Folgen Sie uns

Allgemein

Erpressung: IWF will Griechenland erst Geld geben nach EU-Schuldenschnitt

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von Claudio Kummerfeld

Eine eindeutige Form von Erpressung und Heuchelei ist das, was die IWF-Abgesandte Delia Velculescu jetzt in Athen verkündet hat in Richtung EU-Partner. Hier der Wortlaut…

Jeroen Dijsselbloem dürfte nicht begeistert sein von der IWF-Erpressung
Ein Schlag ins Gesicht für die Eurogruppe durch den IWF. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem dürfte nicht begeistert sein.
Foto: Rijksoverheid / Wikipedia (Public Domain)

Gestern Abend verkündete die Teamleiterin des IWF für Griechenland man könne erst über neue Kredite für Griechenland nachdenken, wenn die Europartner sich mit Griechenland über einen Schuldenschnitt geeinigt hätten. Wenn Delia Velculescu hier das Wort Schuldenschnitt in den Mund nimmt, meint sie einen Schuldenschnitt der Europartner, und zwar NUR von deren Seite. Wir hatten dieses Thema schon mehrfach thematisiert, aber jetzt wurde diese Erpressung direkt und öffentlich vom IWF ausgesprochen.

Man stelle sich vor 10 Menschen leihen jemandem Geld. Der ist irgendwann überschuldet. Einer der 10 Gläubiger bittet die anderen 9 auf einen Großteil ihrer Forderungen zu verzichten. Er selbst will nicht verzichten. Das nennt man dann Heuchelei. Und man selbst gibt erst neue Gelder, wenn die anderen verzichtet haben… das nennt man dann Erpressung! Und genauso verfährt der IWF gerade mit der Eurogruppe. In der IWF-Sprache hört sich das alles nicht so schlimm an. Man erwarte Entscheidungen der Europartner über einen Schuldenerlass für Griechenland, der die Restschulden des Landes tragfähiger machen werde…

Hier das Original-Statement der IWF-Teamleiterin für Griechenland Delia Velculescu. Entscheidend ist der letzte Absatz.

A staff team from the International Monetary Fund (IMF), led by Delia Velculescu, visited Athens during July 30-August 12 to participate in technical discussions between the Greek authorities and the European Commission, European Central Bank and European Stability Mechanism (ESM) on an economic program that could be financially supported by the ESM.

At the end of the visit, Ms. Velculescu made the following statement:
“During our visit we worked closely with the Greek authorities and our European partners. The Memorandum of Understanding that has been agreed between the authorities and the European partners is a very important step forward. It puts in place far-reaching policies to restore fiscal sustainability, financial sector stability, and sustainable growth.

“In the period ahead, we look forward to working with the authorities to develop their program in more detail and for Greece’s European partners to make decisions on debt relief that will allow Greece’s debt to become sustainable. The IMF will remain closely engaged with the Greek government and the European partners to assist in this process, and will make an assessment of its participation in providing any additional financing to Greece once the steps on the authorities‘ program and debt relief have been taken, expected at the time of the first review of the ESM program.“

Was bleibt da übrig? Angela Merkel sollte sich langsam von dem IWF als „Finanzierungspartner“ verabschieden. Mit so einem „Partner“ sollte man nicht länger zusammenarbeiten, wenn man Griechenland oder die Ukraine retten will.-

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Chris

    14. August 2015 10:10 at 10:10

    Der IWF ist ein gelehriger Schüler.Er macht lediglich das,was Griechenland vorexerziert hat.Ein erpressbares €uropa,wird alle,wirklich alle Bedingungen schlucken,um seinen €uro zu retten.Die letzten Verlautbarungen,dass Deutschland selbst dann profitiert,wenn Griechenland niemals nichts zurückzahlt,deuteten ja schon in diese Richtung!Auf gehts Angie&Bundestag,auf einen Gesetzesbruch mehr oder weniger kommts wahrlich nicht mehr an.

  2. Avatar

    Frank

    14. August 2015 10:14 at 10:14

    Sollte man nicht einfach mal in die andere Richtung denken und die wirkliche Tragfähigkeit des Programms hinterfragen. Wenn ich jemandem Geld borge sollte dieser solvent sein, wenn er das nicht ist bekommt er auch kein Geld mehr.
    Das ist natürlich von Deutscher Seite anders, denn wir haben dem schlechtem Geld soviel neues hinterher geworfen und glauben wirklich daran das wir es zurück bekommen.
    Warum wird denn die Kreditrückzahlung auf 30 Jahre hinausgeschoben, weil dann von den Verursachern keiner mehr lebt!
    Das ist der Witz! UND WADS MACHEN UNSERE LUSIGEN VOLKSVERTRETER ( Volksverräter ist besser) NÄCHSTE WOCHE; SIE VERBRENNEN NOCH MEHR GELD.
    Die sind mittlerweile völlig inkompetent und sollten ihre kompletten Diäten für die Kindergartenerzieher zur Verfügung stellen! Denn solche Arbeit des Bundestages ist selbst den Mindestlohn nicht mehr wert!

  3. Avatar

    FR

    14. August 2015 10:44 at 10:44

    Der IWF kaempft vielerorts gegen Alternativgruendungen die genug von seiner Dominanz haben. Das die Uneinigkeit der Europaeer genutzt wird um die eigene Position zu staerken ist wenig verwunderlich.
    Die Idee Politik persoenlich und materiell verantwortlich zu machen – wie jeden Wähler auch – hat Zukunft.
    Zahlen welche Mittel sinnvoller verwendet werden koennten gibt es z. Bspl. hier: http://www.abgeordnetenwatch.de
    beste Gruesse und gute Trades

  4. Avatar

    Elis

    14. August 2015 11:31 at 11:31

    Dieses Griechenland-Theater ist ermüdend. Griechenland ist pleite. Punkt. Wenn es kein Geld – woher auch immer – bekommt, dann bricht das gesamte westliche Finanz-Betrugssystem zusammen, denn daran hängen Billionen Dollar Derivate über die westlichen Grossbanken. Punkt. Je weniger sich der Westen aus der Griechenland-Falle, die er sich selbst gebaut hat, ernsthaft versucht herauszuziehen – sofern das überhaupt noch möglich ist – desto mehr wird die griechische Regierung in die Zusammenarbeit mit Russland und China getrieben. Die wirtschaftlichen Bewegungsmöglichkeiten des Westens sind nur noch gering, dafür bietet der eurasische Teil – voran Russland und China – interessante Angebote für den Kauf griechischen Vermögens an, die an wirtschaftliche gegenseitige Abmachungen gebunden sind. Was hat die EU dazu noch zu melden?

  5. Avatar

    ollifred

    14. August 2015 11:34 at 11:34

    :-)) “ wenn man Griechenland oder die Ukraine retten will.-“ hahaha ich lach mich krank.

  6. Avatar

    joah

    14. August 2015 12:21 at 12:21

    Herr Dijsselbloem ist anscheinend ohnehin eher selten begeistert – seine Mimik und teils auch Gestik auf spezifischen Fotos in den richtigen Szenen sprechen Bände.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Allgemein

Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage