Europa

Einbruch der europäischen Wirtschaft im 1. Quartal – harter Shut Down gleich starker Absturz

Der Shut Down im Zuge der Coronakrise hat die europäische Wirtschaft hart getroffen. Nun vorliegende Daten der EU-Statistiker zeigen es ganz klar. Dort wo der Shut Down des öffentlichen Lebens besonders stringent war, brach auch die Wirtschaft stärker ein als andernorts. Im Gesamtschnitt war die Wirtschaftsleistung der Eurozone im 1. Quartal im Jahresvergleich um 3,1 Prozent niedriger. Im Vergleich zum Vorquartal waren es -3,6 Prozent. Die Gesamt-EU wurde mit -3,2 Prozent und -2,6 Prozent weniger stark getroffen. Dies kann man basierend auf den aktuellen Daten vor allem davon ableiten, dass osteuropäische Länder, die zwar in der EU sind aber nicht in der Eurozone, deutlich weniger Probleme mit dem Coronavirus hatten. Ihre Rückgänge beim Bruttoinlandsprodukt sind deutlich geringer ausgefallen als die in Westeuropa.

Tja, und nun kommen wir zu Frankreich, Italien und Spanien. Die drei großen Flächenländer mit vielen Einwohnern waren die Hot Spots der Coronakrise in Europa. Sie hatten viele Tode zu vermelden, und mussten viel stringentere Maßnahmen umsetzen um das Coronavirus einzudämmen, als zum Beispiel in Deutschland. So fiel der Absturz der Wirtschaft in diesen Ländern auch stark aus, gegenüber dem Vorquartal mit -5,3 Prozent, -5,3 Prozent und -5,2 Prozent. Deutschland ist nur mit -2,2 Prozent betroffen.

Absturz der Wirtschaft in der EU nach Ländern

Absturz im EU-BIP

Hier mehr Details von Eurostat im Wortlaut:

Im ersten Quartal 2020 sanken die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum um 4,7% und in der EU um 4,3% (nach +0,1% im Euroraum und +0,3% in der EU im Vorquartal). Die Bruttoanlageinvestitionen sanken im Euroraum um 4,3% und in der EU um 3,9% (nach +5,0% bzw. +4,3%). Die Ausfuhren sanken im Euroraum um 4,2% und in der EU um 3,5% (nach +0,1% bzw. -0,1%). Die Einfuhren sanken im Euroraum um 3,6% und in der EU um 3,2% (nach +1,9% bzw. +1,5%).

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte hatten sowohl im Euroraum als auch in der EU einen starken negativen Einfluss auf das BIP-Wachstum (-2,5 bzw. -2,3 Prozentpunkte, Pp.). Auch die Bruttoanlageinvestitionen waren in beiden Gebieten negativ (-1,0 Pp. bzw. -0,9 Pp.); ebenso der Handelsbilanzsaldo hatte sowohl im Euroraum als auch in der EU einen negativen Beitrag. Die Vorratsveränderungen hatten in beiden Gebieten einen positiven Einfluss (+0,3 Pp. im Euroraum und +0,4 Pp. in der EU).

In den Industriebranchen waren die stärksten Rückgänge bei Handels-, Transport-, Unterbringungs- und Verpflegungsdienstleistungen (NACE G, H and I) (-6,8% im Euroraum und -6,2% in der EU) sowie bei Kunst-, Unterhaltungs- und anderen Dienstleistungen (NACE R, S, T and U) zu verzeichnen (-6,8% bzw. -6,1%), während die Landwirtschaft (NACE A) den geringsten Rückgang verzeichnete (-0,8% bzw. -0,7%).



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