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Fed – an ihren Taten sollt ihr sie erkennen

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Fed Zentrale in Washington DC

Dieses Bibelzitat (1. Johannes 2, 1-6) trifft voll auf das Entscheidungsgremium der US-Notenbank zu. Wider ihre Rhetorik von der heilen Welt greift die Fed zu extremen Maßnahmen. Angeblich aus rein technischen Gründen. Doch das ist nicht die einzige dreiste Lüge.

Fed – Lügen, nichts als Lügen

„Lügen dienen dazu, einen Vorteil zu erlangen, zum Beispiel um einen Fehler oder eine verbotene Handlung zu verdecken und so Kritik oder Strafe zu entgehen“. Diesem Zweck entsprachen die gestrigen Aussagen des Präsidenten der amerikanischen Notenbank vor der versammelten Presse voll und ganz. Die Wahrheit wäre so zerstörerisch für die Fed, das amerikanische Selbstverständnis und die Stimmung von Verbrauchern, Unternehmern und Spekulanten, dass diese Wahrheit mittlerweile zum Staatsfeind Nr. 1 geworden ist. Wie sagte Jean-Claude Juncker im Zusammenhang mit der Eurokrise so wunderbar ehrlich: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“. Diese politische Weisheit scheint auch dem Juristen und Vorsitzenden des Fed-Komitees, Jerome Hayden Powell, geläufig zu sein.

Seine gestrige Beschreibung des Zustands der US-Wirtschaft war gelogen. Den noch robusten Arbeitsmarkt als nachlaufender ökonomischer Indikator und den sich bereits abschwächenden Konsum als Belege für die Stärke der US-Wirtschaft ins Feld zu führen, ist ökonomischer Nonsens. Seine Aussagen zu den Verspannungen am Geldmarkt waren gelogen, seine Begründung für das größte Staatsanleihekaufprogramm seit der Finanzkrise war gelogen, die mittlerweile dritte Zinssenkung in nur vier Monaten als erneuten „Versicherungsschritt“ zu deklarieren, war ebenfalls gelogen.

Einzig die Maßnahmen, die die Fed aktuell ergreift, sagen die Wahrheit über den Zustand der größten Ökonomie aller Zeiten: sie ist im Abwärtstrend, heillos überschuldet und die Banken trauen sich gegenseitig nicht mehr über den Weg.

Unschöne Wahrheiten

Wenn eine Volkswirtschaft ein annualisiertes Wachstum von 1,9 Prozent nur mit einem Staatsdefizit von 4,9 Prozent im Fiskaljahr 2019/20 bewerkstelligt, trotz massiver Steuersenkungen im Vorjahr, dann ist das erschreckend und nicht „robust“.
Wenn der US-Geldmarkt, der eine Dimension von 2,2 Billionen US-Dollar auf die Waage bringt, seit über 6 Wochen nur noch mit ständig steigenden Notinjektionen der Notenbank von mittlerweile 215 Mrd. US-Dollar pro Monat vor dem Kollaps bewahrt werden kann, dann hat das mit Sicherheit keine rein technischen Ursachen.

Wenn eine Notenbank schließlich im Volumen von 60 Mrd. US-Dollar aus der digitalen Notenpresse kurzlaufende US-Staatsanleihen am Markt kauft und damit ihre Bilanz bis mindestens Juni 2020 aufbläht, dann ist das sehr wohl Geldpolitik.
Wenn eine Notenbank eine Umfrage im Bankensystem durchführt und die befragten Institute ihr bestätigen, dass sie aktuell ihre Überschussliquidität nicht an andere Banken verleihen wollen aber der Fed angeblich den Grund dafür verschweigen, dann ist das zumindest wenig glaubwürdig. Wenn „Jay“ Powell, typisch Jurist, die Presse mit der Aussage abspeisen möchte „We still have a lot of forensic work to do“, um herauszufinden, was überhaupt los ist am wichtigsten Geldmarkt des Planeten, dann ist die Zeit gekommen, die Fed als das zu sehen, was sie ist – eine von den Fakten getriebene Institution.

Der Markt wird langsam skeptisch

Allmählich scheinen die Märkte den Braten zu riechen und tun das, was die Fed eigentlich mit ihrer Verschleierungstaktik vermeiden wollte – sie glauben ihr von Meeting zu Meeting immer weniger. Dies sieht man u. a. an der Reaktion des Goldpreises. Wenn alles in Ordnung wäre mit der US-Ökonomie und dem US-Geldmarkt und weitere Zinssenkungen nicht nötig sind, warum fällt der Goldpreis dann nicht wie ein Stein? Die Antwort ist simpel: Der Bedarf an Absicherung gegen die zunehmend unkonventionellen Maßnahmen der Fed steigt.

Goldpreis Chart

Fazit

Es ist in Anbetracht der sich ungebremst ausweitenden Defizite und Schulden in den USA nicht zu erwarten, dass sich der von der Fed eingeschlagene geldpolitische Kurs in nächster Zeit ändern wird. Im Gegenteil müssen die Maßnahmen, v. a. am US-Staatsanleihemarkt, in Anbetracht der explodierenden Defizite in Folge steigender Ausgaben und gleichzeitig rückläufiger Steuereinnahmen im Zeitverlauf verlängert und aufgestockt werden. Die gestrige Vorstellung von Jerome Powell und seine Aussagen waren dermaßen absurd, dass man auch einen Halloween-Clown ans Rednerpult hätte stellen können.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    31. Oktober 2019 20:39 at 20:39

    Na endlich reift die Erkenntnis hier!
    Wobei alles sehr nach Lüge wider besseres Wissen klingt.
    Ich denke mir der J.P. hat, wie so viele „Experten”, seine Abschlüsse im Lotto gewonnen.
    Wenn einer unter einem Trump Notenbankpräsident wird sagt das viel aus.
    Zinsen länger unverändert, das ist genauso zum Piepen wie der „Autopilot” aus Oktober 2018.
    So etwas glauben höchstens Wirtschaftsjournalisten, TV und Rundfunkvertreter und deren naive Konsumenten.
    Jeder der denken/analysieren kann weiß dass das alles Humbug ist.
    Diese Quacksalber mit ihren Wichtigkeitsmienen haben in Wahrheit keinen Schimmer.
    Was mich wundert an dem monatlichen Notenbank-Gedöns, dass denen noch jemand zuhört.
    Und Milliarden auf so viel Luftballon-Kaffeesatzleserei gezockt werden.

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    Hesterberg

    1. November 2019 00:30 at 00:30

    Ich liebe eine klare Sprache. In der verlogenen Welt der Politik brauchen wir einen freien und kompetenten Journalismus, der sich nicht scheut, die Dinge beim Namen nennen. Hannes Zipfel wird diesem Anspruch mit seinem Artikel wieder einmal voll und ganz gerecht.

    Leider ist die Wahrheit in der Politik ein echter Karrierekiller, wenn man nicht in der Opposition sitzt. Nur wenige Amtsträger haben deshalb so viel Rückgrat und Unabhängigkeit, die Wahrheit in ihren Dienst zu stellen. In der Tat kostet das sehr viel Kraft, oft das Amt und zuweilen auch das eigene Leben.

    Würde Jerome Powell ungeschönt die Wahrheit sagen, würde er das Spiel eines Notenbankers nicht mitspielen, wäre er sofort draußen. Und höchstwahrscheinlich würde er mit der Wahrheit zudem auch noch seinem Land schaden und einen Crash an den Märkten auslösen. Zu beneiden ist er also ganz sicherlich nicht.

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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