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Eine Analyse der Inflations-Komponenten Inflation in USA: Was die heutigen Daten beeinflußt

Inflation USA Komponenten

Die heute um 14.30Uhr veröffentlichten Daten zur Inflation in den USA könnten die weitere Entwicklung der Märkte nachhaltig prägen: sind die Daten höher als die erwarteten 8,7%, dürften die Aktienmärkte fallen – umgekehrt dürfte eine niedriger Zahl die Märkte beflügeln.

Was spricht für eine höhere Zahl, was gegen eine höhere Inflations-Zahl heute?

Aber sehen wir uns noch einmal an, was konkret in die Berechnung der US-Verbraucherpreise (CPI) einfließt laut Angaben des Bureau of Labor Statistics (BLS):

Inflation Komponenten BLS

Klar erkennbar: die Komponente „Shelter“ macht knapp ein Drittel der gesamten Berechnung aus. Zu „shelter“ gehören Mieten und die sogenannte home owners equivalent rent (also die Miete, die Eigentümer zahlen müssten, wenn sie keine Eigentümer wären). Das Bureau of Labor Statistics entnimmt diese Daten jedoch nicht den Angaben der zahlreichen Immobilienfirmen in den USA, sondern verläßt sich auf eine Umfrage. Die Folge: die Daten sind stark verzögert, in der Regel zwischen sechs und neun Monaten. Faktisch bekommen wir also in den heute veröffentlichten Daten aus dem Juli die Entwicklung zu Jahresbeginn in Sachen Mieten und home owners equivalent rent! Angesichts der großen Bedeutung von „shelter“ für die Berechnung der Inflation ist das die große Unbekannte heute.

Der zweitgrößte Faktor ist „Food“, also Nahrungsmittel („food at home“) und Restaurantpreise, die mit 14% zu Buche schlagen. Hier dürften die Preise im Vergleich zum Vormonat eher gefallen sein.

Der Bereich „Energy“ dürfte ebenfalls nachgelassen haben, nachdem die Benzinpreise in den USA Mitte Juni mit durchschnittlich fünf Dollar pro Gallone ihr Hoch erreicht hatten und seitdem kontinuierlich gefallen sind auf nun knapp über vier Dollar pro Gallone. Ebenfalls gefallen sind die Preise für „Transportation Commodities“, sichtbar etwa besonders beim Preis für Kupfer mit einem Rückgang von 5000 Dollar Anfang März auf 3140 Dollar Anfang Juli (seitdem wieder leichte Anstiege auf nun 3600 Dollar).

Achten Sie auf die Kerninflation

In vielen Bereichen sehen wir also eine rückläufige Inflations-Dynamik, die für eine niedrigere Zahl heute sprechen. Andererseits zeigen jüngste Daten, dass die Löhne deutlich angezogen haben (gestern die Labor Costs und am letzten Freitag die deutlich höher ausgefallenen US-Stundenlöhne innerhalb der US-Arbeitsmarktdaten).

Wie im Videoausblick berichtet, achtet die Fed aber besonders auf die Kerninflation, also die Inflation ohne Nahrung und Energie. Daher besteht die Möglichkeit, dass die CPI-Daten in der Headline niedriger ausfallen als erwartet, aber in der Kerninflation höher als erwartet. Das wäre für die Märkte dann ein schwer zu verarbeitender Mix.

Folgendes Video analysiert die einzelnen Komponenten der Inflation und ihre Entwicklung im Juli – und prognostiziert dann, was US-Präsident Biden dazu sagen wird:



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2 Kommentare

  1. Traue keiner Statistik,die du nicht selbst gefälscht, (niedlicher= aufgehübscht )hast.So freuen wir uns also auf steigende Märkte bei „nur noch 8,6% Kerninflation“.Was bis vor kurzem noch der blanke Horror gewesen wäre ist nun also total positiv für die Märkte!Ist hier eigentlich noch irgendeiner normal oder alle schon über’s Kuckucksnest geflogen?

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