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FXCM-Zahlen (Global Brokerage): Dick ins Minus gerutscht – das hat drei Gründe

Die Grafiken unten zeigen es ziemlich gut. Der Umsatz sinkt von 60 Millionen Dollar im 1. Quartal 2016 auf 45,8 Millionen Dollar im 1. Quartal 2017. Man produziert 29,9 Millionen Dollar Nettoverlust im 1. Quartal…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir hatten in den letzten Wochen mehrmals über das FXCM-Debakel berichtet. Der ehemals größte Forex-Broker der USA FXCM wurde durch die dortigen staatlichen Aufsichtsbehörden gezwungen sein US-Kundengeschäft abzugeben (Verkauf an GAIN Capital). Denn man hatte vorgetäuscht, dass man Orders direkt in den Markt routet und nichts am Market Making verdient. Das kostete auch den Chef seinen Posten. Das durch diesen Verkauf das Kundenvolumen der weltweiten FXCM-Gruppe sinkt, war nachvollziehbar. Aber das ist noch verkraftbar bei einem US-Anteil am Gesamtgeschäft von zuletzt grob gesagt 25%.

Vielleicht ist man sogar ein wenig froh das US-Geschäft los zu sein, weil es mit extrem hohen regulatorischen Kosten verbunden war, anders als im Ausland. Die US-Behörden sehen es generell lieber, wenn alle Tradingprodukte über regulierte Börsen abgewickelt werden (also in diesem Fall über Devisen-Futures oder Optionen). Und FXCM selbst ist aktiv im Interbanken-Devisenmarkt beim Devisen-Kassageschäft, also den direkten Devisenhandel, während Futures und Optionen Termingeschäfte sind.

Aber kommen wir zu den aktuell veröffentlichten Quaratlszahlen von Global Brokerage (Ticker GLBR). Denn FXCM hat sich umbenannt nach dem Skandal. Was solche Maßnahmen immer nützen sollen, wenn sich eine Skandalfirma mal eben schnell einen neuen Namen gibt… aber zu den Fakten. Die Grafiken unten zeigen es ziemlich gut. Der Umsatz sinkt von 60 Millionen Dollar im 1. Quartal 2016 auf 45,8 Millionen Dollar im 1. Quartal 2017. Man produziert 29,9 Millionen Dollar Nettoverlust im 1. Quartal 2017 nach einem Plus von 49,7 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Das ist schon ein dickes Minus. Die zweite Grafik (rot umrandet) zeigt im 1. Quartal eine kräftige Abschreibung von 23,9 Millionen Dollar, die maßgeblich für dieses Ergebnis verantwortlich ist. Desweiteren kann man die rückläufigen Umsätze natürlich dem Verkauf des US-Geschäfts zuordnen, womit wir zwei Einmal-Effekte haben, die man schnell abhaken kann. Aber: Der dritte Effekt, der ist doch am Bedrohlichsten, auch wenn er nicht sofort ins Auge fällt.

Denn das erste Schaubild zeigt die Daten der aktiven Kunden, wo man rückwirkend das US-Geschäft auch für das 1. Quartal 2016 schon rausgerechnet hat, um einen fairen Vergleich beider Quartale hinbekommen zu können. Die Anzahl der Konten und der aktiven Konten ist leicht rückläufig. Aber schockierend ist, dass die Zahl der durchschnittlich täglichen Trades sich von 557.270 auf 427.436 gesunken ist – ein spürbarer Rückgang der Kunden-Aktivität im Kerngeschäft!

Auch der Durchschnitt bei der Anzahl der täglichen Trades pro aktivem Kunden sinkt von 4,2 auf 3,3 Trades. Im Schnitt ist das ein enormer Rückgang. Das gesamte Handelsvolumen sinkt von 917 auf 679 Milliarden Dollar. Alles strukturell kräftige Rückgänge im täglichen „Brot und Butter-Geschäft“. Das ist der wahre Schocker bei diesen Zahlen. Was sind die Gründe für diesen Rückgang? Andere Broker haben nämlich zunehmendes Volumen. Es gibt zunehmend Konkurrenz im Bereich Forex-Trading durch viele kleine Offshore-Anbieter, die vermeintlich günstiger anbieten (Spreads) und aggressiv Werbung machen. Das Image, das FXCM durch das US-Debakel erlitten hat, dürfte bei Neugeschäft nicht gerade förderlich sein, selbst wenn die rechtlich unabhängige Europa-Tochter sauber arbeitet.

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Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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