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Die jährliche Warren Buffett-Show: Solide Zahlen und klare Worte

FMW-Redaktion

Der Quartalsgewinn von Berkshire Hathaway ist im Vergleich zum 1. Quartal 2015 um 8% gestiegen auf 5,6 Milliarden Dollar – ein respektables Ergebnis. Man kann immer über einzelne schwächelnde Bereiche des Firmen-Kongolomerats diskutieren – aber darin liegt die Stärke der Firma. Läuft es hier mal schlecht, läuft es woanders gut. Nur in einer breit angelegten Rezession könnte wohl auch Berkshire nur schwer Gewinne erziehen. Aber im Gegensatz zu anfälligen einseitig aufgestellten Firmen ist Berkshire so diversifiziert aufgestellt von Bahnbetreibern über Coca Cola bis hin zu Versicherungen, dass man bisher durch alle Krisen glänzend durchkam. Die Aktie liegt im Jahresvergleich minimal im Plus – also so weit alles ok im Universum von Investorenlegende Warren Buffet.

Warren Buffett
Warren Buffett. Foto: Mark Hirschey / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Berkshire Hathaway

Auch der Kursverlauf der Aktie ist im Großen und Ganzen vergleichbar mit einer Indexnachbildung des Dow.

brk

Wie immer versuchten am vergagenen Wochenende die 40.000 zur HV angereisten Buffet-Jünger Weisheiten des Gurus zu erhaschen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Eine davon lautete z.B. „Halte dich von Anlageberatern fern.“ Auch wies Warren Buffet erneut auf eine bereits seit acht Jahren laufende Wette zwischen ihm und dem Hedgefonds Protégé Partners aus New York hin. Es geht dabei um die Performance von Hedgefonds im Vergleich zum stinklangweiligen S&P 500 Gesamtmarktindex. Buffet wettete mit dem Fonds um 1 Million Dollar, dass der S&P auf Sicht von 10 Jahren besser laufe aus eine Auswahl von vorher bestimmten Hedgefonds.

Nach inzwischen acht Jahren liege er mit seiner Wette verdammt gut in Führung so Buffet, 65,7% Plus im S&P 500 gegen 21,9% bei den Hedgefonds. Da mag so mach ein anwesender Hedgefondsmanager erstmal in Deckung gegangen sein. Buffet wies die versammelte Anlegerschaft darauf hin, dass die meisten dieser Fonds ihre Gebühren nicht verdienen würden – solche „Vehikel“ wie er sie nennt würden Kapital fressen wie verrückt. Fazit von Buffett: Geldanlagen in Hedgefonds liebe Anleger, das ist reine Geldverschwendung. Da können wir uns im Groben gesagt anschließen. Oft verlangen Hedgefonds immens hohe Verwaltungsgebühren und Gewinnbeteiligungen. Buffett sagte auch Berater hätten Pensionsfonds und sonstige Großanleger in die Arme von Fondsmanagern mit extrem hohen Gebühren getrieben, die am Ende schlechter als die Indizes performt hätten.

Oft leben viele Hedgefondsmanager von ihrem einstmals guten Ruf als Trader mit dem goldenen Händchen, das einige früher vielleicht mal hatten. Daher schmeißen Anleger oft nur dem guten Namen des Fondsmanagers Geld hinterher – die Quittung folgt dann natürlich später. Auch bei breit anlegten Auswertungen in Deutschland kann man für „ganz normale“ Investmentfonds sagen: Die meisten schneiden schlechter ab als Indizes wie der Dax. Wer einfach einen Indexfonds kauft, fährt idR besser und spart noch einen Haufen Gebühren.

Angesprochen auf den US-Präsidentschaftswahlkampf und einen möglichen Präsidenten Donald Trump sagte Buffett sinngemäß zusammengefasst, dass man sich keine Sorgen machen müsse. Auch unter Trump werde es den Firmen im Berkshire Hathaway-Universum gut gehen.



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