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Exklusiv-Interview: Die US-Sanktionen gegen den Iran und ihre massiven Auswirkungen

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Die USA haben jetzt den ersten Teil ihrer neuen Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Anfang November tritt der zweite Teil der Sanktionen in Kraft, mit denen dem Iran die Einnahmen aus Öl-Verkäufen entzogen werden sollen. Diese neuen Sanktionen der USA sind nicht einfach irgendwelche Sanktionen, sondern de facto ein richtiges Embargo. Man schneidet den Iran quasi vom Handel mit dem Rest der Welt ab – wenn denn der Rest der Welt sich den Bedingungen der USA fügt. Was bedeutet das in der Realität zum Beispiel für iranisch-stämmige Firmen mit Sitz in Deutschland, die nur Iran-Geschäfte abwickeln? Und was sind die sonstigen Folgewirkungen dieser Sanktionen. Wir haben hierzu Fragen an jemanden gestellt, der es wissen sollte. Michael Tockuss ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Iranischen Handelskammer in Hamburg. Er beantwortet im folgenden Interview unsere Fragen.

US-Sanktionen gegen den Iran - Michael Tockuss im Interview
Michael Tockuss

Haben deutsche Unternehmen ihren Handel zum Iran jetzt schon komplett oder größtenteils eingestellt?

Weder komplett noch größtenteils. Die Reaktion der Unternehmen ist von zwei Punkten abhängig. Der erste Punkt ist die Größe des Unternehmens. Unternehmen die z.B. an der Börse notiert sind, die weltweit besondere Aufmerksamkeit haben, also z.B. Mercedes oder ähnliche, werden sich aus dem Iran zurückziehen. Bei mittelständischen Firmen ist der entscheidende Punkt, ob sie über eigene Niederlassungen in den USA verfügen, Mitarbeiter mit US-Pass haben oder gar US-Eigentümer. Für die Masse der mittelständischen Unternehmen gilt das aber nicht, und diese werden ihre Iran-Aktivitäten weiter fortsetzen.

Gibt es Schätzungen über entgangene Umsätze durch die neuen Iran-Sanktionen der USA?

Im Jahr 2017 lieferten deutsche Unternehmen Waren und Dienstleistungen für rund 3 Milliarden Euro nach Iran. Wir rechnen damit, dass sich diese Zahl um rund 25% reduziert. Das beinhaltet dann Umsätze von Unternehmen, die sich real aus dem Iran zurückziehen und Projekte, bei denen aufgrund der US-Sanktionen Finanzierungen wegfallen und damit unmöglich werden.

Glauben deutsche Unternehmen daran, dass die Sanktionen in den nächsten Jahren wieder aufgehoben werden?

Angesichts der eruptiven Politik der Trump-Administration kann man da zwar mit allem rechnen, eine verlässliche Voraussage ist aber unmöglich.

Gibt es Unternehmen, die trotz US-Drohungen auch weiterhin in vollem Umfang mit dem Iran Geschäfte machen werden?

Selbstverständlich. Für die große Masse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland gilt dies. Wir sind da auch nicht auf Mutmaßungen angewiesen. Sehen Sie, wir hatten von 2012 bis 2016 Sanktionen der Vereinten Nationen, der EU und der USA gegen Iran. Auch in dieser Zeit lieferten deutsche Unternehmen völlig legal Produkte für über 2 Milliarden Euro nach Iran. Aktuell gibt es Sanktionen der USA, aber keine EU oder VN-Sanktionen.

Sind in Deutschland konkret Arbeitsplätze durch die neuen Iran-Sanktionen der USA gefährdet? Und wenn ja, in welchem Umfang, und in welchen Branchen?

Es wird aber in jedem Fall Arbeitsplätze kosten. Der Iran ist mit 3 Milliarden Euro zwar ein kleinerer Markt für Deutschland, allerdings gibt es eine ganze Reihe von spezialisierten Unternehmen, für die der Iran ein Hauptmarkt ist. Für genaue Schätzungen ist es aber noch zu früh.

Wie groß ist die Existenzbedrohung von iranischen Im- und Export-Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland, die auf den Handel zwischen Iran und Deutschland als Hauptgeschäft angewiesen sind?

Für Unternehmen in Deutschland mit iranischen Inhabern ist die Situation besonders schwierig, da sie die größten Schwierigkeiten haben eine Bank zu finden, die ihre Aktivitäten begleitet. Da genügt oft auch nicht ein deutscher Geschäftsführer, sondern schon ein größerer iranischer Anteilseigener wird da zum Problem. Dabei ist es gar nicht so schwierig verlässliche Hintergrundinformationen zu so einer Person zu erhalten – aber eine große Anzahl an Banken macht sich diese Mühe gar nicht.

Haben Sie Gespräche mit US-Diplomaten in Deutschland wegen der Iran-Sanktionen geführt?

Wir führen immer wieder Gespräche mit US-Diplomaten, und auch diese müssten seit der Wahl von Präsident Trump ja eine drastische Kehrtwende vollführen. Unter Obama wurden deutsche Unternehmen und Banken aufgefordert sich intensiv mit dem iranischen Markt zu beschäftigen, da die USA durchaus ein Interesse daran hatten dem Iran zu signalisieren, dass es sich wirtschaftlich auszahlt internationale Abkommen zu schließen. Mit der Wahl von Trump mussten dann teilweise die gleichen US-Vertreter in die andere Richtung argumentieren. Generell empfehlen wir aber deutschen Unternehmen sehr vorsichtig mit Kontakten zu US-Vertretern zu sein. Schlussendlich weiß man nie, wo Informationen landen, die man ihnen gibt.

In wie weit werden die USA deutsche Unternehmen voll sanktionieren, wenn sie nicht völlig auf ihr Iran-Geschäft verzichten wollen?

Ich finde es zunächst wichtig, dass man darauf hinweist, wie die Rechtslage ist. Die USA erlassen Sanktionen gegen den Iran und erwarten, dass sich die ganze Welt an dieses amerikanische Recht hält. Für deutsche Unternehmen ist dieses Recht aber nicht anwendbar, für uns gelten deutsche und EU-Regularien. Ich stelle mir manchmal vor, wie die Reaktion wäre, wenn der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das in Kalifornien oder Texas gelten soll. Es wäre undenkbar – genauso sollten auch wir mit diesen US-Sanktionen umgehen. Die Amerikaner leben was die Sanktionen angeht hauptsächlich von der Angst deutscher Unternehmen. Die Anzahl von deutschen Unternehmen, die jemals auf einer US-Sanktionsliste gelandet sind, war auch in den letzten Jahrzehnten sehr gering.

Die Deutsche Regierung und die EU wollen an dem Atomabkommen festhalten – auf welche Unterstützung können die Unternehmen dabei bauen?

Dies ist einer der enttäuschenden Aspekte des Themas. Es fehlt nicht an klaren Aussagen von Wirtschaftsminister Altmaier oder Außenminister Maas. Die politische Botschaft ist eindeutig, man möchte das Abkommen mit den Iranern retten. Es fehlt aber an praktischer Unterstützung. Was da aus Berlin kommt, wirkt hilf- und mutlos. Es gelingt nicht eine verlässliche Absicherung der Zahlungsströme zu gewährleisten, was eine echte Hilfe wäre. Bei jedem Vorschlag in diese Richtung, zum Beispiel die Bundesbank oder KfW dort zu involvieren, wird lediglich beschrieben, warum das nicht geht, oder dass man niemanden zwingen könnte, Bankdienstleistungen für den Iran anzubieten.
Es wird auch mit viel Nebel gearbeitet, zum Beispiel mit dem Hinweis, die Exportversicherung Euler-Hermes würde ja weiter Iran-Geschäfte absichern. Für eine solche Absicherung braucht man aber zunächst eine Bank, die das Geschäft abwickelt oder finanziert. Hat man dies nicht, nützt Hermes wenig.

Vor Kurzem hat der Iran versucht Bargeld aus Deutschland einfliegen zu lassen. Es gab eine ziemlich einseitige Berichterstattung über dieses Vorgehen gegen den Iran. Wie sehen sie das aus ihrer Sicht?

Es war der Versuch einen Vorgang zu skandalisieren, der sachlich einfach zu erklären ist. Iranische Reisende bekommen von keiner Bank dieser Welt eine Kreditkarte. Wer also privat oder geschäftlich ins Ausland reist, ist darauf angewiesen Bargeld in der Tasche zu haben. Das war der Hintergrund der Bemühung der iranischen Zentralbank einen Bargeld-Transfer in den Iran zu unternehmen. Nur nochmal zur Verdeutlichung: Es handelt sich dabei um Guthaben der iranischen Zentralbank, die auf Konten in Deutschland liegen, also ihr eigenes Geld. Der Versuch dieses Geld in bar nach Teheran zu bringen, wurde nun dadurch verhindert, dass die Bundesbank ihre AGB’s verändert hat. Soviel zum Thema Unterstützung. Es regt offenbar auch niemanden auf, daß diese Änderung der AGB’s erst nach dem Antrag zur Genehmigung des Transfers gestellt wurde. Ein schönes Beispiel dafür, wie gering die praktischen Auswirkungen von politischen Aussagen sind.

Warum meinen Sie, hat Trump den Deal einseitig gekündigt?

Ich glaube hier sind zwei Punkte entscheidend. Das Iran-Atomabkommen war einer der großen diplomatischen Erfolge von Präsident Obama, und Präsident Trump versucht ja intensiv die Erfolge von Obama und seiner Regierung rückgängig zu machen. Das gilt für Iran, die US-Krankenversicherung oder die US-Einwanderungspolitik. Der zweite Punkt ist eine neue politische Achse zwischen USA, Israel und Saudi-Arabien. Israel und Saudi-Arabien waren unter den wenigen Ländern, die das Iran-Abkommen immer kritisierten.

Die EU und der Iran wollen beide an dem Abkommen festhalten und sich nicht den USA unterwerfen. Welche Auswirkungen hat das auf Beziehung zwischen der EU und den USA/ Trump?

Es sind nicht nur Deutschland und die EU, die an dem Abkommen festhalten möchten. Auch China und Russland haben sich klar gegen die Maßnahmen der USA positioniert. Die USA stehen mit ihren Maßnahmen und ihrer Sichtweise international ziemlich allein. Die aktuelle Politik der USA vertieft den Graben in den transatlantischen Beziehungen. Eine Entwicklung, die aber schon vor Herrn Trump begonnen hat. Für die Europäer wird es entscheidend sein erwachsen zu werden und ihre Interessen in die eigene Hand zu nehmen. Dies erfordert aber mehr als Sonntagsreden, für eine starke eigenständige EU braucht es praktische Schritte, die man zumindest in der Iranfrage noch vermisst.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. OZO

    16. August 2018 09:08 at 09:08

    Wenn man dieses Interview und seinen Inhalt mit dem entsprechenden Geschwafel beim ARD/ZDF zum Thema vergleicht, dann lässt sich ein weiteres Mal erkennen, wie „unabhängig“ und „objektiv“ die Berichterstattung der regierungstreuen TV-Medien sind. Es ist eine Schande, wie alles sich des Mammons wegen dem US-Finanzmarktdiktat unterordnet. Vorbildlich und mutig wäre es ja auch mal, wenn einige DAX-Vorstände das Rückgrat hätten, die Repressalien der USA nicht zu begleiten. Dann würde es sicherlich nur Wochen dauern, bis die US-mehrheitsgesteuerten Aufsichtsräte diese aus ihren Jobs entfernen würden. Abgesehen davon, dass Sie eh genügend für die Zukunft vorgesorgt haben, würden Sie dann sicherlich noch einen schönen Scheck oben drauf bekommen. Auch wenn ein solcher Abgang für sie nicht schmerzlich wäre, würden sie dann doch für die Gesellschaft auf diese Art und Weise endlich mal einen Hauch einer Vorbildfunktion einnehmen. Aber ich wette, dass da nichts in diese Richtung kommt und diese glatten Herren sich auch in dieser Situation als Gummipuppen des Geldsystems zeigen.

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Türkische Waffengeschäfte mit Russland – Trumps Reaktionen und wieder muss Deutschland bangen

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Das Sanktionskarussell dreht sich immer weiter. Die amerikanisch-türkischen Beziehungen stehen bekanntlich nicht zum Besten. Aber gerade jetzt droht sich ein echter Handelsstreit zwischen den beiden Ländern zu entwickeln, der auch andere Nationen in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Das Waffengeschäft der Türkei mit Russland

Obwohl die USA Präsident Erdogan davor gewarnt haben ein russisches Luftabwehr-Waffensystem zu erwerben, scheint die Türkei bereits „Nägel mit Köpfen“ gemacht zu haben. „Wir haben sie längst gekauft“, wie der türkische Staatschef erst kürzlich behauptete. Es handelt sich dabei um russische Boden-Luft-Raketen des Typs S-400. Dies wäre ein Verstoß gegen das CAATSE-Gesetz, welches, wie gegen den Iran angewendet, Sanktionen gegen das Land am Bosporus zur Folge hätte.

Die Strafmaßnahmen mit ihrer fatalen Streuwirkung

Sollten die USA zu solchen Maßnahmen greifen, wären sofort Länder betroffen, die Geschäfte mit der Türkei machen. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sofort berechnete, ginge es im Falle Deutschlands um ein Geschäft von 30 Milliarden Euro, also um Summen, die weitaus bedeutsamer wären als die, die mit dem Iran erzielt würden.

Deutsche Firmen haben nach DIHK-Angaben in der Türkei einen Kapitalstock von rund zehn Milliarden Euro aufgebaut, mit mehr als 130 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 31,1 Milliarden Euro (2017). Die Firma Bosch hat allein 17 000 Mitarbeiter in der Türkei, dazu beträfen die Sanktionen Großkonzerne wie Siemens und viele Mittelständler wie Schmitz Cargobull, Jungheinrich, Hymer und viele andere. Insgesamt soll es sich um 7000 deutsche Firmen handeln. Das Ganze hat natürlich noch einen militärischen Hintergrund, denn die USA drohen der Türkei mit dem Ausschluss aus dem Rüstungsprogramm für das Tarnkappen-Kampfflugzeug F-35. Maschinen, die bereits gekauft sind, aber noch nicht ausgeliefert wurden.

Fazit

Egal wie man die militärischen und strategischen Beweggründe einschätzt, es zeigt wieder einmal die Dimensionen des globalisierten Welthandels. Sollte es zu Sanktionen kommen, wäre erneut der Ex-Exportweltmeister Deutschland betroffen. Wie würde die deutsche Wirtschaft im Verhältnis zu den USA reagieren? „You can make an educated guess!“

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Trading Day 2019 am 21. Juni

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Verpassen Sie nicht das Online-Trading Event dieses Sommers: Ein ganzer Nachmittag mit Top-Tradern, die Sie mit auf ihre Trading-Reise nehmen. Mit dabei sind bekannte Namen wie Jochen Schmidt, André Stagge, Samir Boyardan sowie das Trading-Team der ATT Trading School aus Österreich.

Die komplette Agenda finden Sie unter folgendem Link: Agenda – Trading Day 2019

Trading – Der Traum vom schnellen Geld

Dieser Wunschgedanke begleitet viele Anleger tagtäglich bei ihren Aktivitäten an den Finanzmärkten. Aus diversen Gründen zerplatzt dieser Traum meist sehr schnell. Wie schaffen es Trader also, Gewinne zu erzielen? Wie bereiten Sie sich aufs Trading vor und wie agieren sie generell an den Märkten?

Auf diese Fragen gibt es keine Nonplusultra-Antwort. Zudem agieren Top-Trader je nach ihren eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten: Der Daytrader handelt in einem kurzen Zeitfenster und sammelt Profite, der Chart-Tool-Trader nutzt Indikatoren, und wenn dann noch die Markttechnik ins Spiel kommt, könnte es für den einen oder anderen zu kompliziert werden.

Blicken Sie Top-Tradern online über die Schulter

Am Freitag, den 21. Juni 2019, veranstaltet XTB den Trading Day 2019. Ab 14:00 Uhr können Sie in insgesamt vier Einzel-Sessions diverse Top-Trader LIVE in Aktion erleben.
Nachfolgend eine Übersicht:

14:00 Uhr
Thema: Traden wie ein Portfoliomanager
Referent: André Stagge

15:00 Uhr
Thema: Chart-Tool-Trading in der xStation 5
Referent: Samir Boyardan

16:00 Uhr
Thema: Intraday-Trading nach markttechnischem Ansatz
Referent: Jochen Schmidt

17:00 Uhr
Thema: Wie denken und handeln professionelle Trader?
Referent: Ali Taghikhan, Stefan Koblitz, Dominik Müller (ATT Trading School)

Die Anmeldung sowie die Teilnahme sind kostenfrei. Eine einmalige Anmeldung ist ausreichend, um am gesamten Trading Day 2019 teilzunehmen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von XTB: Trading Day 2019

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Boris Johnson Favorit – Pfund mit merkwürdiger Ruhe

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Gestern haben die Tories parteiintern eine erste Abstimmungsrunde abgehalten. Wer soll neuer Parteichef und damit auch neuer Premier von Großbritannien werden? Der Brexit-Hardliner Boris Johnson erzielte gestern mit 114 von 313 Stimmen mit weitem Abstand das beste Ergebnis. Der zweitbeste Kandidat nach Johnson hatte nur 43 Stimmen. 3 Bewerber schieden gestern bereits aus dem Partei-Auswahlverfahren aus, und 7 Kandidaten verbleiben noch.

Boris Johnson
Boris Johnson. Foto: EU2017EE Estonian Presidency – CC BY 2.0

Boris Johnson im Fokus

Es braucht nun also schon ein großes Wunder, damit die Tories NICHT Boris Johnson zu ihrem neuen Chef machen. Der Prozess wird sich aus formalen Gründen noch bis Juli hinziehen. Bis Ende Juli sollen dann alle 160.000 Parteimitglieder in einer Stichwahl abstimmen zwischen den beiden besten verbliebenen Kandidaten. Aus Sicht der EU-Befürworter auf der Insel besteht eigentlich nur noch die Hoffnung, dass sich alle Gegner von Boris Johnson in der Partei irgendwie hinter einem Kandidaten versammeln, der EU-freundlich eingestellt ist.

Am Mittwoch schrieben wir bereits über (nach unserer Meinung) wertlose Aussagen von Boris Johnson. Er versuchte klar zu machen, dass er ein besseres Ergebnis in Brüssel verhandeln könne als Theresa May. Und das sagte er, während kurz zuvor Jean-Claude Juncker mehr als klar gemacht hatte, dass die EU nicht neu verhandeln wird.


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Die britischen Aktien reagieren aktuell leicht negativ mit -35 auf 7337 Punkte im FTSE100. Das britische Pfund ist seit gestern Abend gegen den US-Dollar von 1,2685 auf aktuell 1,2658 gefallen. Somit reagiert der britische Kapitalmarkt de facto gar nicht geschockt darauf, dass der Grantler und Dampf-Plauderer Boris Johnson sehr wahrscheinlich bald den Brexit für UK durchführen wird.

Woher kommt die Gelassenheit? Wir verstehen es nicht. Schon seit Monaten treibt uns dieses Thema um. Die Briten vertrödeln immer mehr Zeit. Die EU gewährte zeitliche Aufschübe. Und man darf stark annehmen, dass die aktuelle Frist bis Oktober nun wirklich die aller, allerletzte Fristverlängerung war. Aber man sieht ja. Auch dieses Mal haben die Briten alle Zeit der Welt. Wir vermuten einfach mal, dass im britischen Pfund noch einiges an Abwärtspotenzial steckt, welches erst dann gehoben wird, wenn der Markt den Ernst der Lage irgendwann mal realisiert. Das soll natürlich keine Handelsempfehlung sein!

Pfund vs USD seit September 2018 - Boris Johnson im Fokus
Im Großen Bild ist das Pfund vs USD (seit September 2018) zwar am Fallen. Aber seit einigen Tagen zeigt der Chart trotz dramatischer politischer Lage in London eher einen Seitwärtstrend.

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