Aktien

Die Panik in der Vorwoche: was ist passiert?

Es war ein unguter Mix in der letzten Handelswoche, der die Märkte in Panik versetzt hatte: schwache Konjunkturdaten aus den USA, Angst vor einem Wiederaufflammen der Eurokrise, Ebola etc.

Will man das Geschehen mit einem Satz zusammenfassen, kann man sagen: verkauft wurde alles, was irgendwie liquide ist. Und besonders liquide sind der US-Bondmarkt und der US-Aktienmarkt – anders als etwa die High-Yield-Anleihemärkte. Daher tobte sich der Drang nach Sicherung von Liquidität insbesondere am US-Anleihenmarkt sowie am US-Aktienmarkt aus.

Bei US-Staatsanleihen spekulieren die meisten Marktteilnemer auf einen Anstieg der Rendite, sind also faktisch short in US-Anleihen. Als das Drama begann, stellten viele ihre Short-Positionen glatt – das Volumen dabei war gigantisch. So wurden beim größten interdealer-broker für US-Staatsanleihen, ICAP Plc, Transaktionen von fast einer Billionen US-Dollar durchgeführt – das größte je gemessene Volumen bei ICAP Plc, 40% über dem bisherigen Höchstwert.

Ähnlich die Situation am US-Aktienmarkt. Am 15.Oktober wurden 11,9 Milliarden Aktien gehandelt – so viel wie seit 2011 nicht mehr, als die Euro-Schuldenkrise zu Panikreaktionen geführt hatte. Der Dow Jones hatte am 15.Oktober eine Tagesrange von 458 Punkten – erstmals wieder seit 2011. Dementsprechend stark dann auch der Ansteig der Volatilität (+35%), die zuvor nahe historischen Tiefständen geblieben war. Man sieht: geringe Vola ist eigentlich ein Warnzeichen, obwohl viele Algos bei geringer Vola tendenziell Kauforders geben.

Was den Märkten noch schwer zu schaffen machen kann, ist der starke Anstieg der Positionierungen bei US-Unternehmensanleihen – hier hat sich das Volumen seit 2007 verdoppelt. Käufer sind zumeist Mutual Funds, die auch großflächig vergleichsweise illiquide High-Yield-Anleihen („junk“) gekauft haben. Nicht zufällig warnt der IWF daher, dass durch die hohe Positionierung vieler institutioneller Player in illiquiden Kreditmärkten die Stabilität der Märkte insgesamt in Gefahr geraten könnte. Dass diese Warnung sehr berechtigt ist, haben wir in der letzten Woche gesehen..



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