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Poker um Twitter-Übernahme Elon Musk verkauft massenweise Tesla-Aktien – Kurs hat deutlich gelitten

Elon Musk hat in den letzten drei Tagen massenweise Tesla-Aktien verkauft. Der Aktienkurs hat deutlich gelitten.

Elon Musk

Elon Musk hat vom letztem Freitag bis gestern 7,92 Millionen Tesla-Aktien verkauft. In unzähligen Einzeltransaktionen wurden die Verkäufe getätigt. Das ist verständlich. Hätte man auf einen Schlag so eine große Menge Aktien in das Orderbuch platziert, wäre es wohl zu einem regelrechten Crash der Aktie gekommen. Daher war es preisschonender über drei Handelstage hinweg in vielen kleinen Tranchen zu verkaufen. Aus den SEC-Mitteilungen von Tesla geht hervor, dass die Verkäufe über die ganze Spanne der Kursniveaus der letzten drei Tage abliefen. Man schaue dazu auf den folgenden TradingView Chart. Noch letzten Donnerstag notierte die Tesla-Aktie auf Kursniveaus um die 925 Dollar. Gestern Abend beendete die Aktie den regulären US-Handel mit glatt 850 Dollar. Man darf also vermuten, dass die Verkäufe von Elon Musk die Aktie in den letzten drei Handelstagen deutlich unter Druck gesetzt haben.

Elon Musk sagt selbst ganz offen, dass er diesen Verkaufserlös von 6,88 Milliarden Dollar benötigt als Cash-Reserve für den Fall, dass er den Rechtsstreit mit Twitter verlieren sollte. Im Oktober ist ein Gerichtsprozess im US-Bundesstaat Delaware angesetzt. Eigentlich wollte Elon Musk den Kurznachrichtendienst kaufen, beschwerte sich aber zuletzt über angeblich zu viele Fake-Follower. Twitter besteht aber auf die Übernahme durch Elon Musk, der Twitter zu 54,20 Dollar je Aktie kaufen wollte. Aktuell notiert die Aktie nur bei 42,83 Dollar. In diesem aktuell deutlich tieferen Börsenkurs besteht eine große Motivation für die Twitter-Aktionäre – nämlich die eigentlich zugesagte Übernahme zum höheren Preis zu erzwingen.

Verliert Elon Musk den Rechtsstreit, müsste er Twitter kaufen. Eigentlich hatte er dafür einen Eigenanteil eingeplant sowie Gelder externer Investoren. Offensichtlich ist Musk sich aber nicht mehr so sicher, dass alle diese externen Investoren mit an Bord bleiben und ihm die Übernahme finanzieren. Für diesen Fall sei es wichtig einen Notverkauf von Tesla-Aktien zu vermeiden, so seine aktuelle Aussage. Daher hat er nun massenweise Tesla-Aktien verkauft, um einen größeren Teil der Übernahme selbst stemmen zu können. Falls er nicht gezwungen wird Twitter kaufen zu müssen, plant er Tesla-Aktien zurückzukaufen, so seine Aussage via Twitter. Kurzfristig also wirkt sein Abverkauf deutlich negativ auf die Tesla-Aktie. Sollte er aber den Prozess gegen Twitter im Oktober gewinnen, oder sollte er kaufen müssen und alle Investoren bleiben an Bord, dann könnte er Tesla-Aktien zurückkaufen – das wäre dann wohl ein euphorisierendes Signal für die Gemeinde der Tesla-Musk-Gläubigen.

Tesla-Aktie im Kursverlauf seit dem 3. August



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