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Dubai und Saudi-Arabien: So brutal ist Corona-Absturz für die Wirtschaft

Redaktion

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Dubai Skyline

Die Coronakrise wirkt sich weltweit negativ auf die Wirtschaftsleistung aus. Auch der Nahe Osten wird hart getroffen. Gestern wurden für Dubai (genauer gesagt für die gesamten Vereinigten Arabischen Emirate) und für Saudi-Arabien die Einkaufsmanagerindizes von IHS Markit veröffentlicht. Sie zeigen den Absturz in der wirtschaftlichen Aktivität. Vor allem Dubai hat anders als Saudi-Arabien de facto keine Öl-Einnahmen, und lebt vor allem vom Tourismus. Deswegen dürfte das Teilemirat der Vereinigten Arabischen Emirate von der Coronakrise besonders hart getroffen werden. Das Handelsblatt titelte am 23. März bereits, dass Dubai vor dem Ruin stehe.

Tja, wie wahr… da wollte man sich in Dubai nach dem Ende der Öl-Vorräte neue Betätigungsfelder suchen. Und nun ist man nicht mehr vom Öl, sondern vom Tourismus abhängig. Und wie alle Volkswirtschaften, die sich auf diese Einnahmequelle fokussieren, hat nun auch Dubai ein ernstes Problem! Denn es ist kaum anzunehmen, dass ab Mai oder Juni die Touristen aus Europa, Nordamerika etc gleich wieder in Scharen nach Dubai strömen werden. Wo Dubai kein Öl mehr hat, da steht Saudi-Arabien besser da? Nein, der Ölpreis-Crash trifft auch die Saudis hart, was zur Coronakrise noch hinzu kommt. Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle auch einen interessanten Artikel von Dirk Schuhmanns über die Crash-Situation in Dubai vor dem Ausbruch der Coronakrise. Und nun schauen wir uns die Details an.

Dubai und die gesamten VAE

Dubai ist das bekannteste Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), aber das eigentliche wirtschaftliche Schwergewicht ist das Nachbaremirat Abu Dhabi, welches auch im folgenden Einkaufsmanagerindex enthalten ist. Für die gesamten VAE ist der Einkaufsmanagerindex (ohne Öl) von Februar auf März von 49,1 auf 45,2 Indexpunkte gefallen. Ein Wert unter 50 zeigt eine schrumpfende Wirtschaftsleistung an. Dies sei eine deutliche Verschlechterung in den operativen Konditionen zum Ende des 1. Quartals, und es ist der dritte Rückgang des Index nacheinander. Das zeigt (so meinen wir): In Dubai ging es schon vor der Coronakrise wirtschaftlich bergab. Die aktuelle Krise dient lediglich als Trigger, der den Absturz beschleunigt. Unternehmen würden Arbeitsplätze abbauen – der jüngste Stellenabbau sei der größte jemals gemessene für die VAE, so IHS Markit. Dazu die Anmerkung im Wortlaut:

„UAE’s non-oil private sector suffered a sharp decline in business conditions in March, accelerated notably by the COVID-19 pandemic. New business volumes fell at a steep pace, driven by lower customer sales, reduced tourism and weaker trade as countries across the world closed borders. „Firms rapidly took measures to ease cost pressures, lowering activity, purchases and workforce numbers. As a result, there was little change in total input costs overall. „Meanwhile, the closure of airports in the UAE and working-from-home policies, as seen across the globe, are likely to extend the downturn into April, particularly as there is no end in sight to the pandemic.“

Einkaufsmanagerindex für Dubai und die ganzen VAE

Saudi-Arabien

Für Saudi-Arabien sieht die Lage auch ziemlich düster aus. Der Einkaufsmanagerindex fällt laut IHS Markit für März von 52,5 auf 42,4 Punkte. Das ist der erste Mal, dass der Index seit dem Start der Messung im Jahr 2009 unter die entscheidende Marke von 50 fällt. Und dann gleich so abrupt! IHS Markit weißt darauf hin, dass die Messung nur bis zum 23. März erhoben wurde. Darf man also annehmen, dass die Einkaufsmanagerindizes für Saudi-Arabien, auch auch für Dubai, im April nochmal deutlich absacken? Hier der Kommentar von IHS Markit zu Saudi-Arabien:

„The Saudi Arabia PMI hit a survey-record low amid emergency public health measures to halt spread of coronavirus in March. „Output levels and incoming new work both fell at the fastest rate since the survey began in August 2009, but staffing levels dropped only slightly. „The latest survey data were collected between 12-23 March and therefore signal a steep economic downturn even before the tightening of workplace and travel restrictions to contain the COVID-19 pandemic.“

Einkaufsmanagerindex für Saudi-Arabien

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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