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Europa

Deutschland: Industrie fällt immer weiter in die Rezession mit stärkstem Rückgang der Auslandsnachfrage seit sechs Jahren – Dienstleister dagegen fröhlich

Der fast ungebremste Fall der deutschen Industrie gewinnt weiter an Dynamik!

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Der fast ungebremste Fall der deutschen Industrie gewinnt weiter an Dynamik, wie der soeben veröffentlichte Einkaufsmanagerindex aus Deutschland zeigt. So fiel der Index für das Gewerbe (Industrie) von im Vormonat 49,7 auf nun nur noch 47,6 (schlechtester Wert seit 74 Monaten; Prognose war 50,0) – und zeigt damit an, dass die Indsutrie in Deutschland tief in der Rezession steckt!

Es sind – anders als in den letzten Jahren des Booms in Deutschland – die Dienstleister, die das Gesamtbild „retten“. So kletterte der Index für die Dienstleister von 53,0 im Vormonat auf nun 55,1 (Prognose war 52,8) und damit auf den höchsten Stand seit fünf Monaten.

Dazu bemerkt IHS Markit, das die Daten erhebt:

 

„Die deutsche Wirtschaft war im Februar dank des beschleunigten Geschäftswachstums im Servicesektor leicht im Aufwind. In der exportlastigen Industrie verschärfte sich die Krise hingegen aufgrund des stärksten Rückgangs der Auslandsaufträge seit über sechs Jahren.“

Die Industrie dagegen leidet nicht nur durch den Automobilsektor (ein Faktor, der durch die neuen Zulassungsbestimmungen ausgelöst und daher wohl vorübergehend ist), sondern unter der schwachen Nachfrage vor allem aus China und dem innereuropäschen Wettbewerbsdruck:

„Rückläufig war die Nachfrage laut Umfrageteilnehmern nicht nur seitens des Automobilsektors, sondern auch aus Asien (insbesondere aus China), was oft mit den angespannten Handelsbeziehungen und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck in Verbindung gebracht wurde.“

Und sogar gibt es ein schizophrenes Bild der deutschen Wirtschaft: die Dienstleister „sind gut drauf“, weil der Binnenkonsum offentichtlich gut läuft, die Hersteller jedoch sind so pessimistisch wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr:

„Ausschließlich dem verbesserten Ausblick der Dienstleister war es zu verdanken, dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Februar insgesamt wieder optimistischer ausfielen als in den vier Vormonaten. Die Hersteller blieben jedoch pessimistisch, hier sanken die Erwartungen sogar auf den tiefsten Wert seit über sechs Jahren.“

Faktisch bedeutet das: die deutsche Binnekonjunktur zehrt von der guten Konjunktur der letzten Jahre, aber der Niedergang der deutschen Indsutrie wird nicht ohne Folgen bleiben: geht das so weiter, werden die Industrie-Unternehmen früher oder später Mitarbeiter entlassen und Investitionen zurück fahren – und das wird dann auch auf den Binnenkonsum negativ wirken, der eher ein nachlaufender Indikator ist!

Und: die Industrie ist in Deutschland – anders als in den meisten anderen Ländern – von zentraler Bedeutung! Man darf daher schon auf die morgen anstehende zweite Veröffentlichung des deutschen BIPs aus dem 4.Quartal gespannt sein mit der Frage, ob aus 0,0% doch ein Minus wird und damit Deutschland offiziell in der Rezession ist!


Von Gerd W. Zinke – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=768681

4 Kommentare

4 Comments

  1. Paul

    21. Februar 2019 11:59 at 11:59

    Wie war das nochmal 2009?
    KURZARBEIT….und heute bei der immer mehr Digitalisierung in fast jedem Bereich,wirds Entlassungen wie Sand am meer geben!
    Fazit:
    Mieten auf hyperinflationaerer Basis,Arbeitslose ohne Ende,noch mehr Tafeln werden noetig sein und der/die alte Frau/Mann hat keinen Power mehr sich zu wehren bzw.sich das zu holen,was ihr/ihm zusteht!
    Danke fuer den kapitalistischen Globalismus,wodurch nur der kl.Mann/Frau(Staats-Lakaien i.d.Mehrheit) das nachsehen hat…
    Fragt mal eure Grosseltern,was Hunger bedeutet und vorallem mit dem DANN wertlosen EURO in der Tasche!?
    …The day will come and then you will know what I mean…

    • Evi

      21. Februar 2019 18:08 at 18:08

      Mieten dürfen nur 20% in 3 Jahren steigen. Da steht eher zu befürchten, dass die Vermieter kein vernünftiges Einkommen mehr generieren können, wenn ihre Mieter arbeitslos werden.
      Die „Staats- Lakaien“ bleiben vorerst durch ihren Beamtenstatus abgesichert.
      „Der Steuerzahler“ garantiert vollumfänglich.
      Alte Männer und Frauen sollen ja schon heute sozialverträglich frühentsorgt werden.

  2. Matthias

    21. Februar 2019 15:39 at 15:39

    Der kommende Rezession zeichnet sich im Auto-Dax incl. seiner kl. Brüdern (MDax, SDax)bereits ab.
    2018: Senkung der Gewinnprognosen v. Dt. Autobauer u. Zulieferern
    2019: sinkende Gewinnerwartungen + Dividendenstreichungen (siehe Daimler u. Leoni)
    2020: Kapitalerhöhungen, Entlassungen u. Streichung nicht tragfähiger Konzepte(z.B. Elektromobilität)
    Einen Vorgeschmack bietet z.B. ElringKlinger, wo fast schon 2008er Tiefstkurse erreicht werden.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 22.2.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Erzeugerpreise mau: Strom +8,4%, Schweine +18%, Kartoffeln +16%, Butter -31%

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Die Erzeugerpreise sind neben den Großhandelspreisen und Importpreisen der wichtige Indikator für die letztendlichen Verbraucherpreise (Inflation). Vor wenigen Augenblicken hat das Statistische Bundesamt die Erzeugerpreise für den Monat Juli veröffentlicht. Sie steigen um 1,1% gegenüber Juli 2018. Die prozentuale Steigerungsrate ist somit weiter rückläufig nach 1,2%, 1,9% und 2,5% in den drei Vormonaten. Ohne Erzeugerpreise für Energie wäre der Schnitt nur um 0,7% gestiegen. In den einzelnen Bereichen erzeugter Produkte sieht man enorme Preisveränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Hier Details der Statistiker im Wortlaut:

Den höchsten Einfluss auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt hatte im Juli 2019 die Preisentwicklung bei elektrischem Strom. Dieser war um 8,4 % teurer als im Juli 2018 (+2,2 % gegenüber Juni 2019). Energie insgesamt war um 2,1 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat Juni 2019 stiegen die Energiepreise um 0,7 %.

 

Verbrauchsgüter waren im Juli 2019 um 1,7 % teurer als im Juli 2018. Gegenüber dem Vormonat Juni 2019 sanken diese Preise um 0,2 %. Nahrungsmittel waren um 2,2 % teurer als im Vorjahresmonat. Die höchsten Preisveränderungen gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen auch im Juli 2019 Schweinefleisch (+18,1 %) und verarbeitete Kartoffeln (+15,8 %) auf. Billiger als im Juli 2018 waren insbesondere Butter (-31,4 %) und Zucker (-16 %). Kaffee kostete 6,3 % weniger als ein Jahr zuvor.

Die Preise für Investitionsgüter lagen im Juli 2019 um 1,5 % höher als ein Jahr zuvor. Gebrauchsgüter waren im Juli 2019 um 1,3 % teurer als im Juli 2018.

Vorleistungsgüter waren im Juli 2019 um 0,7 % billiger als im Juli 2018. Einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es letztmalig im September 2016 gegeben (-1,1 %). Gegenüber dem Vormonat Juni 2019 sanken diese Preise um 0,4 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem elektronische integrierte Schaltungen (-14 %). Metallische Sekundärrohstoffe kosteten 13,6 % weniger, Metalle 2,7 % weniger. Einen überdurchschnittlich hohen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen unter anderem Edelmetalle und Halbzeug daraus (+10,8 %), Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+7,8 %) und Getreidemehl mit einem Plus von 7,0 % auf.

Erzeugerpreise Juli Chart

Erzeugerpreise Deutschland Juli

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Europa

Leistungsbilanz Eurozone: Überschuss sinkt deutlich, so gering wie seit 2017 nicht mehr

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Die sogenannte „Leistungsbilanz“ beinhaltet nicht nur Außenhandelsüberschüsse und Defizite im Warenhandel, sondern auch aus Dienstleistungen, Kapitalerträge usw. Sie spiegelt also den effektiven Geldfluss wieder und gibt an, ob ein Land oder ein Wirtschaftsraum unterm Strich Mittelzuflüsse oder Mittelabflüsse erlebt. Für die Eurozone hat die EZB heute den aktuellsten Wert für die Leistungsbilanz für den Monat Juni präsentiert. Mit einen Überschuss von 18,0 Milliarden Euro hat man 11,7 Milliarden Euro schlechter abgeschnitten als noch im Mai mit +29,7 Milliarden Euro.

Im Januar (sechster Balken von rechts) gab es ein kurzes Aufflackern nach oben, was im Februar und März nach unten korrigiert wurde. Jetzt hat der Überschuss den niedrigsten Wert seit Anfang 2017 erreicht. Die Grafik zeigt den gesamten Saldo als blaue Linie, wo man aktuell den Abwärtshaken erkennen kann. Das Sekundäreinkommen (blaue Balken) ist ansteigend. Dabei geht es um Gelder, die von Ausländern in der Eurozone verdient und dann in ihre Heimat transferiert werden. Dieses Geld wird also den Volkswirtschaften in der Eurozone entzogen, und ist somit der einzige Negativwert bei der Errechnung der Leistungsbilanz.

Dann haben wir den Warenhandel (orange Balken), der traditionell für Europa dank der Exporte immer im positiven Bereich liegt, vor allem dank der immensen deutschen Überschüsse. Man kann im letzten Balken (Juni) einen Rückgang im Warenhandelsüberschuss sehen in Relation zum Vormonat. Der rote Balken steht für die Überschüsse im Außenhandel mit Dienstleistungen. Auch er schrumpft Das Primäreinkommen (in grün, vor allem Kapitalerträge und Investments aus dem Ausland) wird ebenfalls kleiner!

 

In den 12 Monaten bis inklusive Juni 2019 entstand für die Eurozone ein Überschuss in der Leistungsbilanz in Höhe von 318 Milliarden Euro. In den 12 Monaten davor (bis Juni 2018) waren es noch +391 Milliarden Euro. In diesem aussagekräftigeren Vergleich erkennt man einen deutlichen Rückgang der Überschüsse. Aber hey… im Vergleich zur Außenhandelsstatistik der USA leben wir hier immer noch in paradiesischen Zuständen. Es strömt netto viel Geld nach Europa.

Leistungsbilanz Eurozone Juni

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Europa

Bundesbank: BIP-Minus im 3. Quartal möglich, konkrete Gründe für die schwache Konjunktur

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Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht August veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass auch im laufenden Quartal „die wirtschaftliche Aktivität leicht zurückgehen könnte“, so die Bundesbank wortwörtlich. Ein Ende des Abschwungs in der Industrie sei noch nicht erkennbar. Dieser Abschwung könne außerdem nach und nach einige Dienstleistungsbereiche in Mitleidenschaft ziehen. Der Bau könnte wohl noch gegenläufig wirken. Aber lesen Sie selbst, hier die Bundesbank auszugsweise im Wortlaut:

„Dabei läuft die Binnenwirtschaft noch gut, die Schwäche konzentriert sich bislang auf die Industrie und den Export. Wichtige Gründe sind die internationalen Handelskonflikte und der Brexit“, sagte Weidmann. Der leichte wirtschaftliche Rückgang betraf laut aktuellem Monatsbericht der Bundesbank viele Branchen in Deutschland: „Im Bau- und Gastgewerbe sanken die Umsätze. Der Großhandel geriet in den Abwärtssog der Industrie“, schreiben die Fachleute. Lediglich der Einzelhandel und einige sonstige Dienstleistungsbereiche dürften für positive Impulse gesorgt haben.

So habe sich der Abschwung in der Industrie etwas verstärkt, weil die Nachfrage aus dem Ausland gesunken sei. Besonders die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich seien im Frühjahr schwach ausgefallen. Ein Grund dafür sei der zunächst für Ende März angesetzte Brexit-Termin gewesen. Dieser habe umfangreiche Vorratskäufe im Vereinigten Königreich in den Wintermonaten zur Folge gehabt. Das führte im Frühjahr zu einer Gegenbewegung. Zudem bremsten Sondereffekte, die im ersten Quartal die Konjunktur gestützt hatten, die grundsätzlich noch intakten binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte spürbar. So sei die Bauproduktion kräftig gefallen, nachdem sie im Winter aufgrund der günstigen Witterung noch stark gestiegen sei. Bei den Autokäufen wiederum sei die Nachfrage, die sich aufgrund von Lieferengpässen im vergangenen Jahr aufgestaut hatte, bereits zu Beginn des Jahres 2019 weitgehend bedient worden. Daraufhin sei sie im Frühjahr nicht mehr gestiegen. Dies habe den privaten Konsum gedämpft, so die Ökonominnen und Ökonomen.

 

Auch die Nachfrage schwächelte auf breiter Basis. Vor dem Hintergrund der kräftig gesunkenen Exporte und „angesichts der rückläufigen Kapazitätsauslastung sowie der gedämpften Perspektiven im Verarbeitenden Gewerbe hielten sich die Unternehmen bei Investitionen in neue Ausrüstungen und Anlagen vermutlich zurück“, schreiben die Expertinnen und Experten in dem Bericht. Auch die Bauinvestitionen seien zurückgegangen.

Bundesbank in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kandschwar CC BY-SA 3.0

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