Folgen Sie uns

Devisen

Euro und Goldpreis: Erklärung für die aktuellen Kursbewegungen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Irgendwie hängt vieles, sehr vieles mit dem US-Dollar zusammen. So auch die aktuellen Bewegungen im Euro vs US-Dollar und im Goldpreis, der als wichtigste Gegenwährung auch den US-Dollar hat. Was ist aktuell los auf dem Planeten? Relativ wenig beachtet in der deutschen Öffentlichkeit, hat sich die Lage in Hongkong deutlich entschärft (Massenproteste). Das lässt die Angst vor einem militärischen Eingreifen aus Festland-China in der Sonderverwaltungszone sinken, die für das globale Finanzsystem so wichtig ist. Außerdem gab es jüngst wieder Hoffnung für eine Entspannung im Handelskrieg.

Euro steigt dank Risk On-Trade

Wo durch den sogenannten Risk Off Trade (Angst, alles ab in Richtung Sicherheit) der Kapitalmarkt so ziemlich alles verkauft und in den vermeintlich sicheren Hafen namens „US Dollar“ flieht, da geschieht beim Risk On-Trade genau das Gegenteil (hier werden Risk On und Risk Off gut erklärt). Und genau das ist hier passiert. Die Lage hat sich entspannt, und man gönnt sich wieder etwas mehr Risiko. Davon profitieren viele Märkte, aber auch der Euro. Vorgestern lag EURUSD noch bei 1,0926 im Tief. Ein desaströser Absturz im Zuge der Einpreisung der wohl anstehenden EZB-Zinssenkung. Und nun steigt Euro vs USD seit vorgestern bis jetzt um 140 Pips auf 1,1066. Im Chart sieht man EURUSD seit 7. August. Aber Vorsicht! Man sollte der kleinen Euro-Euphorie nicht blind vertrauen. Denn die Lage kann sich schnell ändern, wenn die EZB die Bazooka auspackt.

Euro vs US-Dollar

Goldpreis steigt nicht zusammen mit dem Euro an – warum?

Da der Goldpreis ja am globalen Kapitalmarkt weit überwiegend in Dollar gehandelt wird, sollte er ja eigentlich zusammen mit Euro vs USD im Tandem aktuell steigen? Das tut er aber nicht. Warum? Nun, Gold ist wie US-Dollar, Yen und Schweizer Franken einer der vermeintlich „Sicheren Häfen“, wohin Anleger bei Angst und Unsicherheit reflexartig flüchten. Daher ist der Goldpreis in den letzten Wochen auch so gut gestiegen. Aber jetzt, da man wieder etwas mehr Risiko wagt, fließt auch ein wenig Anlegergeld aus Gold ab, und der Goldpreis fällt aktuell etwas. Hier sieht man den Goldpreis in USD seit dem 28. August. Seit vorgestern steigt Gold von 1.524 auf 1.556 Dollar, weil der Dollar selbst schwächelt. Aber derzeit geht der Preis wieder auf 1.543 Dollar zurück, weil der Risk On-Trade gegen Gold drückt. Aber der Rückgang im Goldpreis sieht recht bescheiden aus. Offenbar lassen sich die Gold-Anleger nicht so sehr blenden von der Euphorie rund um die vermeintliche Entspannung im Handelskrieg. Also, vielleicht bald ein weiter steigender Goldpreis?

Goldpreis in US-Dollar

Dollar-Index

Hier sieht man im Chart den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Leitwährungen) seit dem 26. August. Man sieht gut den deutlichen Abfall (Risk On) seit vorgestern, von 99,33 auf aktuell 98,11 Indexpunkte. Also eine negative Bewegung des Dollar, die tendenziell alle anderen Assets stärkt. Ausgenommen unter anderem die Bewegung im Goldpreis.

Dollar-Index

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

weiterlesen

Devisen

Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

weiterlesen

Devisen

Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

Gesponserter Inhalt

Wollen Sie aktiv Devisen oder Rohstoffe handeln? bietet ein besonders hochwertiges Trading-Tool für Sie! Je enger die Spreads sind, also je geringer der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, desto schneller kommen Sie bei einem positiven Trade in die Gewinnzone. Sichern Sie sich für bestimmte Märkte besonders günstige Sonderkonditionen für ihren aktiven Börsenhandel, . Eröffnen Sie hier ein Konto und starten Sie Ihr Trading. Viel Erfolg!

Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage