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Wir machen den gleichen Fehler wie bei Russland! Deutschland: Abhängigkeit von China steigt immer weiter

Sollte der Taiwan-Konflikt eskalieren, hat Deutschland ein großes Problem!

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Deutschland und seine Wirtschaft wird immer abhängiger von China – das zeigen neueste Daten!

Die Flash-Umfrage der Deutschen Außenhandelskammer in China während des Lockdowns in Shanghai schien ein klares Bild zu vermitteln: 32% der deutschen Unternehmen in China gaben an, geplante Investitionen aufzuschieben und 27% gaben an, dass sie ihr Geschäft in Asien weiter diversifizieren zu wollen.

Deutschland und China: Das Märchen vom Decoupling

Nicht nur wegen des „Zero-Covid“-Strategie in China, die zu allerlei Unwägbarkeiten führt, sondern auch wegen des schwelenden Taiwan-Konfliktes und Lehren aus der Covid-Pandemie und dem Ukraine-Konflikt macht das Wort „Decoupling“ – „Abkopplung“ – die Runde. Deutschland und seine Unternehmen sollten ihre Abhängigkeit von China vermindern. Vor allem in kritischen Industrien, wie z.B. medizinischen Vorprodukten.

Eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (DIW) zeigt nun: im ersten Halbjahr 2022 nimmt die Abhängigkeit von China zu, nicht ab.

Zunehmende Direktinvestitionen

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Alle Grafiken: DIW

Im Falle der Direktinvestitionen hatte sich eine Zunahme schon in der Flash-Umfrage der AHK angedeutet. Damals hatten 23% der Unternehmen angegeben, dass Teile der Supply Chain nach China verlegt werden, 22% sagten, sie wollten weitere Funktionen dorthin verlagern und 14% wollten mehr Investitionen im Reich der Mitte tätigen.

Im ersten Halbjahr 2022 haben nun die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen mit zehn Milliarden Euro ein neues Allzeithoch erreicht.
Dahinter steht die strategische Überlegung, das China-Geschäft der Unternehmen unabhängiger zu machen und im Notfall abzukoppeln.

Deutschland: Import aus China steigt stark – Export nach China nimmt ab

 

Ausfuhren einfuhren Wirtschaft Deutschland China

Zwar stiegen die gesamten Einfuhren nach Deutschland wertmäßig um 26.5%, doch die Importe aus China stiegen überproportional stark um 45.7% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021. Somit stiegen die Importe aus China prozentual an den Gesamtimporten an. Die Exporte schwächten sich unwesentlich von 7.5% auf 7.4% ab. Dies dürfte der relativen Schwäche der chinesischen Wirtschaft geschuldet sein.

Handelsbilanz auf Rekordminus

Das Ergebnis aus gestiegenen Importen und praktisch gleichbleibenden Exporten ist eine Steigerung des Außenhandelsdefizit auf 40,8 Milliarden Euro. Diese fast 41 Milliarden Euro beziehen sich nur auf das erst Halbjahr. Schon jetzt befindet sich also das deutsche Defizit gegenüber China auf einem Rekordniveau. Der Yuan befindet sich seit Monaten in einem Abwärtstrend gegenüber dem Euro und dem US-Dollar. Es ist also zu erwarten, dass das Warenvolumen noch einen höheren Anteil hat, als es der Warenwert ausdrückt.

Deutschland China Asssenhabdelsdefizit

Aus Krisen nichts gelernt

Die Wirtschaft in Deutschland scheint also weder aus der Pandemie noch aus dem Ukraine-Konflikt gelernt zu haben. Statt die Abhängigkeit zu vermindern, vergrößert sie diese. Sollte der Taiwan-Konflikt eskalieren, könnte dies potentiell noch größere Probleme verursachen, als die plötzliche Abkoppelung von Russland.

Während Deutschland von Russland „nur“ von Gas abhängig sind, würde ein plötzlicher Ausfall der Lieferungen aus China praktisch jeden Lebensbereich betreffen – außer Toilettenpapier, das wird glücklicherweise überwiegend in Europa hergestellt. Immer noch haben deutsche Manager die Dollarzeichen in ihren Augen, wenn sie an China denken. Und deutsche Konsumenten verlangen wie selbstverständlich, dass alles einfach nur billig ist.

Hoffen wir, dass wir eines Tages nicht wieder aufwachen und feststellen, dass wir uns wieder in eine Krise navigiert haben, in die wir sehenden Auges gesegelt sind. Alternativen zu China gibt es, man muss es nur wollen.



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8 Kommentare

  1. Unfähigkeit, weil die Regierung und Konzernlenker kein Nationales Interesse sehen.
    Wir werden Brennholz suchen,während unsere Regierung und Konzernlenker vom selbstlosen Aufgehen und Auflösen in Europa träumen.

  2. Deutschland wird immer in Abhängigkeit mit anderen Ländern sein. So ein Quatsch. Wir haben nun mal keine Bodenschätze. Ich hätte da eine Idee. Wir werden ein Agrarland und leben am Existenzminimum mit wiederkehrenden Hungerkatastrophen. Aber egal Hauptsache unabhängig. Man könnte ja auch einfach mit allen Ländern friedlich existieren, aber das ist ja nicht gewollt.

  3. Die Volksrepublik China hat aktuell einen Wettbewerbsvorteil in Sachen Chipindustrie/für Smartphones, Waffenindustrie errungen. Staatspräsident Xi Jinping ist aufgerufen, am anstehenden G20-Gipfel in Indonesien höchstpersönlich teilzunehmen, und sich dort für eine Kooperation von Audible, EU-KI-Start-Ups und chinesische Seltene Erden/für Kopfhörer auszusprechen.

  4. China führt einen Wirtschaftskrieg gehen den Westen. Zero Covid gehört zur Strategie, um die Lieferketten nach Europa und die USA gezielt zu stören. So blöd können die Kommunisten gar nicht sein zu wissen, dass Zero Covid zur Pandemiebekämpfung nichts taugt.

  5. Die Schlussbemerkungen (unter „Aus Krisen nichts gelernt“) kann ich nur zu 100% zustimmen! Mit abstoßenden, unberechenbaren Diktaturen sollte man einfach keine Geschäfte machen – oder zumindestens auf ein Minimum reduzieren! Sonst bekommt man irgendwann die Quittung dafür serviert. Einfach mal mehr Gewicht auf Demokratie und Menschenrechte legen, und nicht immer nur auf das große Geschäft schielen, was am Ende dann auch noch im großen Minus-Geschäft mündet.

    1. Unberechenbar.
      Natürlich stehen wir für unsere Demokratien ein.
      Gerade deswegen müssen wir unsere eigenen Regierungen kritisch beobachten. Nicht nur in Richtung Einpersonenkultregierungen.
      Was passiert hier, und wo hören wir nicht hin?
      DIE USA HABEN 2017 18, Russland und China als Feind erklärt.
      Die USA haben damals den Handelskrieg mit China ausgelöst.
      FUGMAN hat damals die Schaukelbörse nach oben durch Trumps Worte:
      Wir werden Strafzölle erheben. BÖRSE NACH UNTEN
      Nein doch nicht. BÖRSE STARK NACH OBEN.
      Eine ganze Weile hin und her.
      NORDKOREA.
      Die USA haben alle Atomabrüstungsverträge einseitig nicht verlängert.
      HERR TRUMP, HIER IST DER SALT VERTRAG.
      TRUMP, WAS IST DAS.
      Und, und , und.
      Warum? Warum? Warum.
      Es tut mir leid wenn wir auf unsere eigenen Regierungen Kritik ausüben.
      Das ist halt eben Demokratie.

  6. Pingback: Nachrichten vom 24.08.2022 | das-bewegt-die-welt.de

  7. Wir importieren aus folgenden Gründen mit absteigender Priorität aus China technische Produkte und Metallerzeugnisse:
    1. Ein Großteil der Mitarbeiter europäischer Produzenten demonstriert Arroganz, Trägheit und lebt sowie äußert das Gefühl, dass uns doch nichts passieren kann. Sie sind in Urlaub, Home Office, Corona krank, … Das Geschäftsinteresse ist oftmals sehr gering und das Reaktionsverhalten schlecht. Aus China bekommen wir meistens noch eine Antwort innerhalb von 5 Minuten, obwohl es dort bereits 21 Uhr ist.
    Das Engagement in China ist vorhanden, insbesondere in Deutschland kommt mir der Vergleich mit dem Untergang des „alten Rom“ in das Gedächtnis, nur dass der Deutsche keinen Streitwagen, sondern Porsche und Co. fährt.
    2. In den Großunternehmen arbeiten viele Mitarbeiter nur einen Bruchteil der sowieso schon geringen Arbeitszeit, der Rest wird verbummelt. U.a. deshalb sind viele Produkte völlig überteuert.
    Bei Ersatzteilen verdienen sich viele europäische Unternehmen eine goldene Nase, indem sie ein Mehrfaches des Einkaufspreises weiterberechnen.
    Diese Abzockmentalität finden wir in China nicht vor.
    Solange Beschäftigte und Unternehmer der westlichen Industrienationen sich lieber auf ihren Lorbeeren ausruhen als Einsatz zu bringen, bleiben wir wohl bei den chinesischen Lieferanten.

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