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Marcel Fratzscher kann keine Zombieunternehmen entdecken

Claudio Kummerfeld

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Prof. Marcel Fratzscher hat als Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) einen gewissen Ruf. Nämlich, dass er sich gerne an die Meinung der Bundesregierung anlehnt, und auch gerne das fröhliche Produzieren neuer Schulden als etwas Gutes erachtet. Die FAZ nannte Marcel Fratzscher 2017 sogar ganz direkt einen „Claqueur der SPD“. Nun gibt es seit Jahren, aber vor allem seit einigen Monaten immer öfter Diskussionen und Nachrichten über die sogenannten Zombieunternehmen. Dabei geht es um Unternehmen, die ohne abgeschaffte Zinsen und jetzt zusätzlich noch ohne die staatlichen Sonderhilfen nicht überlebensfähig wären.

Für Marcel Fratzscher gibt es offenbar keine Zombieunternehmen

Marcel Fratzscher lässt aktuell ganz klar durchblicken, dass er der Meinung ist, dass es gar keine Zombieunternehmen gibt. Er antwortet nämlich aktuell auf einen Tweet von Gabor Steingart. Wegen seiner oft kruden Ausdrucksweise und diskussionswürdigen Thesen ist Gabor Steingart ein Angriffsziel in Sachen Glaubwürdigkeit. Zu dumm nur für Herrn Fratzscher, dass Herr Steingart nicht der einzige war, der sich des Themas Zombieunternehmen angenommen hat.

Das Konkurrenzinstitut zum DIW namens „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) hat gestern sogar ganz konkrete Zahlen errechnet zusammen mit dem Dachverband der Volksbanken, wie viele Zombieunternehmen derzeit neu dazukommen. Also verfolgen die Volksbanken und das IW ein Gespenst, das es gar nicht gibt? Aber es kommt noch viel, viel schlimmer für Herrn Fratzscher. Sogar die „ARD Tagesschau“ hat bereits im Dezember 2019 über das Thema Zombieunternehmen berichtet. Auszugsweise im Wortlaut:

Tatsächlich besorgniserregend ist aber die rasant steigende Zahl so genannter Zombie-Unternehmen. Das sind Unternehmen, deren Erträge geringer sind als ihre laufenden Zinskosten. Also Firmen, die nicht einmal in der Lage sind, die momentan so minimalen Kapitalkosten mit ihrem Geschäftsmodell zu verdienen. Sie können sich nur mit der Aufnahme neuer, sehr günstiger Schulden künstlich am Leben halten. Sie sind im Grunde Beinahe-Pleite-Kandidaten. Und sie werden immer mehr. Nach Angaben des Bankhauses Metzler sind heute mehr als zwölf Prozent aller börsennotierten Unternehmen sogenannte Zombie-Firmen. Vor knapp 30 Jahren lag dieser Anteil bei nur zwei Prozent.

Haben alle keine Ahnung außer Herr Fratzscher?

Also irren sich auch die Tagesschau und das Bankhaus Metzler komplett? Langsam wird es eng für Marcel Fratzscher, wenn doch so viele Beweise, Statistiken und Aussagen nahe legen, dass es diese Zombieunternehmen doch tatsächlich gibt. Gerüchte besagen, dass Herr Fratzscher auf einen Job im Berliner Staatsapparat oder in der EZB schielt. Ist da gar nichts dran? Oder falls doch, ist daher seine Meinung zu erklären, dass es solche Probleme wie mit den Zombieunternehmen gar nicht gibt? Tja, noch ein Indiz gibt es, dass diese kaputten Unternehmen, die gesunde Unternehmen mit in den Abgrund reißen, vorhanden sind, und dass ihre Anzahl wächst. Laut Statistischem Bundesamt ist nämlich die Zahl neuer gemeldeter Insolvenzen in der Coronakrise sogar deutlich rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. Natürlich liegt dies an der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, die jüngst bis Jahresende verlängert wurde. Aber dass die Zahl der Insolvenzen nicht stagniert, sondern sogar deutlich rückläufig ist, ist doch ein starkes Indiz für die Ausweitung der Masse an Zombieunternehmen.

Zu dumm auch für Marcel Fratzscher, dass gerade erst der in dieser Frage wenig kompetente (Scherz) Deutsche Bank-Chef Christian Sewing vor Zombieunternehmen warnte. Auch wir bei FMW besprechen dieses Thema regelmäßig und zitieren dabei öfters auch den Bankexperten Markus Krall. Wir halten das Thema der Zombieunternehmen für extrem wichtig, da die Lawine, wenn sie denn losrollt, für die Volkswirtschaft als Ganzes ein gigantisches Problem werden wird. Der Tweet von Marcel Fratzscher hat bis jetzt 58 Kommentare erhalten, die eine klare Sprache sprechen. Mit unzähligen Argumenten und Beispielen wird Herr Fratzscher zum Thema Zombieunternehmen widerlegt. Will er nicht sehen, was eben einfach nicht sein darf in seiner heilen Welt?

DIW-Chef Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Lossless

    4. September 2020 14:06 at 14:06

    Herr Fratzscher hat so einiges nicht gesehen und ist in den letzten 6 Monaten eines Besseren belehrt. Was hat der Mann nicht alles von sich geben …wie toll alles wäre. Ein großer Irrtum wie sich heute nun rausstellt. Man könnte meinen, dieser Mann sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wenn der Staat nicht stützen würde, wären so einige Unternehmen längst im Konkurs. Apropos Insolvenz, auch in die muss man nun nicht mehr zwangsläufig. Willkommen in der schönen neuen Welt. Absurd.

  2. Avatar

    F. Beyer

    4. September 2020 14:33 at 14:33

    Fratzscher ist fürwahr einer der größten Clowns, die in Deutschland herumspringen. Er macht aber den Job, den man von ihm erwartet.

  3. Avatar

    Wumms Olaf

    4. September 2020 15:25 at 15:25

    Für mich hat Fratzscher schon lange nur noch das Rating: Tripple M (MMM) := „Merkelsches Miet Maul“

  4. Avatar

    thinkSelf

    4. September 2020 15:30 at 15:30

    Fratzscher ist ein Mietmaul. Und auch noch ein schlechtes. Ihn überhaupt wahrzunehmen ist reine Zeitverschwendung. Weshalb ich auch den Artikel nicht gelesen habe, was ich sonst bei Herrn Kummerfeld immer gerne tue.

    • Avatar

      thinkAbout

      4. September 2020 16:34 at 16:34

      Wie tolerant und weltoffen Sie doch sind! Einen Kommentar zu einem Artikel, den man nicht einmal gelesen hat, in die Welt hinaus zu rülpsen, erscheint mir dann doch als reine Zeitverschwendung.

  5. Avatar

    Margin Call

    4. September 2020 17:28 at 17:28

    Was soll man dazu sagen? Marcel Fratzscher ist ein klassischer „Keynesianer“ die sind grundsätzlich was System- und Finanzrisiken betrifft komplett betriebsblind.

  6. Avatar

    Asmus Festersen

    4. September 2020 22:01 at 22:01

    Herr Fratzscher ist prädestiniert für einen Job bei der EZB!

  7. Avatar

    Olaf Bär

    19. September 2020 14:09 at 14:09

    Ich habe mir Herrn Fratzscher im Rededuell mit Herrn Friedrich bei AW angesehen. Friedrich hat den guten Mann so vorgeführt , der ist aber trotzdem beratungsresistent .

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Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Aktienmärkte und Wirtschaft 2020: Ein Jahr der Extreme

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte Lotto spielen

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Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte mal Lotto spielen, bei diesem Glück. Denn das Coronajahr wird in die Geschichte eingehen mit all seinen Anomalien, die es gewiss noch nicht allzu häufig in dieser Form gegeben hat. Wirtschaft, Finanzen und Aktienmärkte lieferten (und liefern?) Ausschläge ungeahnten Ausmaßes.

Aktienmärkte: Die saisonalen Muster – Fehlanzeige

Viele Börsianer versuchen aus den statistisch gehäuften, jahreszeitlich bedingten Mustern, Profit zu erzielen. Aber 2020?

Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

Die Entwicklungen der Aktienmärkte

Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

Der Dax brauchte nur gut zwei Monate, um bis Anfang Juni um 57 Prozent auf 12913 Punkte zu steigen und nur ein halbes Jahr um mit 13460 Punkten fast sein Allzeithoch von Ende Februar zu erreichen (13788 Punkte).

Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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