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Die globalen Öl-Lager sind wichtiger als man denkt – trotz Fördermengenkürzungen bleiben sie voll

Heute betrachten wir mal die Öl-Lager im globalen Maßstab. Zunächst gehen wir aber nochmal auf die US-Lagerbestände von gestern ein, die am transparentesten sind und wöchentlich vermeldet werden. 13 Wochen am Stück waren sie gestiegen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute betrachten wir mal die Öl-Lager im globalen Maßstab. Zunächst gehen wir aber nochmal auf die US-Lagerbestände von gestern ein, die am transparentesten sind und wöchentlich vermeldet werden. 13 Wochen am Stück waren sie gestiegen (Chart), und verharren nun auf einem Rekordniveau mit einem Rückfall von gerade mal 2 Millionen Barrels in den letzten beiden Wochen bei 532 Millionen Barrels. So schön dieser minimale Rückfall aktuell auch war, so ist den Terminmarkt-Tradern gestern doch wohl klar geworden: Hey, trotz OPEC-Kürzungen sind die Lager voller denn je. Dementsprechend, nach mehren Minuten Hin und Her-Handeln durch die ALGOS (Computerprogramme), brachten die Trader den Ölpreis dann gestern ab 16:30 Uhr deutscher Zeit runter von 52,40 auf 50,05 Dollar im WTI-Kontrakt. Was für ein Absturz. Seitdem hat sich der Ölpreis auf 50,80 Dollar leicht erholt, aber so ein Abverkauf war schon seit Wochen durch die hohen US-Lager eigentlich überfällig.

Aber na klar, wir bei FMW wussten es ja schon vorher (Scherz). Und was machen die Lagerbestände außerhalb der USA? Diverse Daten wie auch die Aussagen der OPEC selbst zeigen, dass OPEC und Nicht OPEC-Staaten ihre Fördermengenkürzung von 1,8 Millionen Barrels pro Tag inzwischen komplett umgesetzt haben, die am 30. November beschlossen wurde. Die Vereinbarung gilt bis Ende Mai, und wird womöglich um weitere sechs Monate verlängert. Das wäre auch bitter nötig, denn wie man sieht, sind auch die internationalen Lagerbestände weiterhin randvoll, trotz Kürzungen.

Hier schlagen die Fördermengenzuwächse der Fracker voll zu! Laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) lagen die Öl-Lagerbestände der OECD-Staaten (die stehen für gut die Hälfte des weltweiten Öl-Konsums) im Dezember, also vor Beginn der Kürzungen, bei 286 Millionen Barrels über dem Fünfjahresdurchschnitt der Lagermengen. Im Februar waren es 330 Millionen Barrels über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Lager der OECD-Mitglieder (35 Länder) stiegen laut IEA von 2,98 Milliarden Barrels im Dezember auf 3,06 Milliarden Barrels im Januar, weil kurz vor dem Start der Fördermengen-Kürzungen Anfang 2017 noch rasch steigende Mengen auf den Markt geworfen wurden.

Die Lager sind also aufgrund dieses Verzögerungseffektes immer noch zu voll, und die Fracker halten mit steigenden Mengen zu sehr dagegen. Nimmt man IEA-Projektionen als korrekte Annahmen an, dann könnten zu Ende Mai die Lager in den OECD-Staaten grob geschätzt so voll sein wie vor der Kürzung. Einige Bankanalysten glauben an immer noch zu voller Lager, andere sind der Meinung, dass sich viele Lager außerhalb der OECD-Länder zuletzt schneller geleert haben. Nachprüfen lässt sich das aber nicht. Als Indiz dafür, dass die globalen Lager doch noch randvoll sind, kann man auch die jüngsten Aussagen des saudischen Energieministers ansehen.

Der sagte nämlich, dass es grundsätzliche Einigungen gäbe, dass die große Kürzung aus OPEC und Nicht OPEC-Staaten über den Mai hinaus verlängert werde, weil die Lagerbestände immer noch zu hoch seien. Bleibt man über den Mai hinaus bei der jetzigen Kürzung von 1,8 Millionen Barrels, kommt es dann im Rest des Jahres 2017 mehr denn je auf die Fracker an. Können, wollen und werden sie ihre Fördermenge so kräftig hochfahren, dass die Kürzungen damit ausgeglichen werden? Dann würden die Lager weiter voll bleiben, und der Ölpreis hätte weiterhin ein Problem.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    vogel

    20. April 2017 13:03 at 13:03

    Sehr interessanter Artikel.
    Mich würden in diesem Zusammenhang auch die aktuellen Daten zur Entwicklung des US-Erdöl v e r b r a u c h s interessieren.
    Nicht, daß man demnächst überrascht feststellen muß, es war schon die beginnende Rezession der US-Wirtschaft, die hier so ihre Zeichen „sendet“. ;-)

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