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Dubai: Die große Krise und das wahre Gesicht vom Wüstenparadies

Redaktion

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Heile Welt mit Beach-Panorama in Dubai

Dubai ist eine reiche, schöne Traumwelt, in der Milch und Honig fließen? Das glaubt man ja stets, wenn man Reportagen sieht, oder auch wenn man dort als Tourist Urlaub macht. Überall Hochglanz-Fassaden von Wolkenkratzern, Shopping-Malls, schöne Strände, Jachthäfen, reiche Menschen, Partys. Alles ist sauber, alles modern, alles tippi toppi. Wo also ist hier bitteschön das Problem? Gut, Die Coronakrise trifft auch Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate. Aber danach geht die Party weiter?

Falsch. Schon lange vor der Coronakrise gab es in Dubai eine ernsthafte Wirtschaftskrise. Das Emirat selbst fördert quasi kein Öl mehr, und musste sich schon zu Zeiten der vorigen Finanzkrise Milliardensummen aus dem Nachbar-Emirat Abu Dhabi leihen, welches de facto der Hegemon in den Emiraten ist, zu denen auch das Glitzer-Emirat Dubai gehört. Die letzten Jahre wurde trotz der vorigen Finanzkrise in Dubai immer weiter gebaut, und gebaut, und gebaut. Scherzhaft konnte man fragen, ob in all den Wolkenkratzern überhaupt jemand wohnt oder arbeitet. Der Markt war völlig überhitzt, wie auch die ganze Volkswirtschaft von Dubai. Schon lange vor der Coronakrise ging es mit Dubai bergab, siehe beispielsweise dazu hier einer unserer Artikel aus 2019.

Erst gestern wurde von IHS Markit der aktuellste Einkaufsmanagerindex für die Vereinigten Arabischen Emirate veröffentlicht, zu denen wie gesagt auch Dubai gehört. Im ersten Chart sieht man gut, dass der wirtschaftliche Absturz schon vorher begann. Er war in 2019 größer als der Corona-Absturz 2020.

Chart zeigt Einkaufsmanagerindex für die Vereinigten Arabischen Emirate

Der im folgenden Chart gezeigte Arbeitsmarktindex für die Vereinigten Arabischen Emirate stürzt aktuell sogar noch weiter ab als direkt nach dem Ausbruch der Coronakrise. Und was wird mit den Gastarbeitern? Entlassen, und weg, aus den Augen, aus dem Sinn?

Chart zeigt Absturz am Arbeitsmarkt in Dubai, Abu Dhabi etc

Reportage über die Realität hinter den Glitzerfassaden in Dubai

Die Coronakrise zog Dubai wirtschaftlich noch weiter runter. Aber der Absturz war besonders hart. Das Land lebt zu guten Teilen vom Tourismus. Und da wirkt sich so eine Coronakrise, wo der Flugverkehr auf Null fällt und sich nun nur langsam wieder erholt, verheerend auf das Emirat aus. Der Großteil der Einwohner in Dubai sind Gastarbeiter, zumeist aus armen asiatischen Ländern. Fällt ihr Job weg, gibt es für sie keine Kurzarbeit, kein Arbeitslosengeld, keinen Kündigungsschutz.

Das Visum verfällt. Die Menschen sind arbeitslos, mittellos, illegal, und haben oft kein Geld für ein Flugticket zurück in die Heimat. Die folgende aktuelle Reportage von ARTE zeigt die erschütternde Realität von riesigen Menschenmassen. Arbeiter, die für die Touristen die Toiletten putzen, Müll entsorgen, kochen, in den Malls arbeiten, Getränke servieren etc. Sie leben weit weg von den Glitzerpalästen in erbärmlichen Behausungen – wohl viel, viel schlimmer, als man es sich vorstellen kann. Die Reportage zeigt auf erschreckende Weise, dass diese Menschen in Dubai Hunger und Obdachlosigkeit offenbar ohne jegliche staatliche Hilfe ausgeliefert sind.

Die Lage ist mehr als prekär. Indien holt nun nach und nach seine Bürger aus Dubai zurück. Mittellose Gastarbeiter aus anderen Ländern haben weniger Glück. Auf sie wartet Obdachlosigkeit und Hunger. Schauen Sie im folgenden Video diese erschütternde Reportage. Sie lässt auch Rückschlüsse zu, dass die Volkswirtschaft von Dubai letztlich auf keinem gesunden Fundament steht, wenn in einer Krise solche Zustände herrschen. By the way… durch hunderttausende hungernde und fliehende Gastarbeiter geht der Volkswirtschaft von Dubai auch jede Menge Kaufkraft verloren. Denn auch wenn diese Gastarbeiter wenig verdienten. Sie alle haben jeden Tag Lebensmittel konsumiert und jeden Monat Wohnungsmiete gezahlt.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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