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EU mit „Zweckgesellschaft“ – verzweifelter Versuch die US-Sanktionen gegen den Iran zu entkräften

Redaktion

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Die EU-Kommission hat heute verkündet eine sogenannte „Zweckgesellschaft“ für Geschäfte mit dem Iran gründen zu wollen. Aber einen Schritt zurück, um den Sinn und Zweck deutlich zu machen. Die USA haben Sanktionen in Kraft gesetzt gegen Teheran. Wie wir ja alle wissen, haben die USA im globalen Dollar-basierten Zahlungssystem den „vollen Durchblick“, wenn der Iran Zahlungen an beispielsweise deutsche Industriebetriebe tätigt, weil er dort Waren gekauft hat.

Wäre dies jetzt der Fall, könnten und werden die USA diesen deutschen Industriebetrieb ebenfalls sanktionieren, so dass er keine Aufträge mehr aus den USA erhält. Das ist für die allermeisten Unternehmen in Deutschland der ausschlaggebende Punkt dafür Iran-Geschäfte einzustellen, weil der Absatzmarkt in den USA halt unendlich größer ist! Auch die deutschen Banken, die solche Gelder aus dem Iran jetzt und in Zukunft entgegennehmen, laufen ernsthaft Gefahr keine Dollar-Überweisungen mehr durchführen zu können, und auch kein Geld mehr zu US-Banken transferieren zu können. Damit wären auch sie international quasi „abgeschaltet“.

Also trauen sich weder deutsche Unternehmen noch Banken nicht mehr an Geschäfte mit Teheran heran. EU-Kommission, Paris und Berlin haben aber felsenfest versprochen, dass man zum Iran und dem Atomabkommen stehe. Erst heute hat die EU-Kommission schriftlich bestätigt, dass Zitat „der Iran auch nach dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Abkommen seine nuklearen Verpflichtungen erfüllt.“

Also: Was wollen die Regierungen in Europa tun, wenn ihre eigenen Unternehmen aus Angst vor den USA auf breiter Front kuschen? Eine Art Puffer wird in Form einer Zweckgesellschaft eingeschaltet, welche die Banken und Unternehmen von direkten Problemen befreit. Aber mal ehrlich: Funktionieren kann das nur, wenn die Geschäfte so geheim und lautlos über die Bühne gehen, dass die USA an keiner Stelle mitkriegen, dass Geschäfte mit dem Iran gemacht werden. Egal ob ein Puffer zwischengschaltet wird – Geschäft ist Geschäft, und Sanktion ist Sanktion. Die USA werden es mitbekommen, und auch mit noch so tollen Puffern werden die Unternehmen Probleme in den USA bekommen, wenn sei weiterhin Geschäfte mit dem Iran machen.

Die EU-Kommission hat eigentlich nur eine echte Chance. So gradlinig und standhaft gegenüber den USA auftreten, dass man dauerhaft ein ernst zu nehmendes Gegengewicht zu den USA darstellt, so wie China es ist. Das dürfte aber schwer werden. Denn die europäischen Produzenten sehen stets den gigantischen US-Absatzmarkt, welchen die US-Regierung stets als Drohmittel einsetzen kann. Wie die EU-Kommission aktuell sagt, sind neben den EU-Staaten auch Russland und China der Meinung, dass man dem Iran in dieser Sache helfen solle. Demnach solle die Normalisierung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran fortgesetzt werden.

Die EU-Kommission aktuell im Wortlaut:

„Konkret bedeutet dies, dass die EU-Mitgliedstaaten eine Zweckgesellschaft gründen werden, um legitime Finanztransaktionen mit dem Iran zu erleichtern. Dies wird es europäischen Unternehmen ermöglichen, den Handel mit dem Iran in Übereinstimmung mit dem Recht der Europäischen Union fortzusetzen“, sagte Mogherini nach dem Ministertreffen in New York. Diese Zweckgesellschaft könne auch für andere Partner in der Welt geöffnet werden. Nun werde ein weiteres Treffen von technischen Experten aus den Mitgliedstaaten einberufen, um diese Arbeit voranzutreiben und die Zweckgesellschaft auf technischer Ebene zu operationalisieren, sagte Mogherini. Weitere Details würden voraussichtlich in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

Iran Atomabkommen
Das Atomabkommen und seine Ratifizierung in 2015. Das waren noch bessere Zeiten für den Iran.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    N. Ritter

    25. September 2018 19:46 at 19:46

    Vorallem sollte die EU deutlich machen, dass SWIFT als Genossenschaft, die belgischem und EU-Recht untersteht, diesmal nicht die iranischen Banken vom Zahlungsverkehr abklemmen wird. Das können die USA nämlich nur mit EU-Hilfe durchsetzen.

    • Avatar

      Hans

      25. September 2018 21:30 at 21:30

      An SWIFT sind wiederum viele EU Banken angeschlossen, die auf den US $ Zahlungsverkehr angewiesen sind. Die EU Banken werden sicher verlangen, dass über Swift kein Zahlungsverkehr mit den Iran mehr abgewickelt wird. Was heute noch kein Verstoß gegen die Sanktionen sein kann, kann schon morgen für die US Willkühr Justiz ein Verstoß gegen die Sanktionen sein.

  2. Avatar

    G3ckOoo

    25. September 2018 21:11 at 21:11

    Tja da geht es wohl um den Petro-Dollar.

    Die EU könnte Profit aus der Sache schlagen, wenn das iranische Rohöl in Euro umgesetzt wird, was dem Euro sicherlich gut tun würde. Das Problem ist die verweichlichte Haltung der Politik. Das hat man an den 300Mio EUR gesehen, welche dem Iran verwehrt wurden als Trump mal wieder eingriff.

    Die EU sollte sich endlich von dem Würgegriff der USA lösen und hier eine starke Haltung zeigen oder es ganz sein lassen.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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