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Finanziert die EZB die Monsanto-Übernahme für Bayer?

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am

FMW-Redaktion

Es ist ein Paradebeispiel dafür, was eine Notenbank eigentlich nicht tun sollte: mit den im Juni beginnenden Käufen von Unternehmensanleihen durch die EZB hat sich die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass Bayer tatsächlich Monsanto schlucken wird – auch wenn die Amerikaner die erste Offerte von 62 Milliarden Dollar als zu niedrig eingestuft haben, und das, obwohl das Bayer-Angebot weit über der derzeitigen Marktkapitalisierung von Monsanto liegt. Wohl nicht ganz zufällig hat Bayer gestern mitgeteilt, tiefer in den Verhandlungsprozeß einzusteigen – denn die Leverkusener wissen, dass bald frisches Geld von der EZB kommt und damit die Chancen deutlich steigen, diese Übernahme auch wirklich stemmen zu können.

Bekanntlich will die EZB Unternehmensanleihen kaufen, anfangs zwischen fünf und zehn Milliarden Euro monatlich, Tendenz dann steigend – sofern es sich nicht um Anleihen von Banken handelt und die Anleihen ein investment grade haben. Nun hat Bayer von den drei großen Ratingagenturen eben ein investment grade, auch wenn S&P, Moody’s und Fitch bereits angekündigt haben, Bayer auf eine Abstufung zu prüfen wegen des Monsanto-Angebots. Solange aber der Deal nicht in trockenen Tüchern ist, besteht keine Notwendigkeit einer Abstufung, und selbst wenn diese Abstufungen kämen, ist es doch nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich, dass Bayer dann den Status non investment grade bekommen würde.

Und das bedeutet in der Praxis: Bayer kann damit rechnen, dass die EZB ein maßgeblicher Käufer von neuen Bayer-Anleihen sein wird, wobei gerade die Nachfrage der EZB die Kosten für Bayer für diese neuen Schulden senken wird – wo viel Nachfrage ist, können sich Unternehmen erlauben, wenig Zinsen anzubieten für ihre Anleihen.

Dabei könnte die Übernahme von Monsanto durch Bayer nur der Anfang sein für eine große Übernahmewelle in Europa: viele große Konzerne dürfen erwarten, dass die EZB ihre Anleihen kaufen, die Zinskosten damit verringert und frisches, billiges Geld in die Taschen spült. Da man aber aufgrund der Niedrigstzinsen ohnehin nicht weiß wohin mit dem Geld, warum also nicht an Übernahmen denken? Und Übernahmen wiederum sorgen meist für Freude an den Aktienmärkten, womit also die EZB indirekt dann auch die Aktienmärkte weiter nach oben pushen würde – ohne etwa direkt durch den Kauf von ETFs in Erscheinung zu treten.

Damit sorgt die EZB also für eine weitere Akkumulation des Kapitals bei großen Konzernen – das ist das eine. Das andere ist, dass am Markt für Unternehmensanleihen ein neues Fieber ausgebrochen ist seit klar ist, dass die EZB als Käufer auftreten wird. Also werden sich viele Konzerne beeilen, neue Anleihen auf den Markt zu bringen – viel mehr, als wenn die EZB nicht bereit stünde zum Kauf dieser Anleihen. Und genau das erhöht die Geldmenge an Euros und schafft die Basis für eine weitere Abwertung des Euro. Und damit hätte die EZB schon einmal zwei Ziele erriecht: steigende Aktienmärkte und ein schwächerer Euro.

Die Folge wird sein: Fehlallokation von Kapital – sichtbar schon daran, dass Bayer aufgrund offenkundig bereit ist, aufgrund der erwartbaren Geld-Segnungen durch die EZB einen völlig überteuerten Preis für Monsanto zu zahlen..

18 Kommentare

18 Comments

  1. leser

    26. Mai 2016 11:00 at 11:00

    Einmal mehr ein Beleg dafür, dass die Zentralbanken der Kern des Übels sind. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Kapitalismus zu tun. Es ist reine sozialistische Geld-Planwirtschaft. Die Alternative ist die freie Wahl des Zahlungsmittels, die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols. Ansonsten wird die Machtkonzentration immer mehr zunehmen und in der Diktatur enden.

    • GN

      26. Mai 2016 12:42 at 12:42

      …was für ein Quatsch!!!! Nicht die Zentralbanken, sondern die privaten Geschäftsbanken sind der Hauptverursacher dieser Krisen. Sie allein sind für das Problem verantwortlich. Die Notenbanken, müssen immer nur Rettungsdienste leisten, wenn dieses unverantwortliche System unterzugehen droht…

      Leider werden die Zusammenhänge, dank unserer Indoktrinationsmedien, bis heute nicht verstanden. Ich finde es auch sehr schade, daß sich FMW an dieser Verdummung der Menschen nach wie vor beteiligt….VG

      • GN

        26. Mai 2016 12:51 at 12:51

        Auch hier nochmals der Link zu einem Artikel von Prof. Dr. Joseph Huber, der die Zusammenhänge absolut richtig darstellt. Das darf natürlich nicht, in einer neoliberalen Deutungshoheit richtig verstanden werden, weil dann ja die Systemlemminge vielleicht aufbegehren würden. Also wird weiter der Quatsch von den bösen Saaten (Griechenland etc.) und den noch böseren Zentralbanken verbreitet. Das die Federal Reserve Bank, keine staatliche Bank ist, sondern den amerikanischen Großbanken gehört, wird leider auch nicht kommuniziert. Welche Interessen vertritt demnach wohl die FED????

        http://www.vollgeld.de/12-geldschoepfung-ausser-kontrolle/

      • Habnix

        26. Mai 2016 13:15 at 13:15

        Die Zentral Banken sind doch auch keine Staatlichen Banken.

      • leser

        26. Mai 2016 14:13 at 14:13

        @GN
        Es spricht für eine gute Kinderstube, wenn eine Replik mit „was für ein Quatsch!!!“ eingeleitet wird.
        Ohne die Zentralbanken wäre die Geldschöpfung der Geschäftsbanken nicht möglich.
        Das Vollgeldsystem würde am Geldmonopol nichts ändern.

        • GN

          26. Mai 2016 14:57 at 14:57

          ……gut, dann informiere Dich halt richtig!!! Unser Geldsystem besteht sowohl aus Zentralbanken, privaten Geschäftsbanken und Nichtbanken. Ein Geldsystem sollte dem Interesse des Volkes dienen und nicht einem Kartell der Großbanken. Alle Staaten haben ihre Geldhoheit an die privaten Geschäftsbanken verschenkt. Diese Geldhoheit ist natürlich zwingend auf den Staat (Gesellschaft) zurückzuübertragen. Mehrere Versuche von US-Präsidenten dieses zu vollziehen endete mit deren Ermordung…..

          Wenn eine Bankenmafia, so, wie das heute nun mal der Fall ist, die Fäden in der Hand hat. dann werden diese ihre Macht kaum freiwillig aus der Hand geben. Eine dieser perfiden Methoden ist, das Volk möglichst dumm zu halten und es falsch zu informieren.

          Sorry, ich rege mich da leider immer noch drüber auf, wenn Falsches nachgeplappert wir. Auch sind von den 200 Billionen USD Schulden (McKinsey-Studie) der mit Abstand größte Teil private Schulden und nicht Staatsschulden…..wer der Meinung ist, daß dieses System „reformierbar“ ist, indem man die Zentralbanken als Hauptschuldigen ausmacht, soll meinetwegen dran glauben….

          Nur ändert das nichts daran, daß alle systemischen Krisen von privaten Geschäftsbanken verursacht wurden. Eben durch den Hebel, denen ihnen die Geldschöpfung bietet. Gehen diese Spekulationsgeschäfte schief, dürfen die Zentralbanken mit allen erdenklichen Mitteln die Suppe auslöffeln und als Verursacher herhalten. Zeigen sie mir einen Fall, bei dem ein Nichtbanken-Schuldner durch die Intervention von Zentralbanken vor der Pleite gerettet wurde, wie das zuletzt mit 13.000 Milliarden USD beim Bankensektor geschehen ist.

          Natürlich hat man dabei lästige Wettbewerber entsorgt und so die eigene Macht noch weiter ausgebaut……..wenn Sie das so in Ordnung finden, dann sollten Sie sich über das Ergebnis nicht wundern….VG

          • GN

            26. Mai 2016 15:18 at 15:18

            ….noch nachzutragen sei, daß gerade das Vollgeldsystem, klar diese von den privaten Geschäftsbanken erzeugten Assetblasen, überhaupt nicht entstehen ließe, weil jeder Kreditvergabe eben 100% Zentralbankgeld voraussetzt und nicht wie im jetzigen Reservegeldsystem lächerliche 2,5%. Dadurch würden die enormen Risiken der Kredithebelung entfallen, an denen wir alle zu knabbern haben und nur einer Vermögenselite dienlich ist….und Sie und ich sollen für diese Vermögenselite arbeiten….

          • leser

            26. Mai 2016 15:19 at 15:19

            @GN
            Drei Ausrufezeichen machen es auch nicht überzeugender.
            „Alle Staaten haben ihre Geldhoheit an die privaten Geschäftsbanken verschenkt.“
            Wer ist der Staat? Die Summe der Bürger. Also geben wir doch dem Bürger die Geldhoheit zurück. Freie Wahl des Zahlungsmittels. Das bessere Geld setzt sich automatisch durch.
            Das ziehe ich dem Tausch des derzeitigen Monopols in ein neues Monopol (Vollgeld) eindeutig vor.

  2. Mr. Jones

    26. Mai 2016 11:10 at 11:10

    Genau das ist auch der Grund warum keine Kapitalerhöhung kommen wird, dass der Chef sich kurz vorher mit knapp 1 Mio. Euro 11000 Aktien zulegt. Herr Werner Neumann ist nicht der einzige aus dem Vorstand die diese Situation ausgenutzt haben. Welche Sinn würde es machen vor einer Kapitalerhöhung zu kaufen wenn dadurch der Kurs stark verwässert würde. Ich bin mir nicht so sicher, denke aber dass eine Bodenbildung der Aktie schon war und nur noch auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet wird. das wird dann sehr schnell gehen, so schnell das sich kaum einer drauf hängen kann, es sei, man ist schon drin.

    • Mr. Jones

      26. Mai 2016 13:59 at 13:59

      Baumann natürlich, Denkfehler..

  3. GN

    26. Mai 2016 12:37 at 12:37

    ….sorry liebe Leute von FMW: Wie oft denn noch, nicht die Notenbanken, sondern die privaten Geschäftsbanken sind für die gigantische Schuldenblase verantwortlich. Die privaten Geschäftsbanken vergeben die Kredite per Geldschöpfung aus dem Nichts, sowohl an Staaten, Unternehmen und Privatleute…..

    Gerade der irrsinnige Wahnsinn der indirekten Staatsfinanzierung hat uns doch erst diese Probleme geschaffen, in denen heute alle relevanten Staaten dieser Erde stecken. Und daran darf sich auch Dank unserer neoliberalen Ideologen, wie Hans Werner Sinn & Konsorten, die uns das Blaue vom Himmel runter lügen auch nie etwas ändern….

    Selbst ein Hans Christoph Binswanger erklären ja die Zusammenhänge dieser ausbeuterischen Ideologie richtig. Und Hans Christoph Binswanger steht nicht im Verdacht ein böser linker Kommunist zu sein, wo er ddoch der Doktorvater von keinem Geringeren ist als Josef Ackermann…..VG

    Hier mal zwei hervorragende Artikel die ihr vielleicht einmal lesen solltet:

    http://www.vollgeld.de/verbot-der-direkten-zentralbank-staatsfinanzierung/
    http://www.vollgeld.de/12-geldschoepfung-ausser-kontrolle/

  4. Timo Wildner

    26. Mai 2016 12:54 at 12:54

    Ich würde die Finger von Monsanto lassen. Die sind nur stark durch ihr „Glyphosat“. Ich wette, sobald der Deal unterschrieben ist, platzt die Blase und Glyphosat ist dann Krebserregend und wird komplett verboten. Gleichzeitig sind Schadenersatzklagen anhängig. In zig Milliarden. Hauptkläger natürlich dir USA Bauern. Wegen entgangener Gewinne, welche sie sich durch die Glyphosatprodukte versprochen haben. Die Aktie Rausch ins bodenlose, und keiner hat es natürlich geahnt. Frag mich nur, warum alle so doof sind. Monsantoführungspersonal haben ihre Monsantoaktien verkauft. Warum wohl.. Aber die dummen Deutschen kaufen ja ihren Sonderzüge auf. Hihi. Damit ist ein weiterer D Konzern pleite und vernichtet. Marktbereinigung. Und der Schaden hat dann wiederum Deutschland und der Steuerzahler springt ein. So der Plan!

    • Timo Wildner

      26. Mai 2016 13:01 at 13:01

      Sonderzüge = Sondermüll

  5. Steven

    26. Mai 2016 12:56 at 12:56

    Immer dieses entweder ,oder …

    Zentralbank gibt den Anreiz , Privatbank führt aus .
    Es ist genug Schuld für alle da !

    Dieser detailstreit steht der Lösung im Weg!

  6. ossi24

    26. Mai 2016 13:40 at 13:40

    ….sorry @GN wollen sie die Menschen für Dumm verkaufen?
    Nein Nein nicht die Notenbanken nur alle anderen sind Schuld 🙂
    könnte es sein, das sie bei einer Notenbank oder aber unmittelaren Umfeld beschäftigt sind und bereits den Panik Modus aktiviert haben? Ist es schon die blanke Panik in naher Zukunft verhaftet und alles verlieren zu können? Vielleicht ist dies auch der Grund warum das große Banker Sterben begonnen hat ??? Banker können halt nicht fliegen

    Das gesamte Geldsystem mit allen Verflechtungen ist ein Verbrechen gegen die Menschheit, wozu auch die vin ihnen „unschuldigen“ Notenbanken gehören!

    Verstanden?

    Nein dann hier etwas Nachhilfe extra für Dummi`s gemacht
    https://www.youtube.com/watch?v=HU_BkoVzhpM

    @Timo Wildner, sie haben vollkommen Recht so wird es kommen und ist auch so geplant um die National Staaten Europas zu vernichten.

    Zitat: „Wir stehen am Rande einer weltweiten Umbildung, alles was wir brauchen, ist die richtige allumfassende Krise und die Nationen werden in die neue Weltordnung einwilligen.“
    (1994 vor dem Wirtschafts-Ausschuss der Vereinten Nationen (UN Business Council) David Rockefeller

    • GN

      26. Mai 2016 15:04 at 15:04

      ….hallo da haben Sie mich völlig falsch verstanden. Die Notenbanken sind nur der Büttel der US-Bankenmafia. Da ist zuerst einmal die FED zu nennen. Nur die systemischen Krisen, werden nicht von den Notenbanken, sondern von den privaten Geschäftsbanken verursacht. Und diese sollten dementsprechend ganz vorne in der Kritik stehen und eben nicht die Notenbanken……

  7. Robert Canada

    26. Mai 2016 17:23 at 17:23

    Jaja, FMW, war mir nicht gleich aufgefallen, das EINE AUGE im Logo in Ihrer Welt in Blickrichtung links, wo die Wahrheit anscheinend unerwünscht ist und die Zensur wohl Zuhause ist. Herr Wildner und Ossi24 haben es nicht ganz so deutlich umschrieben und es fast auf den Punkt gebracht. Nunja, dann ist das eben so. Mit Zwei Augen blickt man eben doch besser durch als nur mit einem. Adam Weishaupt läßt grüssen und Coudenhove-Calergi meldet möglicherweise bald Vollzug und Winston Churchill erwartet mission accomplished.

  8. Thomas Wunderlich

    26. Mai 2016 17:23 at 17:23

    Was ich dabei nicht ganz kapiere ist, daß eigentlich Bayer demselben gehört wie Monsanto. Nämlich unter dem Strich Bill Gates. Monsanto über die Bill und Melinda Gates Foundation und Bayer hat über Agfa und Pfister ebenfalls einen Herren. Und Pfister gehört ebenfalls zu 50 Prozent Bill Gates. Die Verknüpfungen scheinen keinem aufzufallen.
    http://www.DDRZweiPunktNull.de

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Wirecard-Aktie: Dauert die Unsicherheit noch bis Anfang April?

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am

Die Wirecard-Aktie bleibt eine wacklige Kiste. Seit dem 8. Februar gibt es von Wirecard selbst kein neues offizielles Statement. Aber diese Woche tat sich ja etwas anderes. Durchgesickert war die Zeugenaussage eines Shortsellers gegenüber der Staatsanwaltschaft in München, dass er vorab genaue Kenntnis hatte, wann die FT ihre Artikel über Wirecard veröffentlichen würde.

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Dieser Sachverhalt lenkt natürlich dieser Tage erstmal die Scheinwerfer weg von Wirecard, und hin zur FT. Hat der dort zuständige Journalist gemeinsame Sache mit Börsenzockern gemacht, oder sich bestechen lassen? Nichts genaues weiß man noch nicht – alles reine Spekulation. Gestern dementierte die FT – alles haltlose Vorwürfe gegen die Redaktion. Tja, aber warum sollte ein Shortseller so etwas zugeben, wenn es gelogen ist? Das ergibt irgendwie keinen Sinn.

Bleibt die Wirecard-Aktie noch bis Anfang April eine wacklige Kiste?

Im Kursverlauf der Wirecard-Aktie sieht man, dass Stand heute etwas Ruhe eingekehrt ist. Aber man vergesse bitte nicht die drei wie aus dem Nichts erschienenen Artikel der FT. Kommt noch mehr? Niemand weiß es. Wichtig ist, dass Wirecard vor einigen Tagen selbst sagte, dass die Prüfung möglicher dubioser Vorgänge der Filiale in Singapur noch „mehrere Wochen“ dauern würde. Die Prüfung der Kanzlei Rajah &Tann sei noch nicht abgeschlossen, aber bisher sei nichts Weltbewegendes dabei herausgekommen. Aus Medienberichten war zu entnehmen, dass diese Prüfung noch ca sechs Wochen dauern könnte.

Stimmt diese Dauer, dann wäre das ein sehr großer Zufall. Denn am 4. April veröffentlicht Wirecard seine Zahlen für das Gesamtjahr 2018. Tickt die Uhr, und einerseits soll die Prüfung so gründlich wie möglich vorgenommen werden? Andererseits soll das Ergebnis noch zusammen mit dem Jahresabschluss 2018 veröffentlicht werden? Auch Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsräte müssen den Jahresabschluss ja noch abnicken. Also, so eine natürlich rein theoretische Überlegung: Lässt man sich maximal viel Zeit, aber will den Prüfbericht noch in die 2018-Veröffentlichung inkludieren?

Wenn ja, dann liefe das Drama noch gut sechs Wochen lang. Natürlich bedeutet dieses Szenario für Anleger und Zocker, dass die Aktie noch weitere sechs Wochen in einem Ozean namens „Unsicherheit“ schwimmen würde. Denn alle Welt will nun wissen, ob etwas dran ist an den Manipulationsvorwürfen. Die Analysten von HSBC und DZ Bank haben diese Woche übrigens ihre Kursziele für die Wirecard-Aktie spürbar gesenkt auf 170 und 150 Euro.

Aktuell notiert die Aktie bei 101,40 Euro. 150 und 170 Euro, das ist genau die Größenordnung, wo die Aktie kurz vor der ersten FT-Veröffentlichung notierte. Bei 167 Euro notierte die Aktie noch am 29. Januar, bevor es dann dank drei FT-Artikeln drei Mal ruckartig abwärts ging. Seit genau einer Woche ist nun eine Ruhephase für die Aktie eingetreten um die 100 Euro-Marke herum. Wir meinen: Vorsicht ist geboten, bis die Kanzlei aus Singapur etwas zu vermelden hat, beziehungsweise bis Wirecard das Ergebnis des Berichts veröffentlicht.

Wirecard-Aktie wacklige Kiste - Firmenzentrale in München
Unternehmenszentrale in München. Foto: Wirecard AG

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Allianz Analyse: Zahlen heben Stimmung

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Der größte deutsche Versicherungskonzern Allianz hat am Freitag Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt und konnte durchaus überzeugen. Doch einige kleine Fehler fallen doch noch auf. Am operativen Ergebnis lässt sich nur wenig aussetzen, im vergangenen konnte eine Steigerung um 4 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro erzielt werden. Damit lagen die Zahlen am oberen Ende der anvisierten Erwartungen. Der Ausblick unter Beachtung eines vergleichsweise schadenfreien Jahres enttäuschte dann aber etwas, dafür aber beglückt der Konzern Investoren mit einer höheren Dividende von 9 Euro je Anteilsschein. Für deutliche Spuren bei den Investmentfonds der Allianz haben Ende 2018 Turbulenzen an den Finanzmärkten gesorgt.

Anleger haben im vierten Quartal netto 31 Milliarden Euro bei den Allianz-Töchtern Pimco und Allianz Global Investors abgezogen, wie der DXA-Konzern am Freitag mitgeteilt.
Ausgerechnet der Kursverlauf der Allianz-Aktie präsentiert sich derzeit hoch interessant, das Wertpapier notiert nämlich an einer wichtigen Abwärtstrendlinie. Ein Ausbruch darüber könnte weiteres Kurspotenzial freisetzen und der Schiebephase aus den letzten Wochen ein Ende setzen. Eine positive Grundtendenz auf mittelfristiger Basis ist seit dem Doppelboden aus den Jahreshochs aus 2015 erkennbar, zu einem nachhaltigen Durchbruch müssen Käufer aber noch etwas nachlegen. Die Chancen hierfür werden jedoch als vergleichsweise hoch eingeschätzt.

Long-Chance bei Allianz-Aktie

Die Schwankungsbreite an den Märkten hat in den letzten Handelstagen wieder merklich zugenommen, bei der Allianz gestaltet sich das aktuelle Chartbild innerhalb der bestehenden Seitwärtskonsolidierung kurzfristig noch neutral. Gelingt jedoch ein Ausbruch über das Niveau von mindestens 188,00 Euro, könnte die seit Jahresanfang bestehende Aufwärtsbewegung wieder in Gang kommen und Kurszuwächse bis an 191,50 und 194,66 Euro hervorbringen. Aber erst ein Ausbruch über 196,00 Euro dürfte zu einem wahren Befreiungsschlag mit Chancen auf einen Kursanstieg zurück an die Jahreshochs aus 2018 bei 206,85 Euro führen. Ein Alternativszenario könnte eine Fortsetzung der bestehenden Seitwärtsphase oberhalb der Unterstützung von 182,26 Euro vorsehen. In Falles eines Kursrutsches darunter müssen jedoch rückläufige Kursnotierungen zurück auf ein Niveau von 176,00 Euro angenommen werden. Tiefer als 175,00 Euro sollte es nach Möglichkeit nicht mehr abwärts gehen, weil sonst ein direkter Test der Tiefststände aus 2018 bei rund 170,00 Euro drohen würde.

Einstieg per Stop-Buy-Order : 189,28 Euro
Kursziel : 191,50 / 194,66 / 206,85 Euro
Stop : < 184,00 Euro
Risikogröße pro CFD : 5,28 Euro
Zeithorizont : 1 – 2 Monate

Allianz-Aktie




Rafael S. Müller ist seit 20 Jahren Vorstand und Chefanalyst der direktbroker.de AG. Der FOREX & CFD Broker direktbroker-FX gehört weltweit zu den preisgünstigsten Brokern. Trading-Einsteiger erhalten von der hauseigenen Börsenakademie umfangreich Schulungen bis hin zu einem kostenfreien Trader-Camp. Testen Sie die Konditionen jetzt mit einem kostenfreien Demokonto.


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Allianz-Quartalszahlen: Gewinn und Gewinnaussicht stagnieren, neue Aktienrückkäufe

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Die Allianz-Quartalszahlen wurden veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 32,7 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 31,7).

Der Gewinn (operatives Ergebnis) liegt bei 2,77 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 2,76).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -0,7%.

Hier einzelne Punkte aus dem Allianz-Bericht im Wortlaut:

Der Vorstand schlägt eine Erhöhung der Dividende um 12,5 Prozent auf 9 Euro pro Aktie vor.

Für 2019 wird ein operatives Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro anvisiert (im Gesamtjahr 2018 waren es 11,51), plus oder minus 500 Millionen Euro, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse.

Die Allianz hat 2018 zwei Aktienrückkäufe mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Milliarden Euro abgeschlossen. Alle zurückgekauften Aktien wurden eingezogen. Ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro wurde am 14. Februar 2019 bekanntgegeben.

Alle Geschäftsbereiche trugen zu dem Wachstum bei.

„Die Ergebnisse der Allianz Gruppe sind ausgezeichnet und sind mit einem operativen Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro am oberen Ende unseres Zielkorridors von 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro“, sagte Giulio Terzariol, Finanzvorstand der Allianz SE. „Dank unseres sehr gut diversifizierten Geschäftsmodells sind wir zuversichtlich, auch im neuen Geschäftsjahr wieder sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Die Allianz strebt für 2019 ein operatives Ergebnis in Höhe von 11,5 Milliarden Euro an, plus/minus 500 Millionen Euro, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse.“

Kurz-Fazit: Analysten hatten bislang mit bis zu 11,9 Milliarden Gewinn im Jahr 2019 gerechnet. Von daher ist die heutige Ankündigung einer Gewinn-Stagnation eher enttäuschend. Auch im Vergleich von 2017 zu 2018 stagniert der Gewinn – und das bei einem Umsatzplus von 4,5 Milliarde Euro! Alles in allen sind das nicht so tolle Zahlen, auch wenn der Gewinn natürlich eh schon auf einem hohen Niveau ist! Tja, da sollen wohl die neuen Aktienrückkäufe helfen den Kurs zu „pflegen“?

Allianz-Quartalszahlen

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