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EUGH urteilt: ARD & ZDF dürfen selbst als Gerichtsvollzieher auftreten

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Was betonen ARD & ZDF gebetsmühlenartig, wenn ihnen der Vorwurf gemacht wird, sie seien „Staatsmedien“? Nein, nein, man sei unabhängig vom Staat, man sei keine staatliche Institution. Das einzige was man mit dem Staat zu tun habe, sei die gesetzliche Pflicht der Bürger den Rundfunkbeitrag zu entrichten. Naja… dass die Öffentlich Rechtlichen alles andere als staatsfern sind, hat nun der Europäische Gerichtshof (EUGH) wohl unabsichtlich bestätigt.

Denn laut EUGH dürfen die Öffentlich Rechtlichen unter Umgehung des Gerichtsvollziehers in Eigenregie Forderungen bei säumigen Zahlern selbst eintreiben. Eigentlich ein unglaublicher Vorgang. Man stelle sich vor eine öffentlich rechtliche Sparkasse, die eigenständig wirtschaftet, dürfte auf einmal ohne Amtsgericht und Gerichtsvollzieher einfach direkt zum säumigen Kreditkunden gehen und pfänden. Also: ARD & ZDF erhalten höchstrichterlich hiermit die Erlaubnis das zu tun, was ein Amtsgericht sonst nur einem Gerichtsvollzieher zugesteht! Und ARD & ZDF wollen keine staatlichen Einrichten sein? Notwendig war diese Klärung, weil das Landgericht Tübingen wegen klagenden Bürgern genau diese und andere Fragen an den EUGH gerichtet hatte. Im Gerichts-Deutsch aus Luxemburg klingt das so (Zitat):

Der Gerichtshof stellt zweitens fest, dass es die Rechtsvorschriften der Union über staatliche Beihilfen nicht verbieten, dass öffentlich-rechtlichen Sendern vom allgemeinen Recht abweichende Befugnisse eingeräumt werden, die es ihnen erlauben, die Zwangsvollstreckung von Forderungen aus rückständigen Rundfunkbeiträgen selbst zu betreiben. Der Gerichtshof führt insoweit aus, dass die fraglichen Vorrechte von der Kommission bei ihrer Prüfung der Finanzierungsregelung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Jahr 2007 berücksichtigt wurden und seither unverändert geblieben sind. Außerdem sind derartige Vorrechte als ein dem öffentlichen Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender inhärenter Aspekt anzusehen.

Rundfunkbeitrag mit EU-Recht vereinbar

Grundsätzlich hat der EUGH heute auch festgestellt, dass der Rundfunkbeitrag mit EU-Recht vereinbar ist. Desweiteren stellt man fest, dass die Umstellung der Gebühr im Jahr 2013 auf das aktuelle Modell in Ordnung war. Vorher musste man nur zahlen, wenn man TV oder Radio besaß. Heute muss jeder Haushalt zahlen! Das neue Modell weiche nicht grundlegend vom alten ab, und schließlich würden die Rundfunkanstalten auch kaum mehr Geld einnehmen als vorher, so die Richter. Hier weitere Ausführungen dazu im Wortlaut:

In Deutschland wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk hauptsächlich durch den Rundfunkbeitrag
finanziert, den u. a. jeder Erwachsene zahlen muss, der Inhaber einer Wohnung im Inland ist. Dieser Rundfunkbeitrag ersetzte vom 1. Januar 2013 an die alte Rundfunkgebühr, die für den Besitz eines Rundfunkempfangsgeräts zu entrichten war. Was die Einziehung des Rundfunkbeitrags angeht, verfügen die öffentlich-rechtlichen Sender über vom allgemeinen Recht abweichende Befugnisse, die es ihnen erlauben, die Zwangsvollstreckung von rückständigen Forderungen selbst zu betreiben. In den Jahren 2015 und 2016 erstellte die Landesrundfunkanstalt Südwestrundfunk (SWR)1 gegen Herrn Rittinger und andere Rundfunkbeitragsschuldner Vollstreckungstitel zur Beitreibung nicht gezahlter Beträge. Da die Zahlungen weiterhin ausblieben, leitete der SWR gestützt auf diese Titel die Zwangsbeitreibung seiner Forderungen ein.

Herr Rittinger und die übrigen Schuldner legten vor den deutschen Gerichten gegen die sie betreffenden Vollstreckungsmaßnahmen Rechtsmittel ein. Das in zweiter Instanz mit diesen Verfahren befasste Landgericht Tübingen war der Auffassung, der Rundfunkbeitrag und die hoheitlichen Vorrechte der öffentlich-rechtlichen Sender bei der Beitreibung verstießen gegen das Unionsrecht, insbesondere das Recht der staatlichen Beihilfen, und hat dem Gerichtshof mehrere Fragen vorgelegt.

Mit seinem heutigen Urteil stellt der Gerichtshof erstens fest, dass die Ersetzung der Rundfunkgebühr (die für den Besitz eines Rundfunkempfangsgeräts zu entrichten war) durch den Rundfunkbeitrag (der insbesondere für das Innehaben einer Wohnung oder einer Betriebsstätte zu entrichten ist) keine erhebliche Änderung der Finanzierungsregelung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland darstellt. Es war daher nicht erforderlich, die Kommission von dieser Änderung als Änderung einer bestehenden Beihilfe zu unterrichten (die Kommission hatte im Jahr 2007 befunden, dass die Rundfunkgebühr als bestehende Beihilfe einzustufen sei).

Der Gerichtshof verweist hierzu u. a. darauf, dass die Ersetzung der Rundfunkgebühr durch den Rundfunkbeitrag im Wesentlichen darauf abzielt, die Voraussetzungen für die Erhebung des Rundfunkbeitrags vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung in Bezug auf den Empfang der Programme der öffentlich-rechtlichen Sender zu vereinfachen. Außerdem hat diese Änderung zu keiner wesentlichen Erhöhung der Vergütung geführt, die die öffentlich-rechtlichen Sender erhalten, um die Kosten zu decken, die mit der Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags verbunden sind.

EUGH: ARD & ZDF dürfen selbst Geld eintreiben
Der EUGH in Luxemburg. Foto: Cédric Puisney CC BY 2.0

29 Kommentare

29 Comments

  1. Daxrabbit

    13. Dezember 2018 16:50 at 16:50

    Krass ! Somit sind die öffentlich rechtlichen also judikative und exekutive in einem !? Schöner Sonderstatus, und das in einer Demokratie – da zieht’s einem die Schuhe aus. Wenn man sich einmal die Qualität der Nachrichten anschaut (andere mainstream Sender ebenfalls), so kommen stark Zweifel hinsichtlich der Objektivität und Neutralität auf. Selbst in China oder in Nordkorea wird m.W. nach für Meinungsbildende Medien nichts bezahlt.

    • joah

      13. Dezember 2018 18:55 at 18:55

      *offiziell: repräsentative Demokratie (daher Wählen gehen ergebnisfrei/unbedeutend)

      »Selbst in China oder in Nordkorea wird m.W. nach für Meinungsbildende Medien nichts bezahlt.«

      Einer muss vorder-/hintergründig immer zahlen: There is no free lunch.

      • xxx

        13. Dezember 2018 20:40 at 20:40

        Wählen zu gehen ist weder ergebnisfrei noch unbedeutend, denn mit deiner Stimme entscheidest du, welche Leute im Parlament sitzen. Was diese Leute dann letztlich daraus machen, ist eine andere Sache. Aber auch hier hätte der Wähler das letzte bzw. nächste Wort, denn er kann diese Leute ja mit der nächsten Wahl abwählen.
        Diesen Sachverhalt sollten all jene mal durchdenken, die meinen, das Parlament vertrete nicht mehr Volkes Wille. Es ist natürlich nicht wegzudiskutieren, dass ein Teil nicht wählen geht. Dieser Teil muss sich dann aber auch nicht aufregen.
        Wenn sich die Bevölkerung mal mehr mit Demokratie und Politik befassen würde, d.h. z.B. den Abgeordneten auch mal persönlich im Bürgerbüro die Meinung sagen würde, könnte sich was bewegen. Natürlich wäre bei bestimmten Fragen, so auch die des ÖR und seiner Gebühren, direkte Demokratie angesagt.
        Leider ist aber ein Großteil der Bevölkerung einfach uninteressiert oder faul oder was weiß ich.
        Studie der Uni Leipzig: ca. 40 % könnten sich wieder eine (rechte) Autokratie vorstellen. („Immerhin etwa 40 Prozent der Befragten zeigen den Ergebnissen zufolge die Bereitschaft, ein autoritäres System zu unterstützen“) https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-11/autoritarismus-rechtsextremismus-antisemitismus-deutschland-ost-west-studie-uni-leipzig

        Ist ja auch bequemer. Und man gesellt sich zur Masse, nicht zu denen, die begewertet und schließlich verfolgt werden. Dann kann man beruhigt weiter machen wie bisher.

        Na dann Gute Nacht Deutschland!

        Natürlich, Politikunzufriedenheit. Aber einen Großteil trägt die Bevölkerung eben auch Verantwortung. Siehe oben…

        • joah

          13. Dezember 2018 22:11 at 22:11

          »d.h. z.B. den Abgeordneten auch mal persönlich im Bürgerbüro die Meinung sagen würde, könnte sich was bewegen

          Da haben Sie ausnahmsweise mal recht: dessen Gesichtsmuskulatur, geformt zu einem lauten Lachen.

          »„Immerhin etwa 40 Prozent der Befragten zeigen den Ergebnissen zufolge die Bereitschaft, ein autoritäres System zu unterstützen“«

          Passt doch. Zur aktuellen Situation.

          »Na dann Gute Nacht Deutschland!«

          Stimmt, ist jetzt gerade. Ich muss ins Bett – ebenso!

        • joah

          13. Dezember 2018 23:52 at 23:52

          »[…] denn mit deiner Stimme entscheidest du, welche Leute im Parlament sitzen. Was diese Leute dann letztlich daraus machen, ist eine andere Sache

          Damit haben Sie sich selbst komplett widerlegt und meine Ausführung allumfänglich bestätigt, Danke dafür. Nur zerebral Ihrerseits selbst noch nicht verarbeitet. (ansonsten: für Sie immer noch „Sie“)

          »Aber auch hier hätte der Wähler das letzte bzw. nächste Wort, denn er kann diese Leute ja mit der nächsten Wahl abwählen</b.«

          Der nächste Fuchser in andersfarbigem Anzug steht bereit, bläßt dennoch ins selbe Horn. Dafür wird gesorgt oder es wird entsorgt.

          »Siehe oben…«

          Keine Haare am Gehänge, aber einen Kamm in der Tasche. Wie soll die Allgemeinheit Ihren sinnentleerten „Beitrag“ werten?

          • xxx

            14. Dezember 2018 09:12 at 09:12

            Wenn Sie nicht gerade zu den 40 % gehören, die eine Autokratie/ Diktatur befürworten, welche Alternative zu unserer Demokratie schwebt Ihnen den vor?

          • joah

            14. Dezember 2018 10:00 at 10:00

            @ „xxx“ (<– zu viel Pornographie konsumiert, was?):

            Immer alle schön als „rechts“ brandmarken wollen, ohne denjenigen zu kennen, geschweigedenn die Gesamtsituation erfasst zu haben: links = rechts, vice versa…

            »Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke. Nichts ist uns verhaßter als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock.« – Dr. Joseph Goebbels, 1931

            Aber wie heißt es doch so trefflich:

            »Never argue with stupid people, they will drag you down to their level and then beat you with experience.« – Mark Twain

        • Reiner

          14. Dezember 2018 06:11 at 06:11

          Was nützt eine Wahl,wenn der Wählerwille ignoriert wird.
          Die Groko wollte keiner mehr und nun?
          Da von Frust oder politischer Verklärung zu reden ist Unsinn.
          Wenn ich mir Merkel und & sehe wird mir schlecht.

  2. Pingback: Google-Trends, Diesel-Hammer, Einzelfall, EZB, Gelbwesten, Straßburg, „Flensburg-Punkte für Frauen“ | das-bewegt-die-welt.de

  3. Arthur

    13. Dezember 2018 17:47 at 17:47

    Eigentlich kein Problem. Deutschland und alle Amtsgerichte dort sind im Firmenbuch eingetragene Unternehmen. Niemand besitzt einen Amtsausweis, weshalb der Staat genauso illegal ist wie ARD oder ZDF. Welcher Teil der Mafia die Gelder nun eintreibt ist wie der EuGH richtig feststellt völlig irrelevant.

  4. oscar

    13. Dezember 2018 20:51 at 20:51

    Das Volk bekommt immer das, was es wählt und zulässt…auch die Gummibärchen werfer…dauert auch da nicht mehr lange…Nein es ist ein staatlicher Molloch geworden…jepp, alle freuen sich und machen nix. Oh man, diese Verbrecher haben doch recht…weiter an der Schraube drehen…das Vieh wehrt sich nicht, also alles ok. Um dies zu festigen brauchts auch medial, rechtsstaatlichen Druck und Schickane…zwingend logisch.

  5. xxx

    14. Dezember 2018 10:27 at 10:27

    @ joah

    Mit Ihren persönlich zu wertenden Anmerkungen wird es zunehmend sinnlos, sich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Da hilft es auch nicht, dass Sie mit dem Umsichwerfen von Zitaten einen gewissen Intellekt vortäuschen wollen (Im Übrigen: Gerade einen Goebbels mit dessen seltsamen Sichtweisen zu zitieren und diese offensichtlich auch noch für sich selbst anzunehmen, sagt einiges über Sie aus.) Aber natürlich, Sie sind einer derjenigen, der die Gesamtsituation erfasst hat.

    Ich hatte eben nicht behauptet, dass Sie zu den gewissen 40 % gehören, sondern ich habe Sie konkret gefragt, welche Alternative zur Demokratie haben. Die Antwort sind Sie schuldig geblieben.

    • joah

      14. Dezember 2018 12:17 at 12:17

      Für meine Unsachlichkeit mag ich mich entschuldigen wollen: das war ungebührlich. Der Rest ist ihrerseits hingegen ebenfalls unsachlich zusammengereimt und an den Haaren herbeigezogen (aber damit muss man rechnen, wenn man selbst damit beginnt).

      Es stellt aber dennoch nicht die restliche Realität in Frage, zu welcher ich lediglich als Beobachter gegenüber stehe.

      • xxx

        14. Dezember 2018 12:37 at 12:37

        Die Entschuldigung nehme ich an. Sollte ich Ihnen persönlich zu nahe getreten sein, so war dies nicht beabsichtigt.

        Realität ist sehr subjektiv. Ich nehme an, dass Sie sich als Beobachter der Situation keine Gedanken um evtl. Alternativen zur Demokratie oder wenigstens zu anderen Formen demokratischen Lebens machen, was er klärt, wieso Sie meine Frage noch nicht beantwortet haben.
        Wir können also an dieser Stelle den Disput beenden.
        Ihnen ein schönes Weihnachtsfest.

        • joah

          14. Dezember 2018 13:00 at 13:00

          Um Ihre Frage final zu beantworten (welche ich Ihnen in keinsterster Weise „schuldig“ bin):

          Alle Politik samt Staaten mit deren Armeen abschaffen: misbrauchte Fehlkonstrukte. Örtliche Grundverwaltungen wieder einführen (Subsidiarität) mit lediglich Basisverwaltungstätigkeiten unpolitischer Art. Vorsitzende können gewählt und unverzüglich wieder abgewählt werden, somit mal wirklich verantwortlich und für die Leute (alle) zuständig. Für den Rest ist jeder Mensch eigenständig-allumfänglich selbstverantwortlich.

          Was zu größ (für sich selbst) wird, zerbricht zwangsläufig an innerer Komplexität (Verzerrung, Ignoranz, Manipulation, Korruption) und wird letztendlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zurückgeführt werden: Theorem komplexer Systeme, Seneca Cliff, Thermodynamik, EROI. (der Rest obliegt der Eigenrecherche)

          • xxx

            14. Dezember 2018 13:58 at 13:58

            Es ging auch nicht darum, dass Sie mir was schuldig waren, sondern einen Gedankenaustausch fortzusetzen, den Sie mit Ihrer Behauptung angestoßen haben, auf die ich reagiert habe.
            Aber belassen wir es dabei. Es ist unfruchtbar und hat mit der Sache nichts zu tun.

            Ihre Gedanken find ich spannend und teils sogar erstrebenswert, teils kann ich Ihnen auch beipflichten. Letztlich steckt ja auch das Wählen, mithin Demokratie, drin.
            Es wäre zu schön um wahr werden zu können, Staaten und ihre Armeen abzuschaffen. Eher vernichtet sich die Menschheit wohl selbst.

            Dass bestimmte Naturgesetze auch in der Gesellschaft anwendbar sind, auch das würde ich mittragen.

            Zusammengefasst: Vielleicht braucht es nur anderes Demokratiemodell als dieses, welches wir haben.
            Ich glaube, Dr. Krall hat das Thema in dem Video gestern auch behandelt.

            In diesem Sinne…

  6. Wutbürger1

    14. Dezember 2018 10:40 at 10:40

    Die da oben in Luxemburg, das ist derselbe Haufen, der es völlig in Ordnung findet, wenn Italien in den letzten 3 Jahren um 100 Mrd neue Schulden auftürmt und die EZB in der gleichen Zeit italienische Anleichen für über 350 Mrd aufkauft! Ist ja schließlich keine 100%ige Staatsfinanzierung, sondern 350%ige!

  7. Gast

    14. Dezember 2018 10:56 at 10:56

    Ein munteres Durcheinander von gleichgeschalteten öffentlich-rechtlichen Medien, Judikative und Exekutive, und das abgesegnet vom EUGH – was unterscheidet die EU eigentlich noch von angeblich totalitären Staaten wie Nordkorea?

  8. Patriot

    14. Dezember 2018 12:05 at 12:05

    Jetzt würd mich nur mal interessieren, was eigentlich mit den nach letzten Meldungen über 5 Millionen Bürgern passiert, die ihren Strom nicht mehr bezahlen können und sicher größtenteils schon den Sperrkassierer gesehen haben. Ohne Strom ist ja nix mehr mit fernsehen und Geld für GEZ haben die bestimmt auch nicht mehr. Da muss es doch schon Millionen Vollstreckungsversuche geben!

    • xxx

      14. Dezember 2018 12:16 at 12:16

      Es gibt jede Menge Ausnahmen, die es finanziell schwachen Menschen ermöglichen, sich von dieser Zwangsgebühr befreien zu lassen.

      Siehe hier … https://www.chip.de/news/Es-gibt-Ausnahmen-In-diesen-Faellen-muessen-Sie-keine-GEZ-bezahlen_91270321.html

      • joah

        14. Dezember 2018 13:42 at 13:42

        Die Ausnahmegenehmigungen sind reine Willkür, abgesehen derer mit gesundheitlicher Beeinträchtigung (da scheinen denen dann auch keine anderslautende Beweislage mehr einzufallen). Wenn ich hingegen aus Eigenantrieb diese Sache nicht möchte, lässt man mich nicht. Umgemünzt: Nur weil ein Großteil der Bevölkerung Sonntags ins Restaurant geht, ich jedoch nicht, bekomme ich dennoch (ringel-reih-rum) von einem Restaurantbesitzer eine Rechnung präsentiert – „ich hätte ja Essen können“. Freiheitseinschänkende Irrationalität und Egomanie.

        Dienstleistungen, welche man nicht in Anspruch nimmt, muss man nicht zahlen. Schon gar nicht, wenn diese inqualitativ sind (ökonomische Marktverzerrung).

        • xxx

          14. Dezember 2018 14:06 at 14:06

          Nicht, dass wir uns falsch verstehen:
          Ich befürworte dieses Gebührensystem und seine Rechtfertigung keinesfalls. Ganz im Gegenteil, ich gehe konform, dass es abgeschafft oder zumindest auf ein Minimum eingeschränkt gehört (letzteres für den Fall, dass man tatsächlich einen rechtlich abgeleiteten Grundinformations- und Bildungsauftrag hat, keinen Unterhaltungsauftrag).

          • joah

            14. Dezember 2018 14:26 at 14:26

            Einen Bildungsauftrag hat lediglich jedes Indiviuum für sich allein selbst (Eigenverpflichtung). Dieser kann nicht an Dritte abgegeben werden, oder es kommt zwangsläufig eine Fehlbildung – im wahrsten Wortsinne – dabei heraus: niederknechtend-schädliche Propaganda, Selbstbedienung, Selbstlegitimation, Anmaßung, Manipulation, Fremdsteuerung zum Zwecke Dritter.

    • Fürstenberg

      14. Dezember 2018 13:11 at 13:11

      Mh, darüber wird sich wohl niemand Gedanken machen. (Über die Unmöglichkeit ein Fernseher oder Radio oder Computer ohne STrom betreiben zu können.) Radio vielleicht noch mit Batterien. Soweit verstenden wird abgestellt allein auf die Möglichkeit des Empfangens von Rundfunk. Ob dies oder wie dies erfolgt oder eben nicht erfolgt wird ohne Relevanz bei privaten Wohnungsinhabern vernachlässigt. Fakt bleibt, es ist ein Vertrag zu Lasten dritter Personen ohne sich vorher eine Zustimmung geholt zu haben.

      • Patriot

        14. Dezember 2018 15:00 at 15:00

        Müsste halt wieder mal gerichtlich geklärt werden, ob ohne Strom noch eine Empfangsmöglichkeit besteht. Über PC und Fernseher sicher nicht mehr. Selbst Radio wäre mit Trockenbatterien eine teure Angelegenheit. Strom zum Aufladen von Akkus fehlt ja.

  9. Charly W.

    14. Dezember 2018 13:41 at 13:41

    Personen unterliegen dem Vertragsrecht. Nur hat man denen nicht die Geschäftsbedingungen des Kommerz mitgeteilt. Das ist der Betrug im System. Lebende Menschen unterliegen dem nicht. Nur erklären sich leider fast alle zu Personen, und die müssen deshalb zahlen.
    Oder steht irgendwo das auch Männer und Weiber zahlen müssen? Nein, die stehen vor dem Gesetz! Gesetze gelten also nur für Personen wie immer die genannt werden. Lebende Menschen müssen sich nicht anmelden und zahlen.

  10. pol. Hans Emik-Wurst

    14. Dezember 2018 15:10 at 15:10

    Warum ich keinen Rundfunkbeitrag zahle, passt auf eine DIN-A-4-Seite und beansprucht als Video 2:09 Minuten: http://www.Rundfunkbeitrag.video

    Es gibt keine Verträge zu Lasten Dritter
    Die Rundfunkstaatsverträge bestehen zwischen einer Landesregierung und einer Landesrundfunkanstalt. Unbeteiligte Dritte mit Wohnsitz in einem Land haben keinerlei Willen bekundet, monatlich 17,50 Euro an den Beitragsservice zu zahlen!!!

    Warum ist der Rundfunkbeitrag keine Steuer?
    Nur Behörden können eine Steuer festsetzen. Landesrundfunkanstalten sind nur Körperschaften des öffentlichen Rechts. Der Beitragsservice ist nicht rechtsfähig.

    Das Geschäftsmodell der Landesrundfunkanstalten
    Nur in sehr geringem Umfang entsprechen Sendungen dem formulierten öffentlich-rechtlichen Auftrag, viel weniger, als die rund acht Milliarden Euro jährlich hergeben. Das übrige Geld wird für teure Lizenzen und für überhöhte Gehälter ausgegeben. Zusätzlich gibt es Sendungen mit viel teurer Werbung und Sendungen mit Propaganda zugunsten von Regierungen und politischen Parteien. Es existiert für den überwiegenden Teil der Sendezeit keinerlei staatliche Neutralität.

    Die hörige Justiz
    Die politischen Parteien und rund eintausend Lobbyorganisationen geben die Denkrichtung vor, der sich die Justiz unterwirft. Es gibt keine Gewaltenteilung, denn Staatsanwälte, Richter und Polizisten werden alle von einer Landesregierung besoldet. Dies erklärt ihre Gebundenheit an politische Weisungen.

    Diese kurze Aufstellung bedarf keines Urhebernachweises, keines Datums und keiner Unterschrift, weil sie die Lage wiederspiegelt, unter der der Rundfunkbeitrag erhoben wird.

    • Patriot

      17. Dezember 2018 13:47 at 13:47

      Schreiben Sie im letzten Satz lieber „widerspiegelt“, solche Schreibfehler werden gern als Bildungslücke ausgelegt.

  11. Steven

    27. Dezember 2018 14:17 at 14:17

    Wer sich heute noch proEU ausspricht, hat ne schwer Zukunft vor sich

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Thorsten Polleit mit Kommentar zur Fed-Zinssenkung

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Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit hat aktuell seinen Kommentar zur Zinssenkung der Fed veröffentlicht. Hier im Wortlaut:

Fed senkt Zins – weil das System sonst nicht mehr funktioniert

Auf seiner Sitzung hat der Offenmarktausschuss der US-Zentralbank (Fed) beschlossen, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Bandbreite von 2,00–1,75 Prozent zu senken. Die Fed hat zudem mindestens eine weitere Zinssenkung bis zum Jahresende signalisiert.

Zuletzt hatte die Fed im Juli 2019 die Zinsen von 2,50–2,25 auf 2,25–2,00 Prozentpunkte verringert – und dabei verlauten lassen, die Lockerung sei nur „Teil einer Anpassung“ („part of a recalibration“), sie sei kein vorbestimmter Weg („pre-set course“) in einen Zinssenkungszyklus.

Die Fed scheint offiziell zwar an dieser Einschätzung festhalten zu wollen. Doch glaubwürdig ist das nicht – schließlich soll ja die Zinssenkungspolitik munter weitergehen!

Die neuerliche Zinssenkung soll, so die Fed, die US-Wirtschaft stützen; man fürchtet, dass der US-China-Handelsstreit größere konjunkturelle Bremsspuren hinterlassen könnte.

US-Präsident Donald J. Trump macht weiter Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken (das Jahr 2020 ist Wahljahr in den USA) – und die Fed gibt dem Druck nach.

Bislang zeigt das Wachstum das US-Bankenkredite weiter nach oben – und deutet auf fortgesetztes Wirtschaftswachstum und Unterstützung für die Preise auf den Vermögensmärkten hin.

Doch ganz ungetrübt ist das Bild nicht: Am Dienstag hatte es ernste „Verspannungen“ im Interbanken-Markt (genauer: im Repo-Markt) gegeben, die die Zinsen stark ansteigen ließen. Die Fed kaufte daraufhin Anleihen und pumpte dadurch 53,2 Mrd. US$ bereit. Am Mittwoch kamen 75 Mrd. US$ hinzu, um dem ungewollten Zinsanstieg zu begegnen.

Das Ansteigen der Zinsen (im Repo-Markt, in dem sich Banken gegen Hingabe von Schuldpapiere Übernacht-Kredite beschaffen) hat Ängste vor einer neuen Kreditkrise geweckt. Zwar waren Sondereffekte (z. B. Überweisungen vom Bankensektor an die Fed) ursächlich für die Liquiditätsverknappung. Dennoch zeigt die Episode, wie verwundbar das Interbanken-Kreditsystem und damit das gesamte Kreditgebäude sind.

Wir denken, die Fed wird die Zinsen in den kommenden Monaten bis auf etwa 1,0 Prozentpunkte absenken – weil Konjunktur und Finanzmärkte ohne niedrigere Zinsen nicht mehr auskommen.

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Live-Webinar Fed-Enscheidung, 18.09.; 19.55Uhr – Zwischen keine Zinssenkung und QE – alles ist „drin“

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Wird die Fed die Zinsen senken? Und wenn ja, wie fällt ihr weiterer Ausblick auf die Entwicklung der Leitzinsen aus – irren sich die Märkte, wenn sie von einem Zinssenkungszyklus ausgehen?

Plötzlich ist nämlich alles wieder unklar: die Fed Fund Futures preisen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von knapp über 60% ein, dass die Fed morgen wirklich die Zinsen senkt – das war in den letzten Wochen ganz anders gwesen, als nur die Frage war, ob die Fed um 0,25% oder gar um 0,5% senken wird!

Nach dem plötzlich auftretenden Stress im US-Bankensystem (massiver Anstieg der rep rates) spekulieren manche andererseits sogar darauf, dass die Fed heute das QE wieder starten wird!

Im Live-Webinar kommentiere ich heute (live ab 19.55Uhr) die Entscheidung der Fed – wir blicken dann gemeinsam auf die Aussagen der US-Notenbank in ihrem Statement und versuchen daraus, die relevanten Schlussfolgerungen auf die Märkte zu ziehen!

Sie können das Webinar am Mittwoch 18.09.; 19.55 Uhr unter folgendem live mitverfolgen:

https://www.youtube.com/watch?v=pf-dBWKa0Js

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Wohnungsmarkt mit Regulierung – Mieter als Verlierer

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Wer erinnern uns nur wenige Tage zurück. Nachdem es zunächst so aussah, als wolle man  für den Berliner Wohnungsmarkt die maximal zulässigen Wohnungsmieten extrem stark herabsetzen unter das aktuelle Niveau, wurde am 26. August beschlossen die maximale Miete bei 7,97 Euro anzusetzen. Vielleicht ist das für große Vermietungskonzerne gerade noch so erträglich. Aber mal ehrlich. Welcher kleine oder mittelgroße Vermieter, geschweige denn Vonovia oder Deutsche Wohnen, hat da noch Lust von nun an neue Mietwohnungen in Berlin hochzuziehen? Wir haben uns in den letzten Monaten schon mehrfach kritisch zu dem Thema geäußert (hier ein nicht nur auf Berlin bezogener Grundsatzartikel vom 30. August mit dem Titel Wohnungsmieten explodieren – Mitverantwortliche beschweren sich am lautesten).

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Die linkslastige Berliner Landesregierung hat also beschlossen keine höheren Mieten mehr zuzulassen. Eine eindeutige Beeinflussung des freien Marktes. Das kann man als Vermieter oder Investor weniger gut finden (nett ausgedrückt), und wird dagegen wohl auch durch die Instanzen klagen? Der Berliner Mieter wird natürlich begeistert sein nach dem Motto „Endlich haben wir es diesen Abzock-Vermietern gezeigt“. Aber die entscheidende Frage, die wir schon oft in den letzten Monaten angesprochen haben, lautet: Bringt dieses de facto Einfrieren der Mieten irgendeinen positiven Effekt für die Mieter? Der Bestandsmieter, der jetzt schon in einer Wohnung lebt und vielleicht bislang 9 Euro zahlt, freut sich über eine Mietsenkung von 1,03 Euro. Aber wird dieser Mieter aus seiner Wohnung ausziehen? Wohl kaum. Er wird alles tun um in diesem „paradiesischen“ Zustand zu verbleiben, und wird dauerhaft dort wohnen bleiben wollen.

Daher wird es bei den Bestandswohnungen wohl deutlich weniger Fluktuation geben. Wer also in Berlin eine Wohnung sucht, wird deutlich weniger Chancen haben eine zu finden. Und da über den Mietpreis nichts mehr geht, wird es ein zunehmendes Hauen und Stechen der Wohnungssuchenden geben, das gut situierte Bewerber mit der heimlichen Übergabe eines Umschlags Richtung Makler oder Vermieter für sich entscheiden können. Die Schattenwirtschaft bei der Suche nach Wohnraum dürfte in Berlin drastisch zunehmen. Und ja, die Neubautätigkeit in Sachen Mietwohnungen dürfte deutlich zurückgehen. Die Lage für Wohnungssuchende dürfte sich (so unsere bescheidene Meinung) durch diesen Mietendeckel in Berlin drastisch verschlechtern. Zwar gibt es relativ günstige Mieten – aber was nützt es, wenn man als Suchender keine Wohnung findet? Die Initiatoren der Regulierung am Wohnungsmarkt in Berlin haben wohl direkt und zielgerichtet an den Preis gedacht – sich aber wohl keine Gedanken gemacht, was ihre Aktion letztlich verursacht.

Mieter verlieren bei Regulierung am Wohnungsmarkt

Ja, eigentlich denkt man natürlich: Super Sache! Der Wohnungsmarkt wird staatlich eigeschränkt, die Mieter zahlen geringe Mieten. Wo soll da also das Problem für die Mieter liegen? Wir hatten ja gerade schon die Folgemechanismen beschrieben, die wohl erst mit einigem zeitlichen Abstand besser sichtbar werden dürften. Aktuell hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zu diesem Thema (Regulierung am Wohnungsmarkt) ein Papier veröffentlicht. Und das DIW bestätigt unsere Sichtweise, dass letztlich wohl der Mieter der Verlierer sein wird. Die Ausführungen des DIW sind äußerst lesenswert!

Wohnungsmarkt mit Regulierung - DIW Grafik

Hier der nach unserer Meinung wichtigste Teil des DIW-Papiers im Wortlaut:

„Zugespitzt könnte man sagen, dass die Maßnahmen, die Mieterinnen und Mieter schützen sollen, auch dazu führen, dass diese immer weniger werden – sie werden gewissermaßen aus dem Markt gedrängt,“ fasst Studienautor Konstantin Kholodilin zusammen. „Diese Erkenntnis muss die Politik bei den aktuellen Diskussionen um Maßnahmen wie einen Mietendeckel selbstverständlich im Blick haben, sonst könnte man unter Umständen das Gegenteil von dem erreichen, was man bezweckt – so wichtig Regulierungen des Wohnmarkts sozialpolitisch auch sind.“

Teilung des Markts in zwei Segmente

Der Zusammenhang zwischen intensiver Mietmarktregulierung und steigender Wohneigentumsquote kann zwei Gründe haben, so Kholodilin und Ko-Autor Sebastian Kohl. Einerseits kann es sein, dass die VermieterInnen der regulierten Wohnungen diese nicht mehr profitabel vermieten können und sie zum Verkauf anbieten, was das Angebot an Mietwohnungen reduziert. Andererseits führt die Regulierung, die nur einen Teil der Wohnungen und Häuser betrifft, zu einem zweigeteilten Markt: auf der einen Seite ein regulierter Markt mit niedrigen Mieten, in dem die MieterInnen ihre Wohnungen nicht aufgeben und in den Wohnungssuchende vergeblich versuchen einzutreten; auf der anderen ein freier Markt mit sehr hohen Mieten, die sich nur wenige leisten können.

„In einer solchen Konstellation müssen sich viele Menschen trotz hoher Kosten Wohneigentum zulegen, sie haben praktisch keine Wahl“, so Kholodilin. „Das ist zum Beispiel in Schweden der Fall, wo die Wohneigentumsquote folglich rund 62 Prozent beträgt“. In den skandinavischen Ländern wurden Mietpreise in der Vergangenheit intensiv reguliert und sind es vergleichsweise immer noch. Auch in Norwegen leben 78 Prozent der Menschen in einer Immobilie im Eigenbesitz.

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