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Marcel Fratzscher kann keine Zombieunternehmen entdecken

Prof. Marcel Fratzscher hat als Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) einen gewissen Ruf. Nämlich, dass er sich gerne an die Meinung der Bundesregierung anlehnt, und auch gerne das fröhliche Produzieren neuer Schulden als etwas Gutes erachtet. Die FAZ nannte Marcel Fratzscher 2017 sogar ganz direkt einen „Claqueur der SPD“. Nun gibt es seit Jahren, aber vor allem seit einigen Monaten immer öfter Diskussionen und Nachrichten über die sogenannten Zombieunternehmen. Dabei geht es um Unternehmen, die ohne abgeschaffte Zinsen und jetzt zusätzlich noch ohne die staatlichen Sonderhilfen nicht überlebensfähig wären.

Für Marcel Fratzscher gibt es offenbar keine Zombieunternehmen

Marcel Fratzscher lässt aktuell ganz klar durchblicken, dass er der Meinung ist, dass es gar keine Zombieunternehmen gibt. Er antwortet nämlich aktuell auf einen Tweet von Gabor Steingart. Wegen seiner oft kruden Ausdrucksweise und diskussionswürdigen Thesen ist Gabor Steingart ein Angriffsziel in Sachen Glaubwürdigkeit. Zu dumm nur für Herrn Fratzscher, dass Herr Steingart nicht der einzige war, der sich des Themas Zombieunternehmen angenommen hat.

Das Konkurrenzinstitut zum DIW namens „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) hat gestern sogar ganz konkrete Zahlen errechnet zusammen mit dem Dachverband der Volksbanken, wie viele Zombieunternehmen derzeit neu dazukommen. Also verfolgen die Volksbanken und das IW ein Gespenst, das es gar nicht gibt? Aber es kommt noch viel, viel schlimmer für Herrn Fratzscher. Sogar die „ARD Tagesschau“ hat bereits im Dezember 2019 über das Thema Zombieunternehmen berichtet. Auszugsweise im Wortlaut:

Tatsächlich besorgniserregend ist aber die rasant steigende Zahl so genannter Zombie-Unternehmen. Das sind Unternehmen, deren Erträge geringer sind als ihre laufenden Zinskosten. Also Firmen, die nicht einmal in der Lage sind, die momentan so minimalen Kapitalkosten mit ihrem Geschäftsmodell zu verdienen. Sie können sich nur mit der Aufnahme neuer, sehr günstiger Schulden künstlich am Leben halten. Sie sind im Grunde Beinahe-Pleite-Kandidaten. Und sie werden immer mehr. Nach Angaben des Bankhauses Metzler sind heute mehr als zwölf Prozent aller börsennotierten Unternehmen sogenannte Zombie-Firmen. Vor knapp 30 Jahren lag dieser Anteil bei nur zwei Prozent.

Haben alle keine Ahnung außer Herr Fratzscher?

Also irren sich auch die Tagesschau und das Bankhaus Metzler komplett? Langsam wird es eng für Marcel Fratzscher, wenn doch so viele Beweise, Statistiken und Aussagen nahe legen, dass es diese Zombieunternehmen doch tatsächlich gibt. Gerüchte besagen, dass Herr Fratzscher auf einen Job im Berliner Staatsapparat oder in der EZB schielt. Ist da gar nichts dran? Oder falls doch, ist daher seine Meinung zu erklären, dass es solche Probleme wie mit den Zombieunternehmen gar nicht gibt? Tja, noch ein Indiz gibt es, dass diese kaputten Unternehmen, die gesunde Unternehmen mit in den Abgrund reißen, vorhanden sind, und dass ihre Anzahl wächst. Laut Statistischem Bundesamt ist nämlich die Zahl neuer gemeldeter Insolvenzen in der Coronakrise sogar deutlich rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. Natürlich liegt dies an der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, die jüngst bis Jahresende verlängert wurde. Aber dass die Zahl der Insolvenzen nicht stagniert, sondern sogar deutlich rückläufig ist, ist doch ein starkes Indiz für die Ausweitung der Masse an Zombieunternehmen.

Zu dumm auch für Marcel Fratzscher, dass gerade erst der in dieser Frage wenig kompetente (Scherz) Deutsche Bank-Chef Christian Sewing vor Zombieunternehmen warnte. Auch wir bei FMW besprechen dieses Thema regelmäßig und zitieren dabei öfters auch den Bankexperten Markus Krall. Wir halten das Thema der Zombieunternehmen für extrem wichtig, da die Lawine, wenn sie denn losrollt, für die Volkswirtschaft als Ganzes ein gigantisches Problem werden wird. Der Tweet von Marcel Fratzscher hat bis jetzt 58 Kommentare erhalten, die eine klare Sprache sprechen. Mit unzähligen Argumenten und Beispielen wird Herr Fratzscher zum Thema Zombieunternehmen widerlegt. Will er nicht sehen, was eben einfach nicht sein darf in seiner heilen Welt?

DIW-Chef Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0



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8 Kommentare

  1. Herr Fratzscher hat so einiges nicht gesehen und ist in den letzten 6 Monaten eines Besseren belehrt. Was hat der Mann nicht alles von sich geben …wie toll alles wäre. Ein großer Irrtum wie sich heute nun rausstellt. Man könnte meinen, dieser Mann sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wenn der Staat nicht stützen würde, wären so einige Unternehmen längst im Konkurs. Apropos Insolvenz, auch in die muss man nun nicht mehr zwangsläufig. Willkommen in der schönen neuen Welt. Absurd.

  2. Fratzscher ist fürwahr einer der größten Clowns, die in Deutschland herumspringen. Er macht aber den Job, den man von ihm erwartet.

  3. Für mich hat Fratzscher schon lange nur noch das Rating: Tripple M (MMM) := „Merkelsches Miet Maul“

  4. Fratzscher ist ein Mietmaul. Und auch noch ein schlechtes. Ihn überhaupt wahrzunehmen ist reine Zeitverschwendung. Weshalb ich auch den Artikel nicht gelesen habe, was ich sonst bei Herrn Kummerfeld immer gerne tue.

    1. Wie tolerant und weltoffen Sie doch sind! Einen Kommentar zu einem Artikel, den man nicht einmal gelesen hat, in die Welt hinaus zu rülpsen, erscheint mir dann doch als reine Zeitverschwendung.

  5. Was soll man dazu sagen? Marcel Fratzscher ist ein klassischer „Keynesianer“ die sind grundsätzlich was System- und Finanzrisiken betrifft komplett betriebsblind.

  6. Herr Fratzscher ist prädestiniert für einen Job bei der EZB!

  7. Ich habe mir Herrn Fratzscher im Rededuell mit Herrn Friedrich bei AW angesehen. Friedrich hat den guten Mann so vorgeführt , der ist aber trotzdem beratungsresistent .

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