Märkte

Eine ganz seltene Gattung..

Bären sind eine Gattung, die in Banktürmen so gut wie nie vorkommt: zu unwirtlich sind die Lebens-Bedingungen dort, sie finden schlichtweg zu wenig geistiges Futter und suchen sich daher meist andere Biotope, um zu überleben. Schließlich basieren die Geschäftsmodelle der Banken auf Optimismus, man hat zu 99,99% für Privatkunden Produkte im Portfolio, die darauf basieren, dass alles noch besser wird, als es ohnehin schon ist. Da ist dann einfach kein Platz für Pessimisten – oder sollten wir besser sagen, Realisten?

Eines der ganz seltenen Exemplare dieser Gattung Bär, die in Banken bislang überlebt haben, ist Albert Edwards bei der SocGen. Edwards führt ein Dasein bei SocGen wie ein Elefant in der Großstadt: man hält ihn für ein Naturphänomen und übernimmt seinen Unterhalt – vielleicht, so die Überlegung, könnte er eines Tages doch noch nützlich werden. Denn der Pessimismus von Edwards ist fast schon sprichwörtlich, sodass seine Prognosen angesichts der von den Notenbanken aufgepumpten Aktienmärkte häufig ins Leere greifen. Aber langfristig dürfte Edwards ganz richtig liegen..

Denn Edwards ist in ökonomischer Hinsicht ein Fundamentalist, also einer, der noch an Fakten glaubt, während es die Aktienmärkte eher mit den Mythen halten – und ihren rationalen Anker in den reichlichen Liquiditäts-Geschenken der Notenbanken haben. So werden dann Mythen durch faktische Kursverläufe bestätigt, ein Experiment, das historisch gesehen jedoch selten von langer Erfolgsdauer ist.

Und nun hat Edwards wieder einmal einen Leckerbissen für uns, der die nach außen hin guten Zahlen von S&P500-Unternehmen in einem anderen Licht erscheinen lässt:

„At first look, growth in US net income last year looks remarkably good.
With nearly all S&P 500 names having reported year-end figures, net
income grew 14% last year, or 12.8% on an ex-financial basis. This is
fairly impressive growth given  the lacklustre economic backdrop. So
should we be celebrating? Well we are not so sure, as the source
of this growth is not a robust improvement in operating cash flow, but
is to be found in the large goodwill write-downs of 2012“. (zitiert nach zerohedge.com)

Also keine echte Verbesserung im operativen cashflow von Unternehmen, sondern Abschreibungen haben die Bilanzen der Unternehmen aufgehübscht.

Und dann eine Prognose, die es in sich hat:

„So where does this leave us? This cycle is already long in the tooth at 56 months and the resultant slowing productivity growth is beginning to impact profits adversely. While profits growth is so anaemic, any adverse shock such as an Asian currency devaluation that we have discussed previously (including both Japan and China), will be enough to deepen that profits recession and send US investment expenditure into decline. While most equity investors appear to believe that the US economy has reached escape velocity, a recession carries a far higher risk than the market supposes“.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage