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Deutsche Bank: Nun muß die Fed retten – nur wen? Am besten die Deutsche Bank..

FMW-Redaktion

Ach, die Zeiten sind schwer, und ganz besonders schwer für die Deutsche Bank. Und weil im Frankfurter Büroturm der Deutschen Bank schon der Angstschweiß aus den Fahrstühlen tropft, ruft die Bank nun den Retter auf, die nicht-zu-Rettenden zu retten. Der Retter ist die Fed – und wenn die nicht rettet, sind die Märkte rettungslos verloren. Sagt die Deutsche Bank.

Weil die Mischung ist giftig. Sagt die Deutsche Bank in Gestalt ihres Teams für europäische Aktien, das von Dr. Sebastian Rädler geleitet wird. Furcht vor einem Einbruch Chinas, Stress im amerikanischen Energiesektor, fragile Bilanzen vor allem bei Finanzunternehmen in Europa (wer kann damit gemeint sein??!). Und deswegen schreibt die Deutsche Bank in einer Mitteilung gestern:

„Without policy intervention, there is more downside risk for equities“.

Übertitelt ist die Botschaft der Deutschen Bank mit der Überschrift: „The smell of default“ (der Gestank von Pleiten).

Bums. Besondere Sorgen macht der Deutschen Bank der Junk Bond-Sektor in den USA. Hier seien die spreads (also die Renditedifferenzen) zwischen investment grade und non-investment grade bonds über die Hochs aus dem Jahr 2011 hinaus geschossen. Damit gehe ein „Kreditzyklus“ zu Ende – und das alles habe das Potential einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, die in einem „full default cycle“ münden könne. Der Stress habe im Energiesektor begonnen, werde dort aber nicht enden. Und deshalb müsse nun Rettung her, und zwar konkret durch die Fed:

„To avoid a further rise in U.S. defaults, we will likely need to see a Fed relent, leading to a sustainable drop in the dollar, higher oil prices and reduced energy balance sheet stress“.

Wenn die Fed eingreifen würde, wäre also alles wieder gut: der Dollar schwächer, das Öl höher, keine Pleiten in den USA. Aber das Problem ist, wie die Deutsche Bank beklagt: die Fed will nicht so recht. Bislang nämlich gebe es keine Anzeichen eines Sinneswandels bei der amerikanischen Notenbank. Die Fed fokussiere sich zu sehr auf den Arbeitsmarkt in den USA, der noch stabil aussehe. Aber das sei eine gefährliche Täuschung – sollten die befürchteten Pleiten in den USA kommen, werde das automatisch auf den US-Arbeitsmarkt durchschlagen. Sollte das passieren, würden dann auch die europäischen Aktienmärkte noch einmal weitere 20% verlieren, so die Analyse der Deutschen Bank.

All das klingt nach einem verzweifelten Hilferuf einer angeschlagenen Großbank. Hoffentlich erhöhrt die Notenbank in Washington die Klage aus Frankfurt. Aber die Deutsche Bank hat in den USA ein ernsthaftes Problem: in ihren Reihen tummeln sich zwar viele Angelsachsen – aber eine echte Lobby, wie sie amerikanische Großbanken bei der Fed haben, hat die Deutsche Bank leider nicht. Und so wird wohl weiter der Angstschweiß fließen in Frankfurt..



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2 Kommentare

  1. Ich vermute, daß die FED – vielleicht in einem 1/4 Jahr – den Zins wieder senken wird. Anders als die Bank of Japan und die EZB kann die FED dies, weil sie ja den Zinssatz unlängst angehoben hatte.

  2. Angstschweiss bei der Deutschen Bank.I’am lovin it!

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