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Dirk Müller über den Crash – und wie wir uns jetzt wirtschaftlich ruinieren

Markus Fugmann

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Dirk Müller hält den fast totalen „shutdown“ der Wirtschaft, den wir nun wegen des Coronavirus beginnen, für einen katastrophalen Fehler! Die Bundesregierung habe versagt und viel zu spät reagiert, wie Dirk Müller in einem Video vom letzten Freitag ausgeführt hat. Nun steht die Wirtschaft still, es droht ein deflationärer Schock und ein Kredit-Crunch.

Daher ist Cash jetzt King – das ist auch der Grund, warum etwa sichere Häfen wie Gold im Preis fallen. Viele brauchen jetzt angesichts des Krise Liquidität und müssen daher diese sicheren Häfen in Cash umwandeln, schon um bestehende Schieflagen bei anderen Investments möglichst zu stabilisieren, wie Dirk Müller richtig erkennt.

Was ist jetzt anders geworden? Die Märkte müssen nun erkennen, dass die Notenbanken nicht – wie jahrelang geglaubt – die totale Kontrolle haben. Die Notenbanken sind entzaubert – das haben die Reaktionen der Aktienmärkte deutlich gezeigt, etwa mit dem größten Abverkauf der Wall Street seit dem Crash 1987. Und das trotz der dramatischen Zinssenkung der Fed um 1% in der Nacht von Sonntag auf Montag. Dirk Müller zeigt in dem Video vom Freitag (siehe oben die Verlinkung), was für eine immense Tsunami-Welle da auf uns zurollt mit Millionen von Menschen, die jetzt vor dem ökonomischen Nichts stehen.

Nun stehen wir vor einer dramatischen Zwangslage: entweder wir machen weiter wie bisher, lassen die Wirtschaft offen und riskieren damit eine Ausweitung der Pandemie. Oder wir schließen die Wirtschaft und laufen in einer ökonomische Krise, die mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 vergleichbar ist. China hat sich entschlossen, die Wirtschaft wieder an den Start zubringen, selbst wenn dann viele Menschen dadurch sterben werden, erkennt Dirk Müller. Kommen wir an den Punkt, wo wir denselben Weg wie China gehen, um den totalen wirtschaftlichen Kollaps zu vermeiden?

So oder so: alle bisherigen Gewißheiten sind durch das Coronavirus in Frage gestellt. Die Exzesse der Vergangenheit vor allem in den USA mit exzessiver Verschuldung, Aktienrückkäufen und und und: man hat besonders in Trump-Land die Zukunft bereits in der Gegenwart verkonsumiert. Das Coronavirus stürzt diesen Größenwahn vom Sockel – vermutlich wird es auch den Repräsentanten dieses Exzesse par excellecne, nämlich Donald Trump, vom Sockel stoßen. Kaum ein Land hat so schlechte Voraussetzungen für diese Krise wie die USA mit einer Kombination aus einem schlechten Gesundheitssystem und exzessiver Verschuldung von Staat, Unternehmen und Konsumenten. Cash ist King, Schulden sind schlecht – und von letzterem haben die Amerikaner ausserordentlich viel!

Wir empfehlen das oben verlinkte Video von Dirk Müller – und zeigen an dieser Stelle seinen Beitrag zur Lage von gestern Abend:

Dirk Müller über den Crash und die aktuelle Panik

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Hinterfrager

    17. März 2020 17:08 at 17:08

    Na das ist doch mal ’ne echt weitblickende und v.a. ethisch bestens zu vertretene Alternative: Wir geben uns ganz dem Primat der Wirtschaft hin (in der Finanzkrise noch vom selben „Mr. DAX“ heftigst kritisiert, aber so sind halt recht gedächtnisschwache Opportunisten gestrickt!) und lassen notfalls ein paar zehntausend Menschen über die Klinge springen, allen voran natürlich die Ältesten und Schwächsten – und verschleißen zwischendurch noch ein paar tausend Mediziner und Pflegeangestellte! Ja, das ist Ethos pur, Herr Müller, schon gemerkt?!

    Aber macht ja nichts, solange man nicht – wie viele dies etwa in Italien gerade erleben – selbst oder seine Liebsten betroffen sind. Spätestens dann dürfte das überaus meinungsstarke wie flexible Fähnchen (das irgendwie im ach so bösen Mainstream in den letzten Monaten so gar nicht mehr gefragt zu sein scheint) wieder in die andere Windrichtung gehalten werden…

    Übrigens: Wenn die deutsche Regierung aufgrund der offensichtlichen Luschigkeit diverser Anti-Corona-Maßnahmen jetzt schon viel zu streng mit Wirtschaft & Co. umspringt, wie sieht es dann erst mit Österreich oder den zahlreichen mittelost- und osteuropäischen Ländern aus, die bereits zuvor sehr radikal das öffentliche Leben heruntergefahren und ihre Grenzen dicht gemacht haben? Sind es nicht gerade die AfD- bzw. Orban-affinen Visegrad-Staaten, die hier einen Testlauf zur Grenzschließung mit einer ganz anderen Intention im Hinterkopf verfolgen und dabei – der Müllerschen Logik folgend – notfalls auch ihre Volkswirtschaft über den Jordan zu schicken bereit sind?

    Sämtliche Entscheidungsträger in Europa müssen alle Interessen im Blick haben, nicht nur die der (Finanz-) Wirtschaft. Denn das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen…

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    Cornelius Obermeier

    17. März 2020 17:37 at 17:37

    Kann dirk Müller bitte einfach mal seinen Senf für sich behalten. Unverständlich weshalb er immer als „Mr Dax“ zelebriert wird. Ein crash prophet der 100 mal den crash voraus sagt liegt irgendwann mal richtig. Die vorhersage jetzt zu feiern ist einfach nur lächerlich

    • Avatar

      lena

      19. März 2020 20:59 at 20:59

      Naja, der Crash war schon die letzten Jahre überfällig für den aufmerksamen Beobachter… es war nun mal eine Frage der Zeit und Müller hat es eben auch gesehen und früh genug mitgeteilt (hätte er es nicht gesagt, würden sie sicher sagen „im Nachhinein weiss es ja jeder“)

      bin froh, dass es jmd wie Müller gibt, der sich auch mit Geopolitik in punkto Handel befasst und dieses Wissen mit der Öffentlichkeit teilt. Wenn sie seinen „Senf“ nicht wollen, lesen sie einfach nichts von ihm… ich mache es gerne.

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    Hinterfrager

    17. März 2020 19:42 at 19:42

    Crash-Propheten wie Dirk Müller sind ganz dringend auf besonders schlimme Szenarien angewiesen, nicht zuletzt mit Blick auf das eigene Geschäftsmodell, abgesehen von alarmistischen Büchern, in denen stets jede Menge steile Thesen feilgeboten werden: Man möge sich nämlich auf der Müllerschen „Arche“ versammeln (nämlich seinem eigenen, im April 2015 aufgelegten Fonds) und dem paternalistischen Rat, dem Kapitän, der selbstredend jedes Risiko und jede Eventualität im Blick hat, vertrauensvoll zu folgen. Na, woran erinnert uns das?

    Übrigens: Jener vor vier Jahren bei 100 € pro Anteil an den Start gegangene Fonds steht trotz Options-Absicherungen aktuell bei 100,90 €. Höchstkurs seit 2015: um 105 €. Und das nennt sich „nachhaltiger Inflationsschutz“?! Praktisch null Gewinn also, und das bei einigen Prozenten Preissteigerungen und Depotgebühren, vom gigantischen Zeit- und Nervenaufwand mal ganz abgesehen…

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      Hinterfrager

      17. März 2020 19:50 at 19:50

      Pardon, 2015-2020 sind ja bereits fünf Jahre…

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    Lordhelmchen

    18. März 2020 11:59 at 11:59

    Warum wird der überhaupt noch veröffentlicht er kritisiert alles und jeden hat keine Lösung und was das schlimmste ist er dreht sein Gequatsche immer nach dem Wind

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    Scheer

    18. März 2020 12:37 at 12:37

    Ich halte seine Videos für eine gute Ergänzung zu Fugis Videos.
    Wie jeder andere möchte auch Mr. Dax seine Brötchen verdienen, daran ist nichts verwerfliches. Wenn man jedoch follends auf die Aussage eines Marktbeobachters setzt oder dessen Fonds kauft geht einen Kardinalfehler ein.

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    Jan Hartmann

    18. März 2020 13:55 at 13:55

    Die letzten Jahre hat die Corona Virengruope (eine von über hundert sich ständig verändernden Virengruopen) im selben Zeitraum auch schon so „viele“ Menschen sterben lassen, nur hat dies keiner den Medien gemeldet und so konnte kein Hype entstehen. Die Influenza fordert jedes Jahr ca. 65.000 Tote in Deutschland und es hat keiner ein Geschäft, Schulen oder Kindergärten geschlossen. Infiziert waren Hunderttausende mehr, nur musste man sich nicht bei den Behörden melden. Was hier gerade passiert ist völlig unverhältnismäßig und die Folgen sind für die Kleinen- und Mittelständischen Unternehmen sowie für den Großteil der Bevölkerung verheerend. Die Rechte der Bevölkerung werden massiv eingeschränkt und das Freiheitsrecht existiert in einigen europäischen Ländern auch nicht mehr, Geschäfte müssen geschlossen bleiben sonst geht man in den Knast. Hier wird gerade massiv in die Tasche der kleinen Leute gegriffen, das Vermögen wird umverteilt und ihr Lemminge regt euch über Dirk Müller auf. Ist die Menschheit wirklich schon so verblendet, dass sie das Offensichtliche nicht mehr erkennt?

    • Avatar

      Hinterfrager

      18. März 2020 14:47 at 14:47

      Das Groteske bei all diesen Diskussionen ist stets, dass Nicht-Fachleute sich selbst für kompetente Fachleute halten, die es besser zu wissen glauben und anderen in mehr oder weniger despektierlicher Weise („Lemminge“) ihre Meinung aufdrücken wollen, aber aus sehr durchsichtigen Gründen nur ihr eigenes begrenztes Interesse und nicht ansatzweise das Gemeinwohl im Blick haben.

      Gegen diesen neuen Virus gibt es weder ein Medikament noch eine Impfmöglichkeit – und die Mortalität liegt nach ersten Erkenntnissen um ein Vielfaches höher als bei einer Influenza:

      https://www.helmholtz.de/gesundheit/wie-gefaehrlich-ist-das-neue-coronavirus/

      Aber nur „nach Gefühl“ bzw. in sozialdarwinistischer Weise statt an wissenschaftlichen Fakten orientiert zu argumentieren und zu schreiben, können auch nur diejenigen, die es selbst noch nicht akut erwischt hat – oder aber deren mehr oder weniger betagtes persönliches Umfeld…

  7. Avatar

    lena

    19. März 2020 21:58 at 21:58

    Müller ist ein Profi.
    Und die Mortalität lässt sich anhand von China von jedem Nichtfachmann leicht überprüfen und mit anderen Krankheiten vergleichen.

    China hat keine Quarantäne-Maßnahmen mehr: gesamter Zeitraum bisher: ~3.400 Tote bei einer Bevölkerung von 1.4 Milliarden Menschen. Die Neuinfekte sinken bereits.
    Sind ihrer Meinung nach etwa 3.400/1.400.000.000 = 0,0002% Tote viel?
    (Die ohnehin an jeder Grippe gestorben wären, wie bekannt)

    Wegen 0,0002% Toten den Handel zu verbieten, dadurch eine Wirtschaftskrise auszulösen, zahlreiche Existenzen zu zerstören und womöglich mehr ist nicht verhältnismäßig!

    Daher hat China auch die Quarantäne beendet.

    Von Österreich gibt es auch ein paar neue Zahlen….
    49.000 neue Arbeitslose alleine Montag und Dienstag,
    Strabag stoppt 1000 Baustellen
    Magna stoppt die Produktion….

    Was passiert wenn keiner mehr arbeiten (darf)? Die meisten Unternehmen gehen in Konkurs, Massenarbeitslosigkeit… 1929 lässt grüßen – und das war schlimmer als Corona.. Millionen Hungertote, obdachlose Kinder, das Erstarken unliebsamer Politiker…

    ich hoffe, die Wirtschaft wird nicht mehr lange durch Politiker blockiert. Die Folgen sind bereits schlimm, wenn es so weitergeht wären sie fatal.

    • Avatar

      Lausi

      20. März 2020 07:10 at 07:10

      Dem gegenüber stehen die Aussagen von RKI-Präsident Lothar Wieler, der eine hohe Durchseuchung (70%) als unvermeidlich ansieht, und Herr Wieler ist studierter Epidemiologe. Den Zahlen aus China traue ich nicht, aber es wird interessant sein die Entwicklung in Südkorea und Italien/Europa zu beobachten, durch die man vielleicht abschätzen kann, wohin die Reise gehen wird.

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

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Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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