Europa

Konjunktur Einkaufsmanagerindex rutscht in den Rezessionsbereich

Der deutsche Einkaufsmanagerindex rutscht aktuell in den Rezessionsbereich. Hier dazu die Aussagen zu den Gründen.

Brandenburger Tor

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe in Deutschland für den Monat Juli ist mit 49,3 Indexpunkten schlechter ausgefallen als im Juni mit 52 Punkten. Damit liegt der Wert nun unterhalb der 50-Punkte-Schwelle – diese ist die Grenze zwischen Rezession und Wirtschaftswachstum.

Dazu S&P Global im Wortlaut aus der aktuellen Mitteilung:

Im Juli sackte der EMI zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder in den negativen Bereich ab, was in erster Linie dem noch stärkeren Rückgang der Neuaufträge in der Industrie geschuldet war. Das Produktionsniveau ging ebenfalls weiter zurück und erstmals seit Mitte 2020 schrumpfte die Einkaufsmenge der Hersteller, was unter anderem dem schnellen Anstieg der Lagerbestände sowie den abermals schlechteren
Geschäftsaussichten zugeschrieben werden kann.

Der geringere Bedarf an Rohstoffen und Vormaterialien spiegelte sich auch im nachlassenden Druck auf die Lieferketten sowie in einer weiteren Abschwächung der Kosteninflation wider. In Verbindung mit der insgesamt rückläufigen Nachfrage nach Industriegütern führte dies dazu, dass die Inflationsrate der Verkaufspreise auf ein 15-Monatstief nachgab.

Phil Smith, Economics Associate Director bei S&P Global Market Intelligence, kommentiert die aktuellen Umfrageergebnisse:

“Das Abrutschen des EMIs in die Kontraktionszone im Juli kam nicht von ungefähr, sendeten die Umfrageergebnisse der letzten Monate doch unübersehbare Warnsignale. So sind die Neuaufträge schon seit April rückläufig und das Besorgniserregende ist, dass sich dieser Abwärtstrend
weiter fortsetzt, denn die Nachfrage nach Industriegütern geht angesichts der unsicheren Wirtschaftsaussichten und der hohen Inflation immer weiter von den Höchstständen im letzten Jahr zurück.

Obwohl es bei einigen Teilen und Komponenten nach wie vor Engpässe gibt, deutet das kräftige Wachstum der Vormateriallager darauf hin, dass die Bestände insgesamt steigen und es vereinzelt zu Überschüssen kommt. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass die Einkaufsmenge der
Hersteller erstmals zwei Jahren gesunken ist.

Der geringere Bedarf an Rohstoffen und Vormaterialien führte zu einem weiteren Rückgang des Kostendrucks, wenngleich sich die Preissteigerungen trotz Abschwächung immer noch auf historisch hohem Niveau bewegen.

Die potenziellen Versorgungsengpässe bei Erdgas führen in den Chefetagen der deutschen Industrieunternehmen zu tiefen Sorgenfalten im Hinblick auf die Produktion in den kommenden Monaten. Seit die Geschäftsaussichten im März in den negativen Bereich fielen, haben sie sich
fast jeden Monat verschlechtert, da die Risiken für eine Konjunktureintrübung mehr und mehr zunehmen.“



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