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Zeit des billigen Geldes ist vorbei Fed, EZB, jetzt Bank of Japan: Der nächste Schock! Videoausblick

Die Fed viel hawkisher als erwartet, die EZB und vor allem Christine Lagarde bei der Pressekonferenz noch extremer – und nun scheint selbst die letzte Bastion des ultrabilligen Geldes zu bröckeln: die Bank of Japan ändert völlig überraschend ihre „yield curve control“ und reagiert damit offenkundig auf die auch in Japan inzwischen deutlich gestiegene Inflation. Mit der Anhebung der Renditeobergrenze für die 10-jährige japanische Anleihe von 0,25% auf nun 0,5% ist der erste Schritt aus dem Ausstieg der ultralaxen Gedpolitik gemacht. Die Fed hat begonnen, die EZB mußte nachziehen – und nun folgt also auch die Bank of Japan als letzte der großen Notenbanken mit einer geldpolitischen Wende (mit Ausnahme der People´s Bank of China). Die Renditen stiegen darauf hin, die Aktienmärkte (vor allem der Nikkei) unter Druck. Aber dennoch spricht manches nun für eine technische Erholung der Aktienmärkte..

Hinweise aus Video:

1. Japan schockt Finanzmärkte mit Bondpolitik – Yen reagiert deutlich

2. EU einigt sich auf Gaspreisdeckel bei 180 Euro

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7 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Als im Jahre 2013 die Abenomics begannen, versprachen sowohl der kürzlich ermorderte Premier Abe, wie auch der Notenbankchef, diese zu beenden, sobald die 2 Prozent Marke in der Inflation überschritten ist.

    Journalisten vor Ort merkten an, das dies schwierig werden würde, aber Abe wischte alle Bedenken hierzu beiseite.

    Nun fast 10 Jahre später hat die Bank of Japan die Märkte mit umgerechnet fast 9 000 Milliarden Euro geflutet.

    Der Nikkei stieg um satte 350 Prozent nach oben. Immer tiefer grub sich die japanische Notenbank in die Aktienmärkte ein.
    Zum Schluss kaufte man sich direkt über Indexfonds in den Nikkei 225 ein. Die Times bemöngelte schon 2015,das die Notenbank damit zum wichtigsten Player wurde.
    Zum Schluss wurde man noch kreativ, indem man die Inflation künstlich runter rechnete,um ja nicht umsteuern zu müssen.
    Die jetzige Situation, über 3,5 Prozent Inflation, ist eine Folge der japanischen Notenbank- Politik.
    Übrigens damals im Jahre 2012,kurz nach Whatever it takes von Draghi ( Donnerstag der 26.07.2017- historisches Datum, da Aufhebung der No Bail Out Klausel! ) weigerte sich noch der damalige Notenbankchef die Märkte mit soviel Geld zu fluten.
    Nach der gewonnenen Wahl ersetzte Abe ihn deshalb schnell durch eine geldpolitische Taube.
    Die japanischen Märkte, die vor den Abenomics noch bei 7500 rumturnten, sind nun natürlich, erschüttert, das die ultimative Geldflutung aufhören soll.
    Eine ganze Generation von Aktienjüngern ist ja mit dem blanken Gegenteil aufgewachsen.
    Somit schließ sich der Kreis und die japanische Blase platzt nach 33 Jahren von neuem!

    1. Kuroda fügte jedoch gleich hinzu:

      BoJ’s Kuroda: Won’t Hesitate To Ease Monetary Policy Further If Necessary

      und die BoJ hat auch gleich außerplanmäßig reagiert:

      BOJ ANNOUNCES UNSCHEDULED BOND BUYING OPERATION

      Dieses Finanzsystem verkraftet keine deutlichen Zinsanhebungen mehr und die Wirtschaft ebenso wenig.
      Der Schuldenberg ist zu hoch. Wie sollen diese Zinsbelastungen in der Realwirtschaft erwirtschaftet werden können?
      Die FED hat nun schon deutlich überzogen. Die realen Auswirkungen werden wir irgendwann ab Mitte 2023 sehen.
      Vielleicht laufen wir in die größte Wirtschafts- und Finanzkrise aller Zeiten.
      Die FED wird dann wieder panisch umschwenken, die Zinsen senken und auch wieder mit QE beginnen.
      Mittlerweile habe ich fast das Gefühl, dass diese übertriebene Zinsanhebung nicht nur beabsichtigt war, um die Inflation zu senken, sondern die Wirtschaft direkt in eine Deflation zu führen.
      Denn nur ein deflatorisches Szenario erlaubt der Notenbank auch wieder die digitalen Druckerpressen in vollem Umfang anzuwerfen und damit den Lebenszyklus des aktuellen Finanzsystems nochmals etwas zu verlängern.
      Der Bondmarkt scheint das schon verstanden zu haben. Der Aktienmarkt erst teilweise.
      Sobald die Mehrheit der Marktteilnehmer das richtig realisieren, werden sie ihre pessimistische Haltung nach und nach aufgeben und den Markt weiter nach oben treiben in einen euphorischen Anstieg bis die Realität irgendwann Mitte 2023 alle jäh aus dieser Euphorie reißt.
      Die Hausse stirbt in der Euphorie!
      2000 und 2008 startete der Crash an den Aktienmärkten in dem Moment als die FED wieder begann die Zinsen zu senken. Zuvor sind sie mit der Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Zinspolitik nochmals gestiegen.
      Geschichte wiederholt sich selten, aber sie reimt sich oft.

  2. Alles kommt anders als wir denken!
    EZB und BOJ entwerten den Dollar, das kommt den Entwicklungsländern zu Gute und der amerikanischen Exporten, und Rohstoffe werden günstiger
    10-20% Korrektur wird noch kommen, wahrscheinlich aber erst im März und nicht jetzt

    Und falls Russland den Krieg beendet oder Putin sich das Genick bricht, sollte man im Markt sein.

    Wenn es ständig hoch und runter geht kann man wunderbar beide Seiten spielen.

    Ich warte erstmal auf die 4200 im SP500 und danach auf die 3500. Maybe

  3. Sehen die hervoragend informierten Moderatoren und zusehenden Doktoren auch Chancen im Markt oder gibt es nur Mega Risiken, platzende Blasen und Crash ?

    Mir fehlt in Ihren hervoragend praesentierten Videos die Ausleuchtung von Alternatìv Szenarien. Dadurch erscheint das beharren auf Positionen als etwas steiff.

    Aber klar, wie jede kaputte Uhr werden Sie auch hin und wieder Recht behalten.

    1. @Jochen Sie haben seit Anfang 2022 bis heute recht behalten. Einfach die US-Techs
      ansehen. Diese „Uhr“ lief ein ganzes Jahr nach unten ohne stehen zu bleiben.

      Ich würde die Realwirtschaft schon antizipieren. Und dass die FED schon
      lange keinen richtigen Crash mehr hat zugelassen, sehe ich eher als schlechtes Zeichen.

    2. @ Jochen. Ich gehe seit April 2022 auch von langristig fallenden Märkten aus. Das hat mich aber nie daran gehindert die Super-Rallys zwischendrinnen mitzunehmen. Herr Fugmann hat ja in den letzten Wochen auch immer darauf gewartet das jetzt wieder eine grössere Korrektur kommt, und es ging dann zwischenzeitlich auch nochmal ordentlich hoch. Auch diese Zwischenrally habe ich grösstenteils mitgenommen, weil ich keinerlei Schwächeanzeichen gesehen habe. Viele (inkl. Fugmann) waren sicherlich überrascht wielange der Markt rationale Erklärungen ignorieren kann. aber jetzt ist m. E. wirklich nicht mehr die Zeit für allzviel Optimismus auf grossartige Long-Szenarien – kleine Rallys nach oben ausgenommen. Der Nasdaq wird meiner Einschätzung nach in einigen Monaten gegen 9’000 Punkte laufen. Das genaue Timig überlasse ich dem Markt.

  4. @ Jochen, wenn sie nach 10Jahren Zinsmärchenwelt das Märchen weiterspielen möchten, gibt es genug MärchenAnalysten die ihnen das vorgaukeln. Da sind sie aber aber bei den FMW Koryphäen auf der falschen Plattform.
    Einige Tipps für hoffnungsvolle Weihnachtsvideos , bei Hellmeyer, Halver, Bernecker, Koch und vielen weitere werden Sie fündig.
    P.S. Die kaputte Uhr hat im Baissejahr für die Bären in 2022 sehr oft die richtige Zeit angezeigt, für die Permas wird’s wohl eine neue Rolex geben nach dem Jahresabschluss ?

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