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Eine IT-Panne, 1.288 Banken massiv beeinträchtigt – so anfällig ist das Finanzsystem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild für Programmierzeilen - große IT-Panne bei Banken-Dienstleister

In den letzten Monaten hört man immer wieder von großen IT-Pannen bei Banken, zum Beispiel der Commerzbank. Was aber viel problematischer ist: Viele Menschen wissen gar nicht, dass vor allem kleine Volksbanken und Sparkassen sich eigene IT oder eigene Zahlungsverkehrsabteilungen gar nicht leisten können – erst recht nicht mehr in Zeiten von Negativzinsen, wo ihre Haupteinnahmequellen verschwinden. Daher lassen sie ihre Abläufe in der Regel von großen externen Dienstleistern abwickeln, die teilweise zu den jeweiligen Bankengruppen gehören, aber auch teilweise externe unabhängige Anbieter sind. Kommt es hier zu einer IT-Panne, wird es problematisch.

Und da gibt es zum Beispiel die in der breiten Öffentlichkeit unbekannte „Deutsche WertpapierService Bank AG“ (dwpbank). Nach eigenen Aussagen ist sie der „marktführende Dienstleister“ für Wertpapierservices am Finanzplatz Deutschland. 1.288 Institute sind angeschlossen an die Systeme der dwpbank. Somit nutzen nach ihren Aussagen „drei Viertel aller Banken in Deutschland“ ihre Prozess- und Systemdienstleistungen. Man betreue sektorübergreifend 4,7 Millionen Wertpapierdepots von Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Privat- und Geschäftsbanken. Mit rund 220.000 verwalteten Nutzern – Anlageberater und Mitarbeiter in den Kreditinstituten – sei die zentrale Abwicklungsplattform WP2 der dwpbank eine der größten IT-Anwendungen in der deutschen Bankenlandschaft.

Im Klartext heißt das: Dieser der breiten Öffentlichkeit unbekannte Dienstleister ist wie einige Banken und Dienstleister auch die „totale Systemrelevanz“ für das deutsche Finanzsystem. Fällt hier etwas aus, fällt das deutsche Finanzsystem aus. Und genau das geschah vorgestern. In einer auf den ersten Blick unspektakulären Mitteilung verkündete die dwpbank gestern, dass es am Montag ein kleines IT-Problemchen gegeben habe. Dabei sei bei dieser IT-Panne die Datenübertragung unterbrochen worden, die unter anderem für die Entgegennahme und Platzierung von Wertpapierorders an wesentlichen Handelsplätzen verantwortlich sei. Grund für die Störung sei der Ausfall von mehreren Datenservern gewesen, welche die dwpbank für diese Übertragung nutzt. Dienstag früh sei das Problem wieder behoben worden.

Nur der Nachfrage eines Handelsblatt-Journalisten ist es gedankt, dass bestätigt wurde, dass tatsächlich alle der angeschlossenen 1.288 Institute von dieser IT-Panne betroffen waren. Also waren quasi die Kunden bei 3/4 aller Banken in Deutschland in ihren Wertpapier-Transaktionen am Montag eingeschränkt. Und das, weil bei einem einzigen Dienstleister ein paar Server ausfallen. Dieses Beispiel zeigt, wie anfällig ein auf den ersten Blick so komplexes Finanzsystem ist. Eigentlich hängt es an ganz wenigen zentralen Anbietern. Wenige Dienstleister (auch im Zahlungsverkehr und in anderen Bereichen) versorgen die breite Masse der kleinen Banken mit den wichtigsten Funktionen. Haben die ein Problem, hat fast das gesamte Finanzsystem ein Problem.

Gibt oder gab es zum Vorfall von vorgestern einen breiten Aufschrei in der Öffentlichkeit, einen Twitter-Shitstorm oder Sonstiges? Nein, nichts. Nicht mal eine Erwähnung in der Tagesschau… tja, was soll´s… geht doch alles seinen üblichen Gang? Lesen Sie gerne auch beim Klick an dieser Stelle mehr über die aktuellen massiven IT-Probleme bei der DKB, berichtet von finanz-szene.de

3 Kommentare

3 Comments

  1. Pingback: Eine IT-Panne, 1.288 Banken massiv beeinträchtigt – so anfällig ist das Finanzsystem – Unser Geld- und Zinssystem

  2. Avatar

    Gixxer

    9. Januar 2020 06:05 at 06:05

    Und jetzt stelle man sich mal vor, das passiert, wenn es kein Bargeld mehr gäbe…

  3. Pingback: ***MUST-READ! *** Meldungen und Nachrichten vom 9. Januar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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Einzelhandelsumsätze boomen in der Coronakrise – bis auf ein Segment

Claudio Kummerfeld

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am

Leeres Einkaufszentrum als Symbol für die Coronakrise

Wenn man in der Coronakrise schon kein Geld für Restaurants, Theater, Kinos oder Urlaubsreisen ausgeben kann, dann kann man doch immerhin noch sein Haus, seine Wohnung oder den Garten verschönern? Und zuhause gut essen ist ja auch drin. Dementsprechend wandeln sich die Einzelhandelsumsätze in den letzten Monaten.

Unterm Strich geben die Deutschen deutlich mehr aus als noch im Vorjahr, und auch mehr als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. Dies wird untermauert durch die vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Oktober. Sie steigen im Vergleich zu Oktober 2019 um 8,2 Prozent, und im Vergleich zu Februar 2020 um 5,9 Prozent. Das ist eindeutig. Der Onlinehandel boomt am Stärksten, die Heimwerkermärkte boomen, und auch der Lebensmitteleinzelhandel. Ein klarer Wink hin zu mehr Konsum in den eigenen vier Wänden. Nur der stationäre Einzelhandel mit Bekleidung ist spürbar rückläufig. Klar, wenn man deutlich weniger ausgeht, hat man auch weniger den Drang neue Klamotten zu kaufen. Hier die Detailangaben der Statistiker über die Einzelhandelsumsätze im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2020 real 7,3 % und nominal 10,3 % mehr um als im Oktober 2019. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkte real 7,9 % und nominal 10,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 3,0 % und nominal 6,5 % mehr um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 9,0 % und nominal um 9,4 %. Das größte Umsatzplus mit real 29,8 % und nominal 31,1 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,2 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau waren dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -6,4 % und -2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Einzelhandelsumsätze für Oktober im Detail

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Autoindustrie: Die Stimmung hat sich brutal verfinstert!

Claudio Kummerfeld

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Riesiger Parkplatz mit unzähligen Autos

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) hat sich brutal verfinstert. Laut heute früh veröffentlichten Umfrageergebnissen des ifo-Instituts ist die aktuelle Geschäftslage der Branche zwar noch akzeptabel mit einem Wert von +7,2 Punkten nach -2 Punkten im Oktober. Aber die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sinken aktuell dramatisch ab, von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November! Der Chart zeigt den Absturz der Stimmungslage in der Autoindustrie in den letzten Monaten. Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich, so ifo aktuell in seiner Headline-Aussage. Weitere Aussagen hier im Wortlaut:

„Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkte auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Auch gab immer noch die Mehrheit der Unternehmen an, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Der Auftragsbestand konnte zuletzt nicht mehr so stark zulegen. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Chart zeigt Verlauf der Geschäftserwartungen der Autoindustrie

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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