Thema wäre, wie man mit der möglichen Klimaerwärmung ( 60%ige Wahrscheinlichkeit) leben kann.

  2. Ihr Artikel verwirrt mich. Warten wir mal ob, was er wirklich bewirken kann.

  3. Ein sachlicher und nicht von Partei-Ideologie geleiteter Artikel, der die sympathische Person Robert Habeck sehr treffend beschreibt: Als vernünftigen und kompetenten Mann und Politiker mit Stil und Umgangsformen, der die harte und oft widersprüchliche Welt schmerzhafter Kompromisse in der Realpolitik wohl überlegt und mit viel Sachverstand zu managen und zu kommunizieren weiß. Ein angenehmer und willkommener Gegenpol zur populistischen Inkompetenz, die seit 2014 zusehends Einzug in die Parlamente hält. Dass er in verantwortlicher Position von parteipolitischen Grundsätzen und Dogmen abweicht, wenn extreme Ausnahmesituationen dies erfordern, und dies auch noch verständlich und fundiert zu kommunizieren weiß, zeugt von einer charakterlichen und fachlichen Stärke und Größe, von der ein Großteil der Politiker nicht einmal zu träumen wagt.

  4. Sie wissen aber schon, dass Ronald Reagan Wirtschaftswissenschaften, Soziologie neben Theaterwissenschaften studierte und ein hervorragendes Wissen im Bereich Wirtschaft hatte. Er konnte also beurteilen, was an ihn herangetragen wurde.

  5. Habeck kommt gut an. Er ist aber noch nicht kompetent – man schaue sich nur seine peinlichen Aussetzer bei „Jung&Naiv“ an – immerhin ein Format, dass ihm und den Grünen sehr gewogen ist.

    Es wird darauf ankommen, dass er sich sachgerecht beraten läßt. Ich kann dass bisher nicht erkennen, ich kann aber verstehen, dass einige Leute einen guten Eindruck von Habeck haben. Grünwähler finden ihn gut, und Nicht-Grünwähler haben zumindest keine Angst vor ihm (anders als bei Frau B – die ja regelrechte Panik in weiten Kreisen auslöst).

    Aber ist das gut? Oder wird den Leuten da auf nette Weise ein totalitäres System untergejubelt? Immerhin hat Habeck sich öffentlich für das chinesische System des Social Scoring ausgesprochen und die Handlungsmöglichkeiten der dortigen Diktatur gelobt.
    Beide Elemente sind mit unserer Verfassung aus guten Gründen unvereinbar.

    Wo menschliches Leben gedeihen soll, ist Freiheit und unabdingbare Vorbedingung. Wir sind aber wieder einmal en einem Punkt in der Geschichte, in der das einer größeren Gruppe nicht mehr klar ist. Sie sehen Probleme (z.B. durch Klimaveränderungen) und wünschten, sie könnten dies durch diktatorische Maßnahmen beheben.

    Das sind die gleichen, die den „Einen Ring“ benutzen würden, um etwas zum Guten zu wenden, nur um am Ende doch wieder die Hölle auf Erden entfacht zu haben.

    1. @Felix

      Wo soll er sich für Social Scoring ausgesprochen haben? Greifen Sie da den Beitrag der ExpressZeitung auf, in dem aus dem Kontext gerissene Interviewpassagen zitiert wurden und laut Correctiv-Recherchen so nicht uneinschränkt stehen sollte, weil es die Aussage Habecks verzerrt?

      Seine bisherige Politik wurde geleitet davon, Gespräche mit allen Beteiligten zu suchen, Kompromisse zu finden und so gemeinsam eine Welt zu schaffen, in der sich alle gehört fühlen, auch wenn es dem ein oder anderen nicht ganz so schmeckt was da passiert (und passieren muss, wenn man z.B. die Energiewende will). So hat er auch schon als Landesminister in SH gearbeitet.

      Ich persönlich sehe das Risiko, dass er hinter all unserer Rücken ein Social Scoring-System wie in China aufbauen will, gegen Null laufen.

      Wenn Sie sich doch ein richtiges Bild davon machen wollen, wie „unser Schattenkanzler“ tickt, gibt es mehr als genug Interviews, Podcasts, etc., in dem mehr als nur die Oberfläche angekratzt wird. Oder lesen Sie sein letztes Buch. Empfehlung geht raus.

      1. @Dani, wenn die AfD schon ihre intellektuelle Elite ins Rennen schmeißt, sollten Sie nicht länger nach Langweiligem wie Quellen und Belegen fragen. Wo uns die intelligentesten und verdientesten Menschen in der Hierarchie die Ehre ihrer Kompetenz für Wohlstand und Freiheit erweisen, ist Demut, Glauben und Respekt angesagt. Und ernsthaft, was sollen wir mit Correctiv-Recherchen anfangen? Sie verweisen damit auf die ultimative Konzentration linksgrün-versiffter, kommunistischer Mainstream-Staats-Propaganda, gebündelt in einem europäischen Netzwerk ideologischer Pseudo-Journalisten, mit dem Ziel einer tiefgreifenden und anhaltenden Desinformation von 500 Millionen Bürgern zum Zwecke einer vollumfänglichen Enteignung des europäischen Nordens durch die Südländer in Kooperation mit dem Erzfeind USA. Ich hoffe, ich habe nichts Elementares vergessen ;)

        1. @finanzmarktwelt

          Bitte den Kommentar von Trixie mit einem Warnhinweis versehen, für den Fall, dass Leser diesen nicht als vor Ironie strotzend erkennen. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass dies nicht wörtlich gemeint war.

          1. @Dani, selbstverständlich war mein Kommentar nicht wörtlich gemeint und somit pure Ironie. Ein kleiner Gegenpol zu den ständigen Hetzkampagnen dieses unsäglichen @Felix.

    2. @Felix, Sie scheinen ja tatsächlich regelhaft Angst und Panik vor „Frau B“ zu haben, wenn Sie nicht einmal mehr deren Namen auszusprechen wagen. Ich dachte, sowas gibt es nur bei Harry Potter und beim Herrn der Ringe. Vielleicht ist es auch nur ideologiebasierte Abscheu. Zumindest ist es aufschlussreich zu wissen, dass Sie keine Probleme in Klimaveränderungen sehen und auf gedeihendes menschliches Leben in Freiheit bauen, das auf fossilen russischen Energien und politischen Parteien jenseits von CDU/CSU, Ampel und Linken basiert.

      1. @ Frau W

        Ich muss Sie leider enttäuschen. Ich fröne keiner Ideologie, keiner Richtung. Sotzialiberal altgrün würde meine politische Meinung etwas beschreiben. Deswegen halte ich wenig von „Frau B“ und ihrer Politik, weil sie offensichtlich ahnungslos ist und gefährlich überfordert. Sie können da gerne eine andere Meinung haben, aber dann beruht sie auf Eindrücken, die viele ausgewiesen verdiente und intelligente Menschen nicht nachvollziehen können. Das wiederum sollte Ihnen zu denken geben. Das ist die vernünftigere Reaktion, anstatt anzunehmen, dass es sich dabei immer nur um korrupte A… handelt. Das macht es ähnlich einfach, wie manche Meinungen, die in der AfD vertreten werden, nicht wahr?

        Z.B. würde ich an Ihrer Stelle einen Versuch starten, diese Politik zu erklären. Das wäre immerhin ein konstruktiver Beitrag von Ihnen.

        Was die fossilen Brennstoffe angeht: ich halte die nicht für optimal. Erstens, weil wahrscheinlich endlich, zweitens wegen der damit einhergehenden Luftverschmutzung. Die Klimageschichte halte ich weder für hinreichend verstanden noch für steuerbar.
        Aber ich brauche die Klimageschichte auch nicht, um vom Öl wegzugehen, wenn Sie einen Weg dafür haben.
        Allerdings sollte dieser realistisch sein und den 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten weiterhin Leben und Entwicklung ermöglichen können.

        Das radikale Abwürgen der fossilen Energieträger in den nordwestlichen Industrieländern halte ich tatsächlich für extrem gefährlich, menschenfeindlich und letztlich auch umweltschädlich.

        Warum das?

        Weil Umweltschutz eine Leistung ist, die aus den wohlhabenden Ländern erwächst. Wo kein Wohlstand herrscht, wird kein Gedanke an Umweltschutz verschwendet.

        Was bieten die Ideologen dagegen an?

        Ökodiktatur.

        Und diese wird wie jede andere Diktatur auch, nur Elend schaffen, ihr Ziel nicht erreichen und die Lage, auch die Umweltsituation, nur weiter verschlimmern.

        1. Wann wird akzeptiert, dass die Energietransformation wie vorhersehbar krachend gescheitert ist. Der Anteil der grünen Energie am Gesamtverbrauch in Deutschland einschließlich der Industrie betrug 2021 lächerliche 5 %! Das Ziel80% grüner Energie ohne Atomkraftwerke ist glatte Volksverdummung. Warum wird nur sporadisch hinterfragt, welche Ziele sich wirklich hinter dem Unsinn verbergen.

          1. @Dagoberti, erzählen Sie doch keinen Unsinn! Der Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch lag 2021 bei knapp 20% und somit voll im Soll.
            https://www.umweltbundesamt.de/bild/anteil-erneuerbarer-energien-am-0

            Was Sie hier so unreflektiert und zudem falsch wiedergeben, ist der reine Anteil an Photovoltaik und Windkraft, ohne Solarthermie, Geothermie und Umweltwärme, Biomasse, Biogas und Wasserkraft. Und selbst das sind derzeit etwa 7 bis 8%, nicht 5%.

            Bei der Stromerzeugung lag der Anteil Erneuerbarer im 1. Quartal 2022 übrigens bei knapp 48%. Und das trotz jahreszeitbedingter kurzer Sonnenscheindauer.
            https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/207508

            Also, wenn Sie schon solche Meldungen verbreiten, bitte auch mit Quellen, Daten und Nachweisen! Ansonsten muss man so etwas schnell ins Reich der Fantasie verorten.

        2. Felix in Bestform, sieben Kommentare in nicht einmal fünf Stunden. Oder einfach nur Langeweile im Pfingsturlaub?

          Wer genau sind denn die „vielen ausgewiesen verdienten und intelligenten Menschen“, die meine Eindrücke nicht nachvollziehen können?

          „Wo kein Wohlstand herrscht, wird kein Gedanke an Umweltschutz verschwendet.“
          Doch nur wo Wohlstand herrscht, wurden und werden Umwelt und Klima überhaupt in signifikanten Maße zerstört oder gefährdet. Der ökologische Rucksack der Wohlstandsgesellschaften, wenn Sie so wollen.

          Als altgrüner Liberal-Sozi sollten Sie weniger hanebüchene Gedankenkonstrukte von Ökodiktaturen und Ideologen spinnen und sich einmal Gedanken machen, welche Staaten und Branchen nennenswert für bisherige Klima- und Umweltschäden und der hemmungslosen Ausbeutung rohstoff- und ressourcenreicher Regionen und Kontinente verantwortlich sind. Die Liste dürfte bei ehrlicher Beantwortung gar nicht allzu lang werden.

  6. @leftutti: Sie müssen erst einen sinnvollen Diskussionsstil aufgrund von Fakten entwickeln und die Propaganda der grünen NGOs hinterfragen, für wen die Lobbyarbeit machen und dafür von grünen Ministerien bezahlt werden.
    Informieren Sie sich im Info-Institut München unter „Vorträge Prof.Dr.Dr.hc.mult.“, der mit harten Fakten wie der Bundesnetzagentur ( grünen Leiter) argumentiert.
    Die Suche nach Wahrheit im Unterschied zur Propaganda ist Ihre Sache nicht.Ende der Diskussion mit Ihnen.

    1. @Dagoberti, mit anderen Worten, Sie haben keine Daten und Fakten, außer diffuse Suchvorschläge nach Vorträgen vom Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Und alles andere deutschlandweit ist Propaganda der grünen NGOs. Das klingt etwas dünn und ärmlich, wenn ich das so sagen darf.

      Was Dr. Krall bei Banken- und Firmenpleiten, ist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. im Energiesektor. Obwohl das alles andere, als seine Kernkompetenz darstellt, wie er schon in seiner peinlichen „Studie“ zum E-Auto bewiesen hat. Ebenso wurde sein Aufsatz ‚Buffering Volatility‘ vom großen Rest der wissenschaftlichen Welt in der Luft zerrissen und mehrfach widerlegt. Ich denke, er sollte bei seinen Stärken bleiben, bei Themen, wo er wirklich als Koryphäe wahrgenommen wird.

      Es stellt sich zusehends mehr die Frage, warum einige Leute diesen Dampf so unreflektiert nachplaudern, statt nachzudenken. Lieber bezeichnet man völlig abwegig das Gros der Wissenschaftler als Propagandisten und ignoriert geflissentlich, dass auch Industrie und Mittelstand, die Netzbetreiber, ja selbst die Energieversorger längst eine Energiewende befürworten.
      Wer, bitteschön, sollte denn zehntausende von Menschen für diese sog. Propaganda bezahlen? Umsonst macht das keiner. Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass eher wenige als kompetent wahrgenommene Influencer für ihre „Gutachten“ und „Expertisen“ bezahlt werden?
      Warum? Damit die Stimmung in der Bevölkerung nicht komplett umschlägt.
      Cui bono? Beispielsweise die Ölindustrie, bis vor kurzem Russland, Banken, Spekulanten…

      Hier noch ein kleiner Lesetipp, falls Ihnen mal langweilig werden sollte:
      https://internationalepolitik.de/de/die-fossile-grossmacht-und-der-klimawandel

  7. Hier die Hymne der Energiewende:

    https://youtu.be/2C6ThAaxrWw

  8. @ Frau W: Sie fragen, das ist ja schon mal positiv. Ich antworte gerne. Bitte haken Sie ein, wo ich Ihrer Meinung nach falsch liege.

    Zu den „Verschwendern“. Das waren vor allem westliche Industriestaaten. Allerdings ist das durch ihren historischen Vorsprung begründet. Alle anderen wollen den gleichen Weg gehen. Heute haben wir unsere Produktion ausgelagert. Vor allem nach China, dass einerseits den größten Verbrauch fossiler Brennstoffe betreibt, andererseits aber damit die Turnschuhe und chemischen Vorprodukte für unsere Wirtschaften herstellt. Eine Drosselung des fossilen Verbrauchs bedeutet daher, keine Turnschuhe und insgesamt leere Regale. Die Shopping-Tour fällt aus. Für immer. Vielleicht können Sie auch darauf verzichten, aber ich sehe das nicht als Lösung. Denn da draußen sind Millionen Menschen, die etwas leisten, was Sie und ich auch brauchen, weil sie u.a. gerne etwas einkaufen.

    Und da wären wir bei Ihrer Frage, wen ich meine mit „verdient und intelligent“. Für mich ist jeder ein verdienstvoller Mensch, der seinen Beitrag leistet, in dem er seinen Lebensunterhalt erwirbt, Steuern zahlt, damit das Gemeinwesen arbeiten kann, und keinen großen Mist baut. Und die intelligenten schaffen es darüber hinaus auch noch zusätzlichen Mehrwert für alle zu schaffen. So kommt jeder etwas besser durchs Leben. Dafür bin ich jedenfalls dankbar. Ein Beispiel ist für mich Prof. Sinn, aber auch unseren Fugi zähle ich dazu. Und einige der Autoren hier, haben ihre Expertise auch nicht per Zuruf, sondern erarbeitet.

    Das die wohlhabenden Länder die Umwelt zerstören, ist meiner Meinung nach ein falscher Eindruck. Absolut haben Sie insofern Recht, dass ein nomadischer Stamm von 30 Menschen, der durch eine sonst unbesiedelte und unberührte Natur wandert, weniger Schaden an der Umwelt anrichtet, als ein Millionenvolk. Aber der Umweltverbrauch pro Kopf ist in den modernen und wohlhabenden Ländern viel kleiner. Wer die existenziellen Lebensprobleme beseitigt hat, legt eben auch Wert auf eine schöne und gesunde Umwelt. Wer hungert und friert – nicht. Und nur wer über eine moderne arbeitsteilige Wirtschaft verfügt, kann das überhaupt schaffen. Schauen Sie doch mal, was Ihnen morgen früh alles zum Frühstück zur Verfügung steht und überlegen Sie bitte einmal, woher das alles kommt und wieviel Arbeit in der Herstellung dieser Produkte steckt. Niemand könnte das in Eigenregie leisten.

    Den Stellenwert der Umwelt zeigte schon der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Welt. In der zweiten Welt versuchte man vergeblich, den materiellen Wohlstand der ersten einzuholen und erzeugte dabei eine unfassbare Umweltverschmutzung. Ich habe mir das nach 1989 in der DDR angesehen. Glauben Sie mir nicht, aber fragen Sie Menschen, denen Sie persönlich vertrauen, danach. Die werden das bestätigen.

    1. Die Rechnung funktioniert aber nur, weil Sie den Konsum nicht berücksichtigen. Die stets verbreiteten Zahlen vom wunderbaren Treibhausgas-Rückgang bzw. -Ausstoß in Industriestaaten beziehen sich lediglich auf den Primärenergieverbrauch direkt in diesen Ländern. Die Megatonnen an importierten Textilien, anderen Konsumgütern, Nahrungsmitteln und Viehfutter, die über den halben Globus transportiert werden, rechnet man schlauerweise den produzierenden Ländern zu. Das ist Greenwashing vom Feinsten. Im Referenzjahr 1990 wurde noch vieles im eigenen Land oder in wesentlich näher gelegenen Staaten produziert. Bezieht man diesen Faktor in die Berechnungen mit ein, stehen am Ende traurige 10% anstatt der wohlklingenden 40%.

      Etwas seltsam finde ich, dass Sie dieses Phänomen zwar einerseits zugeben: „Heute haben wir unsere Produktion ausgelagert“; andererseits aber so tun, als wären „moderne und wohlhabende Länder“ die Saubermänner des Planeten. Wer das Zeug konsumiert, ist auch verantwortlich, nicht der Produzent. Vielleicht brauchen Sie unbedingt zum Frühstück Avocado, Mango und Physalis, mit dem Flugzeug aus Peru importiert. Besonders schlau und klimafreundlich ist das nicht, auch wenn es die grüngewaschene Bilanz nicht weiter trübt. Selbiges gilt für Kleidung und Turnschuhe, aus Asien importiert, um dann ungetragen und nagelneu in der Acatama-Wüste Chiles abgeladen zu werden.

    2. „Es bestehen global gesehen sehr große Unterschiede im Konsumniveau. Der durchschnittliche Ausstoß einer*eines Deutschen liegt mehr als 60 % über dem Weltdurchschnitt und mehr als viermal so hoch wie der Wert von Indien.“
      https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/wie-hoch-sind-die-treibhausgasemissionen-pro-person
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/

    3. @ Jan und Michael

      Mir ist schon klar, dass der Konsum Ressourcen verschlingt. Im Unterschied zu Ihnen halte ich es aber nicht für erwartbar, dass die Menschheit in hinreichendem Maß

      a) auf Konsum freiwillig verzichtet, oder
      b) dazu gezwungen werden kann und gleichzeitig alle weiter arbeiten und leisten wie sie sollen.

      Vielmehr glaube ich, dass sich die noch vorhandenen Umweltprobleme mit weiterem technischen Fortschritt und wachsendem Wohlstand

      a) nebenbei erledigen, und
      b) dies auch der schnellste Weg ist.

      Es ist ein Glaube wohlgemerkt. Wir wissen es alle nicht. Mein Glaube beruht auf dem was uns die Geschichte gezeigt hat, und ja, ein bisschen auch auf, nennen wir es „Gottvertrauen“.

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