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Trügerische Ruhe bei Geldmenge – erstmal kein Inflationsproblem

Euro-Geldscheine

Die Bilanz der EZB explodiert immer weiter nach oben. Schließlich müssen mit frisch gedrucktem Geld immer mehr Anleihen aufgekauft werden, damit die Renditen für Staatsanleihen bloß nicht zu stark ansteigen. Denn wehe, falls die Euro-Staaten zu viel Zinsen für Schulden zahlen müssten. In der folgenden Grafik sehen wir im Verlauf der letzten fünf Jahre die Bilanzsumme der EZB, die derzeit stramm auf die 8 Billionen Euro zuläuft. Im zweiten Chart sehen wir den Verlauf der gesamten Geldmenge M3 (hier Definitionen zu den einzelnen Geldmengen) als blaue Linie seit dem Jahr 2003, im Vergleich zur Entwicklung der Immobilienpreise (grau) und den Nettokaltmieten (grün).

Wachstum bei Geldmenge lässt etwas nach

Interessant ist vor allem die dritte Grafik, die seit 1999 das jährliche prozentuale Wachstum der Geldmenge in der Eurozone anzeigt. Man sieht für 2020 den sehr starken Anstieg, bedingt durch die Rettungsmaßnahmen im Zuge der Coronakrise. Aktuell ist das prozentuale Wachstum der Geldmenge M3 zwar immer noch groß, aber im April lag es mit 9,2 Prozent erstmals seit September 2020 nicht mehr im zweistelligen Bereich. Das Wachstum der Geldmenge M3 hatte im Januar 2021 mit 12,5 Prozent einen Höhepunkt erreicht.

Trügerische Ruhe

Warum sehen wir jetzt diesen Rückgang im Wachstum der Geldmenge? Commerzbank-Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer hat sich das genauer angeschaut. Der Rückgang (nicht der Geldmenge, sondern nur der Wachstumsrate) sei vor allem Ausdruck eines Basiseffekts. Denn unmittelbar nach dem Ausbruch der Coronakrise im vergangenen Jahr hatten die Banken den Staaten und Unternehmen massiv mehr Kredite gewährt. Verglichen mit dieser erhöhten Basis fallen die Vorjahresvergleiche laut Dr. Jörg Krämer nun nicht mehr so hoch aus. Außerdem müsse man beachten, dass viele Banken im März dieses Jahres deutlich mehr Kredite vergeben hätten, um von attraktiven Zinsen im Rahmen der TLTRO-Kredite der EZB zu profitieren, die die EZB nur gewährt, wenn die Banken ihre Vorgaben für die Kreditgewährung bis Ende März erfüllen. Entsprechend hätten die Banken im April verglichen mit März ihre Kreditvergabe an die Unternehmen etwas gesenkt.

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